Podcast: Mali-Einsatz – Mission erfüllt?
Zehn Jahre lang hat sich Deutschland an der UN-Militärmission in Mali beteiligt. Anfang Juni wird die Bundeswehr ihren Rückzug antreten. Was hat sie erreicht?
Von Issio Ehrich
Ein rund eine Dreiviertel Stunde gehender Podcast von Zeit online mit einem Korrespondenten vor Ort in Mail, der mit der Bundeswehr und lokalen Persönlichkeiten gesprochen hat.
Ich fand den Bericht echt hörenswert, auch wenn er leider nicht unbedingt zu einem positiven Fazit kommt. Internationale Politik, der Putsch und die engen Grenzen der UN Mission machen es der Bundeswehr in Mali nicht leicht...
https://www.zeit.de/politik/2023-05/bun ... tenpodcast
Viel Spaß beim Hören!
Gruß
Denis
Podcast: Mali-Einsatz – Mission erfüllt?
Moderator: Moderatoren
Re: Podcast: Mali-Einsatz – Mission erfüllt?
Nein, Spass macht das nun doch nicht!Denis hat geschrieben: ↑Di 23. Mai 2023, 10:00Podcast: Mali-Einsatz – Mission erfüllt?
Zehn Jahre lang hat sich Deutschland an der UN-Militärmission in Mali beteiligt. Anfang Juni wird die Bundeswehr ihren Rückzug antreten. Was hat sie erreicht?
Von Issio Ehrich
Ein rund eine Dreiviertel Stunde gehender Podcast von Zeit online mit einem Korrespondenten vor Ort in Mail, der mit der Bundeswehr und lokalen Persönlichkeiten gesprochen hat.
https://www.zeit.de/politik/2023-05/bun ... tenpodcast
Viel Spaß beim Hören!
Gruß
Denis
Ich habe nicht die Zeit, diese Reportage in allen (!) Einzelheiten zu bewerten, sondern will dies nur an wenigen Beispielen tun. Mein Fazit: ein schneller journalistischer Ausflug auf unbekanntes Gebiet, der leider keine wirklichen Erkenntnisse bringt, dafür aber in wesentlichen Punkten konsequent desinformiert. In Deutschland weitverbreitete Vorurteile zur deutschen Mission werden damit (wunschgemäss?) bestätigt.
Warum so hart? Die deutschen Soldaten hatten von Anfang an keinerlei Kampfauftrag (es war zu Beginn eine reine Ausbildungsmission). Ein Punkt, den der Journalist - auch in seinen Dialogen, samt Resümee - nicht nachdrücklich hervorhebt!
So erklärt sich auch, warum deutsche Soldaten völlig zu Recht keine Kontrollen mit eventuellen Konfiskationen von Waffen durchführen, denn die könnten zu direkten Gefechten führen. Diese Soldaten sollen vor allem Präsenz zeigen, nichts anderes - solange sie nicht angegriffen werden!
Da liegt z.B. auch ein fundamentaler Unterschied zu der (inzwischen beendeten) französischen Mission Barkhane (Takuba) - zuerst Serval - mit insgesamt ca. 5000 Soldaten (Frankreich hat übrigens beim dortigen Einsatz 51 Soldaten verloren.) Und hätte F 2013 (auf verzweifelte Hilferufe der damaligen Regierung in Bamako) nicht erfolgreich reagiert, dann würden afghanische Zustände dort nicht nur drohen, sondern unweigerlich herrschen.
Minusma: Sie hat keinen Auftrag, das Gebiet unter Kontrolle zu bringen, sondern ausschließlich den, die Ausbreitung des Terrors zu verhindern; in Politik, Militär (auch Medizin, siehe Epidemie) als Containment bekannt. So wurden auch die Stützpunkte in Kidal (dem Hauptort von MLNA, Daesh u.a. im Adrar des Iforhas), sowie Tombouctou und Tessalit aufgelöst. Z.Z. ist Minusma in Gao und Menaka dauerhaft präsent.
Mich stört allerdings auch der martialische Duktus des reisenden Journalisten sehr, der zudem gelegentlich von Maschinengewehrsalven unterlegt ist, wo es gar nicht um Gefechte geht (die der Besucher ja bei seinem Aufenthalt nirgends erlebte), sondern um einen ruhigen Dialog mit seinem Begleiter. Da wird es echt lächerlich…




