Sandabbau an den Stränden Westafrikas

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markus-1969
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Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von markus-1969 »

http://www.tagesschau.de/ausland/sanddiebstahl-101.html
Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Westafrikas Atlantikküste ist berühmt für ihre paradiesischen Strände. Aber viele davon sind bedroht - vom Sandabbau. In Westafrika boomt die Bauwirtschaft, und die ist gierig nach Sand. Den braucht sie, um billig Beton herzustellen. Sand vom Grund des Ozeans zu fördern, ist teuer, deswegen geht es den Stränden an den Kragen.

Der Sand vom Strand ist ein Millionengeschäft. Er spült Geld in klamme Staatskassen und er sorgt für - wenn auch informelle - Arbeitsplätze, wo es sonst keine Arbeit gibt und die Menschen alles tun, um etwas Geld zu verdienen. Und dort, wo der Sandabbau verboten ist, lässt sich so mancher korrupte Beamte eben fürs Wegschauen bezahlen.
Näheres siehe dort.
Alexander
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Alexander »

In diesem Zusammenhang möchte ich nochmal an diesen Beitrag erinnern:

"Sand - Die neue Umweltzeitbombe"

Grüsse
Alexander
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Mia
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Mia »

Hallo,

Anbetracht der wachsenden Bevölkerungszahlen in Afrika werden die Menschen noch mehr Häuser brauchen. Es ist also erst der Anfang.

Davon abgesehen würde mich interessieren ob ein Experte aus der Baubranche weiss, ob Meeresstrandsand mit Salzgehalt überhaupt zum Bauen geeignet ist, oder nach einiger Zeit, zum Beispiel Ausblühungen bekommt, oder im schlimmsten Fall instabil wird und in sich zusammenfällt?

Mia
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Bäärti
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Bäärti »

Mia hat geschrieben:... ob Meeresstrandsand mit Salzgehalt überhaupt zum Bauen geeignet ist, oder nach einiger Zeit, zum Beispiel Ausblühungen bekommt, oder im schlimmsten Fall instabil wird und in sich zusammenfällt?
Hoi Mia

Du ahnst es schon richtig. Meeressand und –kies ist für die Beton und Mörtelherstellung kritisch. Das Salz ist nicht einmal so sehr das Problem, da die Trockenmasse sehr wenig Salz enthält.
Heikler ist die rundgeschliffene Form der Sandkörner und Kiesel. Um damit guten Beton herzustellen, müsste der Kies gebrochen werden. Zudem sind im Meeressand oft kalkige Muschelschalen enthalten. Die müssten raus. Wenn nicht entsteht so ein mürber Beton, wie man ihn in Afrika oft sieht. Zusammen mit zu wenig Zement und eigenwilliger Bewehrung führt das dann zu den allseits beliebten Hauseinstürzen.

Gruss Bäärti
.
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Mischa Prey
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Mischa Prey »

Ja, Bäärti,
führt das dann zu den allseits beliebten Hauseinstürzen
ist klar, jeder Hausbesitzer feiert dann ein Freudenfest wenn sein Haus eingestürzt und die ungeliebte Schwiegermutter darin gestorben ist.

Gruß

Mischa
todo
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von todo »

Von Alexander Göbel, ARD-Hörfunkstudio Rabat
Westafrikas Atlantikküste ist berühmt für ihre paradiesischen Strände.
ach ja ?
wo verstecken sich die denn ?
Meeressand und –kies ist für die Beton und Mörtelherstellung kritisch. Das Salz ist nicht einmal so sehr das Problem, da die Trockenmasse sehr wenig Salz enthält.
Heikler ist die rundgeschliffene Form der Sandkörner und Kiesel. Um damit guten Beton herzustellen, müsste der Kies gebrochen werden. Zudem sind im Meeressand oft kalkige Muschelschalen enthalten. Die müssten raus. Wenn nicht entsteht so ein mürber Beton, wie man ihn in Afrika oft sieht.
korrekt.

todo
Kuno
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Kuno »

Mich hat die Aussage im Artikel oben auch schon gewundert – Wuestensand sei rundgeschliffen, der Meeressand aber nicht. Wer wenn nicht Meeressand ist denn rundgeschliffen? Als ich mich noch auf Baustellen am Suedufer des Mittelmeeres herumtrieb wurde strengstens darauf geachtet, dass der angelieferte Sand nicht vom naheliegenden Strand gekommen ist…
Bäärti
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Bäärti »

Die genaue Kieszusammensetzung beeinflusst die Betoneigenschaften. Betonkies ist deshalb eine Mischung aus verschiedenen Sanden und Kiesen; gebrochenen und runden; je nach Anforderung und Verarbeitung. Bei Pumpbeton mag man gerne einen höheren Anteil von Rundkies, bei Spritzbeton hingegen gerne mehr gebrochenen Grobsand. Für Sichtbetonoberflächen kommt etwas mehr Feinsand hinein und wenns nichts kosten soll viel Bruchkies und Geröll.
Dazu eine Mischung aus verschiedenen Zementen und Verflüssiger, Plastifizierer und/oder Frostschutz. Und schon hat man brauchbaren Beton.

Gruss Bärti
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von schnorr »

übrigens lassen sich auch professionelle sandburgenbauer für sandburgenwettbewerbe extra kantigen sand rankarren, der besser geeignet ist.
http://www.sand-abc.de/sand-abc/beg01/sandburg.htm
Viele Grüße
Jörg

meine Reisen unter http://jschnorr.com/
Mia
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Mia »

In einer Reportage über den Bau der Hochhäuser in Dubai haben sie über die Aufgabe eines Bauingeneurs berichtet, der jeden Tag die Zementmischungen mit Argusaugen überwacht hat und sagen wir mal, mehr als fürstlich dafür bezahlt wurde.

Ich glaube, ich gehe in Afrika in kein Gebäude mehr, das mehr als 1 Stockwerk hat, ohne ein sandigmulmiges Gefühl.
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Kuno
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Kuno »

Mia hat geschrieben:Zementmischungen
Mia; es ist nicht die Zement- sondern die Betonmischung, die da ueberwacht wird. Der Zement ist nur eine Komponente des Betons. Allerdings hat auch der Zement, je nach Hersteller eine ganz eigene Charakersitik und es empfiehlt sich durchaus nicht, Zement von verschiedenen Herstellern in einen „Batch“ Beton hineinzumischen. Genau so problematisch wie die Beschaffenheit des Sandes ist die Charakeristik des Kieses, der in den Beton kommt – der richtige Kies muss je nach Land oft von weit hergekarrt werden…
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Bäärti »

Mia hat geschrieben:In einer Reportage über den Bau der Hochhäuser in Dubai haben sie über die Aufgabe eines Bauingenieurs berichtet, der jeden Tag die Zementmischungen mit Argusaugen überwacht ...
... du meinst die "Betonmischung"! :idea:
Den Beton kontrollieren tun wir hier auch, das ist ganz normal. Die Plastizität hängt ja auch von der Aussentemperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Und vom Transprt, deshalb muss man da gelegentlich nachjustieren.

Gruss Bäärti
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Mia
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Mia »

......Naja, er hat jeden Kübel Beton der angemischt wurde, persönlich mit seinem von ihm eingearbeiteten Team überwacht, überwacht und nochmal überwacht und auch das sie genau da verarbeitet wurden, wo er es angeordnet hatte. Er hat auch noch über verschiedene Arten von Betongemisch und Zusätzen die bestimmte Eigenschaften des Beton beeinflussen gesprochen. Auch über die Tragfähigheit in Verbindung mit der entsprechenden Armierung, Verhalten bei verschiedenen Wetterverhältnissen usw., außerdem über Verarbeitungszeiten und das der Zement nicht mehr verarbeitet wird, wenn bestimmten Bedingungen überschritten sind und dann neu angegrührt werden muss.
Das klang auf jeden Fall sehr spezialisiert.
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Kuno
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Kuno »

Mia, das Ueberwachen beim Beton ist dringend noetig - vor allem, wenn es um mehr geht als um eine Gartenmauer. Wenn der Beton auf dem Weg zur Baustelle zu lange liegt, dann kann man ihn grad wegschuetten - was natuerlich nicht im Interesse des Lieferanten ist. Dasselbe gilt, wenn zB. der Fahrer unterwegs Wasser zufuegt. Es gibt viele Methoden, den Beton unbrauchbar zu machen - und sie werden angewendet. Bei jedem Batch werden Testwuerfel gemacht und die werden dann spaeter zertruemmert um die Festigkeit nachzuvollziehen. Und jeder Lastwagenlieferung auf die Basutelle werden ebenfalls Muster gezogen - sei es, um nir gerade for Ort einen "slump test" zu machen.

Das Wuestenschiff wird langsam zum Betonschiff (welche man ja tatsaechlich gebaut hat).
Bäärti
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Re: Sandabbau an den Stränden Westafrikas

Beitrag von Bäärti »

Kuno hat geschrieben:Das Wuestenschiff wird langsam zum Betonschiff (welche man ja tatsaechlich gebaut hat).

... auch bei uns in der Schweiz. :idea:

Gruss Bäärti
.
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