Südsudan aktuell

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dietmar.peter
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Südsudan aktuell

Beitrag von dietmar.peter »

Hallo,
sind gerade im tiefsten Südsudan mit BJ75 unterwegs. Auch die fünfte Reise zeigt sich sehr friedlich und ziemlich sicher. Von Nairobi gestartet nach LOKKI und dann zur Grenzstation NADAPAL und weiter nach NARUS. Die Strecke nach BOMA hoch stand nach 100km unter Wasser. Vor zwei Jahren haben wir dort eine Nacht mit viel Angst gesteckt. Also weiter zunächst nach KAPOETA-TORIT-JUBA-ROKON-TENDILO-MUNDARI_BUMA-TALI und dann 200km zurück nach TEREKEKA am Nil.
Danach über Yirol-RUMBEK-TONJI-WAU-AWEIL-GGRIAL und zurück nach WAU.
No go aerea weterhin nach dem schrecklichen Überfall der NUER auf die MURLE bei PIBOR mit ca. 3000 gemeldeten Toten Jonglei-State und dann weiter die Durchfahrt nach Khartum, also Abyei und BENTUI, MALAKAL sowieso.
Der Verkehr ist sehr eingeschränkt, die Brücke vor Abyei bombadiert und Gefechte um BENTUI, In UNITY-STATE wurden 97 Tote gemeldet, auf der "gefährliche" Strecke RUMBECK-TONJI (übermorgen wieder) waren 27 Tote im Busch. Zwischen KAPOETA und TORIT, wo es ständig Überfälle gibt, war am Vortag ein PKW miiags mit Waffen überfallen worden: wahrscheinlich TOPOSA. Die Police wußte noch nichts genaueres.
In RUMBEK sind zwei Tage später ein Kenianer und ein Ugader in town erschossen worden, aber das haben wir ja in de, auch.

Wir sind jedenfalls noch am Leben und erfreuen uns bei ca. 40 Grad an täglich bis zu 10 Flaschen Tusker.

Die politische Situation ist angespannt und abwartend. Die Unzufriedenheit steigt hier nach der Unabhängigkeit. Die Stimmen mehren sich, daß die Lebenssituation vor der Unabhängigkeit besser gewesen sei.
Es kommen kaum noch Waren aus Khartoum herunter, die hohen vollbepackten Khartoum-LKWs und auch die Tanklaster sind kaum noch zu sehe,. Die Preise steigen ins Unermeßliche. Während ich in JUBA vor der Unabhängigkeit den Liter Diesel noch für 3,0 Pounds erhalten habe, kostet er jetzt 7,5-8,0 Pounds...außerhalb bis zu 10.0 Pounds (350 Pounds=100$).
Viele beklagen die Gestzlosigkeit im Lande, vorallem die, die aus dem Ausland zurück oder zu Besuch ihrer Frau und den Rindern gekommen sind: "Jeder kann hier jeden umbringen, ohne verfolgt zu werden, Wenn wir GOSS in JUBA anrufen, bekommen wir keine Antwort..."
Gruß
dietmar
Dietmar Peter
dietmar.peter
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Re: Südsudan aktuell

Beitrag von dietmar.peter »

Hallo,
die Strecke Torit-Kapoeta ist unbedingt wegen der Überfallgefahr nur mit Polizei-oder Militär-Eskorte zu fahren. Auf den erst 40km besteht Lebebensgefahr! (Lokuto-und Boya-tribe), danach kann man nach einem Überfall mit dem Leben davon kommen, wenn mann sich "richtig verhält". Nach ca, 65km an den schönen Bergen liegt Camp15, äußerst gefährliche Gegend. Dort zweigt die Piste nach Chukudum ab. Vor 10 Tagen ist kurz danach ein kenianischer LKW überfallen, drei Kenianer ausgeraubt und dann erschossen worden, Mehrmals bestätigt! Nur der kenianische Grenzposten in Nadapal wußte heute noch nichts... Als wir Mitte Januar hoch fuhren sagte uns die bekannte Polizistin, gestern sei ein Fahrzeug überfallen worden, aber heute sei es sicher..
Mandela von D.O.T. (Diocese of Torit), ein alter Bekannter und Fahrer berichtete heute morgen, daß er vor fünf Tagen ca. 35km hinter Torit in Ri Camp15 von zwei Bewaffneten auf der Piste gestoppt und vollkommen ausgeraubt worden sei.
Auch GEZ/GIZ Fahrzeuge sollen, dort stänig überfallen werden.
Wir sind nun die Strecke 1ox alleine gefahen.
Am Sonntag jedoch bin ich 15km zurückgefahren nach Camp15-hatte ein ungutes Gefühl und habe dort übernachtet. Wollte mich am nächsten Tag an einen LKW hängen, die spärlich sind, Nach einigen Tusker-Bieren erschien ein kenianischer LKW mit Container, an den ich mich anhängte. Nach 20km erschienen aus dem Staub des schnell fahrenden LKW drei schwerbewaffnete Typen, zwei links und einer rechts, AK47 geschultert, die versuchten, uns anzuhalte. Zunächst dachte ich an Militär, doch intuitiv spürte ich Gefahr, und zog unwillkürlich nach rechts, so daß der eine einen leichten Sprung rückwärts machen muße, ansonsten hätte ich im wohl mit meinem großen Federpaket an der Stoßstange die Beine abgerissen, was ich aber nicht beabsichtigt hatte.
Ich erwartete die Schüsse von hinten, die jedoch ausblieben und díe riesige Staubwolke machte das Geschehen unsichtbar....Am Nachnittag erzählte mir der Fahrer des ´LKWs, das kurz davor der vor uns fahrende LKW vollkommen ausgeraubt worden sei.....
Bis auf Abyei-Bentui und Malakal und Jonglei-State ist die Gegend ziemlich sicher, jedoch von der Durchfahrt nach Kartoum ist weiterhin abzuraten.
Von den anderen mir bekannt gewordenen Grausamkeiten möchte ich hier nicht berichtrn.
Gruß
dietmar
Zuletzt geändert von dietmar.peter am Fr 2. Mär 2012, 14:47, insgesamt 4-mal geändert.
Dietmar Peter
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Re: Südsudan aktuell

Beitrag von Kuno »

Was ist denn "Camp 15"?
Horst
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Re: Südsudan aktuell

Beitrag von Horst »

Birgitt
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Re: Südsudan aktuell

Beitrag von Birgitt »

dietmar.peter hat geschrieben:Nach ca, 65km an den schönen Bergen liegt Camp15, äußerst gefährliche Gegend. Dort zweigt die Piste nach Chukudum ab. Vor 10 Tagen ist kurz danach ein kenianischer LKW überfallen, drei Kenianer ausgeraubt und dann erschossen worden, Mehrmals bestätigt! Nur der kenianische Grenzposten in Nadapal wußte heute noch nichts...
Hallo Dietmar,

in Kapoeta wurde uns von dem Überfall auf die Kenianer auf der Piste nach Chukudum berichtet, der Überfall soll sich demnach bei Faraksika ereignet haben. Hier noch etwas dazu aus der Presse:

South Sudan probes killing of Kenyan workers in Eastern Equatoria
21.02.2012 - Sudan Tribune

Gruß
Birgitt
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