Die Krise im Tschad spitzt sich seit 2016 zu. Die Regierung versucht mit Härte, einer grassierenden Streik- und Protestwelle entgegenzuwirken ...
Sie würden gerne sprechen, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Das betonen im Tschad, wo rund 14 Millionen Menschen leben, seit Wochen Oppositionelle, Vertreter von Jugendorganisationen, Regierungskritiker und Kirchen. Doch in dem Land, das sich seit Ende Januar im Generalstreik befindet, spitzt sich die Lage zu. Für Innenminister Ahmat Bachir reicht es, jemandem Gewalt und Gefährdung der öffentlichen Ordnung vorwerfen zu können. Damit hat er zehn Oppositionsparteien verbieten lassen. Nicht klar ist, wie viele Menschen aktuell in Untersuchungshaft sitzen. Es sind zahlreiche Studenten, die sich nicht nur in der Hauptstadt N’Djamena an Protesten beteiligt haben. Manche, so wird auch berichtet, waren schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort. Die jungen Menschen wollen weder steigende Schulgebühren noch zunehmende Perspektivlosigkeit im Tschad hinnehmen. Aufgerufen zum Generalstreik hatten Ende Januar die Gewerkschaften, da Löhne zum Teil um 50 Prozent gekürzt wurden.
Interview mit Saleh Kebzabo, 70, Oppositionspolitiker im Tschad und Präsident der Union für Demokratie und Aufbruch. Er sieht sein Land in einer schweren Krise. Für die internationale Gemeinschaft spielt der Tschad die Rolle eines Gendarmen ...