Das Auswärtige Amt hat geschrieben:
Côte d'Ivoire:
Stand 20.09.2016 (Unverändert gültig seit: 20.09.2016)
Letzte Änderung:
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Medizinische Hinweise
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Am 13. März 2016 kam es in der Hafenstadt Grand Bassam zu einem Terrorangriff auf ein Hotel. Reisenden wird geraten, den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte Folge zu leisten und die Medienberichterstattung zu verfolgen.
In Abidjan und im Landesinneren gibt es weiterhin Straßenkontrollen. Es wird geraten, besondere Vorsicht während der Nacht walten zu lassen.
Bei geplanten Reisen in den Westen und Norden des Landes wird vorherige Anfrage bei der deutschen Botschaft in Abidjan empfohlen. Im Grenzgebiet zu Mali ist es im März 2015 zu Terrorakten mit islamistischem Hintergrund gekommen.
Reisen über Land-/-Kriminalität-/-Straßenverkehr
Reisen über Land sollten nur nach sorgfältiger Planung unter Beachtung der aktuellen Sicherheitslage unternommen werden. Bewaffnete Straßenüberfälle in den nördlichen und westlichen Landesteilen werden weiterhin gemeldet.
Auf Nachtfahrten sollte wegen der häufigen Verkehrsunfälle und der Gefahr von Überfällen verzichtet werden.
Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:
Reisepass: Ja
Vorläufiger Reisepass: Ja; es kann bei den regelmäßigen Polizeikontrollen im Lande jedoch zu Problemen kommen, da der vorläufige Reisepass nicht so bekannt ist wie der Reisepass.
Personalausweis: Nein
Vorläufiger Personalausweis: Nein
Kinderreisepass: Ja, mit Foto.
Anmerkungen:
Reisedokumente müssen noch mindestens sechs Monate über das Ende der beantragten Aufenthaltsdauer hinaus gültig sein.
Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.
Visum
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Côte d' Ivoire ein Visum, das von der Botschaft der Republik Côte d'Ivoire ausgestellt wird und für das eine Gebühr zwischen 50,- und 110,- € erhoben wird, je nach Aufenthaltsdauer.
Es besteht außerdem die Möglichkeit, ein Visum bei Ankunft am Internationalen Flughafen Abidjan zu erhalten. Das Visum muss mindestens drei Tage vor geplanter Abreise online beantragt und bezahlt werden. Ohne vorherige Online-Beantragung ist der Erhalt des Visums bei Ankunft am Flughafen nicht möglich. Informationen zum Verfahren bietet die Deutsche Botschaft Abidjan auf ihrer Homepage (
http://www.abidjan.diplo.de/)
Das Visum kann vor Ort bis zu einer Aufenthaltsdauer von max. drei Monaten verlängert werden. Die Gebühren hierfür betragen derzeit 65.500,- FCFA (ca. 100,- €). Ausländer, die sich länger als drei Monate im Land aufhalten wollen, müssen eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Informationen zum Verfahren finden Sie ebenfalls auf der Homepage der deutschen Botschaft Abidjan. Die Gebühr für die Ausstellung der Aufenthaltserlaubnis beträgt 6.000,- FCFA (ca. 9,20 €).
Hinweise für die Einreise von Minderjährigen
Alleinreisende Minderjährige müssen von mindestens einem Elternteil zum Flughafen begleitet bzw. dort abgeholt werden. Besondere Formalitäten sind nicht zu beachten. Eine Einwilligungserklärung des nicht anwesenden Elternteils (mit beglaubigter Unterschrift) sollte vorsichtshalber verfügbar sein.
Impfungen
Vorgeschrieben ist eine mindestens zehn Tage vor Einreise durchgeführte Gelbfieberschutzimpfung. Der Nachweis wird bei der Einreise verlangt.
Ausreise
Bei der Ausreise wird eine Flughafensteuer von 3.000,-- (ca. 4,50 €) erhoben, die bereits im Ticketpreis enthalten ist. Eine Mehrwertsteuerrückerstattung für während des Aufenthalts gekaufte Waren ist nicht möglich.
Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.
Medizinische Hinweise
Impfschutz
Côte d’Ivoire ist gemäß WHO Gelbfieber-Infektionsgebiet. Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber ist für alle Reisenden ab dem 1. Lebensjahr vorgeschrieben. Siehe auch
http://www.who.int. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Gelbfieberfälle pro Jahr gemeldet, auch aus der Umgebung von Abidjan.
Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe
http://www.rki.de).
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), ggf. gegen Polio, Masern-Mumps-Röteln (MMR), Pneumokokken und Influenza.
Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition zusätzlich Hepatitis B, Tollwut und Typhus empfohlen.
Während der Trockenzeit (Dezember–April) kommt es in den Ländern des „Afri¬kanischen Meningitisgürtels“ regelmäßig zu Meningitis-Epidemien. Als Erreger werden überwiegend Pneumokokken und Meningokokken identifiziert. Eine tetravalente Menin¬gokokken-Impfung kann bei besonderer Exposition oder Langzeitaufenthalt sinnvoll sein.
Eine Pneumokokken-Impfung wird als Reiseimpfung nicht empfohlen, da die zirkulierenden Serotypen in Westafrika nicht bekannt sind und die verfügbaren Impfstoffe nur wenige Serotypen abdecken.
Malaria
Sowohl bezüglich Erkrankungsrate wie auch Sterblichkeit gehört Malaria zu den schwerwiegendsten Erkrankungen in der Elfenbeinküste. Es besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko im gesamten Land, nur im Norden mit geringen saisonalen Schwankungen. Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft Malaria - insbesondere die gefährliche Malaria tropica - bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.
Neben der notwendigen Expositionsprophylaxe ist eine Chemoprophylaxe zu empfehlen, hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin)auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.
Dengue-Fieber
Dengue-Fieber kommt vereinzelt vor, wenn auch die Dunkelziffer höher sein mag durch nicht vorhandene spezifische Labordiagnostik. Es wird durch den Stich hauptsächlich tagaktiver, infizierter Mücken übertragen. Es lässt sich auf Grund der Symptome zu Beginn nicht sicher von Malaria unterscheiden. In Einzelfällen können ernsthafte Gesundheitsschäden, selten mit Todesfolge, auftreten. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht möglich. Konsequente Barrieremaßnahmen (Schutz vor Mückenstichen, s.u.) sind die einzig möglichen Schutzmaßnahmen.
Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
• Körperbedeckende, helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, Hemden),
• ganztägig (Dengue, s.o.), in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
• unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.
Ebola
Die Ebolaepidemie 2013-2016 in den vor allem betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone ist eingedämmt..In der Elfenbeinküste sind keine Fälle aufgetreten. Die aufgrund der Ebolaepidemie erfolgte vorübergehende Schließung der Landgrenzen zu Liberia und Guinea wurde am 8. September 2016 aufgehoben. Grundsätzlich ist ein erneutes Auftreten von Ebolainfektionen in Westafrika nicht auszuschließen. Es wird deshalb dazu geraten, die Nachrichtenlage zu verfolgen, insbesondere auch die Hinweise auf der Homepage der deutschen Botschaft in Abidjan zu beachten und allgemeine Hygienemaßnahmen einzuhalten. Ein Merkblatt zu Ebola finden Sie unter
http://www.diplo.de/reisemedizin
Durchfallerkrankungen und Cholera
Gastrointestinale Infektionen sind neben der Malaria die häufigsten Erkrankungen, v. a. durch Salmonellen verursacht. Cholerafälle treten sporadisch aber nicht als Epidemie auf und betreffen meist auf ein Umfeld mit einfachen Lebensbedingungen.
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und besonders Cholera vermeiden. Einige Grundregeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, insbesondere immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion wo angebracht durchführen, Einmalhandtücher verwenden.
HIV/AIDS
2015 waren 3,2 % der erwachsenen Bevölkerung (15-49 Jahre) mit HIV infiziert. Durch hetero- und homosexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.
Weitere Infektionskrankheiten
Schistosomiasis (Bilharziose)
Die Gefahr der Übertragung dieser Wurminfektion besteht beim Baden in Süßwassergewässern im gesamten Land. Baden im offenen Süßwasser sollte daher grundsätzlich unterlassen werden.
Tollwut
Die Tollwut wird durch Biss und Speichel infizierter Tiere (meist Hunde, aber auch Affen oder andere Wildtiere) übertragen. Fledermaus-Tollwut ist bisher in der Elfenbeinküste nicht bekannt. Einziger möglicher Schutz ist die vorherige Schutzimpfung bzw. Tierkontakt zu meiden. Eine passive Impfung nach Biss oder Kontakt ist -wenn überhaupt- sehr begrenzt erhältlich.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im Landesinneren ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. In Abidjan ist die medizinische Versorgung im Vergleich mit anderen Ländern Westafrikas recht gut. So gibt es einige gute Privatkliniken mit einem großen Spektrum an Fachärzten, in denen auch Notfalloperationen durchgeführt werden können. Planbare Operationen sollten grundsätzlich in Deutschland durchgeführt werden. Die Rechnungen müssen häufig vorab (auch in Notfällen) bezahlt werden.
Das Mitbringen von Medikamenten ist außer einer auch in Deutschland üblichen Hausapotheke nicht notwendig, es sei denn, einzelne Personen sind auf spezielle Medikamente angewiesen. Die Apotheken in Côte d’Ivoire haben ein gutes Sortiment aller wichtigen Standardmedikamente, häufig französischer Herkunft. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt sind allerdings nicht auszuschließen.
Der Abschluss einer gültigen Auslandskrankenversicherung und einer Reiserückholversicherung sind dringend empfohlen.
Lassen Sie sich vor einer Reise nach Côte d'Ivoire durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten (siehe z.B.:
http://www.dtg.org/ oder
http://www.frm-web.de).