Dann der Hammer: die Erlaubnis, in Namibia mit diesem TIP zu reisen, dürfe "normalerweise" 90 Tage nicht überschreiten - was der Höchstdauer eines Touristenvisums entspricht. Hier das Dokument der NamRA im Original:
Sofort entspann sich eine lebhafte Debatte in mehreren Foren, dem Namibia-Forum ebenso wie in verschiedenen Facebook- und WhatsApp-Gruppen. Kernfrage: was ist mit all denen, die mit einem Carnet de Passage (CPD) unterwegs sind. Und was machen eigentlich die vermutlich hunderten von Reisenden, die ihre Fahrzeuge in der Nähe des Flughafens von Windhuk teils schon seit langem abgestellt haben?
Zwar erklärte offenbar der ADAC, so ein Beitrag im Namibia-Forum, das Carnet sei immer vorrangig gegenüber einem TIP, aber das verkennt in deutscher Gründlichkeit, dass afrikanische Staaten das nicht immer so sehen: Tanzania zum Beispiel verlangt trotz Carnet ein TIP und begrenzt die Aufenthaltsdauer - offiziell - auf drei Monate. Andere Länder der Region handhaben es ähnlich. Immerhin hat ein Mitarbeiter von NamRA heute gegenüber einem Mitglied des Namibia-Forums schriftlich erklärt, das Carnet sei von den neuen TIP-Regelungen ausgenommen und werde wie bisher gehandhabt. Auch einer der Betreiber mehrerer Hallen in Windhuk versicherte mir heute, das Carnet sei nicht betroffen.
Für Aufatmen ist aber nur begrenzt Anlass. Zu viele Fragen bleiben nach wie vor offen:
- Wer überland in die SACU einreist (zum Beispiel von Angola, Sambia oder Mozambique), benötigt kein Carnet, an manchen Grenzen weigern sich Grenzbeamte, es zu stempeln (in der SACU wird ein Carnet nur von denen verlangt, die ihr Fahrzeug verschiffen). Können diese Reisenden ihr Fahrzeug dann tatsächlich nur noch 90 Tage in Namibia stehen lassen?
- Was passiert, wenn Reisende zumindest kurz nach Hause fliegen und dann wieder zurückkommen wollen? Offiziell heißt es auf der NamRA-Webseite, nur diejenigen Fahrzeuge dürften mit einem TIP im Land sein, deren Besitzer sich ebenfalls im Land aufhalte!
- Was passiert, wenn zum Beispiel ein Reisender mit einem deutschen Truck von Mozambique aus nach Südafrika einreist und dann ein gültiges TIP hat? Gilt das auch für Namibia und dann insgesamt nur 90 Tage?
- Ein Reisender beschrieb, er besitze als Engländer ein Fahrzeug mit Botswana-Kennzeichen. Im Dokument oben ist nicht klar, ob es sich um die "Nationalität" des Fahrzeuges oder / und des Besitzers handelt.
- Was passiert, wenn die Einreise nicht über Katima Mulilo im Caprivi-Streifen, sondern zum Beispiel aus Zimbabwe nach Südafrika mit Carnet erfolgt, das aber dann an der südafrikanisch-namibischen Grenze nicht gestempelt wird? Was ist dann mit der von NamRA verkündeten Ausnahme für Carnet-Fahrer?
Viele Grüße
Achim




