„Von der „Lagerfeuer-Camp-Atmosphäre“ zum „Wellness-Resort Feeling“
Wir besuchen diesen Park seit einigen Jahren (2003) fast regelmässig. Er gehörte bisher sozusagen zu unserer Pflichtübung, wenn wir in Namibia unterwegs waren. Die jährlich drastisch steigenden Preise waren ärgerlich, aber wir konnten uns damit immer noch einigermassen abfinden, zumal sie dem Trend aller Parks in Süd- und Ostafrika entsprachen.
Das Wildlife, die Natur und die Atmosphäre im Park waren noch irgendwie im vertretbaren Einklang mit den Kosten.
Nach einer Pause in 2006 waren wir vor 6 Wochen (Okt.07) wieder dort und wurden dort schnell mit dem neuen Parkmanagement und -konzept konfrontiert.
Ohne vorherige Reservierung wollte man uns keine Campsite geben.
Erst nach einigem Hin- und Her war es in Namutoni und Halali möglich.
In Okaukuejo wurde uns nur ein Bungalow angeboten.
Die Vermutung liegt nahe, dass dort die Anzahl der Campsites klein gehalten wird (Platz ist jede Menge vorhanden) , um die teuren Bungalows zu vermieten.
Die Frage, wann eine Campsite frei wird, konnte nicht beantwortet werden, da die Buchungen angeblich nur über Windhoek laufen.
Bei uns entstand der Eindruck, man möchte das Camping zugunsten der Bungalowvermietung zurückdrängen und die Campsites zudem hauptsächlich für die lokalen „Tour Operator“ bereithalten.
Der organisierte Tourismus beherrscht mittlerweile die Szene. Ich bin nicht von vornherein dessen Gegner – der sicherste Verbündete im Naturschutz ist leider der Tourismus –, aber ein Nationalpark sollte etwas anderes bleiben, als ein Freizeitpark.
Und der Etosha-NP läuft Gefahr, dorthin abzugleiten.
Als besonders störend empfanden wir die riesigen Reisebusse,
(mit laufendem Motor (->Klimaanlage) quer an der Wasserstelle stehend) und schwatzende Gruppen an den Wasserstellen. Selbstfahrer, die sich i.d.R. etwas diskreter verhalten, waren kaum anzutreffen – wahrscheinlich schon als Ergebnis des neuen Marketingkonzepts.
Mir ist klar, dass dieses keine sehr konstruktiver Kritik ist, aber ausser der Empfehlung, sich nicht zu schnell mit der Aussage „sorry, all campsites fully booked“ abzufinden, habe ich keine Idee oder keinen Tipp, wie man der neuen Situation etwas Positives abgewinnen kann.
Zwar kann man auch ausserhalb des Park auf den Lodges übernachten, aber eine wirklich gute Alternative ist das m.E. auch nicht. Zudem wurde der Eintrittspreis für Tagesbesucher überproportional erhöht.
Das einzige, was unverändert attraktiv ist, ist das „Wildlife“, daran konnte das neue Parkmanagement bisher noch nichts ändern.
Gruss
Lothar
Nachtrag: z.Zt. besteht noch die Regelung des "Campsite-Sharing", eine Campsite kann also mit max. 2 KFZ und 8 Pers. belegt werden. Wenn man vor Ort jemanden findet, kann das eine Lösung sein.
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