Eines vorweg: Ich bin Eisenbahnfan. Deswegen habe ich für die Weiterreise von Nairobi nach Mombasa nicht wie meine Bekannten den Bus oder das Flugzeug gewählt sondern den Zug, schließlich ist die Bahnfahrt nicht sehr teuer.
http://www.seat61.com/Kenya.htm
liefert die besten Eindrücke zu Fahrplan etc.
Vor der Reise:Nairobi ► Mombasa
Days of running:
Monday, Wednesday, Friday
Nairobi depart 19:00
Makindu arr/dep 23:15
Mtito Andei arr/dep 01:11
Voi arr/dep 04:00
Mombasa arrive 10:00
Mombasa ► Nairobi
Days of running: Tuesday, Thursday, Sunday
Mombasa depart 19:00
Voi arr/dep 23:20
Mtito Andei arr/dep 01:50
Makindu arr/dep 03:50
Nairobi arrive 10:00
Fares
1st class sleeper
4,405 Kenya Shillings (£38 / $60) per person sharing a 2-berth compartment, including dinner and breakfast in the restaurant car.
This is the ticket office price, if you pre-book through a reliable agency the fare is usually around $75.
Children (aged 3-11) 2,795 Kenya Shillings, children under 3 free.
2nd class sleeper
3,385 Kenya Shillings (£29 / $45) per person sharing a 4-berth compartment, including dinner, bed & breakfast. Without dinner, it's 2,335 Shillings.
This is the ticket office price, if you pre-book through a reliable agency the fare is usually around $65.
Children (aged 3-11) 2,285 Kenya Shillings, children under 3 free.
3rd class seat
680 Kenya Shillings (£4 / $6)
Children (aged 3-11) 340 Kenya Shillings, children under 3 free.
Ich bin am Sonntag zur Railway Station in Nairobi gegangen und plante die Reise für den kommenden Montag, evtl. auch für Mittwoch. Ich könne eine Fahrkarte kaufen, selbst wenn ich später reisen würde, würde die Fahrkarte umgeschrieben, ich müßte das nur vor Abfahrt mitteilen. Aber es sei voraussichtlich auch am Montag oder Mittwoch kurz vor Abfahrt ein freier Platz in der 1. Klasse vorhanden.
Ich ging am Mittwoch mittags zum Schalter, kaufte meine Fahrkarte und zahlte bar in Schilling (es werden auch US -.$ akzeptiert). Man sagte mir, ich müßte eine Stunde vor Abfahrt des Zuges um 19:00 Uhr da sein, um meinen Boardingpaß abzuholen.
Ich konnte meine Reisetasche beim Station Manager deponieren (80 Schilling), was da drin ist, wurde zwei mal abgeschlossen.
Sehr freundlich war Charles KOGI (0721 642423).
Ich hörte so einiges. Bekannte haben den Zug vor zwei Wochen genommen und berichteten, daß der Zug statt um 10:00 Uhr in Mombasa um 18:00 Uhr ankam und daß die unterschiedlichsten Gründe für das Halten des Zuges genannt wurden.
Bis zur Abfahrt des Zuges:
Ich war Punkt 18 Uhr da und erhielt meinen Boarding – Paß; das ist eine Angelegenheit von wenigen Sekunden, da diese Pässe vorbereitet wurden. Ich erhielt ein Einzelabteil 1. Klasse, obwohl 2 Betten drin sind. Ich traf Vorsorge für den Fall, daß der Zug Verspätung hat und kaufte Wasser und Kekse und bestieg mein Abteil.
Das Abteil ist gut ausgestattet, 2 Betten, eines oben, eines unten, Stromanschluß nur für Rasierapparate, eine Gelegenheit zum Händewaschen mit Trinkwasser, doch fehlt eines: Licht. Aktuell ist es nun 19:50 Uhr, dunkel, der Zug steht noch und selbst 50 Minuten nach Abfahrt ist das Licht noch immer nicht da – immerhin erkennt der Eisenbahnfreund wie ich mittlerweile wichtige Dinge wie Bremsproben etc. So sitze ich mit Taschenlampe und Laptop da und harre der Dinge, die da kommen.
Auch wenn die Abfahrt des Zuges schon für 19:00 Uhr angesetzt war, gingen die Lichter erst um ca. 20:08 Uhr an. Die Abfahrt des Zuges erfolgte für afrikanische Verhältnisse sogleich, d. h. um 20:15 Uhr.
Das Essen war aber bereits zu diesem Zeitpunkt fertig (womit hat man gekocht, wenn im Zug keine Elektrizität da war). Als Alleinreisender konnte ich mein Abteil von außen nicht verschließen und so ging ich erst nach Abfahrt des Zuges in den Speisewagen.
Es gab Suppe, Toasts, Reis, Huhn, Gemüse, Kartoffeln, aber das Essen war genau so bemessen, daß am Ende nichts übrig blieb, so sehr ich auch gefragt habe. Getränke können gekauft werden (1 Liter Wasser 150 KSH = ca. 1,20 €), es gab Obst zum Nachtisch. Das Essen war gut, die schaukelige Atmosphäre ebenso, ich bin gespannt, was mich erwartet, zumal ein Kenianer deutscher Abstammung berichtete, er kenne Reisende, die nach „diesem“ Essen wegen Salmonellen etc. Antibiotika nehmen mußten.
Nun, 3 Stunden nach geplanter Abfahrt, haben sich alle Reisenden in die Abteile zurück gezogen. In der Zeit, in der die Reisenden beim Essen waren, wurde das Bett in den Abteilen durch das Personal bezogen. Wir haben eine Kreuzung mit einem entgegenkommenden Güterzug in einem immerhin fünfgleisigen Bahnhof.
Kenianer berichten, daß der Oberbau dem Staat gehört, daß aber die Züge an eine private Gesellschaft verkauft wurden.
Die Toiletten des Zuges sind Flachtoiletten, d. h. solche, die sich durch ein Loch im Boden, aber nicht durch irgendwelche den Boden überragenden Aufbauten auszeichnen. Aber wer kreativ ist und männlich findet vielleicht einen Weg, sich teilweise über Plastikflaschen zu behelfen und die Entsorgung so vorzunehmen, daß das Ergebnis wohl dem entspricht, was bei einem Gang auf die Toilette entstanden wäre.
The night was …
cool, great, an experience.
Nach dem Abendessen gingen alle schnell zu Bett und der Zug schaukelte weiter so vor sich hin, das einerseits bedingt ist durch den schlechten Oberbau der Gleise, andererseits durch die Schweißstellen auf den Gleisen, die keine sind, weil die Gleise in der Technik von anno dazumal verbunden wurden. Es gibt die verschiedensten Arten von Schaukeln des Zuges: Kein Schaukeln, harmonisch – rhytmisches Schaukeln (bei dem man im 1. Klasse Abteil gut schlafen kann) bis hin zu seltenem, aber bestimmt – heftigem Schaukeln, das zwar nur sporadisch auftritt, aber dazu führt, daß sicher ein jeder Passagier die Ruhe des Schlafes in der Nacht verliert.
Die Ruhe der Nacht ist dadurch geprägt, daß man, um die verschiedentlichen Düfte Afrikas zu genießen und die fehlende Klimaanlage zu kompensieren, das Abteilfenster geöffnet läßt. Wer dann aber gelegentlich nach draußen schauen will, der öffnet selbstverständlich das Moskitogitter. Das führt mehr oder weniger häufig – auch bei vergleichsweise höheren Geschwindigkeiten – zu einem Eindringen der geliebten Biester in den Zug.
Man sollte sich daher darauf einrichten, sich erstens gut mit Insect Repellent einzuschmieren bzw. einzusprühen (was natürlich gut zur staubigen Atmosphäre des Zuges bedingt durch die staubige Luft bei offenem Fenster paßt) und zweitens sich gewisse Jagdtechniken (Erschlagen an der Wand oder in der Luft) bei wechselnden Lichtverhältnissen (mal einschalten, mal ausschalten, nach dem zu tiefst bedauernswerten Ableben einiger trauen sich später auch andere aus dem Verlies) anzueignen. Aber ich denke, jeder afrikaerfahrene Reisende weiß sich hier zu helfen, doch sei darauf hingewiesen, daß Autan tropical hier einen guten Dienst tat.
Wenn das getan ist, bleibt der ungetrübte Genuß Afrikas bei geschlossenem Fliegengitter. Das führt dazu, daß die verschiedensten Düfte und Stäube Afrikas gemischt mit einem je nach Fahrweise (Beschleunigung, Abbremsen, gleichbleibende Geschwindigkeit) unterschiedlichen Dieselgenuß der Lok gemischt werden.
Hakuna Matatta, will heißen: Mach Dir keine Sorgen. Das ist dem Reisenden zu sagen, der alleine reist und seine Reisetasche auf dem oberen Bett gelagert hat und der darüber nachdenkt, ob all die Gerüche es erforderlich machen, die vor Abreise frisch gewaschenen Kleidungsstücke nach der Ankunft erneut zu waschen. Aber wer Afrika mag, der genießt einfach die Fahrt so, wer besorgt ist, dem sei es geraten, die Kleidung um die er staubbesorgt ist, vorsorglich in einen Plastikmüllsack zu packen. Sorgen macht man sich immer, aber Afrika ist der Kontinent, wo man aufhört, sich über Fragen wie Feinstaubbelastung Gedanken zu machen, denn klar ist, daß ich auf dieser Fahrt sicherlich viel mehr Feinstaub eingeatmet habe als in Europa in langer Zeit.
Nach diversen kleinen Stops in der Nacht (der Zug hält auch an kleinen Unterwegsbahnhöfen, die nicht im Fahrplan enthalten sind und pfeift beim Anfahren laut), diversen Moskito – Jagderlebnissen und hierzu in angemessener Art und Weise gemischten Aufwacherlebnissen bedingt durch untypischen Oberbau der Gleise ruht der afrikaerfahrene Reisende harmonisch in der Nacht.
Die Reisenden haben pünktlich um 7 Uhr das Frühstück einzunehmen, es geht also nicht danach, wann die Reisenden Lust dazu haben sondern danach, wann das Frühstück bereitet ist. Deswegen geht pünktlich um 7 Uhr ein Bediensteter durch die 1. Klasse – Durchgänge und weckt die Reisenden eindringlich mit einer Klingel. Ist das überkommene Tradition auch aus Zeiten von anno dazumal ?
Jedenfalls habe ich mir die Zeit genommen, weiter an diesen Zeilen zu arbeiten und werde mich nun in den Speisewagen begeben.
Ich war ziemlich als letzter im Speisewagen. Das Frühstück:
Einen Fruchtsaft ca. 0,2 L
kleine Schale frisches Obst (Banane, Melone u. ä.),
2 Scheiben Toast (es gibt mehr, wenn man fragt)
Margarine
Butter
Bohnen
1 Wurst
Eier (scrambled – wie heißt das noch gleich auf Deutsch ?)
War ganz ok. Beim Umkleiden sehe ich mir das Ticket an. Ich habe einen „Full board Voucher“ der
PRIDEINN Hotels & Investments
Westlands Business Park
Chiromo Lane
aus Nairobi
http://www.pridein.co.ke
sales@pridein.co.ke
Anscheinend ist dies die Gesellschaft, die die Bahn in privater Regie betreibt.
Die Positionen lauten::
Breakfast KSH 205
Dinner KSH 2.050
Bedding KSH 480
= KSH 2.235 – ich errechne aber KSH 2.735
Wo die Differenz zu den bezahlten KSH 4.405 für Bahnfahrt 1. Klasse und Extras ist, bleibt unklar. Der „Reservation and Booking office record“ ist ausgestellt von der Rift Valley Railways
Der Zug stoppt gelegentlich, es ist hell und es wird wärmer. An den Halten betteln Kinder um Süßigkeiten („sweets“). Manche Reisende werfen ihnen Plastikbeutel zu mit Block und Stiften.
Der Rest der Reise verläuft problemlos. Wir müssen ca. 15 km vor dem Ziel warten, da das Gleis durch einen Güterzug in Gegenrichtung besetzt ist. Wir sehen, wie Müllverwertung in Kenia funktioniert und kommen kurz nach 10 Uhr in Mombasa an.
Ich habe mir ein Zimmer reserviert im
Backpackers Nirvana
Moyne Dr, Mombasa, Kenia
+254 738 130386
Man ist mit dem Tuctuc gleich da (nach dem Nyali Beach Hotel fragen, KSH 400, evtl. noch verhandelbar), es ist sauber, man muß die ID (man nehme den Personalausweis) abgeben und bekommt ihn beim Check Out zurück. Im Nirvana ist man den Staub der Bahn gleich los.
Mitzubringendes für den Zug:
Taschenlampe
Müllsack für Kleidung (zum Schutz vor Staub)
Erfrischungstücher
Plastikbeutel für Kinder zum Aus – dem – Zug werfen (Kugelschreiber, Schreibblöcke) - wer meint das mitbringen zu müssen.




