Im Ausland drohen drastische Bußgelder

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Turi
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Re: Im Ausland drohen drastische Bußgelder

Beitrag von Turi »

Hoi Picco

Betreffend Schilderwald hätte ich da noch eine Bemerkung.
Dass ab Ortschild generell 50 km/h gilt macht Sinn, es braucht keine andere Regelung, dazu kommt, dass das Ortsschild sehr deutlich zu erkennen ist.
Da bei jeder Ortschaft ja ein Ortsschild, bzw. an dessen Ende ein Ortsendschild steht, ist das die einfachste Regelung und man könnte erheblich an Schildern sparen.
Bei uns, mal 50 mal 60, das ist eher verwirrend.

Gruss Turi
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie anderswo zu suchen!
Ralf Kiefer
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Registriert: Di 1. Aug 2006, 12:13
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Re: Im Ausland drohen drastische Bußgelder

Beitrag von Ralf Kiefer »

picco hat geschrieben: Was mir aber aufgefallen ist sind die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Schilderwald. Insbesondere unterscheidet sich dass in D bei Ortseinfahrten (Ortsschild) meist keine Geschwindigkeitsschilder stehen, trotzdem plötzlich die Innerortsgeschwindigkeit gilt.
Du mögest Dich in Bezug auf die deutschen Verkehrsregeln z.B. hier weiterbilden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ortstafel ... schland%29
Es handelt sich um Zeichen 310:
Die Tafeln informieren zum einen über den Ortsnamen, außerdem sind sie als Verkehrszeichen ein wesentlicher Bestandteil des Straßenverkehrsrechts, beispielsweise für den Beginn von Geschwindigkeitsbeschränkungen innerhalb einer geschlossenen Ortschaft.
Ein paar weitere, implizite Regelungen sind im Artikel erwähnt. Die Umkehrung gilt für die Rückseite von Zeichen 310.
picco hat geschrieben: Im Gegensatz dazu gilt in der Schweiz [...]
Das hattest Du immerhin bemerkt. Die Praxis, die ich schilderte, sieht dann so aus, daß z.B. auf dem kürzesten Weg zwischen Zürich und Basel, wo es sehr viele Ortschaften gibt, durchschnittlich geschätzt alle paar 100m eine neue Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt wird.
picco hat geschrieben: Da muss man definitiv weniger hirnen als wenns einfach bei einem Ortsschild ist...zumal man diese Schilder ohne gross zu hirnen wahrnehmen kann...
Du wirst Probleme in anderen Ländern haben, IMHO. Meine Diskussionen z.B. in Montenegro bzgl. einer innerörtlichen Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer Landstraße wurde vom Rennleitungsassistent derart argumentativ ausgeführt, daß er ein paar Häuser in mehrere 100m Entfernung zur Straße in einer ansonsten von Wald und Wiesen geprägten Landschaft als implizit innerorts betrachtete, ich als "rasender Moppedfahrer" selbstverständlich nicht. Schilder gibt's dort eher sparsam verteilt.
picco hat geschrieben:
Ralf Kiefer hat geschrieben:Was mir an mir auffiel, aber auch an anderen: die Aufmerksamkeit und der Fokus richtet sich weg von den eigentlichen Problemen im Straßenverkehr, d.h. in den Ortschaften Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer, außerorts mögliche Widrigkeiten von Fahrbahn und Straßenverlauf.
Sehe ich nicht so...es sind klare Regeln, die im Gegensatz zu einigen anderen Ländern auch klar angezeigt werden. Wer damit überfordert ist sollte nicht am Strassenverkehr teilnehmen!
Ich habe am schweizer Straßenverkehr teilgenommen, sogar erfolgreich. Ich habe bisher weder an mir, meinen Fahrzeugen noch an schweizer Eigentum nebst seinen Bewohnern Schaden (außer Kopfschütteln) hinterlassen. Ich fahre dort, sofern möglich, die angezeigte Höchstgeschwindigkeit, BTW aus Selbstschutz. Schweizer Verkehrsteilnehmer neigen zum extrem dichten Auffahren, wenn man die angezeigte Höchstgeschwindigkeit um wenige km/h unterschreitet. Das habe ich insbesondere seit der Verbreitung von GPS-gestützten Geräten wahrgenommen. Daher passe ich mich den lokalen Gebräuchen an: ich ändere meine Geschwindigkeit unmittelbar am jeweiligen Schild. Das erfordert deutlich mehr Aufmerksamkeit als z.B. im französischen Straßenverkehr, wo die Interaktion zwischen den Verkehrsteilnehmern deutlich höher bewertet wird.

In Kurzfassung: entweder droht mir ein PKW von hinten aufzufahren, oder ich gerate in die Gefahr vom schweizer Staat ausgenommen zu werden. Der Spielraum zwischendrin ist sehr gering. Daher erhält in meinem Multitasking im Kontext Schweiz die Geschwindigkeitsregelung mit Abstand die höchste Priorität. Im Kontext Frankreich erhält die Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern die höchste Prio, was das entspannteste Fahren bedeutet.
picco hat geschrieben:
Ralf Kiefer hat geschrieben:Der schweizer Staat übernimmt die Verantwortung für die gefahrene Geschwindigkeit, letztendlich betreutes statt eigenverantwortliches Fahren.
Selten so einen Quatsch gelesen...der Fahrer ist und bleibt verantwortlich!
Auch hier: Wer damit überfordert ist sollte nicht am Strassenverkehr teilnehmen!
Du solltest versuchen die Gewohnheiten von Dir und Deiner unmittelbaren Umgebung aus der Distanz zu betrachten. So was fällt zumindestens mir besonders leicht, wenn ich ein paar Tage oder Wochen in ganz anderen Systemen unterwegs war.

Zur meinem konkreten Einwand: mir sind schon mehrfach und deutlich zu häufig schweizer PKWs in kurvenreicher, schweizer Umgebung mit vermuteten 80km/h, aber situationsbedingt zu hoher Geschwindigkeit speziell in Kurven entgegengekommen, die dadurch, teils auch akustisch untermalt, einen Teil meiner Fahrbahnseite beanspruchten. Als Moppedfahrer bin ich bei so was sensibel. Noch konkreter: wenn ein von einem Schweizer gefahrener VW Passat eine Kurve mit 80km/h fährt, die ich mit meinem Mopped (mit bekannt gutem Fahrwerk aus österreichischer Entwicklung und systemimmanenten Vorteilen bei Kurvenfahrt) im Modus "Sicher" nicht viel schneller als mit 80km/h schaffe, dann läuft was schief: entweder hat der schweizer Staat versagt, weil er in dieser Kurve keine Begrenzung auf 50km/h festgelegt hat, oder er hat bei der Erziehung "seiner" Verkehrsteilnehmer zu eigenverantwortlichem Handeln versagt.

Da der Trend in der Schweiz eher zur 1. Variante neigt, also möglichst vielen Schildern, ist mir das schweizer Verkehrsgeschehen zu gefährlich, weil unkalkulierbar.

Schau Dir .fr an! Nach dem Ortsendeschild gilt 90km/h auf der Landstraße, BTW auch hier implizit und ohne Zusatzschild. Wenn dann Kurven kommen, die man mit max. 50km/h (PKW) schaffen kann, dann werden die i.A. nicht gesondert begrenzt. Der franz. Staat gesteht seinen Bürgern das (Mit-)Denken zu, auch das In-den-Graben-fahren. Es funktioniert trotzdem. Oder gerade deswegen. Und ich mit einem "ordentlichen" Mopped schaffe diese Kurve bei gleichem Sicherheizanspruch mit vermutlich 80km/h.
picco hat geschrieben:
Ralf Kiefer hat geschrieben:Das Fahren ist mir dort zu gefährlich.
Und wer hat pro Kopf mehr Verkehrstote?
Meine persönliche Statistik beruht nicht auf meinem Todesfall, sondern auf kritischen Situationen. Die sind für mich in der Schweiz am höchsten, noch oberhalb von einigen Mm im Iran.

Gruß, Ralf
Canadier
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Re: Im Ausland drohen drastische Bußgelder

Beitrag von Canadier »

Es geht auch anders:

Im letzten Jahr im Iran auf einer 60er Strecke mit 97 gelasert:
In Gedanken sah ich schon die Bargeldreserven schrumpfen .... "We love Germany" statt Rechnung.
Dann konnten wir weiterfahren. :h:
landcruiser.
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Re: Im Ausland drohen drastische Bußgelder

Beitrag von landcruiser. »

picco hat geschrieben: Insbesondere unterscheidet sich dass in D bei Ortseinfahrten (Ortsschild) meist keine Geschwindigkeitsschilder stehen, trotzdem plötzlich die Innerortsgeschwindigkeit gilt.
Nicht "trotzdem", sondern "weil"!

Hat doch, abgesehen von der Rechtslage, eine gewisse Logik, dass der Ort nach dem Ortsschild beginnt und dort (Inner)Ortsgeschwindigkeit 50 km/h gilt.

Neben dem Ortsschild noch einmal auf die Ortsgeschwindigkeit hinzuweisen wäre doch überflüssig und kompletter Unsinn.

Eine der wenigen logischen und sinnvollen Beschilderungsregelungen in D im Straßenvekehr.

Sonst trifft man ja immer mehr auf völlig überflüssige und zudem verwirrende Tempolimits.

100 - 80 - 70 - Ortsschild, obwohl man das Ortsschild schon auf 1 km gegen den Wind sehen kann.

Oder die Temporegelanlagen auf der BAB: 3-spurig, kaum Verkehr, keine Schäden, strahlender Sonnenschein - 80 km/h auf 20 km Strecke.

Kurz darauf 2-spurig, starker Verkehr, strömender Regen - Tempolimit aufgehoben.

Führt eher weniger dazu, dass die Autofahrer die Limits akzeptieren, weil sie eben zu oft kompletter Blödsinn sind.
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