Wuerde mich mal interessieren, ob hier im Forum schon einmal jemand die Erfahrung einer richtigen Kamelreise gemacht hat
Ich waere vor x Jahren fast mal auf so ein Ding gesessen und haette mich vom Tuempel von Ksar Ghilane zum 'Fort' rausfuehren lassen. Aber das war mir dann irgendwie doch zu peinlich und ich fuerchtete, dass der Kamelgestank an der frischen Hose haengen geblieben waere. Sowas meine ich nicht
Dann gibts da ja zB. die 'Touren' im Akakus, wo sich ein paar Touareg (aus dem Niger?) ein wohl recht karges Brot verdienen, indem sie die Touristen ein paar Tage, manchmal auch mehr als eine Woche herumfuehren. Alles etwas auf Oeko & Tuaregromantik getrimmt mit Fladenbrot und Zauberspruechen und schon hat man einen tollen Urlaub. Die Versorgung wird mit Autos gewaehrleistet. Auch da meine ich nicht
Nein, das ist es nicht sondern eher etwas wie beschrieben im Buch
"South from Barbary"
Wo zwei Englaender ohne allzuviel Vorwissen in Ghadames einen Fuehrer und Kamele nehmen und dann via Idri - Erg Ubari - Murzuk - Waw en-Namous - Tazerbo - Buzema nach Kufra reiten.
Das Buch ist uebrigens sehr interessant (auch dahingehend, dass es zeigt, wie wenig Ahnung die heutigen 'Wuestenbewohner' von der Wueste mehr haben!!!)
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Vielleicht gibt's ja jemanden, der sowas schon mal gemacht hat, plant oder was auch immer. Muss ja nicht gleich so eine lange Tour sein aber doch etwas mehr als dieses "Akakus-Instant-Camel-Trekking" (was ich mir vielleicht doch auch mal antun werde )
Gesucht ist also ein Bericht einer richtigen Maennerreise, einer Reise, wie sie zB. Rositta Forbes gemacht hat
Seit 160 Jahren durchquerte kein Europäer mehr die Sahara auf der einst wichtigsten Handelsroute von Süd nach Nord. Ein erster Versuch des Schweizers Andrea Vogel misslang.
Doch für Vogel ist der Weg das Ziel. Für ihn bedeutet Wüste mehr als reine körperliche Herausforderung. Sie ist auch ein Ort, um zu sich selbst zu finden.
Anfang Januar 2006 brach Vogel in Begleitung von zwei Tuaregs und zehn Kamelen zu seinem grossen Abenteuer auf: 3000 Kilometer durch die Wüste Sahara wollte er zurücklegen-
Und offensichtlich hat er es dann 2008 auch gepackt:
Anfangs Jahr 2008 durchquerte der Schweizer Grenzgänger Andrea Vogel als erster Mensch die grösste Wüste der Welt, die Sahara, in 71 Tagen zu Fuss. Dies war nicht nur eine sportliche Ausnahmeleistung, sondern auch eine persönliche Grenzerfahrung.
Aus seiner Website- Project Orion Tour.
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
"Anfangs Jahr 2008 durchquerte der Schweizer Grenzgänger Andrea Vogel als erster Mensch die grösste Wüste der Welt, die Sahara, in 71 Tagen zu Fuss. Dies war nicht nur eine sportliche Ausnahmeleistung, sondern auch eine persönliche Grenzerfahrung. Darüber berichtet er mit seiner preisgekrönten Show an untenstehenden Orten.
Startpunkt der Expedition bildete das sagenumwobene Timbuktu in Mali. Ziel war die Königssstadt Marrakesch in Marokko. Dazwischen liegt eine der faszinierendsten und unbekanntesten Landschaften unseres Planeten. Auf der historischen Karawanenroute bewältigte Andrea Vogel über 3000 km; unter anderem über den Hitzepol der Erde, durch das verbotene Erg Chech, eines der grössten Sandmeere unseres Planeten und als Schlusspunkt über den Berg Jebel Toubkal, mit 4167m der höchste Gipfel Nordafrikas."
Vorweg: Es ist wahrscheinlich heute kaum mehr moeglich, zu den veroeffentlichten Abenteuern eines der zahlreichen professionellen "Grenzgaengers" eine differenzierende Meinung zu aeussern, ohne den (irrigen!) Eindruck zu hinterlassen, man meinte vielleicht doch Kritisches zur Person selbst. Deshalb: Fuer mich ist A. Vogel ein Reisender, wie viele andere vor ihm, mit ihm und nach ihm; da ich ihn nicht persoenlich kenne: ein Neutrum.
Oft ist es das kommerzielle Umfeld, welches das Terrain beackert und den schlechten Geschmack hinterlaesst - aber der "Grenzgaenger" weiss und billigt es, denn er ist es, der seine unerhoerten Taten zu Markte traegt. Nichts dagegen, nur sollte man dann einfach von anstrengenden Reisen sprechen, nicht aber aufgeblasen von "ersten Ereignissen"! Das ist unredlich, bestenfalls laecherlich!
Das, was sich waehrend einer solchen Reise (VIELLEICHT) im Innern des Reisenden abspielt, bleibt, wenn es denn echt war, bei ihm, ist auch in einer "preisgekroenten Show" nicht an gemuetlich im Saal sitzende Zuschauer weiter zu geben; es hat, wenn es unbedingt mehr als ein interessanter, gut gemachter, Reisebericht sein soll, etwas eigenartig Voyeuristisches, nun zu glauben, an den eventuellen Erschuetterungen des Wanderers teilnehmen zu koennen.
Mir ist nicht bekannt, wieviele Leute je in 71 Tagen von Timbuktu nach Marrakesch wanderten - vielleicht brauchten sie 75, 120 oder 140 Tage. Schon vor Jahrhunderten zogen - hin und her - nicht nur Karawanen ueber diese Wege, sondern ganze Heere und Banden gerade marokkanischer Eroberer. Und sogar noch zu Beginn des 20. Jd. (waehrend der franzoesischen Kolonialzeit) quaelten sich lange Kolonen von Sklaven (mit Ketten!) von Sued nach Nord. Heute sind nicht selten auch die neuen Sklaven in dieser Richtung unterwegs, die hoffen, in Europa eher ueberleben zu koennen, als in ihrer afrikanischen Heimat. Sie, die der Grenze zwischen Leben und Tod (und darum sollte es im Wortsinn doch wohl gehen) unerwartet oft schnell nahe kommen, waeren in der Lage, berechtigt von "Grenzerfahrungen" zu sprechen: bei einem gut organisierten Gruppen-Reiseleiter ist das Schmonzes!
Wo liegt uebrigens auf dieser Reise der "Hitzepol der Erde"?
Timbuktu war schon mehrere Jahrhunderte vor Barth - da bereits vorher gewaltsam gruendlichem Machtverlust ausgesetzt - nur deshalb "sagenumwoben", weil "unglaeubigen" Europaeern verboten - wie so manche Moschee auch heute noch. Jetzt immer wieder diesen laengst inhaltslosen Begriff zu verwenden, ist billigster Katalogslang fuer Tante Frieda und Onkel Otto!
Kein Wunder, dass nun auch der Erg Chech dadurch seine Weihen erfaehrt, dass er "verboten" ist. Und zum Jebel Toubkal-Schlusspunkt der gefahrvollen Reise faellt mir eigentlich nur noch der matte Hinweis auf die zahlreichen Unternehmen ein, die diese Touren fuer ruestige Bergwanderer organisieren.
Ich glaube mit 'Erg Chech' ist hier nicht dieser kleine Sandhaufen in Marokko gemeint. Dachte ich zuerst auch.
Deine Bedenken hatte ich zuerst auch - gerade deswegen habe ich mir die Vorstellung Vogels "angetan". Ich war dem Vortrag gegenueber sehr kritisch eingestellt.
War aber dann sehr beeindruckt. Nicht unbedingt von den Fotos, er hatte ja keine grosse Ausruestung mitnehmen koennen, sondern davon, wie er es erzaehlte. Der Vortrag war nicht spektakulaer aufgezogen und die Highlights reihten sich nicht aneinander. Im Gegenteil, er erzaehlte viel von seinen Zweifeln, vom Aufgeben, davon, dass man sich imer wieder grundsaetzliche Fragen stellt, warum man so Zeugs unternimmt. Und einen guten Humor hat er auch gezeigt - notabene auf seine eigenen Kosten :D
Kuno hat geschrieben:Ich glaube mit 'Erg Chech' ist hier nicht dieser kleine Sandhaufen in Marokko gemeint. Dachte ich zuerst auch.
Dachte ich aber nicht, denn ich kenne in Marokko keinen Erg gleichen Namens (da gibts den Chebbi); der gewaltige Erg Chech zieht sich hingegen von Mauretanien bis weit nach Algerien!
Nochmal: meine Einwaende richten sich nicht gegen A.V., den ich doch gar nicht kenne, sondern gegen diese fuerchterlich verbiegenden PR-Tiraden, die ihn hier vorstellen. Davon sollte er sich deutlich distanzieren - das wuerde doch nur seiner Glaubwuerdigkeit dienen!
Mich hat diesbezüglich schon vor vielen Jahren das Buch
- Fata Morgana
- von Geoffrey Moorhouse (1974)
begeistert.
Er beschreibt darin seine Reise per Kamel und immer mit einheimischen Begleitern von Nouakchott bis ins Hoggar; geplant war bis zum Nil.
Sein Reiseverlauf führte ihn über Chinguetti und entlang des Dhar-Tichitt bis Timbuktu und dann weiter über Tessalit, In-Azaoua bis Tam. Ich empfand diese Geschichte absolut spannend geschrieben. Seine persönlichen Beweggründe und Erfahrungen mit Nomaden habe ich bestens in Erinnerung.
Ist aber schon lange her, daß ich das Buch gelesen habe.
Da gabs noch die Reise des "Weißen Nomaden" Philippe Frey, der seinerzeit die Sahara von O nach W durchquerte, ganz alleine, ohne Begleitung, sieht man mal von seinen Stinktieren ab.
Kuno: Vermutlich ist Deine Empfindlichkeit den Kamelgerüchen gegenüber Deinem eigenen Chemie-Haushalt geschuldet. Ich bin da ähnlich wie Du, mag Kamele auch überhaupt nicht gerne riechen. Das geht mir auch so mit Pferden und Hunden. Kühe dagegen, die riechen aus meiner Sicht sehr gut, da bin ich wohl mit den Wodaabe verwandt, denen ich mich tatsächlich auch irgendwie verbunden fühle.
Das Buch von Ph. F. wurde 2008 wieder neu aufgelegt. Über seine Einstellungen in manchen Situationen kann man auch unterschiedlicher Meinung sein (wie bei Gerüchen). Es liest sich allemal gut und ist spannend geschrieben.
Persönlich kenne ich den Mann nicht. Seinen Vater jedoch habe ich mal kennengelernt und diese Begegnung ist vielleicht noch kurz erzählenswert: Sie fand in Fachi statt; ich kam damals glaub ich aus Libyen (könnte aber auch Algerien gewesen sein, nicht wichtig) und Papa Frey direkt aus Straßburg (Vater und Sohn sind Elsäßer). Er war frühmorgens dort abgeflogen, dann via Paris nach Agadez, wurde dort am Flugplatz von einer Agentur abgeholt und schnurstracks nach Fachi gebracht! Dort sprach ich dann am Abend desselben Tages mit ihm. Sein Sohn sollte nach Plan von Osten her kommend Fachi erreichen.
Gerhard Göttler hat geschrieben:Hm, Ihr Kamelreiter und -nichtriechenmöger!
Da gabs noch die Reise des "Weißen Nomaden" Philippe Frey, der seinerzeit die Sahara von O nach W durchquerte, ganz alleine, ohne Begleitung, sieht man mal von seinen Stinktieren ab.
Persönlich kenne ich den Mann nicht. Seinen Vater jedoch habe ich mal kennengelernt und diese Begegnung ist vielleicht noch kurz erzählenswert: Sie fand in Fachi statt; ich kam damals glaub ich aus Libyen (könnte aber auch Algerien gewesen sein, nicht wichtig) und Papa Frey direkt aus Straßburg (Vater und Sohn sind Elsäßer). Er war frühmorgens dort abgeflogen, dann via Paris nach Agadez, wurde dort am Flugplatz von einer Agentur abgeholt und schnurstracks nach Fachi gebracht! Dort sprach ich dann am Abend desselben Tages mit ihm. Sein Sohn sollte nach Plan von Osten her kommend Fachi erreichen.
Die Zeiten haben sich leider geändert!
Der Gerhard
Genau dieses Thema behandelten wir hier schon einmal sehr ausfuehrlich. Ich irre mich sicherlich nicht, wenn ich vermute, dass Birgitt dies mit einigen schnellen Klicks wieder aus dem Schuhkarton holen kann!