Das Buschtaxi ist ja das beste Auto überhaupt ( fast immer... und im Vergleich zum Defender) ..."ho ho ho".. sorry das übliche Witzchen.
Wir sind "stolze" Besitzer eines Landcruisers HZJ78 / 4.2 Liter / 6 Zylinder. Der wurde im Jahr 2000 produziert und hat uns schon in die entlegensten Gegenden im südlichen Afrika gebracht und vor allem auch wieder zurück.
Kilometerstand 110'000 im Moment. Probleme hatten wir nie, ausser bei 85'000 eine Art "Super Gau", ein falsch dimensioniertes Bauteil.
Geplant damals -vor 2 Jahren- war ein längerer Trip durch eine ziemlich einsame Gegenden in der Kalahari, dort wo der nächste Mensch etwa 100 Km entfernt ist, und die nächste Garage noch viel weiter weg.
Soweit ist es nicht gekommen. Zum Glück. An einem beschauliche Dam in Südafrika wo wir übernachtet haben, 100 km vor der Grenze zu Botswana ging plötzlich nichts mehr als wir am Morgen losfahren wollten. Kupplung rein und los...dann ein kurzes unspektakuläres "Klack"...That's it...Stillstand! Weder vorwärts noch rückwärts ging noch etwas...alles Fehlanzeige.
Die nächste Stadt Mokopane, früher Potgieterus, war 40 km entfernt, aber es gab Handyempfang am Dam und so haben wir nach Johannesburg angerufen und einen Kumpel beauftragt und einen Abschleppservice zu organisieren.
Am Nachmittag kam dann tatsächlich Hilfe und erst noch von einem wunderbaren alten Landcruiser. Er schleppte uns zur nächsten Garage zu Trevor Els in Mokopane, und es war der absolute Volltreffer.
Wäre dies in der Kalahari passiert, hätten wir wahrscheinlich ein Transall-Transportflugzeug gebraucht, dass irgendwo in einer Salzpfanne gelandet wäre
Trevor Els ist der ultimative Landcruiser Pabst in Südafrika und schraubt, wie ich das verstanden habe, seit seiner frühesten Kindheit an Cruisern rum und kennt jedes Schräubchen. Auf dem Bild unten ganz links, der Meister, natürlich am schrauben...am liebsten baut der die ganz Alten von 0 aus wieder zusammen.. ...
Wir nannten ihm kurz die Symptome, den Jahrgang...er fragte "6 Zylinder und wie viele Kilometer... und wo das Auto hauptsächlich eingesetzt wurde"...und die Diagnose stand schnell fest.
Getriebeschaden und er wusste auch schon was kaputt war!...
Der Motor dieser Serie war zu stark für ein Bauteil im Getriebe weil es nur für den 4 Zylinder dimensioniert war. Auf normalen Strassen kein Problem, aber beim harten Einsatz im Busch (wie bei unserem Auto) ist irgendwann Stillstand angesagt. Toyota hat diesen Fehler bei späteren Modellen korrigiert.
Bei einem Toyota Vertragshändler hätten sie gleich das ganze Getriebe ersetzt, meinte Trevor Els und das wäre alles andere als günstig geworden.
Trevor Els hatte das passende, richtig dimensionierte Teil an Lager und auch gleich in 5 Minuten in seinem organisierten Chaos gefunden.
Er ist weit weg von diesen Hochglanz-Reparatur-Vertragswerkstätten mit blitzeblankem Böden.
Das ist aber egal, man glaubt ihm sofort jedes Wort und jegliches Misstrauen -dass ich sonst bei Garagen im südlichen Afrika immer habe- löst sich bei ihm sofort in Luft auf, Chaos hin oder her.
Also an nächsten Morgen, das ganze schwere Getriebe-Dingsbums runter und einmal Getriebesalat angerichtet. Dann das Ganze mit dem neuem Teile wieder zusammen und gut ist.
Die Übung hat einen Tag gedauert und wir sind in der Garage "rumgelungert" und haben mit den Leuten geredet. Jeder irgendwie ein Original für sich, war nie langweilig und auch interessant.
Die Probefahrt hat der Meister dann persönlich gemacht, inklusive längerer Soundcheck am Getriebe und dann sein OK gegeben.
Hier noch das lästige "Corpus Delicti".. die Verbindungswelle zwischen dem Vorschalt und Hauptgetriebe -wenn ich das richtig verstanden habe-.... Das Zahnrad sieht aus wie von einem Hamster abgenagt...




