Eine halbe Stunde später sind wir wieder in Shafiabad. Es ist stockdunkel jetzt. Vor der Kalut Ecolodge stehen zwei junge Franzosen, ebenfalls mit Leihwagen unterwegs, und klingeln Sturm. Das Vorhängeschloss am Tor ist weg, Licht brennt, innen hören wir es klappern. Nur: niemand öffnet. Die Franzosen waren heute auch schon mehrfach dort, keine Chance auf Kontakt zu Mr. Mostafa. Scheinbar ist er heute unpässlich
Wir drehen eine Runde durch die kleine Oase, so recht gefallen tut uns hier nichts. Die beiden Franzosen kommen bei privat unter. Wir fahren zurück nach Kerman, testen dort das Hezar Hotel, das auf dem Weg liegt. Der mürrische Rezeptionist schmettert uns, ohne aufzusehen, "no english, no room" entgegen. Ok. Keine weiteren Experimente

Das Akhavan Hotel hat uns zurück, die beiden Brüder freuen sich

Auf Halbpension verzichten wir diesmal, macht insgesamt 5 Euro weniger die Nacht

Das hoteleigene Restaurant im Akhavan ist uns einfach zu hektisch. Nett, gemütlich, super lecker und darüber hinaus noch extrem preiswert ist ein kleines Restaurant nicht weit vom Hotel entfernt, kurz vor dem großen Kreisverkehr bei 30.286477, 57.051599.
Der nächste Morgen nach dem Frühstück. Wie geht es jetzt weiter? Kerman besichtigen? So richtig Lust dazu haben wir nicht. Das einzige, was uns hier reizt, ist der Kümmel. Die Region Kerman ist "Kümmel-Metropole". Aber dazu nochmal lange durch die Bazar-Gassen streifen? Wir entscheiden uns für das Kümmelanbaugebiet, den kleinen Ort Jupar, rd. 30 km südlich von Kerman.
Angekommen in Joupar realisieren wir sehr schnell, dass die Kümmel-Ernte für diese Saison beendet ist und der Kümmel-Verkauf hauptsächlich in Kerman über die Bühne geht.
Wir erkunden den kleinen Ort. Mitten in Joupar liegt auf einem Hügel das Heiligengrab Imamzadeh Hossein. Und gleich unterhalb - noch im Park gelegen - findet ihr ein winziges sehr modernes Café mit exquisitem Espresso und einem äußerst freundlichen Inhaber, der bestes Englisch spricht. Er freut sich, uns von der Region zu erzählen, von den Menschen die dort leben und deren Gepflogenheiten

Die "Unterrichtsstunde" bei ihm ist äußerst spannend. Alleine der Besuch in seinem Café hat den Ausflug nach Jupar gelohnt.
Hält man sich am Ortseingang nicht Richtung Ortsmitte, sondern fährt rechts den Berg hinauf, erreicht man einen weiteren Grabbau mit angrenzendem Friedhof
Frisches Obst auf dem Friedhof? Vor Steinplatten sind frische Schnittblumen dargelegt und frische grüne Äpfel angeordnet. Kennt jemand die Bedeutung der Äpfel? Handelt es sich vielleicht um Grabbeigaben?
Unterhalb des Heiligtums tritt das Wasser eines
Qanats an die Oberfläche, das hier auch zur Fußwaschung genutzt wird

- Foto: Bernhard F.
Der Zugang zum Qanat ist aus Sicherheitsgründen vergittert, damit niemand auf krumme Gedanken kommt
Der Kanal ist hier recht groß dimensioniert, man könnte glatt mit dem Kanu durchpaddeln
Für die notwendige Erläuterung zum "Qanat of Gowhar-riz" sorgt eine Hinweistafel, die sogar in englisch verfasst ist