@Wolfgang - wir waren vor Ort (haben 4 Jahre in SA gelebt) und konnten uns so selber um die Formalitaeten kuemmern. Das Ganze von D aus zu managen....naja....ist sicherlich mit Klimmzuegen moeglich, aber auch alles nervig. Wir sind wieder in D - unser "Dicker" inzwischen auch und alles ist gut
Bonne chance - wird schon klappen. Wie Du richtig bemerkst "...Letztlich kann man sich nur auf eines verlassen: die sprichwörtliche Flexibilität der Afrikaner im Umgang mit Vorschriften, im guten wie im schlechten Sinne..."
WolfgangT2b hat geschrieben:[...]
Die entscheidende Frage ist nur: welche Alternativen gibt es? Zu Hause bleiben? Nicht wirklich !
[...]
Hi Wolfgang
Als bekennender Nichtschraubär bleibt mir nur der Griff zu etwas, was solide und neuwertiger ist. Und nach einigen Touren im asiatischen Raum, ist der Anspruch an das Material gestiegen.
So wie ich diese und ähnliche Grafiken verstanden habe, ist das Carnet nur in den als rot gekennzeichneten Gebieten zwingend erforderlich:
Daher würde eine Start ohne Carnet in Frage kommen? Was passiert denn ohne Carnet an den Grenzen? Bar Depot?
Da ich als Selbstfahrer schon in China war, ohne Visum, ohne gültigem Führerschein - kann ich mir auch die ganz entspannte Variante vorstellen, einfach da über die grenze Fahren, wo der übergang klein oder offen ist Kann ärger geben, muss nicht.
Ich habe hier ja auch schon stimmen gehört, dass man nicht immer sein Carnet vorzeigen soll, weil die Beamten dann selbiges erwarten.
Utopische ansätze?
Ich nehme mal meinen Untersatz immer als "Einsatz".. Aber gleich doppelt, sieht der entspannte Umgang mit dem erabeiteten, nicht mehr ganz so entspannt aus
Amanzi hat geschrieben:@Wolfgang, verlasst Euch bitte auf keinen Fall darauf, dass es klappen könnte!!!
Wir haben unser(e) Carnet(s) insgesamt 4 Mal beim Zollamt in Pretoria auf die von Philippe beschriebene Weise ("einfach reinspazieren und umstempeln") verlängern können. Das Verfahren war jedes Mal (!) anders - was in Afrika ja auch völlig normal ist. Inzwischen wusste dann irgendwann auch der letzte Mitarbeiter im Zollamt, wie die Vorschriften wirklich lauten und ab dann ging gar nichts mehr! (Was aber wiederum nicht heißt, dass es nicht doch klappt )
Die offizielle Regelung für eine EINMALIGE Verlängerung nennt sich im Fachjargon "substitution" und muss über den SAAA (Südafrikanischen Automobilclub) laufen. Ist relativ problemlos, kostet halt nur - und wie gesagt - nur 1 Mal möglich.
Einen Abstecher in ein nicht zur Zollunion gehörendes Nachbarland solltet Ihr also auf jeden Fall als Plan B in der Schublade haben.
Noch etwas: eventuelle Zollreklamationen des SA Zolls kann man beruhigt 1 Jahr lang aussitzen, ohne dass etwas passiert. Aber dann sollte man schon reagieren - bevor der ADAC tätig werden muss. Alles notgedrungen erprobt
Gruss Judith
Judith, Du hast völlig recht. Meiner Meinung nach sind aber beide Varianten offiziell zulässig, also:
1. Man verlängert sein Carnet über den SAAA. Das geht genau einmal und kostet extra.
2. Man besorgt sich das Nachfolge-Carnet im Heimatland dort wo man sein Carnet ausgestellt bekommen hat und lässt sich dieses neu einstempeln. Dazu muss man mit dem alten und dem neuen Carnet in ein Zollamt irgendwo im Land gehen wo das Fhz steht (und die Zollbeamten davon überzeugen, dass das so auch wirklich geht... ). Dies geht genau einmal bevor man das Land resp. die Zollunion wieder verlassen muss. Reist man dann aber in dasselbe Land wieder ein, kann man wieder genau einmal verlängern. D.h. man muss also alle 2 Jahre einmal "raus". Zumindest laut dem TCS in der CH ist das so.
Bei der Variante 2 gilt es ausserdem noch zu beachten, dass man das neue Carnet einstempeln lassen muss bevor das alte abgelaufen ist. Man darf das also nicht damit verwechseln, dass man mit dem gestempelten Carnet bis zu einem Jahr im Land bleiben darf (was sich ja u.U. beissen kann, wie selber festgestellt... ).
Es kann aber natürlich schon sein, dass irgend ein Beamter plötzlich davon überzeugt ist, eine Verlängerung im Lande sei nicht zulässig... Afrika halt.
WolfgangT2b hat geschrieben:[...]
Die entscheidende Frage ist nur: welche Alternativen gibt es? Zu Hause bleiben? Nicht wirklich !
[...]
Hi Wolfgang
Als bekennender Nichtschraubär bleibt mir nur der Griff zu etwas, was solide und neuwertiger ist. Und nach einigen Touren im asiatischen Raum, ist der Anspruch an das Material gestiegen.
So wie ich diese und ähnliche Grafiken verstanden habe, ist das Carnet nur in den als rot gekennzeichneten Gebieten zwingend erforderlich:
Daher würde eine Start ohne Carnet in Frage kommen? Was passiert denn ohne Carnet an den Grenzen? Bar Depot?
Da ich als Selbstfahrer schon in China war, ohne Visum, ohne gültigem Führerschein - kann ich mir auch die ganz entspannte Variante vorstellen, einfach da über die grenze Fahren, wo der übergang klein oder offen ist Kann ärger geben, muss nicht.
Ich habe hier ja auch schon stimmen gehört, dass man nicht immer sein Carnet vorzeigen soll, weil die Beamten dann selbiges erwarten.
Utopische ansätze?
Ich nehme mal meinen Untersatz immer als "Einsatz".. Aber gleich doppelt, sieht der entspannte Umgang mit dem erabeiteten, nicht mehr ganz so entspannt aus
Ich bin im 2008 die Westroute runter gefahren. Ab Senegal haben wir das Carnet eigentlich überall gebraucht. Theoretisch gäbe es auch die Möglichkeit in gewisse Länder ohne Carnet einzureisen, dann muss man aber ein laissez-passer haben (sonst gibt's Stress mit der Polizei) - was aber nicht unbedingt immer einfach zu bekommen ist...
Ohne Visum und offizielles Dokument für das Fahrzeug wäre ich dabei in keines der Länder gekommen, und ich habe viele kleine Übergänge benutzt. Afrika hat die Bürokratie von den ehemaligen Kolonialherren übernommen und perfektioniert...
Sofern man nicht nach Ägypten will hält sich das Depot für das Carnet ja auch in Grenzen. Und wenn man einen offiziellen Garagisten findet, der bescheinigt, dass die Kiste keine 10'000.- Wert ist, dann ist das Depot im Vergleich zu den restlichen Kosten und Aufwänden wohl vernachlässigter (zumindest in der CH).
klar, in etlichen Ländern kann man auch ohne Carnet herumfahren, wie Philippe auch schreibt. Dann wird an der Grenze ein TIP ausgestellt (temporary import permit). Wir haben einige Leute getroffen, bei denen das gut geklappt hat.
Aber zu diesem Thema gehören viele Aspekte und man darf es nicht allein auf die Kostenfrage reduzieren.
- Mit einem Carnet geht der Grenzübergang in der Regel deutlich schneller als mit einem TIP. Wir haben oft Reisende getroffen, die sich schon stundenlang mit den Zöllnern herumstritten. Entweder es kostet Zeit oder es kostet Geld, mit einem von beiden hängt man an der Angel.
- Gerade an sehr kleinen Grenzübergängen ist das Carnet von Vorteil, weil Du den (unerfahrenen) Zöllnern ein fertig ausgefülltes Papier in die Hand drücken kannst. Du musst nur noch darauf achten, dass Stempel und Unterschriften an die richtige Stelle kommen.
- Im Erstfall, wenn Dir das Auto geklaut wurde, ist es vermutlich egal, ob Du TIP oder Carnet hast. Der Zoll und die Steuerbehörden wollen so oder so Geld sehen. Das einzige, was dann hilft, ist, ohne Zollpapiere unterwegs zu sein. Wir haben allerdings nur zwei Mal Leute getroffen, die das gemacht haben. Die Konsequenz: sie waren ständig auf der Lauer, ob nicht irgendwo eine Verkehrskontrolle steht. Ist das Urlaub?
- Bei Straßenkontrollen im Lande hat man uns mehrfach direkt nach dem Carnet gefragt und als sie das gelbe Ding sahen, war die Sache schnell erledigt.
- Mehrmals haben wir ein Land verlassen, ohne das Carnet auszustempeln. Entweder der Zöllner war schon weg oder hatte keine Lust. Das war aber am Ende nie ein Problem, weil aus dem nächsten Land korrekte Ein- und Ausreiseabschnitte an den AA gegangen sind. Fehlende Abschnitte sind also kein Problem.
Ich würde lieber heute als morgen auf das Carnet verzichten, aber so lange es auf der Welt noch Zollgrenzen gibt, weiß ich keine bessere Lösung, wenn man nicht ordentliche Mengen Bargeld dabei haben will.