Um noch mal auf Pegida zu kommen.
Mir war der Begriff „Antiislamismus“ schon vor eine par Woche aufgefallen, zuerst bei Herrn Augstein, den ich nicht nur wegen seiner politischen Einstellung, sondern auch wegen seiner Eindimensionalität wirklich überhaupt nicht schätze.
Die Frage nach dem Begriff habe ich hier im Forum gezielt gestellt, denn es würde sich doch lohnen Antiislamismus (Im Sinne von Ablehnung von Islamismus) und Fremdenfeindlichkeit oder generelle Verurteilung einer Religion und ihrer Angehörigen voneinander zu trennen.
Selbst wenn es klar wäre, dass es bei Pegida ursprünglich wirklich um eine klare Kannte gegen Islamismus ging, so ist der Zug abgefahren wohl doch abgefahren und die ganzen Politesoteriker haben schon übernommen.
In der FAZ ist ein schöner Artikel dazu:
Zeitgenossen, die nicht erkennen wollen, dass eigentlich hinter allem – 11. September, Krim, Euro-Krise, Ölpreis, Abschaffung des Abendlandes – der amerikanische Jahrtausendplan zur Beherrschung der Welt steckt, werden zu Idioten oder willigen Helfern der CIA deklariert.
(Köstlich, woher kenn' ich das bloß

)
Doch ist es wirklich „das Volk“, das da Gift und Galle speit? Die große Mehrheit hat offensichtlich immer noch Besseres zu tun, als tagsüber auf Pegida-Demonstrationen zu gehen und nachts Hasstiraden in den Computer zu hacken. Die Besitzer der Wahrheit können selbstverständlich auch das erklären: Die breite Masse lasse sich einfach immer noch zu sehr von der „Lügenpresse“ und den „Mainstream“-Parteien steuern. Das zu erkennen ist natürlich nur wenigen vorbehalten: einer Elite, die alle anderen Eliten verteufelt.
Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 52769.html
Bleibt noch anzumerken, dass die Esoteriker aus Herrn Augsteins Lager sich auch schon eingeschossen haben und dankbar sind für ein neues Objekt, an dem man seinen „Antifaschismus“ demonstrieren kann, obwohl man sich doch in vielem so ähnlich ist.
Jedenfalls bin ich mir sicher, dass ich mit dem Versuch irgendwelche Unterscheidungen zwischen Islamismus, Islam und irgendwelchen Flüchtlingsthemen zu treffen auf einer Pegida-Demo als auch auf der Gegendemo recht einsam wäre. Alles in einen Topf und druff!
Ergebnis ist viel Lärm in Medien, Talkshows und Zeitungsforen aber leider auch wieder eine vertane Chance einen sachlichen öffentlichen Diskurs über anstehende Probleme zu führen.
Grüße
Wolfgang