Am nächsten Tag haben wir dann die Stromanlage aus dem Sprinter (Zusatzbatterie, Entladeschutz, Steckdosen) ausgebaut und in einen Pickup eingebaut. Dieser bekam auch beide Kühlschränke auf den Rücksitz. Hinten drauf waren die Zargeskisten, Stühle, Tische, Wasser..... Der andere Pickup bekam den 600 l Tank und nochmal 220 l in 20 l Kanistern auf die Ladefläche, und das ganze restliche Gepäck auf die Rückbank. Alles hat gut geklappt.
Vielleicht ein Tip für diejenigen, die sowas mal machen wollen: Bei meiner ersten Tour habe ich nicht selbst die Pickups beladen, sondern die Mauretanier. Sie haben die Sachen einfach nur draufgeschmissen und ein Netz drüber. Spanngurte kennen diese Leute nicht und haben sich auch nach 12 Tagen mit dem Gebrauch derselben äußerst hart getan. Deswegen haben wir immer selber die Autos beladen und die Mauretanier haben gerne mit geholfen. Das war ok so.
Das ist das Auto mit den Benzintanks und oben drauf im gestreiften Outfit verpackt die Schleifkorbtrage mit der Vakuummatratze.
Und dann gings endlich los: wir sind tatsächlich fast pünktlich losgefahren. Laut ursprünglichem Plan sollte es morgens losgehen, aber durch die Umstände war es mittags. Nach ein paar Kilometern Richtung Norden, sind wir an der Abzweigung zum neuen Flughafen auf eine Piste abgebogen, in Richtung Osten. Diese Piste geht geradeaus und wird auf den ersten 50 km nicht mehr benutzt. Dementsprechend war sie auch mit vielen Sandverwehungen, Tiefsand und kleinen Sandhügeln übersäht. Ich musste aufpassen!!!
Eine Begegnung mit einem Kamel:
Der erste Biwakplatz: endlich!!!
Die erste Begegnung mit mauretanischen Dünen: Nun bin ich schon einige, auch sehr hohe Dünen mit diesem Motorrad gefahren, aber sowas hatte ich noch nicht erlebt. Ohne Vorwarnung ist der Sand/sind die Dünen in Mauretanien auf einmal so weich, dass ich mit dem Bike sofort versunken bin. Hier hilft nur verdammt schnell zu fahren, und das ist nicht immer gut.
Am Abend gab es Krenfleisch aus Deutschland. Die beiden Fahrer haben anfangs misstrauisch mit dem Besteck das Essen zerteilt, bis ich Sie gebeten hatte sich wie zuhause zu fühlen und das heißt mit den Fingern essen. Beide haben anstandshalber ein bisschen gegessen, sind dann gegangen, haben ein kleines Feuer geschürt und sich was gekocht. Idoumou hat es geschmeckt, er hat immer mit uns gegessen (nur beim Grillen hat er sich selbst versorgt). Naja, danach haben die Fahrer immer selber gekocht....
Am nächsten Tag wäre eigentlich Ben Amira auf dem Programm gestanden, aber, nachdem wir am Vortag erst mittags gestartet waren, hat das Ganze zeitlich nicht mehr gepasst und so ging es direkt neben der Teerstraße auf Pisten nach Atar. Dort waren wir bei Sidi Ahmed im Camping Inimi. Dort sah es aus, wie vor 3 Jahren. Kein Spiegel am Waschbecken, kein laufendes Wasser am Waschbecken........ Es ist seit 2014 dort nichts passiert. Sidi Ahmed ist zwar ein netter Mensch den ich auch gerne mag, aber das nächste Mal werde ich mir überlegen, ob ich nochmal dort hin gehe. In Mauretanien ist es meistens so, dass etwas gebaut wird und dann nicht mehr gepflegt wird. Dann verfällt das Gebäude... Hier ist es ähnlich.
Wir haben einmal dort Couscous von Sidi Ahmeds Frau gegessen und einmal gegrillt: Bratwürste, Steaks aus Deutschland und Ziege aus Mauretanien.
Der erste Morgen bei Sidi Ahmed brachte uns in Richtung Norden. Eine Rundtour stand auf dem Programm. Auf Google Earth sah alles aus wie eine Sandebene, ohne Erhöhungen:
Der zweite Morgen hieß für uns Aufbruch. Die Karawane zog weiter. Die Bikes fuhren nach Norden bis Azougui
und dann das Tal westlich in Richtung Terjit. Hier gab es eine "Piste", die auch schon länger kein Fahrzeug mehr gesehen hatte und schwer zu finden war. Der Sand im Flußbett war total schwer und tief, so dass wir dort nicht fuhren. Die Dörfer auf der Strecke waren alle komplett verlassen. Idoumou erzählte uns, dass die Mauretanier nur in den Ferien wieder zurück in ihre Dörfer kämen. Das ist im August.
und dann waren wir in Terjit! Leider war das Badebecken versandet und keiner schaufelte den Sand raus - wir haben uns dann doch abgekühlt...
Die Straße nach Terjit war teilweise geteert:
Danach haben wir wieder für 2 Tage unser Lager aufgeschlagen, und zwar an einem der schönsten Biwakplätze, die ich je erlebt habe und das am Passe de Tifoujar oder besser am Fuß des Passes. Die "Küche und das Wohn- und Eßzimmer" waren inmitten der Bäume:
Unser Biwakplatz:
Und weiter gings auf unserer Tour:
Schweren Herzens haben wir uns von unserem schönen Biwakplatz verabschiedet. Übrigens kommt man dort nur mit einem guten Allradfahrzeug hin.
Weiter ging es in Richtung Chinguetti. Der Plan war über einen kleinen Gebirgszug in Richtung der großen Düne von Zarga zu fahren. Wir fuhren also zuversichtlich los, entlang dieses schönen Canyons durch Tiefsand, bogen dann nach rechts ab und fuhren in einem wiederum wunderschönen trockenen Flußbett weiter.
Mittagspause:
Idoumou kam auf die Idee Süßigkeiten für die Kinder besorgen zu lassen. Ein Kind ist auch brav losgezogen hat eingekauft. Naja, ich weiß, man soll das nicht tun. Ich fragte Idoumou, ob die Kinder denn Zähne putzen würden, was er bejahte. Was sollte er auch sonst sagen..... Aber, weiße, saubere Zähne hatten wirklich alle. Und über die Süßigkeiten haben sie sich auch sehr gefreut.
Unsere Pickupfahrer: Zeit für einen guten Tee ist immer... und viel gelacht haben wir auch
Hier war auch für unsere Enduros Schluss, wir mussten umdrehen. An alle Endurofahrer: es ging bei dieser Tour oft gewaltig enduromäßig zur Sache, so auch hier. Allerdings waren die Steinstufen an diesem Aufstieg zu hoch. Ebenso sah man auch kein Ende der Steinwüste und nur noch einen winzigen Trampelpfad, der wohl eher von Eseln oder Kamelen, als von Menschen stammte.
Die große Düne von Zarge; ein besonders beeindruckender Anblick:
An diesem Tag waren wir lange vor den Versorgungsfahrzeugen am Biwak. Es wurde auch recht schnell kalt.... Abends haben wir wieder gegrillt und es uns gut gehen lassen. Allerdings nicht lange; es war eiskalt: - 2 ° Celsius!!!!!!
Sonnenaufgang in den Dünen von Chinguitti:
Wohl dem, der ein warmes Feuer hat!!! (man beachte Idoumou´s "Sockenwahl")
Das war an diesem Tag unser Weg: von links nach rechts, dort ist Chinguetti.
Nachdem ich mich sehr über die wärmenden Sonnenstrahlen gefreut hatte, ging unsere Reise weiter in Richtung der Oase Tanouchert. Man kann hier mit dem Bike rechts neben dem ausgetrockneten Flußbett in den Dünen fahren, oder eben auf der Hauptroute, und neben dieser sehr schön durch den Sand und die kleinen Dünen surfen. Mit dem Allrad würde ich aber nur die Fahrspur/Hauptroute nehmen, die ist auch nicht ohne...
So ungefähr auf halbem Weg stießen wir auf dieses Haus: es ist ein Nomadenhaus, das diese nur im Sommer bewohnen. Naja, manche mögens heiß!!! Ich war im August 2014 in dieser Gegend. Damals hatte es geschätzte 40 - 50 ° Celsius. In Atar hatte ich mir damals einen Kaffee bestellt. Dieser ist nicht kalt geworden, aber schnell weniger.....
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Ja, und immer wieder sind wir "versunken". Mit dem Auto möchte ich dort nicht hineinkommen!!!
Wir haben sie erreicht: die wunderschöne Oase Tanouchert. Zum Abendessen mussten wir unbedingt zu Familie Chigally. Und ich sage euch: es hat sich gelohnt. Allen schmeckte das Essen vorzüglich.
Der Passe de´ Herrour mit Blick auf Tanouchert.
Madame Chigally beim Souvenir verkaufen
Der Nachwuchs von Familie Chigally....
Unser Biwakplatz zwischen Palmen und Dünen:
Mit den Fingern essen will gelernt sein