Iran - Risiko eingehen oder nicht?

In diesem Bereich kannst du deine persönlich Meinung zur Sicherheitslage im Sahara/Sahel Gebiet sowie für die übrigen Regionen veröffentlichen. Sie kann, neben Presse und behördlichen Auskünften, zur Meinungsbildung und Entscheidungshilfe dienen.

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CentralAsiaTravel
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Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von CentralAsiaTravel »

Hallo, ich und mein Partner sind jetzt schon seit knapp einem Jahr in Zentralasien, Russland und in der Mongolei unterwegs gewesen. Unser nächstes Ziel wäre der Iran. Wir werden uns jedoch von Tag zu Tag unsicherer, ob wir dieses Risiko eingehen sollen.

Wie ist eure Meinung, kann man derzeit als Tourist bedenkenlos in den Iran reisen? Unser größtes Bedenken ist die Angst vor einer willkürlichen Festnahme. Es gibt diese Fälle und diese haben sich in den letzten Jahren auch gekehrt. Teilweise werden Reisende für mehrere Jahre eingesperrt, wie zuletzt ein Franzose, der drei Jahre im Gefängnis saß, nun aber wieder frei ist. Ein weiterer Franzose wurde nun zu 5 Jahren Haft verurteilt.

Von anderen Reisenden, darunter auch Deutsche, hört man immer wieder von stundenlangen Verhören, Durchsuchung der elektronischen Geräte nach Bildern, etc. Oft gibt's dann den Verdacht auf Spionage.

Kann man sich unter solchen Umständen in einem Land wohl fühlen? Ist es das Risiko wert? Sagt gern mal eure Meinung dazu, denn wir selbst sind uns mittlerweile absolut nicht mehr sicher, ob wir unsere Route nicht doch lieber ändern sollten.
Hannibal28
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von Hannibal28 »

Es sind dort Reisegruppen unterwegs, die es wohl entweder für gefahrlos halten oder etwas anderes ist wichtiger.
Wir waren auf dem Weg nach Saudi/Oman und hatten als erstes den Transit durch den Iran verworfen und wollten es mit dem Irak probieren, was dann aus heutiger Sicht GSD daneben ging. Wir haben uns dann erneut gegen Plan B Transit Iran entschieden.
In Anbetracht der Lage im Irak (IS und US angriffe), der nun geschlossenen Grenze zu Jordanien war dies für uns die richtige Entscheidung, da der Rückweg jederzeit verschlossen sein kann.

Was uns beim Iran am meisten störte sind wie Du schreibst einige Berichte wo selbst ein Facebook Account Probleme machen kann, aber auch die Reisewarnung die im Klartext heisst….weder Deine Kfz Versicherung noch die Krankenversicherung leistet ggf. im Schadensfall…..das ist für einen kurzen Transit vielleicht noch überschaubar, aber beim Reisen würde mir das ein schlechtes Gefühl machen im Krankheitsfall z.b durch einen Unfall nicht versichert zu sein. Hier sollte man unbedingt die AGB studieren.

Am Ende kann ich nur raten, hör auf das Bauchgefühl, damit reist es sich leichter.
sysiphus
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von sysiphus »

CentralAsiaTravel hat geschrieben:
Mi 22. Nov 2023, 08:46

Kann man sich unter solchen Umständen in einem Land wohl fühlen? Ist es das Risiko wert? Sagt gern mal eure Meinung dazu, denn wir selbst sind uns mittlerweile absolut nicht mehr sicher, ob wir unsere Route nicht doch lieber ändern sollten.
Die Ereignisse, die Du hier angeführt hast, sind unbestreitbare Fakten. Der Zweifel, den Ihr fühlt, beruht auf ihnen; es ist Euer Zweifel! Ich würde ihm folgen, ganz unabhängig, welche anderen Meinungen nun vielleicht gegen ihn gebracht werden!
globenomaden
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von globenomaden »

Der Iran hat unglaubliche Angst vor ausländischer Spionage. Mit einer Drohne sollte man dort halt nirgends herumfliegen, das sollte schon klar sein. Mitten in Esfahan haben wir irgendwas fotografiert, schon war auf einmal einer von der Geheimpolizei in Zivil da, und die Fragerei ging los.

Wir waren in Iran Kurdistan unterwegs und hatten unagenehme Begegnungen mit der Geheimpolizei und Revolutionsgarden wegen einem gesichteten GPS Gerät, wurden mitten auf der Straße angehalten etc. Wir würden auch raten nirgends irgendwo wild abseits der touristen Routen zu übernachten, ohne sich bei der Polizei zu melden. Sonst kommen mitten in der Nacht irgendwelche Leute der Geheimpolizei zu euch zu "Besuch". Wir sind auche einmal ohne zu Wissen in die Nähe einer Atomanlage gekommen, war ebenfalls äußerst unangenehm. Ich könnte jetzt noch viele Beispiele nennen, die eine Reise durch den Iran nicht gerade entspannt machen.


Auf der anderen Seite ein ganz tolles Land mit tollen Menschen und natürlich eine Reise Wert. Wir wurden z.B. zu Ashura Festen von den Behörden eingeladen nachdem die ganzen Behörden einer Kleinstadt von unserer Ankuft unterrichtet und wir deren Gäste waren. Ein einmaliges Erlebnis, auch das kann einem im Iran passieren. Zum Schluss mussten wir aber noch zu einem "Verhör" zur Geheimpolizei wieso wir den hier sind etc., das war aber nicht unfreundlich aber doch befremdlich.

Vielleicht helfen euch ein wenig meine Beispiele zu eurer Entscheidungsfindung ob ihr im Iran entspannt reisen könnt. Ob ihr euch dort wohlfühlt, könnt nur ihr entscheiden. Wichtig ist halt zu Wissen was auf einem zukommen kann und das gibt es kaum in einem anderen Land. Die Spionage Paranoia im Iran ist einzigartig und unentspannend.

Gruß

Alfred
www.globenomaden.at
Sandfisch
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von Sandfisch »

Ich war im Oktober bis November für 43 Tage als Alleinreisende Frau mit einem Dachzelt auf meinem alten Nissan im Iran unterwegs. Ich bin unendlich dankbar, dass ich dieses Land und seine Menschen kennenlernen durfte. Übernachtet habe ich fast immer in der Nähe oder sogar im Innenhof eines Hostels. Ich konnte gegen ein kleines Entgeld Dusche und Toilette benutzen.
Ich habe mich im Iran eher den Städten mit seinen kulturellen Schätzen und seinen Menschen gewidmet. Meine Reiseroute so wie folgt aus:

Choy, Urmia, dann etwas in die Berge in kleinere Orte, Tabriz, Zanjan, Kashan, Isfahan, Yazd, Persepolis, Shiraz, Darab, die Insel Qeshm und Hormuz, Bandar Khamir und Bandar Abbas. Von Bandar Abbas nahm ich die Fähre nach Sharjah (Vereinigte Arabische Emirate). Jedoch waren praktisch an all den Orten wo ich übernachtete und auch die Fähre, nur mit einem „kleineren“ Fahrzeug möglich. Ich fühlte mich damals zu jeder Zeit sicher und behütet. Mit einem VPN und einem VPN-Tunnel hatte ich guten Zugang zum Internet. Ich konnte sogar regelmässig per WhatsApp nachhause telefonieren. In den Städten wurde jedoch nach Ausbruch des Gazakrieges, öfters die GPS Daten gesperrt. Das war für mich eigentlich die grösste Herausforderung, da nützt auch kein gutes Navigationsgerät im Stadtverkehr nix mehr. Im Iran läuft viel über Snap (Taxi, Warenlieferungen) usw. auch dies funktionierte ohne GPS Daten nicht mehr. Aber die Menschen dort sind sich allerhand gewohnt und dies war eigentlich nur für mich am Anfang ein Thema😉.

Als ich im Iran war, wurden im Internet auch geführte Gruppenreisen in den Iran angeboten. Ein paar Reisegruppen (Australien, Europa) habe ich auch getroffen. Ich weiss nicht wie es momentan aussieht. Für mich waren eigentlich die touristischen Angebote in den Iran, die von den Reisebüros verkauft wurden, ausschlaggebend um den Iran zu bereisen. Wie ich im Frühling retour komme wissen die Götter. Aber erst einmal geniesse ich nun das Campingparadies Oman🥰😍.

Vielleicht haben sich nun die Umstände geändert, auch ich kann dir nur raten, dass du auf deinen Bauch, Herz und Kopf hören solltest. Ich wünsche dir eine Weise Entscheidung und gute Fahrt.
alex_k
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von alex_k »

Wir sind vor ein paar Tagen durch den Iran gereist - als offizielle mini Reisegruppe (nur unser Fahrzeug) mit Führer. Wir hatten eine sehr schöne Zeit und keinerlei Probleme. Nach Einschätzung des Guides und der Agentur ist eine sichere Reise nach wie vor möglich und prinzipiell die Lage unverändert zu der Zeit vor der Reisewarnung. Man ist bei der Polizei gemeldet und der Guide kann sicher Situtionen vermeiden in denen man potentiell mit Gesetzen in Konflikt kommt (das war immer die Ursache für Verhaftungen).
sysiphus
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von sysiphus »

alex_k hat geschrieben:
Do 23. Nov 2023, 08:03
....potentiell mit Gesetzen in Konflikt kommt (das war immer die Ursache für Verhaftungen).
Ich bin nicht sicher, ob Du es wirklich so, meinst, wie Du es hier schreibst! Deine Formulierung impliziert, dass man dort tatsächlich nur wegen verletzter Gesetze verhaftet wurde, was ja dann auch eine Diktatur zum Rechststaat machen würde. Die Realität widerspricht dem jedoch total!
Sandfisch
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von Sandfisch »

Ich glaube, dass wir im Westen dem Iran und seinen Menschen sehr sehr viel Unrecht antun. Ich begegnete im Iran sehr viel mehr Frauen ohne Kopftuch als in den Emiraten und im Oman. Ich empfand die Frauen dort auch als selbstbestimmter und emanzipierter.
Der Iran und auch die Emirate haben die islamische Gesetzgebung - Kopf ab, Hand weg, Peitsche. Dies verstehen wir Europäer darunter. Keine Ahnung, ich habe mich nicht mit der islamischen Gesetzgebung auseinander gesetzt, aber es ist sicher etwas mehr als nur dies. Der Oman hat meines Wissens zwar auch die islamische Gesetzgebung aber irgendwie auch ein Abkommen mit den Menschenrechten der UNO.
Ich habe in den VAR eine einzige Emirati kennen gelernt. Naja, bei 90% Ausländeranteil und meinem nur 12 tägigen Aufenthalt ist dies wohl auch nicht verwunderlich. Aber die Frauen waren in den Emiraten (ausser in den Shoppingmalls) sehr unsichtbar.
Diese Frau ist seit vielen vielen Jahren mit einem Libanesen (den sie in den VAR kennen gelernt hat) verheiratet und hat drei goldige Kinder/Jugendliche mit ihm. Keines der Kinder hat einen Emiratischen Pass und keines wird ihn je kriegen. Alle drei zählen als Libanesen obschon sie noch nie im Libanon waren.
Sind die VAR ein Rechtsstaat? Oder eine Diktatur? Ok, in den Emiraten durfte ich im Bikini baden, im Iran und hier im Oman eher nicht🤣😂. Sind wir in Deutschland und der Schweiz (noch) ein Rechtsstaat?
Ich habe mit diesen Mullahs zwar überhaupt nix am Hut oder am Turban, aber ich habe gesehen, dass es im Iran nicht so ist wie es uns hier im Westen die Medien und die Politiker berichten.
CentralAsiaTravel
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von CentralAsiaTravel »

Sandfisch hat geschrieben:
Fr 24. Nov 2023, 17:08
Ich glaube, dass wir im Westen dem Iran und seinen Menschen sehr sehr viel Unrecht antun ...
Da stimme ich dir mit allen Dingen zu. Es geht nicht um die Menschen, die im Iran leben. Sondern dass das iranische Regime in den letzten Jahren vermehrt Ausländer willkürlich festnimmt und mit ihnen Geiseldiplomatie betreibt. Das sind auch keine Fake news von westlichen Medien, sondern leider Fakten. Siehe der Franzose, der nun 5 Jahre bekommen hat, obwohl er nur als Tourist das Land bereisen wollte. 5 Jahre für was? Weil er einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war.
Sandfisch
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von Sandfisch »

Genau, du sprichst mir aus dem Herzen. Der Iran ist für Touristen durch die „Geiseldiplomatie“ sicher nicht ungefährlich. In Tunesien zum Bsp. vor ca. 1 1/52Jahren, war es als Tourist kein Problem, auch durch sämtliche Polizeikontrollen wurden wir durchgewunken. Für die Tunesier sah dies jedoch zum Teil ganz anders aus. Ich war zum Teil wirklich schockiert. Vielleicht war es ja auch „nur“ die Nachwehen von Corona? Trotzdem, und mein Heimatland bezahlt jedes Jahr viele Milionen Franken an die Tunesische Regierung für das Vorwärtskommen der Demokratie. Also ich verstehe das echt nicht, die Regierung dort wird jedes Jahr undemokratischer🥴. Es ist jedoch für uns Reisende einen grossen Unterschied und daher ist ein Abwägen und sich Gedanken machen sicher absolut notwendig.
Claudia
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von Claudia »

Wir sind aktuell seit gut zwei Wochen im Iran und fühlen uns bisher sehr wohl. Allerdings hatten wir diese Bedenken auch nicht und sind im Kopf völlig frei.
Wir hatten einmal mit der Zivilpolizei in einem kleinen Ort weit abseits üblicher Routen zu tun. Zur Verständigung wurde sofort der Englischlehrer her zitiert. Sie hatten uns beobachtet, wie wir unsere Einkäufe eingeladen haben, konnten aber offenbar nicht genau sehen was es war, außerdem sind Fremde halt ungewöhnlich dort. Die Sache war sehr schnell und freundlich erledigt.
Ein zweites Mal hatten wir die normale Verkehrspolizei nachts kurz am Hals, weil wir am Stadtrand gegenüber eines Hauses geparkt haben und die Besitzer die angerufen haben. Die waren nur oberflächlich interessiert, als wenn es lästige Pflicht wäre.
Wir stehen am liebsten abseits oder soweit wie möglich am Rand von besiedeltem Gebiet und das klappt bisher gut.
Wir sind auch sehr positiv überrascht, was die Frauen anbetrifft, wo vor allem einige der Jüngeren in den Städten ganz schön provokant ihre Kopfbedeckung handhaben und wie viele mittlerweile Auto fahren.
Ich denke, diese Entwicklung bekommen sie auch nicht mehr zurück gedreht, genauso wie die Social Media Geschichte, die einfach über VPN genutzt wird.
Ich halte die Entwicklung hier für positiv, kann das aber nur aus meiner zwei Wochen Sicht und als Erstbesucher beurteilen.
Wir hatten und haben tolle Begegnungen und Einladungen, das permanente angesprochen werden muss man erstmal verkraften, bietet aber tolle Chancen.
Wirklich sehr schade für die netten Menschen hier, dass das Image so schlecht ist.
Ein Leben Unterwegs - mit Buschtaxi, Wanderschuhen, Packraft und Fahrrad ins Abseits
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Achim Vogt
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Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von Achim Vogt »

Ich finde es sehr gut, dass hier viele persönliche Erfahrungen, Momentaufnahmen und natürlich auch Empfindungen ausgetauscht werden. Auch gut zu sehen, wie viele Wüstenschiffer*innen gerade (und besonders im Iran!) unterwegs sind.

Allerdings sind es eben auch nur subjektive Momentaufnahmen! Das muss uns allen klar sein. Selbst die besten Analysten mit jahrzehntelanger Erfahrung können nur ansatzweise bewerten, welches Spiel hinter den Kulissen im Iran gespielt wird. Auf der einen Seite will der Iran sich als weltoffenes Land präsentieren (und die Menschen sowieso, nur der Machtelite ist es im Zweifel egal). Auf der zweiten Seite gibt es eben die Reisenden, die aus Leichtsinn, Unachtsamkeit oder schierem Unglück in brenzlige Situationen kommen. Viele Militärgebiete im Iran sind für Außenstehende gar nicht als solche zu erkennen, manche lokalen Militärs, Polizisten oder schlicht Denunzianten hoffen womöglich auf Belobigung, wenn sie Ausländer als Spione "enttarnt" haben und das melden. Eine Drohne ist allerdings in einem Land wie Iran nie unschuldig. Und auf der dritten Seite gibt es eben in der Tat schlichte Geiselnahmen, die politischen Zwecken dienen. Zu welcher Kategorie man schlussendlich gehört, ist allerdings im Evin-Gefängnis in Teheran am Ende ziemlich egal!

Doppelstaatler fahren schon seit längerem nicht mehr in den Iran, weil ihnen die deutsche Staatsbürgerschaft im Fall des Falles nichts nützt. Darunter sind die besten Kenner des Landes! Das heißt dann schon was.

Es ist und bleibt ein Risiko, derzeit durch den Iran zu reisen. Das muss jeder und jede Reisende wissen und dann selbst entscheiden.

Wie schnell Beobachtungen auf eine falsche Fährte locken können, zeigt die Bewertung der autofahrenden Frauen: im Gegensatz zu Saudi-Arabien durften Frauen im Iran immer Auto fahren! Da ist also gar nichts Neues dran. Anders ist es mit dem Kopftuch, oder besser mit dessen Fehlen. Das ist in der Tat eine rasante Entwicklung!

Noch ein Beispiel über die eigenen Wahrnehmungen zum Schluss. Irgendwann, so vor etwa einem Jahrzehnt, war ich in Bagdad, damals meist noch mit Begleitschutz. Einmal trauten wir uns mit einem "normalen" Taxi zu einem Treffen. Und fühlten uns ganz sicher. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass es an dem Tag 47 Vorfälle, von Gefechten bis zu Bombenanschlägen, in der Stadt gegeben hatte. Seitdem bin ich vorsichtig geworden, aus eigenen Beobachtungen Schlüsse auf die tatsächliche Situation zu schließen. Ziehen tue ich sie am Ende, zumindest für mich selbst, allerdings schon.

Allseits gute Fahrt, vor allem im Iran!
Achim
sestro
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Registriert: Mo 22. Nov 2021, 12:11

Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von sestro »

globenomaden hat geschrieben:
Do 23. Nov 2023, 04:22
Die Spionage Paranoia im Iran ist einzigartig und unentspannend.
Das kann ich nur unterschreiben! Ich wurde auf meiner Reise im April 2022 zwei Mal verhört (siehe Reiseinfos Iran April 2022).

Ich habe bewusst die bekannten Risikofaktoren (Besitz von Doppelstaatsbürgerschaft, Drohne mitführen oder gar fliegen, fotografieren von heikler Infrastruktur u.ä.) vermieden und bin trotzdem ins Visier der Behörden geraten.

Ich würde derzeit nicht wieder dorthin reisen. Man ist dem Staatsapparat dort einfach ausgeliefert und kann nur hoffen, dass einem seine Diener wohlgesonnen sind.

Liebe Grüße
Sebastian
GeorgeW
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Registriert: Do 7. Dez 2023, 13:53

Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von GeorgeW »

alex_k hat geschrieben:
Do 23. Nov 2023, 08:03
Wir sind vor ein paar Tagen durch den Iran gereist - als offizielle mini Reisegruppe (nur unser Fahrzeug) mit Führer. Wir hatten eine sehr schöne Zeit und keinerlei Probleme. Nach Einschätzung des Guides und der Agentur ist eine sichere Reise nach wie vor möglich und prinzipiell die Lage unverändert zu der Zeit vor der Reisewarnung. Man ist bei der Polizei gemeldet und der Guide kann sicher Situtionen vermeiden in denen man potentiell mit Gesetzen in Konflikt kommt (das war immer die Ursache für Verhaftungen).
Hallo Alex
Ich bin neu hier im Forum. Mich interessiert wie Du einen privaten Reiseführer engagiert hast. Hast Du Adressen von Personen/Agenturen? Seid ihr per Camper gereist? Wir überlegen je nach Entwicklung der politischen Lage im 2024 in den Iran zu reisen und hatten auch an einen Guide gedacht. Danke für Deine Unterstützung und Rückmeldung.
Beste Grüsse Jörg
Sherpaner
Beiträge: 19
Registriert: So 26. Feb 2023, 09:25

Re: Iran - Risiko eingehen oder nicht?

Beitrag von Sherpaner »

Hallo zusammen
Ich schliesse mich dem Jörg an, teilt erfahrungen.
Ich verfolge auch alles was mit dem Iran zu tun hat :?: , da ich ebenfalls eine Reise für 2024 in Planung habe.
Ich lese von verschiedenen Reiselustigen die dasselbe machen wollen, ich bin nicht allein. :h:
Von daher wäre es schön wenn aktuelle Erlebnisse und Erfahrungen geteilt werden könnten
Wie Alex_K die sich z.Z dort befinden :wink:
Liebe Grüsse Sherpaner
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