Libyen nach der Wahl

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Wolfgang K
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Wolfgang K »

Tunesien hat alle Landsleute aufgerufen Libyen zu verlassen. Dazu hat man heute morgen stundenweise den Grenzübergang wieder aufgemacht und wartende Ägypter rüber gelassen - allerdings nur wenn sie ein Visum hatten.

In welchem Umfang man Libyer über die Grenze gelassen hat und welche Papiere (alter Pass) man anerkennt habe ich nicht gefunden.

Ein weiteres Problem scheinen Tunesier zu sein, die angeblich Gastarbeiter in Libyen sind und angeblich behindert wurden das Land zu verlassen, indem man ihnen nach eigenen Aussagen Pässe und alles andere abgenommen hat.
Als Hintergrund vermuten die tunesischen Offiziellen aber, dass es sich teilweise um Jihadisten aus Syrien, Irak und auch Libyen handelt, die unerkannt nach Hause möchten.
Diese Heimkehrer werden bezüglich der Sicherheit wohl die größte Herausforderung für Tunesien werden.
Kuno
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Was man waehrend dem ganzen Aufstand gegen das Ghaddafi-Regime einzig in Zuweitina geschaft hat, naemlich einen grossen Brennoeltank mit Raketen zu treffen und in Brand zu setzen ist den ruhmreichen Milizionaeren nun in Tripoli waehrend nicht einmal zwei Wochen bereits zum dritten Mal gelungen. Gratulieren mag man ihnen zu diesem "Erfolg" trotzdem nicht.

Und fuer Nachwuchs an RPG-Schuetzen wird natuerlich rechtzeitig gesorgt:

http://www.nydailynews.com/news/world/b ... -1.1882625

Der Vorteil bei den russischen Waffen (die zu einem guten Teil auch von der Ukraine verkauft wurden) ist natuerlich, dass sie einfach zu handhaben und robust sind.
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Emirate und Kalifate scheinen wieder in Mode zu kommen. Jetzt auch in Libyen. Kann es noch schlimmer kommen?

Milizen Rufen in Ost-Libyen Emirat aus

In Libyen herrscht Chaos. Im Westen des Landes gibt es eine Massenflucht. Im Osten riefen radikale Milizen ein "Islamisches Emirat" aus.

Nach den Gotteskriegern im Irak haben nun radikale Milizen unter der Führung von Ansar al-Sharia im Osten Libyens ein "Islamisches Emirat" ausgerufen. Zuvor hatten ihre Brigaden alle Kasernen von Bengasi erobert sowie zahlreiche Panzer, Raketen, US-Humvees, neue Sturmgewehre und Munitionsbestände erbeutet. mehr...

Grüsse
Alexander
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Wolfgang K
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Wolfgang K »

Hisham Matar meldet sich zu Wort.

In der FAZ ist ein übersetzter Beitrag:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/l ... 82697.html
Viele suchen Trost in den Verschwörungstheorien der Gaddafi-Jahre. Wer das Ende des Gaddafi-Regimes bedauert, übersieht jedoch, dass das aktuelle Chaos direkt aus der vierzigjährigen Unterdrückung entspringt. Der Staat war zu dieser Zeit einzig auf ein Individuum und seine Familie ausgerichtet. Er war von mafiöser, nicht politischer Struktur. Deshalb war das Ende der Diktatur auch das Ende dieses Staates.
Nur die Islamisten konnten als politische Kraft bestehen.
In Abwesenheit einer voll funktionsfähigen Nationalarmee, Polizei und anderer Staatsorganisationen ist es unendlich schwierig, eine demokratische Regierung zu bilden. Die Unterdrückung jeglichen Dissenses zu Gaddafis Zeiten hinterlässt auch heute noch ihre Spuren. Das moderne Libyen ist fünfundsechzig Jahre alt. Zweiundvierzig davon wurde es von einer einzelnen Person regiert. Angesichts dessen wird der Aufbau einer politischen Sphäre, die offen ist für Differenz und Pluralität und diese sogar ermutigt, zu einer beträchtlichen Herausforderung.
Lediglich die Islamisten konnten als vereinte politische Kraft bestehen. Externe Finanzierung und die Kriege in Afghanistan und im Irak erhielten sie am Leben und schulten sie. Ihre extremen Ränder wollen heute die Zukunft bestimmen. Tatsächlich unterscheiden sie sich von Gaddafi. Doch im Umgang mit dem politischen Gegner könnten sie sich nicht einiger sein.
andrasz
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von andrasz »

Last night I saw a Libyan Airlines A320 depart for Labraq Airport (near Al Bayda in the Jebel Akhdar) from Istambul at 2am, delayed from a scheduled 7:30pm. It appears that the Libyan airspace is open at least in a limited way, and LY managed to move some aircraft to resume some operations. Another flight is listed on the board for tonight (again delayed) and a Benghazi flight is listed for tomorrow.
Happy Travels,
András
Kuno
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Correct Andras - there are also flights going to Istanbul from Tripoli-Metiga
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

In Tripolis wurde der dortige Polizeichef am Dienstag ermordet. Maskierte und bewaffnete Täter hatten Mohammed al-Suissi aufgelauert.

Polizeichef von Tripolis ermordet

Tripolis - Der Polizeichef der libyschen Hauptstadt Tripolis ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Dienstag ermordet worden. Unbekannte hätten Mohammed al-Suissi bei einem Überfall in einem Vorort im Osten von Tripolis getötet, hieß es aus Kreisen der Sicherheitsbehörden. mehr...

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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Nicht identifizierte Kampfbomber hätten angeblich Tripoli bombardiert. Welche Seite hinter dem Angriff steckt ist anscheinend nicht bekannt.


Libya crisis: Unidentified planes 'bomb' Tripoli

Unidentified war planes may have carried out overnight air strikes on the Libyan capital Tripoli, according to local media.
Residents reported seeing jets fly over the city and hearing explosions.
The government said it did not have any "convincing indications to establish which side was behind this". mehr...

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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

In dem nachfolgenden Interview schildert Mohammed Al-Fatah, ein Libyer, die Lage in seinem Land. Manche Argumente hören sich verschwörerisch an und der eine oder andere wird mit ihm nicht unbedingt einer Meinung sein. Dennoch ist das Interview interessant zu lesen.


Schwere Kämpfe in Libyen

Zur Situation - ein Interview mit Mohammed Al-Fatah

Mohammed Al-Fatah (55) ist in Tripolis geboren und aufgewachsen. Er gehört sowohl dem Warfala- als auch dem Gaddafi-Stamm an. Zur Zeit des Umsturzes arbeitete er in Europa, wo er sich auch heute aufhält. Einige seiner Familienmitglieder kamen bei Kämpfen gegen die Milizen ums Leben.

Frage: „Herr Al-Fatah, wie stellt sich heute die Lage in Libyen dar?“

Al-Fatah: „Die Stämme (sprich der „Ältestenrat“) sind dabei, die Oberhand zu gewinnen und Tripolis, Bengasi, Tobruk und andere Städte von den Milizen der Al-Kaida, der Ansar-Sharia, der Moslem-Bruderschaft und des Misrata Clans zu säubern. Alles in allem gibt es in Libyen etwa 250 Milizen. Misrata kann sich immer noch halten, hat aber schwere Verluste hinnehmen müssen. Der Krieg ist voll im Gange und ich kann nicht voraussagen, wer ihn gewinnen wird. Aber nach meinen Informationen rücken die Stämme schnell vor.“ mehr...

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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Ein interessantes Interview, Alexander, welches du hier verlinkt hast:

"Die CIA wusste das und benutzte ihn mehrmals, um Gaddafi zu stürzen, zuletzt beim sogenannten jüdisch-arabischen Frühling."
Wolfgang K
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Wolfgang K »

Dennoch ist das Interview interessant zu lesen.
Der übliche Verschwörungskäse. Frau Gutsche ist mir in diesem Zusammenhang schön früher mal untergekommen.

Den Vogel, den sie da vorgezerrt hat dürfte die Lage ähnlich treffend beurteilen wie ein deutscher Staatsangestellter im Sicherheitsgewerbe, der 1945 ganz, ganz dringend nach Südamerika auswandern musste. Der würde auch erzählen dass "alles ganz anders" ist, war und wird. :shake:
Wolfgang K
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Wolfgang K »

Es hat zwar nicht direkt mit dem Thema zu tun, aber der ganzen Verschwörer-Quark aus dem „Interview“ geht mir nicht aus dem Kopf. Und ähnliches gibt es nicht nur zum Thema Libyen. Praktisch hinter allem Unglück vermutet man im orientalischen Caféhaus ein Gemenge aus Mossad/C&A/EU/NATO/USA/R2D2 sprich „dem Westen“. Praktisch nichts, was „der Westen“ nicht manipuliert und aus dem Geheimen steuert und schon immer geplant hat einfach aaalles was jemals schief ging oder wichtig war.

-Z- hat sich dem vor einigen Wochen angenommen und dokumentiert, dass es noch viel schlimmer ist als gedacht: :mrgreen:

Bild

Wie immer lohnt es sich auf der Seite ein wenig zu stöbern..

Grüße
Wolfgang
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Alexander »

Länder simulieren angeblich in einer Übung den 9/11 Angriff. Unter diesen Ländern befinden sich Algerien Marocco, Tunesien, Mauretanien, Spanien, Frankreich, Portugal, Talien und Malta. Der Grund für diese Übung liegt im Verschwinden von ca. 8 - 10 Flugzeugen vom Tripoli Airport. Laut afrikanischen Medienberichten sollen diese Flugzeuge in die Händen von islamistischen Milizen gefallen sein und man befürchtet, dass die Flugzeuge für Anschläge ähnlich denen am 9/11 verwendet werden können.

Allerdings habe ich diese Meldung bisher nur einer Quelle entnehmen können.

Libya: 10-nation joint military 9/11-type simulation

Ten nations will be taking part in joint military exercises with US naval forces to simulate terrorist attacks similar to those of 9/11, reported Maltese and North African media on Thursday in confirming previous press leaks. The countries will be Algeria, Morocco, Tunisia, Mauritania, Spain, France, Portugal, Italy and Malta. mehr...

Grüsse
Alexander
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Kuno »

Nachdem die Misrata-Milizen gestern den Internationalen Flughafen von Tripoli uebernommen, haben steht nun das Flughafengebaeude im Vollbrand.
Andreas_Anke
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Re: Libyen nach der Wahl

Beitrag von Andreas_Anke »

Libya crisis: US 'caught off-guard' by air strikes

http://www.bbc.com/news/world-africa-28933070


The BBC's Barbara Plett Usher in Washington says the air strikes have exposed another battleground in a regional struggle for power between Arab autocrats and Islamist movements.

Qatar has provided weapons and money to Islamist forces in Libya and elsewhere, she says, while Egypt and the UAE along with Saudi Arabia are trying to roll back Islamist advances.

Das die Golfstaaten hinter den "Islamisten" stecken ...... das war mir schon lange klar

ich verstehe nicht warum diese Zusammenhänge nicht so richtig öffentlich gemacht werden.

gruß Andreas
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