Algerien 1987, wir waren Twenties...

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Albrecht(Vorname...)
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Albrecht(Vorname...) »

Peter hat aus Datenschutzgründen zumindest alle Bilder mit Autokennzeichen spiegelverkehrt eingestellt.
😂
Abstieg mittlerweile wunderbar asphaltiert, leider ohne Eskorte nicht zu erreichen
😢
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Peter D
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

Bäärti hat geschrieben:
Fr 21. Mai 2021, 14:10
Das letzte Bild in deinem 2. Beitrag zeigt den Abstieg vom Fadnoun-Plateau hinunter nach Bordj El Haouas (dein Bild ist aber seitenverkehrt).

Heute sieht es da so aus: https://www.google.ch/maps/@25.097994,8 ... 144!8i3072

Holy Shit !, die Asphaltstraße ist ja grauenvoll in die Landschaft geknallt, gut das wir damals noch gefahren sind.. mir wird schlecht...
lg Peter
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Max D.
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Max D. »

Peter D hat geschrieben:
Fr 21. Mai 2021, 10:20
...
Ich hab mir ja öfters den Spass gegönnt und Landis, Dodge's etc in Weichsandfelder zu locken, rausgekommen ist immer nur ein Fahrzeug...
...
Ich kannte da auch so einen (Deutscher), der fuhr mit seinem uralt-Käfer in die wildesten Dünentrichter rein. Rauskommen schien unmöglich, aber der schaffte es immer.
Da konnte ich mit meinem AL-28 nur träumen davon.

Toller Thread hier, bitte mehr davon!

LG
Max
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Peter D
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

ursula hat geschrieben:
Fr 21. Mai 2021, 17:02
hallo Twens
das sieht sehr nach einer Grille aus ?



Grüsse
Ursula

Stimmt, jetzt wo du es sagst, eindeutig mehr Grille.. hinten sind auch so Scheren..

lg Peter

auf dem Plateau Tademait... dort Campen war in mehrer Hinsicht keine Offenbarung, einerseits gab es attraktivere Plätze zum campen, andererseit waren wir von einer Verfolgungsjagd von algerischen Militärgeländewagen erschöpft, die uns - gottseidank vergeblich - nachsetzten weil sie uns bei der Befahrung eine "Piste enderdite" erwischten, aber dazu später..
(damals ging sowas gerade noch "durch", heutzutage würde man ganz schnell beschossen werden..)

Man erkennt das das Zelt strategisch äußerst günstig hinter einem "Deckungsstein" positioniert ist. :lol: :wink: :mrgreen:
Das machen die Senegal-Flughühner als Bodenbrüter ebenso und legen ihre Eier hinter einem Stein geschützt.
Ich hab das ungeniert kopiert..

Plateau Tademait, Nach Verfolgungsjagd mit Militärwagen, wei wir Piste Enterdite fuhren, haben gewonnen, hehe
Plateau Tademait, Nach Verfolgungsjagd mit Militärwagen, wei wir Piste Enterdite fuhren, haben gewonnen, hehe

bevor wir mal wieder in den Dünen des Erg Oriental trotz lebhaftem Wind nicht im Wagen sonderm im Zelt schliefen tauchte aus dem Nichts eine Targia auf und setzt sich zu mir auf die Dünenkante und ich beklagte ihr den sand aufwirbelten Wind. Sie lachte und meinte: c'est juste le vent de la gazelle... das ist nur der Wind der Gazelle...

Unser Heim...JPG
Nach dem Staubsturm, Sandsturm gibt es extrem selten, eben nur dort wo es keinen Staub gibt
Nach dem Staubsturm, Sandsturm gibt es extrem selten, eben nur dort wo es keinen Staub gibt

Scannen0023.JPG

Ungewöhnlich viel Fliegen hatten wir...

Scannen0039.JPG
Scannen0045 - Kopie.JPG

lg Peter
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Peter D
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

schon damals hatten wir Blumenzerstäuber mit, damit konnte man sich mit einem vierteliter Wasser ansprühen, abwischen, wieder ansprühen, wieder abwischen.. auf langen Entsorgungsstrecken jedenfalls.
angenehm kühl war das obendrauf..
Die Zahnbürste war zwar noch nicht angebohrt, aber aufs Gewicht achtete ich schon seit den siebzigern sehr genau, und zwar in allen Bereichen.. Die Töpfe waren aber noch nicht aus Titan 8) :wink:
übrigens nahm mir damals unter 30 jahren niemand die grauen Haare die ich schon hatte ab, es war unmöglich Leute davon zu überzeugen, das die nicht gefärbt sind.
mit knapp siebzig Jahren hat sich dieses Problem so gut wie erledigt... :lol: 8) :wink:

Morgenpflege...JPG

Interessant war das die XR350 in der Ebene deutlich schneller war, aber auf Großdünen drehte sich der Spieß völlig um, vielleicht können mir Motorradfahrer erklären warum das so ist..
hier hats den armen mal mit einer Bodenprobe erwischt, aber die Haltungsnote war gut :wink: 8)

Scannen0035.JPG
Scannen0044.JPG
Scannen0057.JPG

man beachte das hinter den Vordersitzen das Equiptment sich bis unters Dach erstreckt.. es ist wirklich alles blunzenvoll gewesen, der zweite Motor mit Getriebe und zweitem Auspuffsystem war hinten sehr "raumfordernd"..

111...JPG

gutes Brunnenwasser auf der Gräberpiste..

Scannen0060.JPG

das weiß ich nicht mehr wo das war, erkennt jemand die Gegend ?
Wir waren auf der Rückfahrt von Djanet über das nördliche Hoggar und dann rauf nach Hassi Messaoud..

Scannen00099 (3).JPG

Dünen im Norden der Gräberpiste..

Scannen0041.JPG
Scannen0033.JPG
Scannen0051.JPG

Auf der Rückfahrt querfeldein Richtung Hassi Messaud suchten wir uns einen schönen Nachtplatz in einem kleinen Dünengebiet.. In etwa 3-400m Entfernung stand lange Zeit ein Mann auf einem Dünengrat und beobachtete uns, kam aber keinen Schritt näher. Wir hatten ein ungutes Gefühl, gegen späteren Abend war er mal weg, aber kurz darauf stand er in der Dämmerung wieder auf der gleichen Düne. Nach einigen Verschwörungstheorien mit meiner Reisepartnerin beschlossen wir noch ein Stück weiter zufahren..
Wir gaben ihm dem Spitznamen "das Gespenst"..

Scannen0007.JPG

lg peter
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Ralf Kiefer »

Peter D hat geschrieben:
Do 27. Mai 2021, 17:45
Interessant war das die XR350 in der Ebene deutlich schneller war, aber auf Großdünen drehte sich der Spieß völlig um, vielleicht können mir Motorradfahrer erklären warum das so ist..
Im ersten Teil meinst Du vermutlich nicht Ebene, sondern festen Untergrund.

Auf festem Untergrund rollt ein Mopped mit wenig Motorleistung drüber. Die Geschwindigkeit kannst du sozusagen frei wählen. Aber im Sand, speziell verspurtem Sand, mußt Du das Mopped dazu bringen "aufzuschwimmen". D.h. die Reifen dürfen nicht einsinken. Je leichter das Mopped, desto weniger Geschwindigkeit reicht.

Also rechnen wir einfach mal mit den Gewichten: so eine kleine Honda wiegt vermutlich um die 140kg mit leerem Tank. Dazu kommt Benzin je nach Füllstand, das Gepäck sowie der Fahrer in Montur. Das sind mindestens 270kg, eher mehr. Für meine LC4 kann ich Dir meine Daten nennen: 150kg (Mopped leer) + max.44l Benzin (max. 33kg) + vermutlich 160kg für mich, meine Ausrüstung an mir sowie Gepäck mit Schlafsack, Zelt, Wasservorräten, Ersatzteilen und vielleicht einem Fotoapparat. Vielleicht sind's auch ein paar kg mehr. D.h. ich fahre mit 340kg los. Der Vorderreifen ist 90mm breit, der hintere 140mm. Diese beiden müssen aufschwimmen. Insbesondere der vordere darf keinesfalls in den Sand eintauchen, um Seitenführungskräfte zu übernehmen. Daher sitzt man beim Fahren im Tiefsand so weit hinten wie möglich. Ich fahre vor solchen Passagen auch eher den Fronttank zuerst leer, bevor die hinteren drankommen, aber drei Tanks am Mopped sind Luxus :-) Bei der relativ schweren LC4 sieht's in der Praxis so aus, daß ab ungefähr 60km/h das Aufschwimmen beginnt. Entspannt fährt man ab 80km/h, besser 100km/h. Darüberhinaus kann es schon eng werden mit der Motorleistung von rund 60PS. Auf festem Untergrund ging dagegen 130km/h und mehr. Auf Tiefsand fährt man übrigens "ballistisch", denn das Vorderrad kann und darf keine Seitenführungskräfte in den Untergrund bringen. Enge Kurven kann man in diesem Modus nicht fahren. Die Pipeline-Piste in Tunesien war früher das Paradebeispiel: dutzende km nahezu geradeaus. Draufstellen, Gewicht nach hinten und rechts auf laut.

Den Rest macht ein KTM-Fahrwerk :-) Von dem war die kleine Honda damals meilenweit entfernt. Die war außerdem sicher nicht auf Geradeausfahren optimiert, sondern im Gegenteil eher auf Trial und enge Passagen. Schon mit dieser Auslegung war die chancenlos auf entspanntes Sandfahren. BTW Rallye-Moppeds fahren mit Lenkungsdämpfer, die im verspurten Sand zugedreht werden. Ich schiebe für solche Reisen die Gabelrohre nach ganz unten durch, um einen ähnlichen Effekt zu erreichen, also Geradeauslauf um jeden Preis.

Jetzt wieder ein Blick zur kleinen Honda. Die hatte vermutlich um die 30PS und nur ein paar kg weniger auf den Reifen, aber den hinteren sicher etwas schmaler (130mm, vielleicht auch nur 120mm). Ich schätze, daß die Honda ab rund 50km/h begann stabil im weichen Sand zu fahren, souverän erst ab 70km/h. Das erfordert schon relativ viel der zur Verfügung stehenden Motorleistung aus dem kleinen, hubraumschwachen, luftgekühlten Motor. Wg. der geringen Leistung und dem schmalen Drehzahlbereich mit ausreichend Drehmoment machen sich Steigungen wie z.B. Dünen massiv bemerkbar. Die schafft es nicht die Geschwindigkeit zu halten, und dann geht's auch noch bergauf und das Vorderrad sinkt sowieso in den Sand, folgt anderen Spurrillen, die der Fahrer nicht am Lenker halten kann. Die Folge ist eine Bodenprobe.

Aktuelle Dakar-Moppeds haben 450ccm und einen Sportmotor, von dem man die Leistung wie üblich offiziell nicht kennt. Ich schätze, daß die heute mit rund 65PS fahren. Vor 15Jahren zu Zeiten des offenen Hubraums fuhren die Einzylinder mit rund 700ccm und 80PS. Zu Zweizylinderzeiten Anfang des Jahrtausends fuhr die LC8 (mehrfacher Sieger) mit 850ccm (wg. Reglement) und >100PS. Hier Meoni auf der Dakar 2002 auf der Zweizylinder aufgenommen aus dem Hubschrauber:
www.ralf-kiefer.de/512ke/reisen/2005mar ... ni_186.png
Ich gehe davon aus, daß die rote Siebensegmentanzeige am oberen Rand der Frontverkleidung die aktuelle Geschwindigkeit anzeigte. Es wurde berichtet, daß die auf über 200km/h kamen. So ist das Fahren in verspurtem Sand einfach :-) Es darf nur nichts dazwischenkommen. Die Randbedingungen: diese Zweizylinder wog mit leerem Tank knapp unter 200kg, hatte 22l in den Tanks, natürlich kein Zelt und Kochgeschirr, aber einen Fahrer. D.h. die fuhren mit rund 310-320kg und somit mit nicht sehr viel mehr als eure kleine Honda.

So sah das vor einigen Jahren mit unseren LC4 bei der Tagestour ohne Gepäck im Erg Chebbi aus:
www.ralf-kiefer.de/512ke/reisen/2005mar ... MG0275.jpg
Und so am nächsten Tag bei der Querung des Oued Daoura im weichen Sand mit zu wenig Gas und zu geringem Aufschwimmen:
www.ralf-kiefer.de/512ke/reisen/2005mar ... _8217a.jpg

Gruß, Ralf

P.S.: Ein ungeübter Fahrer oder ein Fahrer eines "leistungslosen" Moppeds wird im Tiefsand sehr langsam fahren, vielleicht max. 30km/h, weil er sonst den Lenker nicht halten kann. Ein fahrtwindgekühlter Motor wie der kleine in der Honda mag das nicht ...
Zuletzt geändert von Ralf Kiefer am Do 27. Mai 2021, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Peter D
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

Hallo Ralf,

Wow, krasse Bilder, das letztere ist heftig...

Also ich meinte mit Ebene das klassische Dünental, das man von Hassi Messaoud kommen nach links einbiegt um nach DepDep durch den Erg Oriental zu kommen.
Auf harten Boden waren wir mit 90km/h-End-Speed sowieso ein Verkehrshindernis der Sonderklasse.. :lol:
Die Sandtäler zwischen den parallenen großen Dünenbändern sind ja eigentlich mehr oder weniger eine Autobahn nach DepDep, ab un an geht das Tal zusammen das schmeißt dich halt drüber..
Erg Oriental ist viel einfacher zu fahren als die miesen Chaosdünen zum verlorenen See im Tunesischen Militärsperrgebiet..
Es sei denn man erwischt gleich von Angang an ein falsches und daher wesentlich weicheres Tal.
Und so war es auch...
Der Sand war extrem, das macht der flohgewichtigen Allradente mit 68PS zwar nichts aus, ein klappriger Landrover mit dreimal mehr gewicht hatte damals auch nicht viel mehr.. aber ich musste schon in den 2.Gang rein (2 untersetzte Getriebe von einer damaligen 16PS-Ente aus den 40zigern..neu gelagert und generalüberholt..) und tuckerte mit 35-40km/h dahin, Endgeschwindigkeit war ja bei 6000 U/min nur 90km/h...) Die Honda war binnen minuten nur mehr ein kleiner Punkt am kilomaterlangen Dünental. Auf der nächsten 100meter Düne mussten wir seine Benzin- und Wasserkanister hinauftragen.. rien ne va plus.. Das ist schon Verrückt, aber jetzt nach deiner "Aufschwimm-Logistik ja eigentlich gar nicht mehr 8) :wink: :)
gibts von dir hier einen Erg Chebbi-Bericht zu lesen ? werd mal suchen..
lg Peter




Das Bild hat den Titel "Die Faszination liegt im einfachen.."
Auch später, schon etwas älter.. als wir mit gekauftem Hightech-Geländewagen runterfuhren, blieben wir immer mit allem am Boden der Tatsachen..
Außer das kochen auf den auf der Seitenwand abgeklappten Sandblechen (an Karabiner hängend) so war man auch bei allfälligen Tuaregbesuchen immer auf der gleichen Augenhöhe.
Tisch und sessel haben wir bis heute zu Hause gelassen... man hat auch gar nicht darüber nachgedacht.. 8) :) :wink:

Die Faszination liegt im Einfachen...JPG
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Toyota78 »

die 350er Honda sieht zu stark beladen aus für die geringe Motorleistung, deshalb hat sie sich Dünen hoch schwer getan. Dazu das meiste Gewicht hinten auf dem ziemlich schwer aussehenden Gepäckträger, da fährt sie sich auch schlecht im Sand, da zu wenig Gewicht auf dem Vorderrad ist. Vielleicht war auch zu viel Luftdruck im Sand drin gewesen. Kann man beim Desert problemlos bis 0,5bar runterlassen im Sand.

Mit Suzuki DR350S, die auch nur 27PS hatte, ging es auch querfeldein ganz einfach durch die Dünen. Mit 35l Tank, 15l Wasser hauptsächlich in Tanktaschen, Tankrucksack und hinten nur einer Gepäckrolle und einem 10l Plastikkanister drauf (der ja meist leer ist, da man umfüllt).

80kmh im Sand war mit der auch möglich, nur in echten Weichsandfeldern hats ihr halt die Leistung weggesaugt. Aber die sind ja meist nicht so lang, da kam man hinten mit Vollgas mit nur noch 30kmh wieder raus.

Je höher die Dünen werden, über die man drüber muß, umso vorteilhafter wird natürlich eine 600er. Die 350er Susi punktete dafür neben geringerem Gewicht auch mit geringerem Spritverbrauch.

Die rot angezeigten 186 bei Meonis KTM dürfte der Kompaßkurs sein. Kmh interressieren bei einer Rallye eigentlich nur bei reglementierten Ortsdurchfahrten.
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Peter D
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

Jepp, sein selbst gebasteltes Gestell hinten war aus schweren Stahl-Formrohren mit unnötig hoher Wandstärke.
Eine Panzersperre de facto...

Ultralight war in den frühen Achtzigern definitiv ein Fremdwort, niemand hatte eine angebohrte Zahnbürste um 0,5g einzusparen.

Aber Elfi und ich waren damals schon die Ausnahme und gingen nur mit Gramm-Waage ins Outdoorgeschäft einkaufen.
So wie es heute alle Ultralighter eben machen.

Dachzelt war natürlich ein NoGo, und selbst beim mitgeführtem Kuppelzielt nahm man nur das Innenzelt mit, bei Regen schliefen wir drin. klaustrophobisch durfte man da aber nicht sein...

Friedl hatte damals in der Studienzeit natürlich auch nicht das Geld, leichtere Dingen zu erstehen..

Wir lebten - auch um mit den besuchenden Tuareg auf Augenhöhe zu sein - immer am Boden, über Tisch und Sessel wurde nie nachgedacht, absurd so was mitzunehmen..
Ausnahme war die Sahara-Erstdurchquerung Atlantik-Nil mit VW-Vans mit dem österreichischen Paris-Dakar-Ralleysieger Dr.Peter Reif, da waren wir (zunächst) zu sechst und hatten tatsächlich Tisch und Sessel dabei.. das waren aber auch 9 Monate am Stück..
https://sahara-overland.com/2021/05/20/ ... ns-1983-4/

der grüne Van war meiner...

Wir waren und sind noch immer aktive Sportler, da hat man's mit 13% Fettanteil leichter. Und das mit 70...man kommt dann leichter vom Boden hoch :lol: :)


lg Peter
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Toyota78 »

was für eine tolle Reise!!! Schade, daß die Länder nicht mehr so bereisbar sind.
Enorm, welche Dachlasten der T2 auch auf Piste ausgehalten hat :shock:
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Peter D
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

Toyota78 hat geschrieben:
So 5. Dez 2021, 17:48
was für eine tolle Reise!!! Schade, daß die Länder nicht mehr so bereisbar sind.
Enorm, welche Dachlasten der T2 auch auf Piste ausgehalten hat :shock:
Das hat mich auch gewundert, ich hatte ja am grünen Hochraum-VW-Van nur die riesigen 16zoll Michelin-Sandreifen (7.50/16) drauf, sonst nix.
Die Reif's hatten so wie ich Motor wechseln müssen (hatten wir mit, sogar eine komplette Vorderachse, kompletter Ersatz-Rumpfmotor, 2l-Maschine mit Doppelvergasser, nicht einfach zum einstellen im Sanddünenmeer bei Wind..)
Obwohl das Getriebe von mir untersetzt wurde (wegen Michelin XS 7.50 R16-Sandreifen) ging der 4.Gang ein, konnte repariert werden.
1 Motor konnte nach 6000km repariert werden. Zwischen den Kolbenringenstößen klafften einige Millimeter.
Neue Kolbenringe eingebaut. Das war dann Motor 2
Richtung Benzindepot steckte die Kurbelwelle.
Da wurde dann der nagelneue Ersatzmotor eingebaut. Das war dann Motor 3... Der ging problemlos, auch nach der Reise noch viele Jahre.
Bei dem alten hatten wir irgendwo Feinsand angesaugt und kamen auch nach einem Vierteljahr nicht drauf, wo das war..

Bis auf diesen Umstand wär das technisch eine Bilderbuchfahrt gewesen..
Den reparierten 4.Gang hatten wir nicht wirklich benötigt..

Vom 4.Gang-Zahnrad gibt es eine bemerkenswerte Geschichte.

Wir hatten Amateurfunk (Icom730, 100Watt) es gab ja damals keine Satphones kein Gps, gar nix.



In Dakar (wir hatten eine Funklizenz vom Senegal bekommen !) funkte ich nach Wien um das Ersatzteil.
Gibts nicht.
Funkte nach Wr.Neustadt/Niederösterrein ins VW-Zentrallager.
Gibts nicht.
Funkte die 4.Gang-Ersatzteilnummer ins Hauptwerk Deutschland.
Ja, gibts, Lieferzeit 2-2,5 Monate...aha..

Wir hatten schon aufgegeben.
Da kamen wir bei einer fast vor dem Zusammenbruch stehenden Holzbaracke mit Wellblechdach vorbei.
Daran ein Schild "Mechanic-General" handschriftlich...
Ich sagte zu Michi meinem Reisepartner, da geh ich jetzt rein und zeig ihm das Teil.
Der Senegalese sah sich das Teil an und verschwand damit.
Nach ein paar Minuten kam er zurück und legte ein neues 4.Gang-Zahnrad auf den Tresen.
Eingebaut hat er ihn auch gleich für ein paar CFA-Franc...

Scannen0041.JPG
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Uwe Schmitz »

Warum soll ich mit der Gramm-Waage ins outdoorgeschäft und Löcher in den zahnbürstengriff bohren,
wenn dann ganze ersatzmotoren und ne komplette achse das fahrzeug unsinnig schwer machen?
lieber mit toprestauriertem auto ohne zu erwartende mängel, dafür ohne viele ersatzteile und leicht (=fahrzeugschonend) unterwegs sein ...
viele grüße aus windhoek (leider ohne die gute alte afrika-ente unterwegs) :oops:
uwe
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Peter D
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

Uwe Schmitz hat geschrieben:
Di 7. Dez 2021, 09:59
Warum soll ich mit der Gramm-Waage ins outdoorgeschäft und Löcher in den zahnbürstengriff bohren,
wenn dann ganze ersatzmotoren und ne komplette achse das fahrzeug unsinnig schwer machen?
lieber mit toprestauriertem auto ohne zu erwartende mängel, dafür ohne viele ersatzteile und leicht (=fahrzeugschonend) unterwegs sein ...
viele grüße aus windhoek (leider ohne die gute alte afrika-ente unterwegs) :oops:
uwe
Nun, ohne 650 Liter Sprit und 450 Liter Wasser und für ein Dreiviertel Jahr eine Vierteltonne Proviant komm ich nicht durch das 3500km querfeldeine Empty Quarter.
Eine Dreifachüberladung ohne echten Leiterrahmen in schwerem Gelände bedingt einen Ersatzmotor.
Natürlich hab ich in die Rahmensysteme entsprechend Stahlträger dazugeschweißt, und von Achsen bis Lager alles verstärkt, bis zum Erbrechen. Ist auch nichts gebrochen.
Aber das der Motor mit Dreifachbelastung auch dreimal schneller abraucht ist mehr als vorhersehbar.

Unsinnig schwer ist das damit nicht. Im Gegenteil.

Denn ist faktenbasiert gesichert, ohne Zweitmotor wär ich tot. Aber so was von.

Das das alles so viel Gewicht hat ist tatsächlich kein Valides Argument beim Rest nicht zu sparen.
Es ist kein valides Argment bei Campingausrüstung etc nicht gewicht zu sparen nur weil das andere zeugs eh schon so schwer ist. Dann treib ich die Gewichtsspirale bis zum Ende. Das ging gar nicht.

Ist eh alles so schwer, also hau noch ordentlich drauf und schau bei Rest gar nicht aufs Gewicht, is eh schon wurscht.

Eine Einstellung die tödlich enden kann, bei so einer Extremtour..

So waren halt keine Schaumstoffmatratzen drin sondern sehr leichte Luftmatratzen usw..
Die Aluminiumwandstärke des Motorblocks kann ich nicht verringern, die der Matratze schon..
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Re: Algerien 1987, wir waren Twenties...

Beitrag von Peter D »

Hallo Achim,

in den Siebzigern bei einem Wiener Schrotthändler um 190 Euro gekauft, war kein Motor drin, das war supi, denn ohne neuen konnt ich eh nicht weg..

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