Heute unternehme ich eine Wanderung auf den 18 Kilometer entfernten Mount Bental. Der Bental ist einer von einer Reihe von erloschenen Vulkanen und liegt nahe der syrischen Grenze...
Manchmal sind die Hinweisschilder verwirrend. Auf dem Stein steht "Danger" und betreten verboten. Auf dem Schild werden Hiker aufgefordert, nach dem Betreten das Tor wieder zu schließen. Also das Betreten ist erlaubt, nur der Steinblock wurde nicht entfernt.
Allerdings gibt es wirklich Gegenden, die man nicht betreten sollte, wie diese Firing Area, in der das israelische Militär Schießübungen abhält.
Nach ein paar Kilometern biege ich nach Osten in Richtung el Rom ab und stoße auf einige alte Gebäude, die 1967 den Sechs Tage Krieg nicht überlebt haben.
Mit gelben Schildern sind die Gebiete markiert, von denen man davon ausgeht, dass dort noch Minen oder Blindgänger liegen. Das Militär sucht diese Gebiete ab und entschärft die verborgenen Gefahren oder sprengt sie in die Luft.
Ich habe mir einiges vorgenommen. Aber die Landschft ist schön abwechslungsreich.
Eine Schlange, die unter die Räder gekommen ist.
Und die Reste eines Stachelschwein, das mit einem Auto kollidiert ist.
Etwas fünf Kilometer vor dem Mount Bental hält ein junger Palästinenser an und fragt mich, ob er mich mitnehmen kann. Ich erkläre ihm mein Ziel. Er kann mich nur ein paar Kilometer mitnehmen, denn er ist in Eile. Gestern hat seine Frau ein Baby zur Welt gebracht und er wird im Krankenhaus von ihr erwartet.
Auf dem Mount Bental gibt es natürlich ein Cafe und mit etwas Wortspielerei wurde daraus Coffee Anan
Vom Berggipfel aus hat man einen guten Blick nach Syrien, das nur ein paar Kilometer entfernt liegt. Rechts befindet sich ein noch vorhandenes Bruchstück des 1204 Meter hohen Vulkankraters des Mount Avital.
Der Mount Avital, der mit dem Mount Bental eine gemeinsame Magmakammer teilt. Von den Vulkanen geht allerdings keine Gefahr mehr aus. Sie sind vor 100000 Jahren zum letzten Mal ausgebrochen.
Die Linie, die zunächst in Richtung Westen verläuft und dann nach links abknickt ist die israelisch/syrische Grenze. Die weißen Gebäude rechts davon ist der Beobachtungsposten der United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF), die am 31. Mai 1974 hier stationiert wurde und gemäß einem UN Beschluß die Einhaltung der Resolution überwachen soll.
Unmittelbar hinter der Grenze liegt die syrische Stadt Quneitra, die fast vollständig zerstört wurde. Es stehen nur noch Ruinen, trotzdem ist zu sehen, dass die Stadt immer noch bombardiert wird, begleitet von lautem Maschinengewehrfeuer.
Der israelisch/syrische Grenzverlauf.
Wegweiser in alle Richtungen.
Alte Stellungen aus dem Sechs Tage Krieg.
Und wieder ein Bombeneinschlag.
Alte Bunkeranlagen, die längst aufgegeben wurden.
Mit schießt durch den Kopf, was wohl die Soldaten damals bei diesem Anblick empfunden haben.
