15916-57-13-26-01 und ein Motor...

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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Alexander hat geschrieben:
Chrigu hat geschrieben:Hmm, die Zwiebeln esse ich ab und zu schon roh.
Das sollte doch für einen, der Bienen kaut, kein Problem sein :mrgreen:

Ich weiss nicht, ob ich etwas überlesen haben. Aber für was steht: 15916-57-13-26-01 ?

Grüsse
Alexander
Hoi Alex!

Ich bin erstaunt ab Deinem Bedächtniss, bezüglich den Bienen! 8)

Die Zwiebeln sind halt einfach besser roh. Da knackts noch richtig wie früher...


So, hab wieder was dazugeschrieben und möchte euch daran teilhaben lassen.
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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

...Wir schlafen gesund und können uns etwas von der ganzen Sache am gestrigen Abend erholen.

Hämpu hat im Schlaf festgestellt, dass er sein Fahrzeug wohl schräg parkiert hat.
Dies stellt sich dann als mangelnden Luftdruck in dem Reifen heraus.

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Nach dem Frühstück steige ich unsere Hausdüne hoch. Gerne möchte ich sehen, ob sich noch welche Fahrzeuge im Camp befinden.
Offenbar wurde es aber schon verlassen. Die Rennmotoren sind bereits zu weit weg, um noch gehört zu werden.

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Ganz oben auf der Düne habe ich eine schöne Sicht auf den gemütlichen Schlafplatz

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Wir brechen auf, ca. eine Stunde später als die letzten Rallyfahrzeuge gestartet sind.
Wir folgen erst nicht den Spuren der Rally, sondern verlassen uns auf Hämpus Navigationskünste, die uns durchaus sehr abwechslungsreiches Gelände bieten. Neeein, das war (fast) ohne ironischer Unterton!

Die Meinung, ob wir nun der Rally folgen sollen, oder sie erst wieder am Abend aufzusuchen, wechselt fast stündlich. Wir kommen sehr langsam in die mittlerweile einigermassen definierte Richtung vorwärts.
Wir finden nun auch die Spuren. Ist es doch so, dass die Rally alte Teilstrecken fährt.

Wenige Kilometer vergehen, steht schon ein Buggy mit kapitalem Getriebeschaden an der Piste.

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Unrettbar, abschleppen. Das Getriebe haben sie zwar mitten in der Wüste hurtig zerlegt, jedoch ist nichts zu machen.

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Direkter Weg zum Camp für das Team!

Die Spuren sind immer noch deutlich. Hämpu kennt die Spuren des "Camion Balais", dem Assistance Truck. Die Jungs können alles!
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Auf den Pisten fahren wir schneller, um irgendwie doch den Anschluss an die Rally zu erwischen.

Jedoch machen wir auch mal Pausen und essen Tartarbrote oder sonstige Feinheiten. Kulinarisch gehts und super!

Hämpus Griff zur Kamera lässt mal ein Bild von mir entstehen.

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Selber nimmt er sich hier und da die Zeit, was gutes zu tun. Wir zwei habens gut miteinander. Schöne Zeit. Viel gemeinsam erlebtes prägen die Erinnerungen daran noch heute.

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Ich hab einen Baum gefunden - da wird gerastet. Jeder Wüstenreisende brauch an einem Rastplatz irgend etwas. Ob es nun ein grosser Stein, mit Vorzug aber doch ein Gewächs, ein alter Baum ist, spielt im Grunde keine Rolle. Hauptsache es ist etwas da.

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Wir stossen auf den Camion Balai II. In Gegenrichtung ein ehemaliges VW Werksfahrzeug. Scheint noch alles zu funktionieren. Trotzdem treten die Jungs die Rückfahrt nach Osten an, um den brutalen Weichsand zu umfahren und zur Strasse zu gelangen. Was ist wohl der Grund?

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Kurzes Gespräch und kennenlernen eines weiteren Schweizers von der Balai II-Crew

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Schöner Tatra, und, wenn fahrerisch beherrscht sehr schnell im Gelände.

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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

So prügeln wir weiter der Rally hinterher.

Wir fahren mitten auf einen Weichsankasten zu und fahren uns beide fest.
Hier hilft nur noch, Luft abzulassen.

Die hintersten Rallyfahrzeuge holen wir ein. Übelste Wühlereien müssen sie gestartet haben. Einige Einsätze verbuchen die zwei Balais am heutigen Tag. Die Buggys sind mit ihrem "nur" Heckantrieb im Sand oft benachteiligt.

Die Sonne neigt sich dem Horizont zu.

Ich funke Hämpu an, ob wir nicht noch bei Dämmerung einen Nachtplatz suchen wollen.
Scheinbar hört er mich nicht. Wir prügeln mit 90 - 100km/h weiter auf der Piste.
Die Sicht wird sehr schlecht. Nur schwerlich kann ich dem Landrover folgen, denn ich muss seitlich von der Piste fahren, um durch den massiv aufgewirbelten Staub überhaupt noch etwas sehen zu können.

Oft habe ich Glück, dass ich grösseren Rinnen und Felsblöcken noch grad so ausweichen kann. eine 3t Kiste so noch halten zu können, erfordert enorme Konzentration. Oft komme ich seitlich daher und drifte aus Kurven heraus.
Im Tempo des gehetzten geht es weiter. Zu schnell für mich unter diesen Umständen. Wenn ich jedoch vom Gas gehe, werde ich den Anschluss verpassen und der Funkkontakt bricht sehr schnell ab. Also Kopf runter und durch.

Die Kiste hält. Die Felge nicht.



Stellt euch vor, in den Städten gibt es ja die schönen Gehsteige. Die sind mit etwa 25cm hohen Randsteinen abgeschlossen.
Etwa solch ein Block liegt neben der Piste, genau auf meiner Ideallinie. Natürlich ist es schon so dunkel, dass ich ihn nicht sehe. es knallt fürchterlich, dann rumpelts nur noch unregelmässig. Vorsichtig verzögere ich. Jetzt hats was erwischt.
Sofort Funkspruch, der zum Glück diesmal gehört/beachtet wird.

Aussteigen, Schaden abschätzen. Und das mitten in der Wüste...

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Also, 2 Felgen hab ich gerade zertrümmert. Zum Glück Stahl. Jetzt weiss auch jeder, warum ich mit Stahlfelgen in die Wüste fahre. Es sind übrigens nicht billige Dotz-Stahlfelgen mit Zahnstocher Materialstärke, sondern richtig massive.

Nun, das gibt Verzögerung in die offenbar mittlerweile recht straffe Tagesordnung.

Demontieren, dengeln, dicht kriegen...

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Alles Technische erledigen wir an dem Abend noch. So ist auch der Entscheid, einen Fäustel im Equipement dabeizuhaben untermauert.

Mich erstaunt noch heute, dass es den TJM Stossdämpfern und vor allem aber auch den direkt beteiligten Reifen nichts gemacht hat!

Morgen, bei Tageslicht werde ich etwas zurückgehen und den Stein anschauen, der mir die Misere beschert hat!
Auch werde ich die getane Arbeit im Tageslicht betrachten können. Ob die Felgen dann dicht sind?
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Die zurechtgedengelte Felge läuft zwar nun nicht mehr sehr rund, aber als Notrad tut sie es noch lange.
Wandert ans Heck, ein gewuchtetes Reserverad kommt an die Vorderachse. So ist einigermassen Ruhe im Gebälk.
(nein, ich fahre nicht mit nur 3 Radmuttern in der Wüste rum...)

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Der Stein des Bösen wird eingehend betrachtet. Wirklich mitten drüber...

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Weiter gehts. Wir folgen weiter den Spuren der Rally. Einen grossen Abstand haben sie mittlerweile gewonnen, da wir gestern abbrechen mussten.
Hämpu findet ein Rad mit dem selben Schadbild wie meine Stahlfelgen

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Am Wegrand steht ein Landrover. Bowler?
Jedenfalls leidet der Beifahrer unter Depressionen und ist nicht mehr zum mitkommen zu bewegen.
Getränke lehnt der Fahrer in seinem Stolz ab. Eine Frage der Zeit, bis sie entweder abgeholt werden, oder der Beifahrer genug Hunger und Durst hat, um gewillt zu sein, ein Camp anzusteuern.

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Wir durchfahren Weichsandfelder und sonst schnelle Pisten. Die Konzentration ist in höchstem Masse gefordert.
Den Motoren wird die letzte Pferdestärke entlockt. Sich durch den aufgewühlten Sand zu bewegen ist ein unvorstellbarer Kraftackt. Zum Glück halten meine Freilaufnaben das aus! Die Fahrzeuge werden durchgeschüttelt, die Dämpfer schlagen hier und da mal durch. Das System Patrol und wohl auch Landrover wird stark gefordert...

Plötzlich sehen wir den Camion Balais.
Ein Motorrad hat er dabei, ein Fahrzeug aufgeladen.
Dem Motorrad hats offenbar die Kupplungsscheibe zerrissen. Eine 2-Teilige eingebaut und das Ding geht wieder...

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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Was macht man nun, wenn man Bekannte in der Wüste wieder trifft?
Klar. Die Slowaken nehmen eine Flasche hervor und es wird angestossen.
0,0 Promille gilt in der Wüste wohl nicht.

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Die Spuren führen geradewegs in den Weichsand.

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Teilausschnitte vom heutigen Tag, wild gemixt

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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Am Abend fahren wir erschöpft ins Fahrerlager. Tatsächlich gewährt man uns nun Einlass.
Für mich schon wieder der letzte Abend bei der Rally, bevor ich weiter nach Norden ziehen muss.

Wir schliessen uns den Slovaken an und gehen ins Team TATRA.

Als erstes werden Wartungsarbeiten an den Fahrzeugen ausgeführt.

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V12 Biturbo, richtiger Männermotor mit so viel Hubraum, dass ein Smart schier im Motor versteckt werden könnte...

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Was mir sofort auffällt ist, dass die Slovaken absolut warmherzige Leute sind. Jedenfalls nahezu alle Beteiligten.
Der Abend wird genossen, es ergeben sich gute Gespräche, Bekanntschaften werden gemacht.


Mich fasziniert, wie das Team TATRA auch mit Low Budget ganz vorne in der Gesamtwertung mitfahren kann.
Der ruhige Thomas hat sein 800ps Gerät perfekt im Griff. Seine sympatische Art spiegelt eine Souveränität wieder, wie ich es noch selten gesehen habe - und keine Arroganz bietet einen sauren Beigeschmack.
Auch der gemütliche Navigator scheint ihn nicht irrezuführen.

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Dass Trinkflaschen eingeschnitten und ineinander gesteckt, als verlängerter Öltrichter dienen können, muss einem erst einmal einfallen

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Das Lager wird von Gendarmen bewacht, die einerseits mit AK47 bewaffnet, andererseits mit HZJ75 Pickups, bestückt mit auf Lafetten montierten Maschinengewehren, mobil sind.
Dies verleiht der Rally irgendwie ein Flair, welches einfach nicht beschreibbar ist.
Wer weiss, was die Dunnkelheit alles verbirgt.
Dass das eindringen in das Lager trotzdem möglich ist, wissen sie wohl nicht :shake:

Bei den Franzosen wird noch lange geschraubt, auch bleiben Testfahrten von den (kaputt?)reparierten Fahrzeugen nicht aus.

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Derweil sitzen die Slovaken bereits am Bier und geniessen die Kühlen Abendstunden.

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Dies und das wird ausgetauscht. Früh verschwinden sie jedoch in ihren Zelten und ruhen sich für den morgigen Tag aus.
Noch wissen sie nicht, dass die nächste Etappe wegen Sturmwarnung abgesagt werden wird.

Da fühlt sich mein Patrol aber richtig wohl! :mrgreen:

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Müde sinke ich in einen narkoseähnlichen Schlaf und träume vom dem vielen Sand, welcher sein Heim schon lange in meinen Patrol ausgebreitet hat... :roll:
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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Ein starkes Rütteln lässt meinen gesunden Schlaf jäh aufhören. Was ist nun los?

Das Camp wird von sehr starkem Sandwind durchgerüttelt. Genau das macht eben die Wüste aus.
Brote mit Butter zu beschmieren und meinen, es knistere dann zwischen den Zähnen nicht, gehört zu den morgendlichen Illusionen.

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Hecktik macht sich breit. Alle erwachen und kriechen aus den Löchern...

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Auch der Helikopter wird startklar gemacht

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Wir werden von den Slowaken auch mit Confitüre eingedeckt und trotz des Sandes schmeckt die Milch vorzüglich. Der Sand sinkt schliesslich auf den Tassenboden ab.
Eine Meldung ist im Umlauf, dass die heutige Tagesetappe abgesagt wird - Sandsturmwarnungen. Genau das richtige für uns...

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...denn wir fahren trotzdem raus, um einen seit gestern festsitzenden LKW zu bergen. Noch wissen wir nicht genau, um wen es sich handelt, noch wo er steckt, geschweige denn, wie wir hingelangen können!

Man berät sich, wie weiter vorzugehen ist

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Mit Navigieren und kontrollieren wechseln wir etwas ab. Das TTQV von Hämpu mit guten Karten lässt dann genauer erschliessen, wie wir ans eingesandete Objekt gelangen können. Mehr als einmal haben wir Glück, nicht gleich selber einzusanden.

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Beitrag von Chrigu »

Wir fahren in ein "Nest" mit Gendarmen. Sie sind bewaffnet und kriechen sofort hinter den Dünen hervor, als sie uns sehen.
Komisches Gefühl, wenn man nicht sofort erkennt, um wen es sich handelt und man sich auf einemal umkreist von Bewaffnenten, vermummten Gestalten im Weichsand wiederfindet.

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Sie wissen jedoch Bescheid über den eingesandeten GINAF. Auch wird dieser bereits von ihnen bewacht und so vor irgendwelchen Strolchen geschützt.

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Der Fahrer dieses GINAF ist nervlich am Ende. Musste er doch mit der Crew in der Wüste übernachten und der GINAF wollte nicht mehr aus dem Sand rauskommen. Das muss schrecklich sein für einen Mann, der sonst so stolz einen grossen Rallytruck fahren darf. :mrgreen:

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Ein normaler Fahrer hätte den Wagen da einfach mit Vollgas durchgeprügelt und er wäre nicht steckengeblieben - weisser Sand. Ein anderer, der ihn allenfalls doch versenkt hätte, hätte ihn mit den 4 Sandblechen und Schaufeln auch wieder freigekreigt. Schliesslich sind 5-6 Personen bereits anwesend, als wir ankommen.

Ach ja, dummerweise hat sich der GINAF das rechte Reifenpaar abgedrückt. Die Reifen wieder auf die Felgen zu kriegen ist ebenfalls zu viel verlangt für den Herrn. Das Team TATRA erledigt das.

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Beitrag von Chrigu »

Kurzvideo vom Tag

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Beitrag von Chrigu »

Sehr interessant in dieser Gegend sind auch wieder die Kontraste.
Einerseits die roten Dünen, wenig weiter vorne sind sie aber weiss :shock:

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Den GINAF zu bergen ist also kein Problem. Wir können die Rückreise antreten.


Wir fahren in einem Konvoy.

Auf einmal ist mein Patrol nicht mehr Lenkfähig. Ich weiss sofort, wo es geschlagen hat.
Der Panhardstab vorne. Gebrochen.

Nach einer Reparatur in Marokko durch einen hilfsbereiten Einheimischen, bricht er nun im Weichsand unter der enormen Belastung erneut.
Nicht mehr fahrbar:

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Der Generator des TATRA wird mühsam angeschmissen, das Elektrodenschweissgerät hervorgekramt und die Sache wird äusserst robust verschweisst.
An dieser Stelle noch einmal liebsten Dank an das ganze Team TATRA!

Wir verlieren einige Zeit, bis alles wieder so weit ist. Schockolade und Rally-Verpflegung wird vertilgt und die Zeit wird genutzt, um sich etwas auszutauschen.

Ich beschliesse, meinen armen Patrol nicht weiter diesen Belastungen auszusetzen und muss auch feststellen, dass meine Reisezeit langsam ablaufen will. Denn ich habe noch in Marokko einiges vor.

Doch, was klackert da in meinem Motorraum so?
Könnten es die Ventile sein? Aber doch nicht so laut?!

Die restlichen par Dutzend Kilometer zurück zum alten Camp in Akjout sind dann Peanuts. Ich navigiere die Gruppe per Trackback ins Camp.

Eine riesige Abfallschlacht im verlassenen Camp gibt der Sache einen bitteren Beigeschmack. Darum also "eco" weil man beim Entsorgen der Abfälle sogar spart? :|

Ich verabschiede mich von allen. Viel Zeit dafür bliebt nicht. Sie müssen weiter, zurück zum nächsten Camp.
Schnell ziehen sie davon, der Hämpu und der Camion Balais.

Ich gehe noch kurz ins Dorf, decke mich mit feinsten Drinks ein, tanke noch einmal voll und mache mich ebenfalls auf den Weg in Richtung Nouakchott. Kurz auf dem Seitenstreifen anhalten und gleich einen Spitzen Stein eingefahren.
Lustig, einerseits sind die AT's fast unzerstörbar, jedoch gegen spitze Gegenstände halten sie wenig aus. Welcher Reifen schon nicht...

Eine nächtliche Fahrt durch Nouakchott gestaltet sich als durchaus angenehm und bietet einige lustige Bilder

Ich bin sicher der Meinung, dass man es am Abend etwas entspannter angehen lassen darf. Jedoch gleich wieder so?

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Beitrag von Chrigu »

Natürlich, die letzten par Tage sind wir gefahren. Schnell, teils etwas gefährlich. Anstrengend war die Sache ohnehin.

So habe ich auch die letzte Nacht wunderbar geschlafen. Am Morgen merke ich auch wo.
es scheint eine Art flächendeckende Müllhalde direkt nach Nouakchott zu sein. Jedenfalls wurde der Abfall bereits nach brauchbaren Dingen untersucht und mir bleibt nur noch Müll. Es stellt sich die Frage, ob ich meinen "Ghüder" auch hier entsorgen darf?! Wo sonst?!

Wichtig ist mir aber erst mal, etwas in den leeren Magen zu bekommen.
So schmeisse ich mir doch einfach Crêpes in die Pfanne. Auch diesmal schmecken sie vorzüglich.
Immer je eine mit Kakaopulver, Ahornsirup und Zucker. In genau dieser Reihenfolge. :mrgreen: Komisch, diese Gewohnheiten.
Irgendwie versuche ich unbewusst, doch etwas Ordnung in das ganze zu bringen.
Auch wird jeden Morgen das Gesicht gewachen, rasiert und überhaupt bei Zeiten aufgestanden. Egal ob ich heute einem Menschen begegne oder nicht, will ich nicht ungepflegt erscheinen, wenn auch meine Hosen hier und da ein wenig Ölfelcken hat. :wink:

Nun, der Tag ist noch jung und der Zeitdruck ist gänzlich gewichen.
Gestern habe ich mir ja noch einen Reifen aufgestochen - repariere ich also erstmal den.
Es ist nämlich sehr ungünstig, mit einer Felge an der Hinterachse zu fahren, welche brutal zurechtgedengelt wurde. So kann ich mit dieser guten Tat am Morgen den Radlagern und der Sicherheit zudienen.

Wens interessiert, wie ich das in der Wüste machen, der kann sich das video anschauen. Damit es nicht gleich allzu langweilig ist, habe ich wieder etwas Musik reingemacht


[youtube2][/youtube2]


Um 12:30 kann ich losfahren. Schon wieder etwas hungerig, aber zufrieden. ist doch alles wieder in Ordnung. Ich will aber weg von der hässlichen Deponie.

Ich steuere die Landstrasse an und fahre Richtung Norden.

Einige Gendarmerieposten passiere ich und werde immer wieder andere Dinge gefragt. Um hier etwas Farbe reinzubringen, antworte ich immer in einer anderen Sprache. Bis hin zu Mundart mit Händen und Füssen unterstützt klappt also die Kommunikation. Und zum Glück habe ich so viele Fiches gedruckt.

Ich treibe es etwas auf die Spitze und filme versteckt einige Kontrollen. Dies ist ja sehr ungern gesehen - einer merkt es dann dummerweise und nimmt mich raus. Er will die Filme sehen. Immer im richtigen Moment schalte ich zum nächsten Video um, so dass er zum Glück keine Uniform zu Gesicht bekommt. :twisted:
Als fast wieder eine Uniform im Video auftaucht, schalte ich die Kamera unbemerkt ab. Ich müsse sie wohl zwischendurch mal etwas aufladen. Der Mann versteht zum Glück nichts von der Technik. Sagt mir dann, ich solle die Datei löschen und weiterfahren. Ich bejahe, fahre weiter und lösche sie dann auch. Schade, da hätte ich wohl noch lange drüber schmunzeln können. Deeer Blick von ihm war sooooo toll, echt! :mrgreen:
Nun ja, klug war das nicht. Ich mache es nicht mehr, Ehrenwort.
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Beitrag von Chrigu »

Die Reifenreparatur hält, wie schön.

Mich interessiert, wie das rallycamp in "Boulanoutr" hinterlassen wurde, wo ich damals ziemlich originell weggeschickt wurde.

Erstaunt muss ich feststellen, dass auch hier wohl kein Geld ausgegeben wurde, um wenigstens den Abfall durch Einheimische wegräumen zu lassen. Schade, das wirft für mich kein gutes Licht auf solche Veranstaltungen. Nur, wohin mit dem ganzen Gerümpel?

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Weit mag ich aber nicht mehr fahren, der Sonnenuntergang kündet die nahe darauf folgende, kurze Dämmerung an.
So fahre ich also nur ein par Hundert Meter, zurück zu einer alt bekannten Düne und schlage mein Lager auf.
Die Sonne zeigt sich wieder von einer prächtigen Seite.

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Heute ist ein windstiller Abend. Dies geniesse ich natürlich auf meine Weise.
Da kommen zum Beispiel Chicken Nuggets und Pommes in die Friteuse, die nötigen Zutaten finden ebenfalls Platz auf meinem Teller und das ganze wird heisshungerig verschlungen.

---

In der Nacht dann die Quittung dafür.
Nein, keine Bauchschmerzen! Zahnschmerzen.

Ein ziemlich stark schmerzender Weisheitszahn raubt mir den Schlaf. Hätte ich den doch in der Schweiz mal rausgerissen...
Einmal stehe ich auf, putze nochmals die Zähne, bis es ziemlich blutet. Der Schmerz lässt nicht nach. So mühsam, wieder das Kribbeln im Hintern, wenn man einfach nichts machen kann und einfach da liegt. Wieder aufstehen und weiterfahren kann lebensgefährlich sein, da die Lichter der dort teilweise durch die Nacht fahrenden Autos durchaus nicht mehr alle gehen und ich sowieso in der Nacht nicht gerne viel herumfahre. Wozu auch, ich will ja etwas sehen können. Und wo wollte ich in der Nacht denn hin? Zahnarzt? :shock:
Nein, der ist ja am schlafen, denke ich.

2,5 Stunden halte ich es mal einfach aus und schaue, ob der Schmerz mindert. Trotz dem Umstand, dass ich Medikamente eigentlich nicht einnehme, werfe ich etwas Schmerzmittel ein. Tatsächlich nimmt der Schmerz auf ein schlafbares Ausmass ab.
Einmalig war das Erlebnis, seither ist Ruhe. Am Morgen kann ich nur wieder darüber schmunzeln.

Habe ich also gestern Abend die Sache etwas zu heiss gegessen, so dass dies Zahnschmerzen auslöste. Auch dies werde ich nicht mehr tun.
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

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Nach der schlechten Nacht bleibe ich doch noch etwas liegen. Ich öffne die Türe und lasse die frische Luft rein.
Der Schmerz ist weggeblieben.

Ich drehe mich nach vorne und sehe einen kleinen Vogel auf der Motorhaube. Durch die Windschutzscheibe äugert er rein. Was es da drinn wohl neues gibt?

Er entschliesst sich, dem genauer auf den Grund zu gehen, fliegt auf den Türrahmen und schliesslich direkt auf meine Bettdecke. Mutig. Habe ich doch noch gar nicht gefrühstückt.

Einerseits beobachte ich gerne das eigentlich scheue, aber doch neugierige Tierchen, andererseits möchte ich meine Bettdecke verschonen, den Titel Scheissdecke tragen zu müssen.

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Während dem Rallybetrieb ist meine Frontramme etwas angerissen. bei einer "Wadiüberführung" fällt tatsächlich dann eine Stossstangenecke ab. Das Scheinwerferglas des Xenonbrenners zerlegt sich und verstreut sich am Boden.

In Nouadibhou angekommen, frage ich mich nach einem Schlosser um, welcher mir die Ramme flicken kann.
Einer ist zu teuer, der andere hat kein Schweissgerät, welches funktioniert, der nächste will das nicht reparieren können.

Ich biete einem freien Schweisser auf der Strasse nach seinen geforderten 5'000Oug dann 1000Oug (knapp 3€) und er zieht mir anstandslos ein par Nähte in den Stahl.
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Beitrag von Chrigu »

Nun gehe ich auf die Suche nach Obst.
Einige Stände stehen nebeneinander. Einer ist lauter als der andere und meint, das Geschäft der Woche machen zu können. Schliesslich steht ein "Sparschweinchen" aus Europa mit einem Geländewagen über die Strasse.

Ich suche mir den am wenigsten aufdringlichen Händeler aus und decke mich mit Orangen und Bananen ein.
Die Preise für Obst sind sehr tief.

Rückfahrt zu dem Strand, den ich kurz vor der Rally besucht habe.
Alles ist noch genau gleich. Auch steht der Magirus noch immer da.

Da muss was nicht in Ordnung sein. Nachschauen.

So wie der da steht, sollte der doch noch längstens fahren können?! :blink: :unsure: :trust:

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Andererseits fehlt nicht nur der Tank.

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Dem geneigten Bilderschauer fällt sicher auf, dass der Antriebsstrang jäh aufhört...

Raus aus dem Verkehr. Kurz noch bei einer Kontrolle durch, bei welcher der Gendarm emotionslos zur Kenntnis nimmt, dass ich für ihn kein Geschenk habe, die Nomaden bereits alles hätten und durchaus bedürftiger seien, da er (Gendarm) ja gut ernährt zu sein scheint.
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