Anfang Januar 2017 war ich vor Ort und kann konkret berichten:
Unsere Gruppe mit 4 Autos kam von Tidjikja über das Tagant-Plateau, den Nega-Paß und das Assaba-Plateau nach Kiffa (dazu haben wir 3 volle Tage gebraucht). Eine Straße oder brauchbare Piste von Sélibaby nach Kayes war niemandem bekannt, obwohl es angeblich eine neue Straße von Kiffa nach Sélibaby gibt. Entgegen dem Rat eines höheren Militärs vor Ort, von Kiffa über Ayoun-el-Atrouss und Gogui, Nioro du Sahel zu fahren (er hat diese Strecke ausdrücklich als sicher bezeichnet), sind wir auf einer nagelneuen Asphaltstraße nach Kankossa gefahren, wo wir (unsere Autos) zolltechnisch ausgebucht wurden und weiter auf einer nicht erkennbaren Piste Richtung Grenze gerumpelt, wo wir unseren mauretanischen Ausreisestempel von der Grenzpolizei (police) bekamen.
Danach geht es querfeldein; alle Beschreibungen der „Straße“ haben nichts genützt – wir haben sie immer wieder verloren, vielleicht auch nie gefunden gehabt. Wir mühten uns im wesentlichen per Himmelsrichtung nach Aourou in Mali, wo es einen Einreisestempel, aber keinen Zoll gab. Die „Nationalstraße 22“ oder wie auch immer sie heißen mag, scheint etwa 50 km breit zu sein und nur aus holpriger Gegend zu bestehen – in der Regenzeit hoffnungslos. In der Nacht erreichten wir Kayes und suchten am nächsten Tag die Zolldirektion auf um dort zu erfahren, daß – weil wir an der Grenze die Autos nicht verzollt hätten – wir jetzt eine Eskorte an die senegalesische Grenze bräuchten. Kurz: nach einigem Verhandeln bekamen wir die Eskorte für 4 Autos nach Diboli um etwa ein Zehntel des Preises, den wir in Rosso oder Diama (Senegal) für ein Passe-avant bezahlt hätten. Der korrekte Weg mit Zollstation wäre über Gogui verlaufen (Umweg, aber angeblich Asphalt).
Im Senegal an der Grenzstation Kidira lief es völlig korrekt ab – kein Vergleich mit dem räuberischen Norden. Wir bekamen für 2500 FrCFA ein Passe-Avant für 6 Tage(!), schlossen noch eine Haftpflichtversicherung für Senegal und Guinea-Bissau ab und wurden sonst nicht behelligt. Über Tambacounda, Kolda, Tanaff fuhren wir über Farim und Mansoa weiter nach Bissau.
Sicherheitsbedenken scheinen im äußersten Nordwesten von Mali fehl am Platz (Momentaufnahme Januar 2017); genausogut kann man in Marseille, Berlin oder sonstwo unter die Räder kommen. Die größere Gefahr ist, daß das Auto kaputt geht. Mauretanien und Mali scheinen sich allerdings nicht zu mögen, so daß die Offiziellen die Lage auf der anderen Seite der Grenze nicht gerade objektiv bewerten. Bei der Ausreise aus Mauretanien mußte jeder handschriftlich erklären, auf eigene Gefahr zu reisen und für die Sicherheit selbst verantwortlich zu sein. Auf der malischen Seite hat uns dagegen erklärt, daß z.Z. niemand nach Mauretanien reisen möge.
Westmali: Verkehr & Sicherheit?
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StreunerAR
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Re: Westmali: Verkehr & Sicherheit?
Ihr seid von Kankossa wieder zurück nach Kidira gefahren??? DAS war ja ein Umweg.
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StreunerAR
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Re: Westmali: Verkehr & Sicherheit?
Vorwärts - nicht zurück!
Wir fuhren von Mauretanien nach Senegal auf folgender Strecke:
… Tidjikja - Kiffa - Kankossa - Hamoud - Aourou - Kayes - Diboli - Kidira - Tambacounda …
Wir fuhren von Mauretanien nach Senegal auf folgender Strecke:
… Tidjikja - Kiffa - Kankossa - Hamoud - Aourou - Kayes - Diboli - Kidira - Tambacounda …
Re: Westmali: Verkehr & Sicherheit?
Also eine "Ecke Mali" um in den Senegal zu kommen.... Lustige Idee.
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StreunerAR
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Re: Westmali: Verkehr & Sicherheit?
Genau. Anders geht es mit dem Auto doch gar nicht; in Kayes ist ja die einzige Straßenbrücke über den Senegal (Fluß) weit und breit.
Vgl. dazu den Einleitungsbeitrag: letztes Jahr sind wir gescheitert, weil wir auf den Anreise zu schwere Autopannen hatten, dadurch in Zeitnot waren und Tagant / Assaba nicht mehr fahren konnten.
Vgl. dazu den Einleitungsbeitrag: letztes Jahr sind wir gescheitert, weil wir auf den Anreise zu schwere Autopannen hatten, dadurch in Zeitnot waren und Tagant / Assaba nicht mehr fahren konnten.
Re: Westmali: Verkehr & Sicherheit?
Na ja... also in den Senegal fahr ich halt über die neue Dammstrecke Keur Macene.
DIE Brücke stand vor 3 Jahren noch.....
Und die Abenteurer nehmen eben doch die neue Teerstrasse Selibabi- die allerdings kurz vor dem Ende abrupt in eine weichsandige Steilabfahrt mit viel Bodenfreiheitsbedarf übergeht.
Und die vom Oberst genannte Teeerstrecke über Gogui/ Nioro ist gut und problemlos.
Deine Fragen zur Keniebastrecke hab ich schon x mal hier beantwortet: Die Strasse geht unten rum in kühler , waldiger Bergluft nach Kita und von da aus nach Bamako
DIE Abenteuertour die Du da gemacht hast war entweder geplant, oder ist aus Panik heraus entstanden. Kein Einheimisher hätte Dir das geraten.
Klar WÜRD ich sowas auch mal gern machen, aber DA muss ich sagen schreien meine Alarmglocken. Wenn Du da stehen bleibt wirds schwierig und kann im besten Fall teuer werden. Die Geier kreisen doch da geradezu.
Sowas würd ich nur mit kundigen Locals machen. Mich wudnersts, daß Du von Tikdjischka aus weggekommen bist- mir waren da die Polizisten sofort auf den Fersen.
So ein Risiko tut bei 3-4 Auswahlstrecken keine Not.
DIE Brücke stand vor 3 Jahren noch.....
Und die Abenteurer nehmen eben doch die neue Teerstrasse Selibabi- die allerdings kurz vor dem Ende abrupt in eine weichsandige Steilabfahrt mit viel Bodenfreiheitsbedarf übergeht.
Und die vom Oberst genannte Teeerstrecke über Gogui/ Nioro ist gut und problemlos.
Deine Fragen zur Keniebastrecke hab ich schon x mal hier beantwortet: Die Strasse geht unten rum in kühler , waldiger Bergluft nach Kita und von da aus nach Bamako
DIE Abenteuertour die Du da gemacht hast war entweder geplant, oder ist aus Panik heraus entstanden. Kein Einheimisher hätte Dir das geraten.
Klar WÜRD ich sowas auch mal gern machen, aber DA muss ich sagen schreien meine Alarmglocken. Wenn Du da stehen bleibt wirds schwierig und kann im besten Fall teuer werden. Die Geier kreisen doch da geradezu.
Sowas würd ich nur mit kundigen Locals machen. Mich wudnersts, daß Du von Tikdjischka aus weggekommen bist- mir waren da die Polizisten sofort auf den Fersen.
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StreunerAR
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Re: Westmali: Verkehr & Sicherheit?
Das haben wir früher immer gemacht: Rosso oder Diama über Keur Macène. Aber die unverschämte, dreiste Abzocke an den beiden einzigen autotauglichen Grenzübergängen am Fluß Senegal hing uns schon lange zum Halse hinaus. Diesmal ging es ohne Abzocke, wir haben was neues gesehen, der "Umweg" fügte sich nahtlos in den schon länger bestehenden Wunsch, Tagant und Assaba zu bereisen, ein - und war somit gesehen kein Umweg. Ein Riesenumweg wäre dagegen die Rückkehr nach Rosso gewesen. Oder habe ich deine folgende Anmerkung falsch verstanden(?):marylin hat geschrieben:Na ja... also in den Senegal fahr ich halt über die neue Dammstrecke Keur Macene.
DIE Brücke stand vor 3 Jahren noch.....
Von wo nach wo geht diese Straße? Geht die von Selibabi nach Rosso?marylin hat geschrieben:Und die Abenteurer nehmen eben doch die neue Teerstrasse Selibabi- die allerdings kurz vor dem Ende abrupt in eine weichsandige Steilabfahrt mit viel Bodenfreiheitsbedarf übergeht.
Oder wurde irgendwo eine neue Brücke über den Senegal gebaut oder eine neue Autofähre eingerichtet?
Trotz langer Recherche habe ich nichts über diese mysteriöse Straße gefunden (auch auf den Luftbildern von Google nicht und von Yandex auch nicht). Kiffa - Kankossa - Kayes dagegen war zu finden; sogar mit Koordinaten von Zoll und Grenzpolizei in beiden Ländern.
Danke zur Info über die Strecke Gogui.marylin hat geschrieben:Und die vom Oberst genannte Teeerstrecke über Gogui/ Nioro ist gut und problemlos.
Deine Fragen zur Keniebastrecke hab ich schon x mal hier beantwortet: Die Strasse geht unten rum in kühler , waldiger Bergluft nach Kita und von da aus nach Bamako
Kéniéba hat sich erledigt; die Frage hatte ich gestellt, als ich noch überhaupt keinen Peil hatte. Die Strecke über Kita in die Hauptstadt bin ich übrigens letztes Jahr zufällig mit dem Nachtbus gefahren. Sehr schade, daß ich die Landschaft nicht sehen konnte, aber ich war in Eile, denn mein Heimflug ab Bamako war gebucht und es gab Ärger mit der Zahlung über Netz; auch galt mein Visum nur noch 2 Tage - alles mit der heißen Nadel gestrickt, was mir heuer nicht passiert ist.
Welches Teilstück sollte denn daran so arg schwierig sein? Tagant & Assaba oder Kiffa - Kayes - Kidira?marylin hat geschrieben:DIE Abenteuertour die Du da gemacht hast war entweder geplant, oder ist aus Panik heraus entstanden. Kein Einheimisher hätte Dir das geraten.
Klar WÜRD ich sowas auch mal gern machen, aber DA muss ich sagen schreien meine Alarmglocken. Wenn Du da stehen bleibt wirds schwierig und kann im besten Fall teuer werden. Die Geier kreisen doch da geradezu.
Sowas würd ich nur mit kundigen Locals machen. Mich wudnersts, daß Du von Tikdjischka aus weggekommen bist - mir waren da die Polizisten sofort auf den Fersen.
So ein Risiko tut bei 3-4 Auswahlstrecken keine Not.
Wir waren 4 Auto, von denen maximal 3 gleichzeitig festgesteckt waren; eine Drohne mit guter Kamera und 7 km Reichweite hatten wir auch dabei (damit darf man sich natürlich nicht von Militär und Polizei erwischen lassen). Wir haben viel geschaufelt und geschleppt - stimmt schon - aber es blieb alles im Rahmen und wir konnten sogar unseren Zeitplan einhalten.
In Tidjikja sind wir von Nuakschott kommend erst in der Nacht angekommen, weil wir morgens immer ewig bummeln und erst im Mittagsstau aus der Hauptstadt raus sind. Die Polizei hat uns auch weggefangen und uns dann sogar bei der Übernachtungssuche (wir blieben schlußendlich auf dem Campingplatz) geholfen. Sie haben sich unsere Reisepläne notiert, gesagt, daß sie uns weitermelden und nach uns suchen ließen, wenn wir nicht einige Tage später in Kiffa aufschlügen. 3 Tage haben wir gebraucht.
Die Tour war so geplant und gewünscht; es war weder Panik noch aus der Not geboren. Wir wollten 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen:
- die Abzocke im Norden Senegals loswerden
- Assaba durchqueren und dann schnellstmöglich nach Südsenegal / Casamance kommen, ohne wieder nach Norden zu müssen.
Die zitierten 3-4 Auswahlstrecken bleiben mir ein Rätsel, wenn ich sie auf den Abschnitt Kiffa - Tambacounda beziehe und mit dem eigenen Auto fahren will (nicht zu Fuß und nicht mit Zweirad). Ich sehe nur Kayes als Zwischenstation - aber möglicherweise haben wir uns mißverstanden.
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StreunerAR
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Re: Westmali: Verkehr & Sicherheit?
Dieses Jahr im Januar bin ich die Strecke wieder gefahren und fand den Zoll in Bafarara. Der dortige Beamte hatte nicht viel zu tun und zog sich extra seine Uniformjacke an, um uns abzufertigen. Er war sehr korrekt und verlangte eine Gebühr von 10€ pro Auto, falls ich mich recht erinnere. Auch bekamen wir ordentliche Dokumente (passe-avant). Anscheinend haben wir diesmal alles richtig gemacht, denn in Diboli konnten wir problemlos nach Senegal ausreisen.StreunerAR » 03.02.2017 08:51 hat geschrieben:Danach geht es querfeldein; alle Beschreibungen der „Straße“ haben nichts genützt – wir haben sie immer wieder verloren, vielleicht auch nie gefunden gehabt. Wir mühten uns im wesentlichen per Himmelsrichtung nach Aourou in Mali, wo es einen Einreisestempel, aber keinen Zoll gab.
Schild an der Zollstation Bafarara
Das Büro war nicht ganz leicht zu finden, weil das kleine Haus keine Landesflagge auf dem Dach hatte.
Die Abfertigung durch die Grenzpolizei findet nach wie vor in Aourou statt.




