Stop the Serengeti Highway

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christian aus Freiburg
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Stop the Serengeti Highway

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo!

Nachdem ich es zuerst nicht glauben konnten, scheint es aber sicher zu sein.
2012 wird eine neue Asphaltstraße nach Musoma gebaut. Nicht auf kurzem Weg, sondern über Engaruka-Loliondo(Kleins Gate) dann durch die Serengeti nach Musoma. Auch die Masai Mara wird betroffen sein.

http://development.thinkaboutit.eu/thin ... migration/

Für das tiefere Verständnis was dort gerade abläuft empfehle ich diesen Artikel:
http://africaanswerman.com/?p=105

Die ganze Geschichte ist geradezu ein Alptraum :kotz:

Christian
Zuletzt geändert von christian aus Freiburg am Mi 16. Jun 2010, 21:48, insgesamt 3-mal geändert.
Alexander
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von Alexander »

Das kann doch nicht war sein :cry:
Gut, dass das der alte Grzimek nicht mehr erleben muß

Kann man die Natur nicht in Ruhe lassen, besonders diese seltenen Perlen?

Grüsse
Alexander
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Alexander
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von Alexander »

Naturschutz im Kolonialstil

Hintergrund. Nationalparks gelten allgemein als Zonen unberührter Flora und Fauna. Doch ihre Geschichte ist oft eine von Rassismus, Eurozentrismus, Vertreibung und Vermarktung mehr...

Ein lesenswerter Beitrag zum Thema Naturschutz und Nationalparks.

Grüsse
Alexander
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christian aus Freiburg
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Serengeti Highway Petition

Beitrag von christian aus Freiburg »

Guten Morgen!

das einzige was derzeit gegen den Highway durch die Serengeti unternommen werden kann, ist sich an der Petition zu beteiligen:


:arrow: Online Petition - "Stop the Serengeti Highway"


Christian
Alexander
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von Alexander »

Stimmt Christian,

also nehmt bitte an der Petition teil. Da uns das Thema wichtig ist, haben wir es auch auf unserer Startseite https://www.wuestenschiff.de/ ausgestellt

Grüsse
Alexander
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christian aus Freiburg
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo!

ich habe die Pressestelle der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt
angeschrieben. Ich hoffe es kommt eine Stellungnahme. Bis 15.06. ist Frau Andres leider nicht anwesend.

Gruß Christian
Lothar
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von Lothar »

Hallo,

die Migration ist wohl das größte Naturschauspiel in Afrika, wenn das aufs Spiel gesetzt wird, zeigen die Verantwortlichen für diese Region, dass ihnen nichts mehr heilig ist.

Sollte es wirklich zu dieser Strasse kommen, dann sollte sie zumindest saisonal oder besser "je nach Erfordernis" gesperrt werden können. Das Entscheigungsrecht darüber könnte/sollte z.B. bei der ZGF, am besten gleich M. Borner übertragen werden, dann könnte man wieder beruhigt schlafen.

Dieses Thema müsste doch eigentlich die ZGF auf den Plan rufen, auf deren HP ist aber nichts zu finden.

Lothar


-- Hoppla, da hat sich etwas überschnitten, da war Christian schneller --.
Birgitt
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von Birgitt »

Ganz abgesehen vom Naturschutz - Tansania scheint zu vergessen, dass neben dem Kilimanjaro ihre Tierwelt - insbesondere die Serengeti und ihre Migration - ihr eigentliches Kapital (Tourismus) sind. Wenn sie sich das kaputt machen, zerstören sie sich einen wichtigen Wirtschaftszweig ihres Landes.

Tansania hat wirklich ein seltenes Talent für die Trassenwahl ihrer Straßen. Der TanZam-Highway führt ja auch im Transit mitten durch den Mikumi - wobei ich hier nicht weiß, wer oder was zuerst war, die Straße oder der Nationalpark.

Soll es in der Serengeti in wenigen Jahren dann so aussehen?

Bild

Bild

Gruß :?
Birgitt
christian aus Freiburg
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artikel im Telegraph

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo!

Ich bin in Kontakt mit Uwe Skrzypczak ( http://www.serengeti-wildlife.com/index.php ) einem Buchautor und Fotografen speziell über die Serengeti.

Er hat mich über den Heute veröffentlichten Artikel im Telegraph informiert:

http://www.telegraph.co.uk/news/worldne ... ation.html

Ich zitiere Hier aus einer Mail von Uwe:

Zitat: "Obwohl ich Grundsätzlich gegen jede weitere infrastrukturelle Erschließung der Serengeti bin, auch im Bezug auf neue Lodges, allein schon weges des Wasserverbrauchs, wird man dieses Vorhaben kaum verhindern können.
Selbst wenn man die finanziellen Interessen von den besagten Einzelpersonen wie Jones außen vor lässt, wird diese Straße seit mehr als 30 Jahren von der Bevölkerung am Viktoriasee gefordert.
Die ZGF scheint aktuell auch nicht mehr den starken Einfluss wie in früheren Zeiten in Tansania zu haben. Markus Borner wollte bereits die im letzten Jahr errichtete Lodge verhindern, kam aber nicht durch. Zudem geht er in absehbarer Zeit in Rente.

Meine Einschätzung zur Situation, die ich dem Telegraph gegeben habe:

Bleibt es bei einer Nachts geschlossenen Schotterpiste mit ähnlicher oder niedrigerer Fahrzeugfrequenz wie auf der Serengeti Mainroad, wird es die Migration wenig beeinflussen, denn die Mainroad wird bisher mehrfach im Jahr durch die Migration gekreuzt.

Eine deutlich höhere Fahrzeugfrequenz und eine permanente Befahrbarkeit wiederum würde die Migration herüber in die Massai-Mara möglicherweise zum Erliegen bringen. Dies würde 3 Monate Futterausfall für die Gnus bedeuten und zu einem Populationsrückgang von bis zu 90 % dieser Tierart führen. Für diesen Fall erwarten die Zoologen eine sogenannte Umkehr der Populationsdynamik. D. h. die Übermasse der Carnivoren im Serengeti-Mara-Ökösystem würde vor dem eigenen Hungertod die verbleibenden Huftiere soweit dezimieren, das eine Erholung der Population nicht mehr möglich ist. Dann stünde der Totalzusammenbruch des Ökosystems bevor.

Herzliche Grüße

Uwe "
Zitat ende

ich glaube es wird zeit das auch eine deutschsprachige Zeitung berichtet...


Gruß Christian
Lothar
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von Lothar »

Uwe hat geschrieben:Die ZGF scheint aktuell auch nicht mehr den starken Einfluss wie in früheren Zeiten in Tansania zu haben.
den Eindruck hatte ich auch. Die ZGF darf, so schien es mir:

- ihre wissenschaftliche Forschung ausüben
- veterinärdienstlich tätig werden
- gewollt oder ungewollt Werbung betreiben
- und Geldmittel zur Verfügung stellen.

Die Grzimek-Ärea ist seit langem vorbei. Ausserhalb der ZGF-Gebäude hiess es
"Mr. Grzimek, who is that ?"

Uwe hat geschrieben:Eine deutlich höhere Fahrzeugfrequenz und eine permanente Befahrbarkeit wiederum würde die Migration herüber in die Massai-Mara möglicherweise zum Erliegen bringen. Dies würde 3 Monate Futterausfall für die Gnus bedeuten und zu einem Populationsrückgang von bis zu 90 % dieser Tierart führen. Für diesen Fall erwarten die Zoologen eine sogenannte Umkehr der Populationsdynamik
Ob Kenia tatenlos mit ansehen würde, wenn die Migration in die Masai-Mara versiegte, daran glaube ich allerdings auch nicht, und ob die Gnus ihre alten Routen so einfach aufgeben, scheint mir auch fraglich, wenn man bedenkt, wie unbeirrt sie - trotz aller Gefahren - an den unmöglichsten Stellen ihre Rivercrossings durchziehen.

Auf der Transitstrasse durch den Mikumi NP (siehe Birgitts Beitrag), immerhin der Trans-Afrika-Highway, versucht man mit "Speed Blocks" den Verkehr zu "entschleunigen". Hat meiner Einschätzung nach sogar etwas Erfolg.
Man könnte auch die Fahrzeiten überprüfen, und damit die Geschwindigkeit drosseln, aber da fängt dann wieder Afrika an. So etwas wird immer irgendwie umgangen.

Vielleicht kann ja die Internationale Gemeinschaft die Chinesen dazu bewegen, einen Tunnel zu bauen, im Gegenzug bekommen sie dann irgendwo weitere zusätzliche Schürfrechte. :mrgreen:

Lothar
christian aus Freiburg
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo Lothar!

Uwe hat noch weitere Sachen geschrieben über die Serengeti. Damit es komplett wird, setze ich das wieder als Zitat rein(Uwe hat zugestimmt):

Zitat "Diesem Ökosystem in seiner jetzigen Form gebe ich keine 10 Jahre mehr, die neue Straße ist lediglich das Tüpfelchen auf dem I. Die Hauptgefahr geht von Kenia aus. Wenn Du Dir aktuelle Satelitenbilder anschaust, wie stark die Mara mittlerweile von Weizenfeldern und anderen landwirtschaftlichen Betrieben eingekreist ist, kannst Du es leicht nachvollziehen. Einige Farmen sind direkt an den Zugrouten der Gnus sogar eingezäunt. Die Huftierbestände sind über 80% zurückgegangen, man versucht jetzt neue anzusiedeln. Die Löwen müssen zeitweise durch Abschuss von Büffeln zugefüttert werden, der Genpool ist ähnlich von Inzucht gefährdet wie bei den Löwen im Ngorongoro.
Wenn es im August/September 2009 nicht unüblicherweise im Western Corridor geregnet hätte, wodurch rund 500.000 Gnus nicht in die von der Dürre betroffene Mara gezogen waren, wäre der Zusammenbruch bereits da.
Man versucht zwar den Mauwald aufzuforsten, um den Pegel des Mara Rivers wieder hoch zu bekommen, dass geht aber zu langsam. Es wird zuviel Wasser für die Landwirtschaft abgezweigt.
Lake Naivasha, eines der wichtigsten Süsswasserresevoirs in Nordkenia verkommt beispielsweise durch unseren westlichen Drang nach billigen Schnittblumen zeitweise zum Schlammtümpel. Diese Entwicklung findet überall in Kenia statt und ist kaum noch aufzuhalten. "
Zitat ende.

Ich selber habe Kenia bis jetzt gemieden, da es mir zu entwickelt erschien. Deshalb kann ich zur Mara nichts sagen.

Gruß Christian
Lothar
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von Lothar »

..... ist es das, was du meinst ??


Bild


aufgenommen an einem Crossing-Point in der Masai-Mara während der Migration.
Es zeigt nur einen Teil der wartenden Fahrzeuge. Die überwiegende Mehrzahl sind die weissen Minibusse der lokalen Touroperator. Die bringen die Touristenmassen.

Also die Gnus in der MM sind Fahrzeuge gewohnt, aber sie gehören bekanntlich nicht zu den Intelligenz-Bestien, und es würden wohl noch viele Jahre vergehen, bis ihnen die Evolution beigebracht hat, wie man sicher über eine Strasse kommt. Wer weiss, ob es bis dahin überhaupt noch Gnus (oder Fahrzeuge ?) gibt ....

Bis dahin werden wohl so einige von ihnen auf der betreffenden Strecke bleiben. Allerdings waren 2007 so viele Gnus wie noch nie in der MM. Es hiess : 1 - 1.4 Millionen !

Also - das ist relativierbar, nicht jedoch die Bedrohung der Naturparks durch den Menschen.

Lothar
christian aus Freiburg
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von christian aus Freiburg »

Oh je, jetzt weiß ich auch warum Sie die neue Straße wollen...
So wie auf dem Foto soll es auch in der Nordserengeti werden. Dann noch der internationale Airport für Jones. Und es wird klingeln in den Kassen.
Das habe ich dazu auf der ZGF-Homepage gefunden:

14 August 2009, 02:44 | Markus Borner
Encouraging Support for the Serengeti from Tanzania’s President

The decision of the Tanzanian Government in 2007 to allow additional 4.500 beds in the Serengeti National Park (equivalent to 40-50 additional lodges!) raised serious concerns. In an effort to address this issue the Frankfurt Zoological Society (FZS) sponsored a study conducted by the “Serengeti Tourism Working Group” consisting of Hart Howerton, Professor A.R.E. Sinclaire, HKLM and Research Associates to examine the issues and develop potential models for tourism in the Serengeti Ecosystem.

Gruß Christian
LudwigH
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von LudwigH »

Wie wird Afrika in 25 Jahren ausschauen?

Dann soll die Bevölkerung von ca. 1 Milliarde auf 2 Milliarden gewachsen sein.

Dann ist diese Straße nur eine von vielen.

my 2 cents

Die Petition unterstütze ich.
christian aus Freiburg
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Re: Stop the Serengeti Highway

Beitrag von christian aus Freiburg »

Hallo!

@Ludwig: Klar kann das passieren, wird es wohl auch, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt....

Heute habe ich Antwort von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt erhalten.
Die in diesem Artikel beschriebene Situation enspricht in wesentlichen Teilen den Tatsachen:
http://africaanswerman.com/?p=105

Die ZGF ist gegen die Straße und hat seit gestern dieses Statement veröffentlicht:
http://www.zgf.de/?id=72&reportId=85&language=en

Sie hat mir noch diesen Link zugesendet:
http://opinionator.blogs.nytimes.com/20 ... eti&st=cse

Ich bin der Meinung das angesichts der Tatsache, das Deutschland Millionen und Abermillionen in die Entwicklung der Parks in Tansania gesteckt hat, hier von Seiten des Entwicklungshilfeministeriums gehandelt,beziehungsweise eindeutig Position bezogen werden sollte.

Christian
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