Hallo zusammen,
nicht schlecht staunte ich, als ich mich 1991 während meiner ersten Sahara-Reise mit dem Moped den Tin Taradjeli-Pass hoch arbeitete (der war damals ja noch nicht befestigt und grade entsprechend erodiert): Von Weitem dachte ich zuerst, da kommt eine Straßenbahn. Nun war mir allerdings schon klar, dass in der Sahara keine Straßenbahnen unterwegs sind. Beim Näherkommen erkannte ich einen riesen-großen roten Bus aus dem sich viele Menschen aus den Fenstern lehnten und begannen mich und meinen Reisebegleiter zu fotografieren und zu filmen. Ich hatte bis dahin noch nie etwas von Rotel-Tours gehört und dachte wirklich, ich hätte eine Erscheinung. Doch war es dann für mich in diesem Moment bittere Realität, dass da Menschen gemütlich in einem Bus saßen und sich durch die Wüste schaukeln ließen, während ich „heldenhaft“- damals hielten wir uns natürlich für „echte Helden“

mit minimalistischster Ausrüstung die übelsten Pisten bewältigte. Ich habe geschimpft wie ein Rohrspatz und laut gerufen „bevor ich mich in so ein Ding setzen würde, ginge ich lieber zu Fuß“. Außerdem empfand ich es als unerhört, dass diese Menschen mich auch noch fotografierten und filmten und tat meinem Unmut diesbezüglich noch lauter kund.
Einige Wochen später – wieder zurück zu Hause – berichtete mir ein Bekannter, der sich zur selben Zeit wie ich Algerien befand, dass er in Djanet einen Rotel-Tours-Besatzung getroffen und sich mit dem Fahrer nett unterhalten habe. Dieser erzählte ihm von einem Erlebnis am Tin Taradjeli, als ihm eine „wildgewordene Motorradfahrerin“ entgegenkam und vor lauter Schimpfen fast vom ihrem Moped gesprungen sei…
Es gibt sogar ein Foto von der Aktion, das mein Reisepartner damals gemacht hat. Leider komme ich da grade nicht dran, da ich mitten im Umzug stecke und die Dias von damals in irgendeiner der vielen Kisten stecken.
Viele Grüße von der – heute über sich selber amüsierenden - Angelika
