972 Breakdowns

Länder- und Wüstenbezogene Filme

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°Daniel
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972 Breakdowns

Beitrag von °Daniel »

Film-Doku:

„972 Breakdowns“
Mit dem Motorrad von Halle nach New York


Bild
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Was haben sechs junge Künster und die russische Ural 650 mit Beiwagen gemeinsam?
Eine Fahrt von Deutschland nach New York. — Mit 43.000 km nicht zwingend der kürzeste Weg. Naja, siehe nehmen auch die Route hinten rum.

Zweieinhalb Jahre und 972 Breaksdowns später ist die Tour tatsächlich geschafft. Auf deren WebSeite konnte man sie schon während der Reise verfolgen, jetzt gibt es den im letzten Jahr erschienenen dokumentarischen Film als DVD.

Filmvorschau und Webseite lassen erahnen, dass es sich hier nicht ganz um eine Doku im klassischen Sinne handelt. Aber was will man erwarten, wenn die Protagonisten allesamt künstlerische Berufsausbildungen gewählt haben. :wink:

110 Minuten Spaß, Kreativität und ein sehr direkter Draht zu Land und Leuten garantiert das Format dieses Reiseprojekts, das offensichtlich die große Stärke der Ural 650 optimal ausnutzt: Ihre Reparierbarkeit.

Viel Spaß !
°Daniel

Den Breakdown-Theme Track "972" von 0101 kann man sich hier anhören:

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Hier noch ein Bilder zum vorglühen:
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    P1060375.jpg
    Für alle Medien, sofern nicht anders benannt © leavinghomefunktion GbR
    Ralf Kiefer
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    Re: 972 Breakdowns

    Beitrag von Ralf Kiefer »

    Hallo!

    Das hatten wir hier schon mal. Ich hatte 'ne kleine Filmkritik geschrieben. Kurz: rentiert sich nicht.

    Gruß, Ralf
    °Daniel
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    Re: 972 Breakdowns

    Beitrag von °Daniel »

    Hi Ralf,

    das hatte ich übersehen, in dieser Zeit war ich anderweitig recht eingebunden.

    Die dort von Dir gebrachte Kritik mag korrekt sein, ich persönlich finde sie etwas einseitig. Denn nicht jeder muss eine technische Dokumentation abliefern. So eine Reise bietet auch noch andere Aspekte, z.B. Landschaft, Leute kennen lernen, Lifestyle der anderen Art, ...
    Jeder setzt da seinen eigenen Schwerpunkt, einige auch auf TechnikTest-Dokumentation mit Tachostand und Freude an ausführlichen Reparatur-Features; z.B.schöne Umgebungsfotos sind dann seltener. Ähnlich verhält es sich natürlich mit Visa-/Behördenproblemen und Straßenlage. Interessant für andere Reisende, insbesondere auch für viele der hiesigen Mitglieder, aber nicht der Fokus dieser Truppe.

    Ich habe das Projekt schon gesehen, als es noch am laufen war. Der Eindruck von mir war, es sind ein paar Kids nach der Ausbildung die einfach mal was anderes machen wollten. Zudem ist in Halle der Arbeitsmarkt nicht all zu prickelnd und so wird denen wohl die Idee gekommen sein, wie man aus Nichts eine tolle Lebenserfahrung machen kann. — Ich finde das nicht verkehrt und die Überdimensionierung des Projekts für Einsteiger macht es spannend. Das Ergebnis ist sicherlich weichgespühlt, aber es sind eben keine Expeditions-Profis sondern Leute, die letztlich Fun haben wollten. — Enstprechend ist natürlich auch der Anspruch an den Film.

    Auch nicht verkehrt finde ich die Idee über das Crowdfunding den Spaß zu finanzieren. — Wobei mich die aktuelle Ausrichtung von deren Webseite auf das Merchandising doch sehr stört. Da merkt man dann schon, dass die mediale Aufmerksamkeit doch die ursprüngliche Essenz platt machen kann. :shake:

    Vielleicht weckt ja auch der Titel „972 Breakdowns“ falsche Erwartungen, zumindest aus unserer Sicht hier.
    Daher ist's gut, dass Du auch Deine Sicht hier schon eingebracht hast. :)

    Gruß,
    °Daniel
    Ralf Kiefer
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    Re: 972 Breakdowns

    Beitrag von Ralf Kiefer »

    °Daniel hat geschrieben:
    Mo 22. Mär 2021, 19:05
    Vielleicht weckt ja auch der Titel „972 Breakdowns“ falsche Erwartungen, zumindest aus unserer Sicht hier.
    Meine Sicht auf diesen Film ist mittlerweile noch deutlicher.

    Der Film sucht sein Publikum bei Zuschauern, die mit Langzeitfernreisen eher nichts am Hut haben, denn, wie bemerkt, es ist ein Projekt von ehemaligen Filmstudenten. Sie vermitteln allerdings nicht den Unterschied zu (Mopped-)Fernreisenden, die das ernsthaft betreiben, denn sie kennen die Unterschiede nicht.

    Zum sozialen Aspekt: so was macht sonst (fast) niemand zu fünft. Zwei oder vier Leute sind die richtige Anzahl in einer Gruppe, und vier auch nur dann, wenn es durch kritische Gegenden geht. D.h. sie hatten sich vor der Reise nicht mal mit nichttechnischen Aspekten beschäftigt.

    Zur Wahl ihrer Strecken: die fuhren ganz im Osten von Sibirien die "Straße der Knochen" nach Magadan. Und zwar die Sommerroute statt der besser ausgebauten Straße "für alle". Dort sind sie gescheitert und letztendlich unter Zurücklassen ihrer Fahrzeuge nur zu Fuß rausgekommen. Sie erzwangen die Hilfe von Einheimischen nicht nur dort. Das war ein provoziertes Abenteuer meineserachtens entweder der Dramatik des Films geschuldet oder aufgrund gewaltiger Naivität. Volles Risiko mit Ansage. Die hätten vorher "nur" die 2 oder 3 Wikipedia-Artikel lesen müssen, um zu wissen, daß es Gründe gibt, weswegen die Moppedfahrer, die durchkamen, namentlich erwähnt wurden. Das gibt es sonst eher nicht.

    Solch einen Streckenabschnitt beginnt ein ernsthaft Reisender nicht mit Fahrzeugen, die zu diesem Zeitpunkt bereits ein paar 100 Pannen hinter sich hatten und jederzeit wieder zusammenbrechen würden. Ein ernsthaft Reisender will ankommen, hat 'nen Überlebenswillen und versucht das Risiko abzuschätzen. Diese wesentlichen drei Punkte fehlen in diesem Film. Auch hinterher bei diversen Präsentationen oder Interviews fehlen diese Einsichten noch komplett. Ein ernsthaft Reisender würde genausowenig ständig die Notfallhilfe von Einheimischen erzwingen wollen, denn deren Motivation so was zu machen ist begrenzt. Der übernächste Hilfesuchende, der dort vorbeikommt, wird vielleicht mit Ignoranz oder gar mit geworfenen Steinen "begrüßt".

    Das Problem ist, daß Zuschauer des Films solches Verhalten auf andere Reisende übertragen. Die harmlose Variante ist, daß "unsereins" lediglich verbal für einen Selbstmörder gehalten wird. Die weitere Folge ist, daß es bei unvorhersehbaren "Pannen" zu Ansichten dieser Art kommt: "die sollen ihre Rettung selbst bezahlen", siehe z.B. Algerien 2003.

    Gruß, Ralf
    °Daniel
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    Re: 972 Breakdowns

    Beitrag von °Daniel »

    Hallo Ralf,

    Deine Sichtweise auf das Projekt ist klar und deutlich. Und wenn jemand Deine Ansichten teilt, dann spielt die Qualität des Films keine Rolle. Aufgrund des Missbilligung des Projekts darf man diesen Film nicht ansehen, denn sonst belohnt und fördert man sowas.

    Korrigieren sollte man vielleicht Deine Aussage , es seinen „Filmstudenten“. Nein, 4 haben Bildhauerei studiert, eine "Bildende Künste" allgemein. Aus dem Material einen Film zu machen, dazu haben sie einen Externen hinzugezogen, Daniel von Rüdiger.
    Der Film war letztlich Resultat, aber nicht der Grund der Reise.

    Ich denke, man sollte Reise-Projekt und Film-Projekt trennen, wenn es darum geht, den Film als solches zu bewerten. Und hier denke ich sind wir uns einig, der Film ist nicht für „Inisder“ gemacht, wenn es um den Aspekt „Information aus einem Reisegebiet" geht. Er ist absichtlich für ein möglichst großes Publikum gestaltet. Von diesem Mainstream sind wir hier doch recht weit entfernt.
    Aber hey, wer hat nicht schon mal Indiana Jones geschaut? — Reise in ferne Länder, aber kein Infogehalt, just 4 FUN.

    Gruß,
    °Daniel
    °Daniel
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    Re: 972 Breakdowns

    Beitrag von °Daniel »

    Um auch auf die anderen Punkte einzugehen, also den Aspekt des Reise-Projekts / Planung und Durchführung der Reise

    Deine Punkte zu „Unqualifiziertes herangehen an die Reise“ finde ich fast alle korrekt, kann man so sehen. Die Frage ob der Grund „Dramatik des Films“ oder „gewaltige Naivität“ war, würde ich mit „absolute Naivität“ beantworten wollen. Bildhauer planen keine Filmdramaturgie. Sie haben sich einfach völlig überschätzt.
    Die denkbaren Gründe dafür hast Du ja genannt. — vor allem kein Wissen, keine Erfahrung. Ich füge da hinzu: Der Glaube an sich selbst, Grenzen austesten wollen, mangelnder Glaube daran, dass die Zivilisation irgendwo aufhören könnte.
    Nur das mit dem mangelnden Überlebeswillen unterschreibe ich nicht. — Sie haben nicht aufgegeben und, ungeachtet der Hindernisse, das Ziel erreicht. — Wenn das mal kein Überlebenswillen ist ...

    Auch nicht so teilen kann ich die Ansicht, dass es für die lokale Bevölkerung eine so fürchterliche Zumutung ist, sich mit fremden abzugeben und ihnen zu helfen. Wir haben hier ja kein Touristen-Aufkommen wie auf Mallorca. Da würde das dann schon recht schnell nerven.
    Aber in einer 3-Häuser-Siedlung, wo seltenst ein Fremder auftaucht? Ich denke, einem gestrandeten Individual-Touristen zu helfen ist ein Ereignis, von dem die sich noch so einige Tage immer wieder erzählen werden. — Ich sehe darin auch ein Geben und nehmen im kulturellen Sinne.
    Ein voll funktionsfähiger, rollender Wohn-Container hingegen minimiert die Intensität des kulturellen Austauschs; denn wenn, dann geschieht er nicht auf Augenhöhe, egal wieviel Mühe man sich gibt.

    Deine Kritik/Befürchtung zur Bildung von ungünstiger, öffentlichen Meinung finde ich OK. Aber: Wenn ich so auf Globetrotter-Treffen die Vorträge sehe, irgendwie drehen die sich auch immer um Reisen, tolle Fotos und Eindrücke. Relevante Inhalte zu Vorbereitung oder zur technischen Aufarbeitung eines Problems finden sich höchstens als Randbemerkung mit ein paar kurzen Fotos eines spektakulär-kaputten Bauteils.
    Der Technik sowie Reisevorbereitungen werden, wenn überhaupt nur unabhängig von Reisebrichten gezeigt.
    Und jetzt vielleicht darauf zu verweisen: Man kann ja alles im Internt finden oder hier erfragen und es kommen die Leute ja auch nach dem Vortrag und fragen. — Ja, stimmt, aber Leute die das tun sind eben nicht die große Öffentlichkeit. — Der Öffentlichkeit muss man die Problematik konsumgerecht vor die Nase setzen, um sie zu erreichen (PR halt). Wie wichtig das ist, hast Du mit Algerien 2003 selbst benannt.

    Gruß,
    °Daniel
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