Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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seppr
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Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von seppr »

MODERATOR-NOTE:   Tipps waren angefragt im Thread Marokko | Cirque Jaffar


Zu den gewünschten Tipps:

Wir sind viel nach dem Pistenkuhführer gefahren. Über diese Routen brauche ich nichts hinzufügen, die Schwierigkeitsklassifizierung von Burkhard Koch finde ich sehr zutreffend.

Sonstige Tipps kurz erwähnt, bei Interesse gerne mehr:
Für Bergsteiger mein Tipp: Siroua 3300m hoch, Wanderung 1 Tag, Gipfel leichte Kletterei, Führer empfehlenswert, kostet um die 35 Euro, nett! Aber im Februar nur für Winterbergsteiger. War im November schon eiskalt auf dem Gipfel.
Für Vogelfreunde: Der Nationalpark bei Sidi Rbat, 50 km südlich von Agadir, rechtes Ufer des Qued Massa, hat interessante Vögel, Höhepunkt eine große Kolonie mit Waldrapp, einem krausköpfigen Ibis, der sehr selten ist.
Antiatlas bei Tafraoute. Da fährt man sowieso hin wegen der blauen Steine. Sehr empfehlenswert: Amtoudi mit zwei interessanten Speicherburgen. Das tiefe Tal des Assif Boulgous, zu Fuß durch Amtoudi und hoch ca. 1 Stunde zu tollen Badegumpen. Da fließt tatsächlich noch etwas Wasser. frisch renovierter CP fast ohne Wasser.
Am Mittelmeer: Torres de Alcala, kurze aber nett ausgesetzte Piste am Meer entlang zur spanischen Insel bzw. Enclave Penon de Velez
Rifgebirge: vom Küstenort Bni Bouzra herrlich über die Bergkämme nach Chefchouen und im Tal des Qued zurück ans Mittelmeer nach Qued Laou. Auf knapp halber Strecke geht die Stichstraße zum Wasserfalle bei Akchour ab. Am Ende ein Parkplatz für ein paar Dirham und ein Fußweh 1 Stunde bis zum Ende, am Tor le pont de dieu. Lohnend.

Sepp
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HoZ62
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von HoZ62 »

Hallo Sepp,

vielen Dank für die Tips.

Amtoudi waren wir am überlegen und werden es wohl jetzt auf alle Fälle machen
Mittelmeer liegt nicht auf unserer Route
Agadir mit dem Vogelpark ist neu und eine Überlegung wert. Kommen wir wohl wahrscheinlich vorbei
Siroua hört sich cool an. Ist noch nicht sicher, ob wir da in die Nähe kommen

Auf alle Fälle alles notiert

Danke nochmals. Am 01 März geht' los

VG
Holger
seppr
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Marokko | Tour nach Amtoudi

Beitrag von seppr »

Amtoudi ist etwas abgelegen, lohnt sich aber schon für einen ereignisreichen Tag. Die Speicherburg Id Issa empfehle ich mit Führer zu besichtigen. Der zeigt die wichtigsten Dinge und erklärt auch die Zusammenhänge. Dazu dann kommt noch ein Aspekt. Die Leute dort müssen auch von was leben und die zwei Jahre Corona haben die Einnahmen über Tourismus auf fast Null zurückgefahren. Für uns sind 7 oder 8 Euro ein Klacks, für ihn ein Tagesverdienst.

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Die Wanderung zu den Gumpen war trotzdem das Highlight des Tages.

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Ein wichtiger Tipp für alle, die noch nicht viel Erfahrung haben mit Marokko, wie wir auch am Anfang der Reise: Bei vielen (nicht allen) Polizeikontrollen sind zwei Verkehrsschilder aufgestellt. Das erste bedeutet soviel wie Achtung, auf dem zweiten steht das Wort Halt.

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Und dieses zweite Schild sollte man absolut wörtlich nehmen. Dort nicht zu HALTEN, bevor der Polizist winkt, kostet 400 Dirham. Wir haben zweimal bezahlt. Beim zweiten Mal sahen wir den Polizisten nicht, da er hinter einer Hütte im Schatten saß. Trotzdem hat er abkassiert, weil wir der königlichen Polizei nicht den nötigen Respekt gezollt haben. Blödmann !!
seppr
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Marokko | Tour zum Siroua

Beitrag von seppr »

Die Tour zum Siroua war für uns ein besonderes Abenteuer.

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Auf Grund eines Rates in der Safranstadt Taliouine wählten wir den Zugang von Süden über Tizgui, dem letzten Dorf vor dem Bergmassiv. Man könnte auch von Nordosten bzw. Norden herankommen. Das ist in etwa gleich mühsam. Einen Führer dafür müsste man schon in Taliouine organisieren.

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Die Piste nach Tizgui ist spannend, speziell wenn man nicht sicher weiß, ob man mit seinem Auto durchkommt. Aber kein Problem: Landy- oder Bremachgröße passen durch die engen Gassen und Kehren. In den Ort Tizgui reinfahren sollte man nicht, dort ist die Straße irgendwo abgebrochen und man kann nicht wenden. An der Stelle, wo es in Kehren zum Ort hochgeht ist ein Wendeplatz, an dem 3 Autos parken könnten.

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Wir fuhren von dort etwa 300 Meter zurück und fanden diesen schönen Stellplatz. Unser Auto hätte keinen Meter länger sein dürfen, hinten stand der Reifen an einem Felsen an, aber der Durchgangsverkehr war nicht behindert.

Tizgui hat eine ganz besondere Speicherburg, die in Marokko einmalig ist: Äußerst unauffällig und sehr schwer zugänglich in eine Felswand hineingebaut kann man sie kaum erkennen. Es wird eine Führung angeboten, die wir aus Zeitgründen leider nicht nutzen konnten, wir bedauern das sehr.

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Oberhalb von Tizgui geht der Weg an Safranfeldern vorbei, etwas weiter oben längs eines kleinen Rinnsals und danach in die höheren Regionen, die ich aber nicht mehr erwanderte.

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Zum Gipfel des Siroua sind es 5 Stunden Fußweg hoch und 3-4 Stunden zurück, also eine ganze Tagestour und je nach Jahreszeit braucht man eine Stirnlampe. Mein Reisefreund Roland nahm den Führer Abdelah Boussaid, den Besitzer einer Auberge in Tizgui. Der verlangt zwischen 30 und 60 Euro, je nach Verhandlungsgeschick und Zusatzleistung wie Frühstück etc.

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Roland vor dem Gipfelaufbau, der eine kurze Kletterei im ca. 3. Schwierigkeitsgrad enthält. Kein Problem für den Sechserkletterer aber sehr wohl für Anfänger.

Eine ulkige Geschichte: Roland klagte über kalte Hände, die Handschuhe waren feucht geworden. Was macht Abdelah? Er zündet den nächsten Busch an und verbrennt Roland dabei fast den Faserpelz. Aber die Hände waren wieder warm.

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Soviel zu den Geschichten.

Sepp
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HoZ62
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von HoZ62 »

Hallo Sepp,

echt Klasse was Du Dir für eine Mühe gemacht hast. Kompliment und vielen Dank.

Eigentlich Schade, das Dein Thread unter Cirque Jaffar aufgeführt ist. Warum machst Du nicht eine ganz neues Thema auf und kopierst alles da rein. Es gibt bestimmt noch viele andere Reisende, die das auch interessieren wird und es nicht "hier" vermuten und finden.

VG
Holger

MODERATOR-NOTE:   Hallo Holger, guter Hinweis. Wir haben das Thema vom Thread Marokko | Cirque Jaffar abgetrennt in ein separates Thema.

seppr
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von seppr »

Hallo Holger

Ich schreibe ja Reiseberichte im Explorermagazin.de, dem 25 jahre alten Onlinemagazin, nicht der Papierausgabe in Glanzpapier. Dafür würden meine Bilder nicht genügen.

Aber dieses Mal habe ich das Problem, dass ich 10 Wochen Reise kaum in einen noch lesbaren Bericht bringe. Das lähmt mich derzeit etwas und ich verzettle mich (gerne) in einzelne Kurzberichte in Foren.. Aber in der Märzausgabe möchte ich was reinbringen.

Gerade vor wenigen Minuten habe ich im Allrad-LKW-Forum zum Thema Kindern etwas schenken schreiben müssen um einigen Positionen etwas entgegenzusetzen. Siehe hier:
https://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/ ... 4#p1030194

Und noch ein paar Bilder:
http://www.viermalvier.de/ubbthreads.ph ... Post700945

Sepp
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Uwe Schmitz
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von Uwe Schmitz »

hallo sepp,
schönes Auto, gute Fotos und interessante Berichte auf den anderen Seiten.
Du darfst auch gerne hier noch ein bißchen mehr berichten ...
viele grüße
uwe
Sandlover
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von Sandlover »

Servus Sepp, so wie es aussieht geht die Tour auch ohne Allrad mit einem Sprinter. Was meinst du?

Viele Grüße Wolfgang
Der Virus Africanus hat schon so manchen erwischt. Auch nach mehreren und immer wieder kehrenden Besuchen des Kontinents bin ich immer noch genauso infiziert wie am Anfang. So sehr ich es auch versuche: ich krieg ihn nicht los!!! :wink:

Viele Grüße Wolfgang
seppr
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von seppr »

Du meinst die Piste nach Tizgui?
Da braucht man keinen Allrad. Überhaupt: Ich bin ja vorwiegend Bergfahrer und da hat man meistens genug Traktion. Allrad braucht man selten, allenfalls mal an einer engen geneigten Kehre, wenn eines der Antriebsräder in der Luft hängt und ohne DiffSperre durchdreht.
Aber auf meine Untersetzung könnte ich nicht verzichten. Vielleicht reicht dem Sprinter mit geringem Gesamtgewicht auch ein tief untersetzter 1.Gang. Hat er den?
Aber nach Tizgui hoch fährt mehrfach am Tag ein privates Taxi. Das ist so ein Kombi ähnlich VW Caddy, sicher ohne jede Geländetechnik. An einigen etwas steileren Stellen muss er hat mit Schwung hoch. Da haben marokkanische Taxifahrer keine Skrupel.

Sepp
seppr
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von seppr »

Ein Singvogel, den wir wirklich überall in Marokko gesehen haben, den ich aber nicht kannte, weil er in Europa nicht vorkommt, ist der Sahara-Steinschmätzer. Harry sagte, die Berber nennen ihn MullahMullah oder so ähnlich. Amselgroß und tiefschwarz mit weißem Bürzel, das Männchen hat auch noch eine weiße Haube. Sehr neugierig und leicht zu beobachten.
Bäärti
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Wohnort: südlich von Luzern... im Herzen der Schweiz, da wos am schönsten ist.
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von Bäärti »

seppr hat geschrieben:
So 8. Jan 2023, 22:10
... der Sahara-Steinschmätzer. Harry sagte, die Berber nennen ihn MullahMullah oder so ähnlich. ...
Hallo seppr

Eine kleine Ergänzung: Ich kenne den Vogel als "Weissbürzel-Steinschmätzer" und man nennt ihn "Moula-Moula", was "halb-halb" heissen soll (sinngemäss schwarz-weiss).

Gruss Bäärti
der Muger - ein Bergler auf Abwegen.
seppr
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von seppr »

Danke Bäärti für diese Ergänzung und Richtigstellung.
Also doch keine Anlehnung an die iranischen Mullahs.

Sepp
Sandlover
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von Sandlover »

ja, die Strecke nach Tizgui meinte ich. Der Sprinter ist bis heute überall hingekommen. Differential hat er nicht, aber wenn man das ESP ausschaltet geht schon was. Ansonsten soll er ein Getriebe haben, dass für schwere Lasten ausgelegt ist. Da müsste dann ja ein kurz übersetzter 1. Gang dabei sein.

Danke für deine Infos und schöne Grüße

Wolfgang
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Viele Grüße Wolfgang
seppr
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von seppr »

Über eine interessante Begegnung im Antiatlas kann ich noch berichten. Unsere im Kohlbach Handbuch beschriebene Route ging von der Touristenstadt Tafraoute 30 km nach Südsüdosten, an den blauen Steinen vorbei, danach östlich abbiegen und kurz vor Izerbi nochmal östlich nach Ait Mansour, weiter nach Afella Ighir, dort nordöstlich weiter und ab etwa Tizerkine den Schildern nach Tafraoute folgend zurück.

Stellplatz südlicher Ortsausgang Tafraoute, gleich neben der Steinritzung Gazelle

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Der weiße Farbklecks soll den blinden Touris zeigen, wo sie die Gazelle suchen müssen.

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Ait Mansour, ein sehr idyllisches und schon touristisch entwickeltes Zwischenziel in einer tiefen, dicht von Palmen bewachsenen Schlucht, in der Nähe ein bekannter Wasserfall mit derzeit sehr wenig Wasser.

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Den Hinweis im Kohlbachführer, dass hohe Fahrzeuge nicht durchfahren sollten, können wir nicht bestätigen. Die 320 von Andis Weißem waren nie auch nur annähernd ein Problem.


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Weiter nordöstlich und ab Tizerkine wieder nordwestlich Richtung Tafraoute. Dann kamen wir auf diese schöne Piste und bereiteten den Nachtplatz direkt neben der kaum befahrenen Straße vor.

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Im Laufe des späteren Nachmittags hielt ein vorbeifahrender PKW neben uns an und ein Marokkaner stieg aus. Er grüßte freundlich und kam an unseren Tisch. Wir boten dem Gast den besten Stuhl an und ein interessantes Gespräch begann. Said hat in Paris Anlagentechnik für Wasserbau und Elektrik studiert und ist nun als Ingenieur des staatlichen Wasseramtes mit einem Team im Landesinneren unterwegs, um Tiefbohrungen zu planen, zu bauen und zu betreiben.
Wie ein Dozent erklärte er uns die Zusammenhänge und hatte natürlich die aktuellen Zahlen im Kopf:
Von einzelnen wenigen Regionen und Ereignissen abgesehen hat es in Marokko seit 4-5 Jahren nicht mehr geregnet, auch die 8 Jahre zuvor lieferten weit unterdurchschnittliche Regenmengen. Deshalb sind fast alle Brunnen trocken und die Spiegel der Stauseen so tief gefallen, dass sie nicht mehr angezapft werden können.
An den Küstenregionen wurden große Meerwasser-Entsalzungsanlagen installiert, die in der Regel pro Sekunde 100 Liter trinkfähiges Wasser liefern und damit etwa 170 Tausend Menschen versorgen können, 50 Liter am Tag zugrunde gelegt. Die hohe Energie und die teuren osmotisch wirkenden Membranen, die man für diese Anlagen braucht, bedingen hohe Produktionskosten von etwa 2 Dollar pro 1000 Liter, die auf die Verbraucher umgelegt werden.
Im Landesinneren gibt es eine große Zahl an Tiefbohrungen, die fossiles Wasser aus in 280 Metern Tiefe liegenden Karsthöhlen absaugen und dieses in die lokalen Netze einleiten. Diese Bohrungen liefern 50 Liter pro Sekunde.
Abgelegene Bergdörfer werden mit Tanklastern versorgt und jeder Bewohner bekommt 50 Liter am Tag. Damit kann man ein paar kleine Tiere versorgen und Gartenbau zum Eigenbedarf treiben, mehr vermutlich nicht. Das Wasser kostet wieder 2 Dollar pro 1000 Liter, die Mehrkosten für Transport etc. zahlt der Staat.
Ein interessantes Detail: Wenn man Wasser aus einer dieser Höhlen absaugt, sinkt der Wasserdruck in dieser Höhle und Wasser aus tieferen Schichten fließt nach. Natürlich funktioniert dieser Mechanismus nicht ewig, die Gesamtmenge des Wassers ist hoch aber endlich.
Darauf angesprochen antwortet Said: "Inshallah." Auf Deutsch: „Gott wird es richten, das gehört zu seinen Pflichten.“

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Wasseringenieur Said doziert über seine Tätigkeit

Für uns war das eine hochinteressante Begegnung, aber auch Said freute sich über den Kontakt, ging zu seinem Auto und brachte uns eine Tüte Zwiebel als Geschenk. Ich revanchierte mich mit einer Tafel hochwertiger Schweizer Schokolade, einer herben Sorte mit 85% Kakaogehalt, meiner Lieblingsmarke. Said öffnete sie sogleich und biss tief hinein. Da bemerkte er überrascht, dass es nicht die in Marokko übliche süße Pampe ist, die er selber vielleicht bevorzugte. Er sagte aber nichts.

Sepp
seppr
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Re: Marokko | Tipps für Offroader, Bergsteiger und Vogelfreunde

Beitrag von seppr »

Hallo Leute

Ein paar Geschichten zu unserer Marokkoreise Ende 2022 habe ich hier ja schon eingestellt.
Aber als regelmäßiger Autor im Onlinemagazin Explorermagazin.de fasse ich die ganze Reise in drei Teilen zusammen und Teil 1 ist inzwischen offiziell erschienen in der Märzausgabe:
https://www.explorermagazin.de/marok/marok22.htm

Der zweite Teil ist auch schon fertig, er wird aber erst in der nächsten Ausgabe Anfang Mai 23 offiziell im Magazin erscheinen. Mit dem Link dazu kann man ihn aber schon jetzt lesen:
https://www.explorermagazin.de/marok/marok223.htm

An dieser Stelle vielleicht ein Wort zu den beiden Explorermagazinen, die in Deutschland bekannt sind:
Explorermagazin.de erscheint seit 25 jahren alle zwei Monate nur online und ist garantiert frei von Werbungen und "gefällt mir" Buttons. Daran erkennt man schon, dass es sich nicht an die "Kids" richtet, die mit Facebook et.al. aufgewachsen sind und diese Instrumente haben wollen. Das Ziel der Macher dieses Magazins ist in erster Linie die Unterhaltung der Reiseszene, manchmal auch mit satirischen Beiträgen, die nicht jedermann verstehen mag. Da ich selber mehr der Geschichtenerzähler als der Spitzenfotograf bin kommt mir dieses Format näher.

Das Hochglanzmagazin Explorermagazin.com gibt es seit geschätzt 5-6 Jahren ebenfalls 6x jährlich an den Zeitungskiosken und es lebt neben dem Broschürenverkauf hauptsächlich von der Werbung im Blatt und auf der Internetseite. Es ist klar, dass hier ein erheblich höheres Budget für Reiseberichte, Testvideos und Marktübersichten vorliegt und dieses Medium modernen jungen Verbrauchern näher kommt. Auch dieses Magazin sucht gute Reiseberichte, wobei hier das Hauptgewicht auf bestes Bildmaterial gelegt wird. Ambitionierte Fotografen wie mein Bremachfreund Martin Steininger und virtuose Drohnenpiloten bringen Artikel hier rein.

Viel Spaß beim Schmökern, entweder hier oder dort

Sepp
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