Tunesien - Felsgravuren

Kultur- und Politikgeschichte über die im Wüstenschiff behandelten Regionen.

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Kuno
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Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

...weiss vielleicht jemand, wo man sich ueber Felsgravuren in TN informieren kann?
Kuno
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

Wahrscheinlich geht es euch wie mir - bisher habe ich nichts zu Felsgravuren in TN im Netz finden koennen. Vielleicht handelt es sich bei unserem Fund nicht einmal um wirkliche Felsgravuren (aber was dann?).

Der heutige Beitrag hier:

http://wuestenschiff.de/phpbb/viewtopic ... 518#110518

...macht mich aber wieder optimistischer, dass auch Felsgravuren recht abstrakt gehalten sein koennen.

Ich werde heute abend mal ein paar Fotos bearbeiten und hier einstellen. Vielleicht hilft das dann etwas weiter.
Heinrich
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Heinrich »

Hallo Kuno

In Guermessa (oder Ghomrassen?) gibts Fuss- bzw. Sandalengravuren. Ich hatte mal Unterlagen, find aber nichts mehr. Wenn ich mich recht erinnere, soll der Brauch allerdings bis in rezente Zeiten weitergeführt worden sein. Das macht eine Einschätzung nicht einfacher...

Ich bin vor x Jahren da mal herumgeklettert, fand das Ergebnis aber ziemlich enttäuschend.

Gruss

Heinrich
Kuno
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

Birgitt
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Jebel Djebel Oueslati Ouesslat Ouesselat Oueslat

Beitrag von Birgitt »

Hallo Kuno,

bei sahara.it findest du einen Artikel über Felsgravuren/-zeichnungen in der Region Jebel Ouesslat
(unterschiedliche Schreibweisen! siehe Titel)

http://www.sahara.it/bm/saharaThree/cul ... sia-.shtml

Google Übersetzung

Gruß
Birgitt
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Birgitt »

Auch Franz Wiki ;-) erwähnt vorgenannten Ort:

"En Tunisie, les principaux sites sont ceux de Djebel Ousselat dans la région de Oueslatia [1],[2], de Djebel Bliji dans la région de Tamerza [3] et de Ghomrassen [4]."

http://fr.wikipedia.org/wiki/Art_rupestre_en_Tunisie

Google Übersetzung


Artikel mit Fotos zu Fußnote [2] Djebel Ouesselat:

http://pm.revues.org/index266.html

Google Übersetzung


Und hier der Artikel zu Fußnote [3] Djebel Bliji
(Auszug aus einem Buch von 1911)

http://www.persee.fr/web/revues/home/pr ... m_2_1_8311


Gruß
Birgitt
Kuno
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

Immer gut, wenn man Fremdsprachen beherrscht.
Kuno
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

Da waren zuerst einmal diese Loecher in den Felsplatten:

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Weiss jemand, wozu diese dienten?
Kuno
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

Und dann diese:

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Birgitt
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Birgitt »

Kuno hat geschrieben:Weiss jemand, wozu diese dienten?
Hallo Kuno,

da ich auch schon öfters über solche "Kuhlen" gestolpert bin, habe ich jetzt einmal ein wenig dazu geblättert. Ich ging bisher davon aus, dass ein natürlicher Verwitterungsprozess diese Kuhlen geformt hat.

Scheinbar sind aber tatsächlich unsere Vorfahren Urheber dieser Muster, es handelt sich hier wohl um Schalensteine:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schalenstein

Die Schweizerische Museumsgesellschaft schreibt dazu, dass sich die Fachleute bezüglich des Zwecks der Schalen nicht einig sind. Die Meinungen reichen von ihrer Verwendung als Opferschalen über astronomische Karten bis hin zur Entstehung aus reiner Langweile ;-)

Siehe dazu :arrow: Schalensteine von Pier Hänni

Gruß
Birgitt
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Birgitt »

Hier noch etwas:

Die Rillen- und näpfchenförmigen Vertiefungen können von wiederholtem Reiben oder Bohren mit einem harten Gegenstand an gleicher Stelle stammen. [...] Die Rillen werden Wetzfurchen, Wetzkerben oder auch Wetzrillen, Ritzrillen, Schleifrillen und Schürfrillen genannt, die Näpfchen auch Elfenmühlen, Schalen oder Mulden.

Es sind die Spuren eines in Vergessenheit geratenen heidnischen Brauchtums, die bis in die prähistorische Zeit zurückführen und die auch während den Zeiten der Kelten, der Römer und der Germanen bis hinein ins Mittelalter hinterlassen wurden.

Entstanden sind die Wetzrillen und Näpfchen beim Schleifen von Steinäxten, Steinwerkzeugen und Waffen in der Jungsteinzeit und bei der Steinsandentnahme durch Steinschaben zur Gewinnung von Steinmehl, Steinpulver, Steinstaub, Heilsand, Heilerde, Heilstaub oder Kirchenstaub.

Quelle: mineralize yourself


Deine abstrakten Ritzen- und Rillenmuster passen nach dieser Theorie gut zu den Näpfchen und Kuhlen.

Gruß
Birgitt
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Birgitt »

Im Archäologie-Forum wird ein weiterer interessanter Aspekt der natürlichen Verwitterung beleuchtet:

Durch Nadelhölzer, die den Ort umgeben, kann sich in einer kleinen Vertiefung [des Steins] Wasser sammeln und darin auch Nadeln. Diese Nadeln erzeugen bei der Verwitterung ein saures Milieu und können so die Vertiefung weiter treiben. Die Intensität wird bestimmt durch die Verwitterungsanfälligkeit des Gesteins.

Aber in erster Linie wird auch dort auf den Mensch und seine Kulthandlungen verwiesen.

Was sagen denn unsere Experten dazu?
Regula und Günter?

Gruß
Birgitt
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

Dankeschoen, Birgitt. "Schalensteine" - ein sehr gutes Stichwort. Auch das Wetzen von Gegenstaenden an Steinen macht als Erklaerung sehr viel Sinn.
Kuno
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

Hier kommen noch weitere "Fundstuecke" vom selben Huegelplateau:

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Die gepunzten (stimmt dieser Ausdruck) Linien liessen keine Figuren erkennen und erstreckten sich in gewundener Form teilweise ueber mehrere Meter. Sah aus wie eine versteinerte Ameisenstrasse...
Kuno
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Re: Tunesien - Felsgravuren

Beitrag von Kuno »

...aber, dass es sich um etwas Natuerliches handeln koennte, schliesse ich aus - denn am Ende befanden sich jeweils "Augen":

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Also; es waere schoen, wenn jemand eine Aussage dazu machen koennte...
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