DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

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Kuno
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Kuno »

Ich seh das etwas philosophisch - der Mensch kann sich nicht in seiner Umwelt bewegen, ohne Spuren zu hinterlassen und er wird die Erde zwangsläufig auch immer umgestalten...

Und je mehr Menschen, desto mehr Spuren. Soooo philosophisch ist das eigentlich gar nicht. Sondern es ist doch einfach so.
mikepiller
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von mikepiller »

Herrje,

das wollte ich schon länger tun und habe es immer wieder vergessen-
während Roger ja noch Schnee auf dem Haupte fühlt, leider ich an rapider Gletscherschmelze, nicht vom Rande brechend sondern mittig löchernd und dadurch vermutlich Hirn- Solar- verbrutzelt...

Der Club of Rome,
Hauptinitiator des Projectes Desertec.

Wer bisher nur am Rande über die Tätigkeiten des CoR informiert war-
und diese erstrecken sich weit über Desertec hinaus-

hier der deutsche Ableger

http://www.clubofrome.de/news/index.html



Folgendes Buch fand ich zudem sehr lesenswert und passt zur Thematik.
Auch wenn einiges natürlich inzwischen längst überholt ist: Vieles hat sich bis heute nicht positiv geändert, wird im Gegenteil immer akuter.

Faktor Vier-
Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch

ist ein Bericht an den Club of Rome, der 1995 von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Amory Lovins und Hunter Lovins verfasst wurde und für die Steigerung der Ressourcenproduktivität eintritt.

Und diesen Satz von Tom fand ich zu diesem Fred sehr sinnig:
Wir benötigen beide Konzepte. Privathaushalte und künftiger Individualverkehr lassen sich wahrscheinlich prima über intelligent vernetzte Kleinanlagen und Stromspeicher (Akkus der E-Autos) mehr oder weniger vollständig und quasi "selbstversorgend" betreiben.

Aber Grossverbraucher benötigen auch Grosserzeuger, unabhängig davon, ob man Grossprojekte mag, oder nicht.

Frommer Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
Hans Frommelt
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Strompreise für Grossverbraucher steigen derzeit

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo Tom
Es kommt immer auf die Perspektive an. Der Strom ist eine höherwertigere Energie als Gas, Öl, Kohle, etc. . Die Grossverbraucher (Bspw. Giessereien, Stahlwerke, etc.), welche Strom in Wärme umwandeln, haben einen sehr, sehr günstigeren Strompreis im Gegensatz zu denen, welche den Strom für das Betreiben von Motoren, PC, Steuerungen, Kommunikation, Beleuchtung, etc. nutzen. Dieser Preisvorteil ist Historisch gewachsen und passt sicherlich nicht mehr in die heutige Zeit. Ich zweifle daran, das DESERTEC für die Grossverbraucher ein solchen günstigen Strompreis anbieten kann, wie die Grossverbraucher derzeit ihren Strom noch einkaufen können. Zudem wird durch die Politik eine Gleichbehandlung angestrebt, d.h. gleicher Strompreis für alle Strombezüger, unabhängig davon, ob Wärme, Licht, Kraft, Kommunikation, etc. mit dem Strom produziert wird. Die Frage sei an dieser Stelle erlaubt, warum soll heutzutage der Strompreis für Wärmeanwendung überproportional billig sein als für andere Anwendungen? Preisvorteil ja, weil die Stromleitungen etwas kürzer sind, aber nicht in diesen Proportionen wie bis anhin.
Bei starken Strompreiserhöhungen für Grossverbraucher stellt sich dann die Frage, was macht diese Kundengruppe, wenn es plötzlich billiger ist, die Pfanne, vollgefüllt mit Guss, Stahl, Kupfer, etc. mit Erdgas aufzuwärmen? DESERTEC kann den äusserst günstigen Strompreis, welcher in klassischen, praktisch auf Null abgeschriebenen Kraftwerken erzeugt wird, nicht anbieten. Es wird eine Stromsubstitution durch Erdgas und Erdöl einsetzen. Die Investitionen bei vielen Stromgrossverbrauchern laufen bereits in diese Richtung. Auch aus dieser Perspektive betrachtet, ist DESERTEC kein zukunftweisendes Konzept. Das Konzept, welcher der Club of Rom formuliert hat, ist bereits rund 25 Jahre alt und stammt aus einer Zeit als es das Web noch nicht gab. Dieser Gedanke ist sicherlich überholt. Solche Bücher haben nicht mal mehr einen Antiquariat wert, mikepiller! Hans
schu achbar ?

Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von schu achbar ? »

Hier mal ein Kommentar zum deutschen EEG
aus der Welt:

Die Trittin-Rente
Die Finanzkrise hat unser Vertrauen in die persönliche Alterssicherung etwas erschüttert. Unsere gesetzlichen Rentenansprüche sind bescheiden, und den Lebensversicherungen trauen wir auch nicht mehr so recht. Was also tun? Immobilie kaufen? Riester-Rente? Für ersteres braucht man gehörig Eigenkapital, für die Riester-Rente Gottvertrauen. Wenn man einer aktuellen Untersuchung der Zeitschrift “Ökotest” glauben darf, liegt die garantierte Rendite der Riester-Verträge unter 1,5 Prozent pro Jahr. Mehr gibt’s nur, wenn die Kapitalmärkte wieder in Schwung kommen.

Deshalb schauen wir ein wenig neidisch auf unseren Freund Wolfgang: Die von ihm sogenannte Trittin-Rente mit garantierten Renditen zwischen sechs und neun Prozent. Trittin-Rentner erkennt man an den Solarzellen auf ihren Dächern. Das von der rot-grünen Koalition geschaffene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert den Solar-Rentiers einen Abnahmepreis von über 40 Cent pro Kilowattstunde - mehr als den doppelten Marktpreis - und das für 20 Jahre. Wer, wie unser Freund Wolfgang, in einer sonnigen Gegend wohnt, erzielt über 20 Jahre gerechnet bei einem Anschaffungspreis von 20 000 Euro einen jährlichen Überschuss von rund 1800 Euro. Die Anlage bezahlt sich schnell von selbst und beschert dem Anleger eine garantierte Zusatzrente mit Traumrendite. Der Clou dabei: Man muss kein eigenes Geld mitbringen, die staatliche KFW-Bank finanziert die Anlage zu 100 Prozent zu Minimalzinsen. Wer etwas größer einsteigen will, bekommt bis zu 50 000 Euro vorgestreckt. Die Trittin-Rente schlägt die Riester-Rente meilenweit.

Leider kann nicht jeder mitmachen. Geringverdiener, die kein Haus besitzen, auf dem sich Solarzellen installieren lassen, müssen leider draußen bleiben wie Bello vor dem Metzgerladen. Dafür dürfen Sie die Wurst bezahlen: Die staatlich verordneten Wucher-Abnahmepreise werden nämlich auf die Gemeinschaft der Stromverbraucher umgelegt. Die Verkäuferin und der Polizist bezahlen damit die Trittin-Rente wohlbetuchter Hausbesitzer und Solarunternehmer. Die Kosten dafür werden sich laut aktuellen Berechnungen auf etwa 77 Milliarden Euro summieren. Das EEG ist eine der dreistesten Vermögensumverteilungen von unten nach oben, die dieses Land bislang erlebt hat.

Leider stimmt noch nicht einmal das Märchen von den grünen Arbeitsplätzen, die dadurch geschaffen würden: Die deutschen Solarzellenhersteller schreiben rote Zahlen, weil immer mehr Module aus China kommen. Und dem Klima ist das alles sowieso egal, weil der Fotovoltaik-Anteil an der Energieerzeugung trotz der Milliardensubventionen vollkommen unbedeutend ist. Kosten und Nutzen stehen in einem krassen Missverhältnis. Außer für die Trittin-Rentner, versteht sich.

Erschienen in DIE WELT vom 4.09.2009
Hans Frommelt
Beiträge: 202
Registriert: So 29. Mär 2009, 11:58

Kommentar zum Kommentar über Kommentare vom Kommentar der Ko

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo SA

Solche Kommentare bringen die Sicherstellung der Stromversorgung Deutschlands schon wahnsinnig weiter. Altersvorsorge über Solarzellen ist einseitig und leitet eine Umverteilung des Deutschen Vermögens über den Strommarkt ein, interpretiert man den zitierten Kommentar. (Hätte auch etwas Gutes, wenn es so wäre – eine Massnahme gegen die Steuerflucht in Richtung Oasen). Da sind wohl, kann man über den Beitrag von SA entnehmen, die 400 Milliarden für DESERTEC ein Almosen gegen die Geld-Umverteilung über die Solarzellen auf Deutschen Dächern. Schlussendlich soll China noch davon profitieren, als wenn DESERTEC ausschliesslich nur Deutsche Produkte montieren möchte. Bescheiden ist zudem die Altersversicherung der Deutschen, meint SA in seinem zitierten Kommentar über Kommentare. Der Begriff: „Bescheiden“ ist ja schon sehr bescheiden. Weiter tiefer geht es beim verbalen Ausdruck: „Bescheiden“ nicht mehr so richtig – ich finde kein Wortbegriff, welches beispielsweise die Altersvorsorge in einem Nordafrikanischen Land (Libyen teilweise ausgeschlossen) im Vergleich zur Deutschen Altersvorsorge ausdrücken kann. SA, helfe mir bitte einen Begriff zu finden.

Die Identifikation von SA mit dem Kommentar macht zudem kein Vergleich zum gesetzten Titel: „Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?“. Jedenfalls kommt dasselbe heraus, wenn man im Kommentar den Begriff: „TRITTIN“ durch DESERTEC und Dächer durch Saharasand, Hausbesitzer durch Verwaltungsräte, Aufsichtsräte, CEO, etc., ersetzt.
SA, versuche es einmal. Solche Kommentare sind doch seichte Zeitungsfüller und das Textgerüst lässt sich mit praktisch allen Begriffen, von den Unterhosen bis zum Umweltschutz füllen. Ach, wie ungerecht ist die Erneuerbare Energie im Gegensatz zur Atom-, Gas und Öllobby jammert man zudem indirekt im Kommentar. Tschernobyl mit seinen Milliarden Folgekosten und die bald jährlichen wiederkehrenden Erpressungen der Fossilen mit ihren Preisschüben sind ein Lappalie gegen die Trittin-Politik, könnte man gemäss deinem zitierten Kommentar meinen. Bitte ein biss’chen mehr Substanz unter den Titel: „Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?“

Grüsse Hans
Alexander
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Alexander »

Solarthermische Kraftwerke: Siegeszug der Sonnenwärme

Die Solarbranche steht vor einem gewaltigen Umbruch: Neben der klassischen Photovoltaik werden solarthermische Kraftwerke immer wichtiger. Weltweit entstehen gigantische Großprojekte - die Expertise stammt aus Deutschland. mehr...

Grüsse
Alexander
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HJ61
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von HJ61 »

Hallo schu achbar,

es ist ein Artikel aus der Welt. Nimm es mir bitte nicht krumm, das ist Schei.....malerei.

Ein Überschuss von 1.800 € / a bei einem Invest von 20.000 €. Soll mir einer so eine Anlage zeigen, ich werde das Teil kaufen.

Finanzierung über KfW ist Geschichte.

Es gibt für Fertigstellung bis Ende 2008 eine Vergütung von 45,8 Ct, ab 2009 weniger. Geld / Kredit darfst Du besorgen wo Du willst.

Für 20.000 kriegst Du eine Anlage die etwa 4.000 - 4.500 kW/h / a einspeisst, je nach Standort. Sind Einnahmen zwischen 1.832 - 2.016 € /a. Davon darfst Du Zinsen und Tilgung berappen, eine Versicherung für Hagel Sturm etc abschliessen und evtl anfallende Reparaturen bezahlen, evtl. mal in ein paar Jahren einen neuen Wechselrichter beschaffen. Ist dann noch was übrig darfst Du das in Deiner Steuererklärung vermerken. :D

Einnahmen sind nicht zu Verwechseln mit Überschuss.

Will man reich werden sollte man sich was anderes einfallen lassen.
Wer garantiert übrigens 6 - 9%?

Ordentliche Recherche und Fakten würden auch der Welt nichts schaden.

Grüsse Gerhard
carpe diem
schu achbar ?

Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von schu achbar ? »

Ok, danke für die Kommentare.
Das hilft mir als Solarlaie schon weiter.
Bei diesem Thema bin ich nur staunender Zuschauer.
Der Weltartikel gibt nicht meine persönliche Meinung wieder.
War nur als Anstoss gedacht.
Gibt es wirklich kein KfW Kreditprogramm mehr dafür ?
Ich hab es bisher nie nachgecheckt.
Sollte man aber in den Genuss eines Förderprogramms von Ländern, Gemeinden u. KFW gekommen sein, finde ich die Rendite allerdings garnicht schlecht.
Wie lange so eine Anlage hält entzieht sich meiner Kenntnis.

Es passt nicht ganz hinein in die Kernfrage des Threads, Deserttec
oder lieber Eurotec. Das stimmt.
Ich wollte Euch da nicht stören :mrgreen:
tomduly
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Registriert: Do 6. Jul 2006, 11:26

Re: Strompreise für Grossverbraucher steigen derzeit

Beitrag von tomduly »

Hallo Hans,
Hans Frommelt hat geschrieben:Die Grossverbraucher ...haben einen sehr, sehr günstigeren Strompreis ... Dieser Preisvorteil ist Historisch gewachsen und passt sicherlich nicht mehr in die heutige Zeit. Ich zweifle daran, das DESERTEC für die Grossverbraucher ein solchen günstigen Strompreis anbieten kann, wie die Grossverbraucher derzeit ihren Strom noch einkaufen können.
Da bin ich mit Dir weitgehend einer Meinung. Die Grossverbraucher profitieren (noch) vom klassischen Kraftwerksprinzip (Kohle bzw. Atom), nach dem permanent ein Dampfkessel beheizt wird und damit Dampfturbinen angetrieben werden, welche bekanntlich die Generatoren drehen. Das Verbrauchsprofil des Marktes zeigt einen typischen Tagesverlauf mit erhöhtem Bedarf bei Tage, einigen Lastspitzen am Tag und einer Phase mit wenig Bedarf von ca. nach Mitternacht bis in den frühen Morgen hinein. Kontinuierlich arbeitende Kraftwerke wie die genannten müssen ihren Strom aber "los werden". Deshalb haben die grossen Stromerzeuger lange Jahre aggressiv die "Nachtspeicherheizungen" vermarktet (die ihre Speichermassen ferngesteuert in der Schwachlastphase aufheizen) und eben den Grossabnehmern attraktive Bezugspreise geboten - auch ein Schmelzofen wird kontinuierlich betrieben und man kann die Schmelzphase in die Nacht verlegen und mit günstigem "Nachtstrom" arbeiten.
Zudem wird durch die Politik eine Gleichbehandlung angestrebt, d.h. gleicher Strompreis für alle Strombezüger
Dies ist das Ziel einiger (ökologisch denkender) politischer Gruppierungen , aber sicher nicht das Ziel konservativ-liberaler Parteien - die überlassen solche Dinge dem "freien Spiel der Märkte".
Bei starken Strompreiserhöhungen für Grossverbraucher stellt sich dann die Frage, was macht diese Kundengruppe,
Sie wird sich an Kraftwerksbetreibern finanziell beteiligen, um für sich Strompreiserhöhungen zu verhindern...
wenn es plötzlich billiger ist, die Pfanne, vollgefüllt mit Guss, Stahl, Kupfer, etc. mit Erdgas aufzuwärmen?
Sofern es überhaupt funktioniert. Induktions-Schmelzverfahren z.B. lassen sich nicht durch Heizungen mit offener Flamme substituieren.
Mit Blick auf die versiegenden Ölquellen wäre ein Umstellen auf Öl-/Gas-Feuerung auch nur eine Übergangslösung.
DESERTEC kann den äusserst günstigen Strompreis, welcher in klassischen, praktisch auf Null abgeschriebenen Kraftwerken erzeugt wird, nicht anbieten.
Richtig. Aber Solarstrom, egal ob zentral oder dezentral erzeugt, wird in Zukunft "unsere" einzige nennenswerte Energiequelle neben Wind und den weitgehend erschlossenen Wasserkraft-Vorkommen sein.
Es wird eine Stromsubstitution durch Erdgas und Erdöl einsetzen. Die Investitionen bei vielen Stromgrossverbrauchern laufen bereits in diese Richtung.
Es fällt mir schwer, das nachzuvollziehen, angesichts der beliebig und extrem schwankenden Öl-/Gas-Bezugspreise und der zunehmend unsicheren Beschaffung (alle wichtigen Vorkommen in politisch kaputten Regionen). Hast Du Quellen für diesen Schwenk hin zum Gas-/Öl?

Was machen diese Grossverbraucher, wenn es kein Öl/Gas mehr zu beziehen gibt? Abgesehen davon, dass Erdöl eigentlich zu wertvoll ist, um es zu verheizen und die Atmopsphäre mit CO2 & Co. zu belasten.
Auch aus dieser Perspektive betrachtet, ist DESERTEC kein zukunftweisendes Konzept.
Es ist ein Experiment, vom Aufwand vergleichbar mit der Suche nach der kontrollierten Kernfusion, allerdings im Gegensatz dazu auf Basis bekannter und bewährter Techniken. Heliostaten, Dampferzeuger und HGÜ-Trassen sind seit Jahrzehnten weltweit im Einsatz und funktionieren in der Praxis. Sie erzeugen auch keinen Sondermüll, der jahrtausendelang eingekapselt und bewacht werden muss. Falls Desertec scheitert, stehen maximal viele viele hässliche Metallgestelle in der Wüste herum und werden nach und nach von der Bevölkerung vor Ort abgewrackt.

Was die künftige Versorgung mit Energie angeht, bin ich ein absoluter Pessimist. Die Zeit läuft und wir haben nicht mehr viel Zeit, uns auf eine Epoche ohne billige (Öl-)Energie umzustellen. Wenn wir zu lange warten und nur debattieren, haben wir möglicherweise nicht einmal mehr genügend Energie im wörtlichen Sinne, um eine Umstellung zu bewerkstelligen.

Wer sich dem Peak-Oil-Gedanken einmal nähern möchte, kann ich die Autoren Richard Heinberg (Realist) und James Howard Kunstler (Zyniker) empfehlen. Auch als Thema z.B. in der Süddeutschen Zeitung zu finden
Das Konzept, welcher der Club of Rom formuliert hat, ist bereits rund 25 Jahre alt und stammt aus einer Zeit als es das Web noch nicht gab. Dieser Gedanke ist sicherlich überholt.
Das Gegenteil ist der Fall. Der CoR hatte bereits 1972 mit "Die Grenzen des Wachstums" genau jenen Scherbenhaufen skizziert, vor dem wir heute stehen. Globalisierung, Finanzkrise, Klimakatastrophe, Hunger, Armut, Überbevölkerung.

Ich bin im übrigen nach wie vor der Ansicht, dass die "Energiekrise" im vergangenen Sommer (man erinnere sich an die innert kurzer Zeit explodierten Strom-, Gas-, Benzin- und Heizölpreise) der eigentliche Auslöser für die jetzige globale Wirtschaftskrise war, weil die abrupte Energieverteuerung die Verbraucher auf breiter Ebene nachhaltig verunsichert hat und zum "Konsumstreik" bewogen hat (vermutlich eher unfreiwillig - wg. sinkender Realeinkommen), welche heute die Realwirtschaft existenziell bedroht.

Dass die Energiebezugskosten mittlerweile wieder "normal" bzw. gesunken sind, dürfte zum grossen Teil an der zusammengebrochenen Nachfrage auf dem Energiesektor liegen. Fatalerweise* sparen die Öl- und Gas-Lieferanten nun massiv an Investitionen in die Erschliessung neuer Vorkommen. D.h. die nächste Preis-Explosion steht uns spätestens mit der Erholung der Wirtschaft bevor - und zwar weil die Nachfrage grösser als die Versorgungskapazität sein wird. Wir werden noch froh an jedem Fitzelchen Solarenergie sein, das wir ernten können...


Grüsse

Tom


---
*: Fatalerweise aus Sicht der Versorgungssicherheit - aus ökologischer Sicht ist der Verzicht auf die Ausbeutung neuer Öl- und Gasfelder, Ölsande oder Methanhydrate nur zu begrüssen, auch wenn unser Komfort und Teile unserer "Zivilisation" dabei auf der Strecke bleiben.
Hans Frommelt
Beiträge: 202
Registriert: So 29. Mär 2009, 11:58

Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo Tom – jetzt ein wenig langsam. Das, was der CoR im Jahre 1972 skizziert hat, war nicht ein „DESERTEC – Strom für Deutschland“. Die Warnungen waren o.k.. Es war damals eine süffige Zusammenstellung der Befürchtungen von Wenigen solchen, die eine absolute Zerstörung der Welt befürchteten. Der CoR hat einfach viele Fakten im erwähnten Buch, wie erwähnt, süffig beschrieben.
Zudem, die letztjährige „Energiekrise“, solche gab es seit 1973 periodisch, als Auslöser der derzeitige Weltwirtschaftskrise zu bezeichnen, stützen sicherlich nicht viele, die sich mit der Thematik beschäftigen. Übrigends, es war keine „Energiekrise“, sondern eine „Preiskrise“, wenn man in diesem Jargon diskutieren möchte. Energie gab es genug, nur war sie nicht gerade billig. Viele „Zukunftsgestalter“ wären nicht unglücklich darüber, wenn ein Liter Öl teurer wäre als ein Liter Mineralwasser, so wie es war. Dann würde endlich aktiv gespart. Achte bitte auf den Titel des Wüstenschiff- Thema.

Heliostaten, Dampferzeuger und HGÜ-Trassen, etc. ja, aber für die Eigenstromversorgung, also Stromversorgung von Alger, Oran, Annaba, Kairo, etc., etc..

Die Krisen werden sich wiederholen, jeweils unter einem neuen Titel. Jede „Energiekrise“ hat die Energieversorgung etwas mehr dezentralisiert. Bis 1970 träumte man von der absoluten Pseudoeigenstromversorgung à la Frankreich mit Uran aus dem Ausland!

Aufpassen muss man bei „Energiediskussionen“ auch darüber, dass man nicht in 0 und 1 Diskussion verfällt. Die fossilen Energien sind auch Rohstoffe, mit denen man unsere Konsumgüter zusammenbastelt. Noch etwas, Energie hat es genügend auf der Welt, ob Uran, Fossile oder Sonne. Es gibt Shell-, Esso- und Kohlenstudien, aber auch solche der WEK, der EA und viele, viele andere. Allen Studien ist gemeinsam, dass es noch hunderte von Jahren reicht bis die letzten Ressourcen geschürft sind. Denke da zum Beispiel an Brasilien. Dieses Land soll bis in 20 Jahren der Saudisch Arabischen Halbinsel, und auch Libyen, den 1. Rang komplett abnehmen – laut Energie- und Wirtschaftstudien.

Noch etwas zur „Pfanne, vollgefüllt mit Guss, Stahl, Kupfer“. Man muss den Text so interpretieren wie er in der Semantik gemeint ist. In Deutschland stecken sehr viele fossile Brennstoffe im Strom. Folglich wird das Metall im Induktionsofen schlussendlich ebenfalls mit Gas oder Öl aufgewärmt.

Du erwähnst noch, dass schlussendlich die Bevölkerung in der Sahara die Metallteile, wenn die Anlagen ausgedient haben, entfernen werden. In einem anderen Thread wird über Flugzeugswracks und Autowarcks, welche man anschauen sollte, diskutiert. Diese haben die Bevölkerung der Sahara nicht geholt, warum soll die Saharabevölkerung, wenn es eine solche plötzlich geben würde, die Metallteile ausgedienter DESERTEC-Kraftwerke abwracken? Eine Frage an dich.
Hans
HJ61
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von HJ61 »

zum Thema dezetraler Versorgung.

"Energie
Mit Kleinkraftwerken gegen Atomstrom
Der Ökostromanbieter Lichtblick und der Autohersteller Volkswagen wollen den Energiemarkt mit Minikraftwerken aufmischen und etablierte Versorger das Fürchten lehren."


http://www.focus.de/immobilien/energies ... 34146.html

Grüsse Gerhard
carpe diem
mikepiller
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von mikepiller »

Hi Gerhard,

das Ding wollte ich auch schon hier einstellen.

Aber der HF möchte ja eine Debatte hier führen, die nahezu wortgetreu von ihm vorgegeben wird- jeder themennahe Ausflug erregt seinen Widerstand.

Deshalb haben sich auch so viele wieder ausgeklinkt, die sich vorher sehr positiv hier eingebracht haben.

Ja Hans!
Ja Hans!
Du hast recht, Hans-
wo darf ich bitte bitte unterschreiben??

Deshalb habe ich mich nicht mehr getraut!!!

Also danke, dass Du noch den Mut hattest.

Grinsender bis lachender Gruß an Dich
Micha
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bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
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Hans Frommelt
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Hans Frommelt »

Hallo mikepiller
Ich lache mir dir und auch genüsslich. Öffne ein Themenkreis, wie zBsp. "ERneuerbare gegen Fossile" oder "Hybrid gegen konservative Autokonzepte", etc. und ich werde Enthaltsamkeit üben oder meine Argumente bzw. Gegenargumente liefern, so wie es beliebt. Wenn es gewünscht ist, kann ich mir auch ein Maulkorb anbinden. Wir können auch über Offshore-Wind oder Onshore-Wind diskutieren. Alles spannende Themen. Ich stehe da auf der Seite des Hybridantriebs und teilweise Gegen Offshore-Wind!! Das als Information. So muss mir kein Diskutant in langen psychologsichen Analysen den Spiegel hinhalten. Ist ja total unwichtig. Solches bringt die Libyen-Geiseln nicht frei und BRP Merz sowie BR Calmy-Rey nicht weiter, wenn man über die zwei Magistraten psychologisiert. Das Psychologisieren ist gemäss der neuen Literatur nun eine Krankheit und krank wollen wir ja nicht sein, auch wenn wir es vielleicht sind. Hans
HJ61
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von HJ61 »

mikepiller hat geschrieben:Hi Gerhard,

das Ding wollte ich auch schon hier einstellen.

Aber der HF möchte ja eine Debatte hier führen, die nahezu wortgetreu von ihm vorgegeben wird- jeder themennahe Ausflug erregt seinen Widerstand.

Grinsender bis lachender Gruß an Dich
Micha
Hi Micha,

nur die toten Fische schwimen mit dem Strom. :mrgreen:
Ich bin froh das ich noch zappeln kann.

Im Ernst,

Der Hans und einige Andere sind sicher besser informiert als ich.

Ich bin halt ein Freund der dezentralen Lösung. (Siehe einer der ersten Beiträge ).
Habe kein Bock für Bereitstellung zu bezahlen, und würde gerne selbst entscheiden wann ich wie viel Energie benötige.

Grüsse Gerhard
carpe diem
Alexander
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Re: DESERTEC - Saharastrom für Deutschland sinnvoll oder nicht?

Beitrag von Alexander »

China zieht nach:

Weltgrößtes Sonnenkraftwerk in China geplant

China plant den Bau des weltgrößten Sonnenkraftwerkes. In der mongolischen Wüste soll bis 2019 ein gigantischer Park aus Sonnenzellen entstehen, die mit zwei Gigawatt soviel Strom erzeugen wie etwa zwei Atomkraftwerke zusammen. Mit dem Bau in Ordos in der Inneren Mongolei soll schon im Juni nächsten Jahres begonnen werden. Eine entsprechende Absichtserklärung mit dem amerikanischen Modulhersteller First Solar wurde in Tempe im US-Bundesstaat Arizona während des Besuches des chinesischen Parlamentschefs Wu Bangguo unterzeichnet. mehr...

Grüsse
Alexander
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