Im Jemen eskaliert die Gewalt: Bei Demonstranten gegen die Regierung schoss die Polizei in die Menge, Hunderte wurden verletzt. Der Druck auf Präsident Salih wächst: Die USA drängen offenbar auf einen Rückzug des Machthabers.
Im Artikel wird auf einen Bericht der New York Times Bezug genommen:
Die Regierungsgegner im Jemen lassen sich von der Gewalt der Sicherheitskräfte nicht einschüchtern. Bei einem Protestmarsch gegen Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh in der Stadt Taiz soll es mehrere Tote gegeben haben. Die Angaben schwanken zwischen fünf und 17 Opfern. Dutzende weitere Menschen seien durch Schüsse von Soldaten verletzt worden, als Polizei- und Armeeeinheiten gegen einen Protestmarsch vorgegangen seien, sagte der Mediziner Sadek el Schudschaa, der ein Feldlazarett für die Demonstranten leitet ...
Im Jemen gehen die heftigen Zusammenstöße zwischen Oppositionellen und Sicherheitskräften weiter. In Sanaa wurden bei Zusammenstößen mindestens drei Menschen getötet. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sprach sogar von fünf Opfern [...] In der Stadt Taiz im Süden des Landes, wo am Montag 17 Menschen bei Protesten getötet worden waren, gab es erneut Zusammenstöße ... Proteste gegen Präsident Saleh: Erneut Tote bei Zusammenstößen im Jemen
05.04.2011 - tagesschau
Nun wollen die Golfstaaten bei den Unruhen im Jemen vermitteln. Ihr Angebot, das dem der jemenitischen Opposition ähnelt, wurde folgerichtig von dieser angenommen, von Präsident Saleh - der danach die Macht an seinen Vize abgeben soll - als "verfassungswidrig" abgelehnt.
Von neuer Gewalt überschattet haben im Jemen tausende Menschen am Samstag gegen das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte am Vortag protestiert. Die Polizei habe erneut auf die Demonstranten in Taes geschossen, die sich auf dem Freiheitsplatz der Stadt im Süden des Landes versammelt hatten, berichteten Augenzeugen ...
Jemenitische Sicherheitskräfte sind in Sanaa erneut gewaltsam gegen regierungskritische Proteste vorgegangen. Nach Angaben von Ärzten erlitten 30 Menschen Schussverletzungen. Mehr als 200 Menschen mussten nach dem Einsatz von Tränengas wegen Atemproblemen behandelt werden ...
Jemens Präsident Saleh beugt sich dem wochenlangen Druck der Straße und will auf die Macht verzichten. Dafür soll er Straffreiheit erhalten. Endgültig ist das alles aber noch nicht festgezurrt. Die USA jedenfalls begrüßten den Schritt Salihs ...
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
Noch ist die Lage im Jemen äußerst unklar, Präsident Saleh hat - in seiner schon bekannten Art der Echternacher Springprozession - in einem Interview mit der BBC erklärt, er habe den Vermittlungsvorschlag der Staaten des Golfkooperationsrates mitnichten angenommen. Dabei hatte selbst die Regierungspartei GPC ihre Zustimmung erklärt.
Inzwischen hat nun die etablierte Opposition ebenfalls zugestimmt. Was bleibt ist die Frage, wie sich die protestierenden auf den Straßen von Sana'a, Taiz und anderen Städten verhalten werden, wenn es tatsächlich zu einem Deal kommen sollte.
Der Druck der Straße bleibt: Im Jemen haben erneut Hunderttausende gegen Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh demonstriert. Elf Menschen bezahlten ihren Protest offenbar mit dem Leben. Allein in der Hauptstadt Sanaa starben nach Angaben von Regierungsgegnern zehn Demonstranten, als Soldaten der Republikanischen Garde das Feuer auf sie eröffneten. Hunderte sollen verletzt worden sein ...
Eine Einigung zwischen Regierung und Opposition über einen Ausweg aus der Krise im Jemen ist gescheitert. Der von den arabischen Golfstaaten entsandte Vermittler verließ die Hauptstadt unverrichteter Dinge. Die USA hatten Staatschef Salih vergeblich aufgefordert, das Einigungsabkommen zu unterzeichnen... http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 72,00.html
Vertreter der Opposition im Jemen haben ein erneutes Abkommen zum Machtverzicht von Präsident Saleh unterzeichnet. Dem Staatschef soll im Gegenzug für seinen Rücktritt Immunität gewährt werden. Saleh will das Abkommen erst heute unterzeichnen. Bisher aber hat er alle Einigungen mit der Opposition platzen lassen ...
Leider sieht es so aus, als wolle Präsident Ali Abdallah Saleh auch diesmal wieder in letzter Minute kneifen.
In der jemenitischen Hauptstadt haben Bewaffnete die Botschaft der Vereinten Arabischen Emirate umzingelt, in der sich zahlreiche Botschafter (darunter US, UK, andere Europäer, etc.) und der aus den Emiraten stammende Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates (GCC) vor der erwarteten Unterschrift Salehs zu einem Vorgespräch getroffen hatten.
Zuvor waren der Konvoi des GCC-Generalsekretärs und des chinesischen Botschafters von einem Pro-Saleh-Mob attackiert worden. Es darf angenommen werden, dass diese Proteste GEGEN den Rücktritt Salehs zumindest teilweise orchestriert sind. Andererseits hat Saleh weiter zahlreiche Anhänger im Volk, obwohl ihm inzwischen Minister, Abgeordnete, Diplomaten, Militärs und Stämme abhanden gekommen sind.
Schon zuvor hatte Saleh neue Bedingungen gestellt, darunter die nach einer öffentlichen Zeremonie. Angesichts der Tatsache, dass heute der Jahrestag der jemenitischen Vereinigung 1990 ist, ist das ein verständliches Taktieren - nach Feiern ist heute jedenfalls noch niemandem im Jemen zumute!
Es wird nicht unterzeichnet bzw noch nicht. Da gibt es so eine Bedingung.
Ein geplantes Abkommen hätte heute den Rücktritt von Ali Abdullah Saleh besiegeln sollen. Doch der jemenitische Präsident zögert und knüpft die Unterzeichnung an eine aussergewöhnliche Bedingung ...
Und warum? Saleh würde nur unterzeichnen, wenn es eine öffentliche Zeremonie zu der Vereinbarung gebe
Anscheinend steckt in jedem Tyrranen ein kleiner Gadaffi. Diese Weise der Taktierung verringert die ohnehin schon kaum vorhandene Glaubwürdigkeit auf null.
Grüsse
Alexander
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.
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