São Tomé und Príncipe - African Connections ...

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen: Reiseberichte zum Informieren und Träumen, fotografisch dokumentiert. In diesem Forum findet ihr Reiseberichte als "Fotostreckenführer" zu interessanten Reisewegen.

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Birgitt
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São Tomé | Schokoladenmanufaktur von Claudio Corallo

Beitrag von Birgitt »

Genug gelaufen. Wir brauchen dringend eine Pause und einen Kaffee. Unser Wagen parkt noch vor der 90 Graus Esplanada Bar. Passt perfekt. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Tribunal de Contas vorbei. Jae verlässt gerade das Gericht und winkt uns zu. Wir stutzen. Was hat sie dort zu suchen? Sie lacht "ich arbeite hier!". Wir können es kaum fassen! Jae ist Richterin am Gericht in Sao Tome! Mit solchen Connections kann uns auf der Insel ja nix mehr passieren :mrgreen: Wir laden Sie ein zum Kaffee und Jae erzählt. Studiert hat sie in Lissabon. Airbnb ist das Hobby ihrer Mutter - und wenn ihre Mutter verhindert ist, kümmert sie sich ein wenig um die Gäste. Welch ein Glück für uns! Aber auch Jae genießt die ausländischen Besucher. Auf dem winzigen Inselchen - Sao Tome ist gerade einmal 48 km lang - bekäme sie ohne diese Abwechslung regelmäßig den U-Boot-Koller meint sie ;-)

Wir schauen auf die Uhr. Wir haben noch ein Date. Es wird Zeit für uns. Wir verabschieden uns von Jae und steigen in den Wagen. Hier, ganz in der Nähe der Uferkapelle, muss es sein. Wir biegen ab

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und dann sehen wir auch schon das Schild

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Claudio Corallo, der "Schokoladen-König", wie er gerne von der Presse genannt wird, erwartet uns bereits

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Corallo, gebürtiger Italiener, beschäftigt sich seit über vier Jahrzehnten mit Kaffee - und natürlich Kakao. Angefangen hat alles in ex-Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Gestartet im Kaffeehandel hatte er bald eigene Plantagen. Als die Sicherheitslage sich Ende der 90er im Kongo zuspitze, wechselte er das Terrain und zog in den Inselstaat São Tomé und Príncipe. All sein Wissen, das er sich mit dem Kaffee angeeignet hat, hat er in die Kakaopflanzen gesteckt und weiterentwickelt. Sein wichtigstes Anliegen - dem er sich schon immer verschrieben hat und wonach er auch konsequent lebt und arbeitet - ist die Produktion im Einklang mit der Natur! Nicht Masse macht den guten Geschmack, erklärt er uns, sondern das Ambiente, die richtige Aufzucht der Pflanzen und der langsame natürliche Trocknungsprozess der Bohnen!

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Claudio Corallo nimmt ein paar seiner getrockneten Kakaobohnen und demonstriert

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vorsichtig zerdrückt er sie

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Reine Kakaobutter als sichtbarer Fettfleck!

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In der sehr überschaubaren Produktionsstätte ist alles reine Handarbeit

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Hauchdünn wird die Kakao- bzw. nun Schokoladenmasse auf die Trocknungsbleche gegossen. Je höher der Kakaogehalt, desto besser die Schokolade. Kein Zuckerzusatz, reine, zarte, Schokolade - gerne auch 90% und höher, die kein bißchen bitter schmeckt, aufgrund des lichten Anbaus der Kakaopflanzen und der ausgewogenen Trocknung der Bohnen. Schmeckt die Schokolade zu bitter, so war die Trocknung fehlerhaft! Man nehme ein winziges Stückchen dieser Köstlichkeit in den Mund, lasse es 20-30 Sekunden auf der Zunge anschmelzen und verteile es dann in Mund und Gaumen. Wahnsinn! Wer einmal auf diesen Geschmack gekommen ist, wird sich zukünftig schwer tun mit der bekannten herkömmlichen "lila Sorte" und ab sofort viel lieber etwas seltener, dafür aber zu den höherpreisigen guten 90%-und-mehr-Sorten greifen.

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Die Schokolade von Claudio Corallo - die er hier in seiner kleinen Manufaktur in der Hauptstadt von São Tomé produziert - gehört zu einer der besten und teuersten Schokoladen der Welt! Es gibt die reine Schokoladen-Sorte, darüber hinaus aber auch verfeinerte mit Pfeffer oder beispielsweise Kaffee. Alles selbstverständlich aus eigenem Anbau - von den Kakaobohnen und Pfeffer aus seinen Plantagen auf Príncipe bis zum Kaffee aus seinen Plantagen auf São Tomé. So liebevoll wie der ganze Produktionsprozess werden die Schokoladenstückchen auch in kleine Kartonagen verpackt und über den Globus verschickt. Mehr Informationen dazu (inkl. Shop ;-) ) auf der auch deutschsprachigen Website von Claudio Corallo

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Birgitt
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São Tomé | Westküste von Lagoa Azul bis Santa Catarina

Beitrag von Birgitt »

Das Straßennetz des Inselstaates ist genauso überschaubar wie die Insel selber ;-) Eine Ringroad um die Insel gibt es nicht. Zwischen der Südspitze und dem Westen von Sao Tomé ist mit einem Fahrzeug kein Durchkommen. Der dichte Wald des Nationalparks Ôbo reicht hier bis ans Meer. Wir nehmen die gut ausgebaute EN 1 über Guadalupe in Richtung Westküste

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An der Lagoa Azul erreichen wir das Meer. Die von alten Baobabs gesäumte Lagune soll laut Reiseführer ein toller Badeplatz mit kristallklarem Wasser sein. Wir sind noch nicht so ganz überzeugt ;-) Vielleicht liegt es auch daran, dass die im Uferbereich etwas vermüllte blaue Lagune im Schatten liegt und dadurch zurzeit kein Farbenspiel entfalten kann

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Immer wieder halten wir an, zu schön ist die Küstenlinie

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Ein paar Fischerboote am Basalt-Strand, weit und breit keine Menschenseele. Sandstrand sucht man hier vergebens. Die Küste ist felsig und steinig, das Meer rauh und die Strömungen nicht zu unterschätzen

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Schon so mancher Seefahrer hat hier seinen Kahn dem Meer opfern müssen ;-)

Foto: Bernhard F.
Foto: Bernhard F.

Hier vor der Küste treibt einiges umher und landet an, was nicht hierhin gehört! 2016 sollte ein größeres Gas- und Stromprojekt in Neves gestartet werden, das erste "LPG Production- and Distribution-Center". Verträge wurden nie unterzeichnet, denn Investoren und Regierung bekamen sich in die Wolle, noch in der allerersten Umsetzungsphase. Als dann im Jahre 2017 ein Frachter vor der Westküste auftauchte, um die ballonähnlichen Gastanks zu liefern, wurde dem einlaufenden Schiff von der saotomeischen Regierung rigoros die Einreise in die Hoheitsgewässer von Sao Tome verweigert. Um nicht mit voller Fracht zurückschippern zu müssen, hat der Frachter seine Ladung daraufhin kurzerhand auf See gelöscht. So einfach geht das. Die Strömung tat ihr übriges und "hübsche" weiße Ballons zieren seither in unregelmäßigen Abständen die Küste

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In Sao Tome schnitzen viele Fischer ihre Boote noch selber

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und sind dann mit ihren winzigen selbstgebastelten weißen Plastiktüten-Segelchen auf dem Meer nur als Nussschale noch auszumachen

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Der größte Ort hier an der Westküste ist Neves, mit der Rosema Brauerei ;-) Es gibt keinen Grund für uns in Neves anzuhalten. Viel zu sehr genießen wir die tropische Küstenlandschaft, als dass wir durch einen nichtssagenden Ort schlendern wollen

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Vor uns der einzige Tunnel des Landes ;-)

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Der letzte Ort, bevor die Straße sich im Nichts verliert: Santa Catarina. Der Ort ist die Trostlosigkeit pur. Menschen mit leeren Augen am Ende der Welt. Und mittendrin ein Polizist. Mit verspiegelter Sonnenbrille. Er hält uns an, fordert sämtliche Papiere. Möglicherweise trübt die dunkle Brille seinen Blick, denn er liest sämtliche Papiere auf Kopf. Die Diskussion, die er versucht, mit uns zu starten, endet ohne Ergebnis. Denn deutsch erscheint uns in dieser Situation als optimales Kommunikationsmittel ;-) Er ergibt sich ziemlich schnell und lässt uns weiterfahren

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Auf unserem Rückweg biegen wir irgendwann ab von der Asphaltstraße und nehmen kleine Pisten durch den Wald. Und wissen nun, dass wir tatsächlich angekommen sind. Im Paradies Zartbitter!

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Kakao so weit das Auge reicht. Die Früchte wachsen direkt am Stamm

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Niedliche Schokoladen-Babys ;-)

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Birgitt
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São Tomé | Kakaoplantagen im Norden - Agostinho Neto

Beitrag von Birgitt »

Das Waldwegenetz der kleinen Insel (außerhalb des Nationalparks!) durch die Plantagen scheint unendlich. Immer neue Wegegabelungen, keinerlei Verkehr auf der Piste bis auf ab und zu - äußerst selten - einer der gelben Minibusse, die hier den public transport zwischen den einzelnen Ansiedlungen bedienen

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Kakao war seit Anfang des 19. Jahrhunderts das Hauptexportgut Sao Tomes. Als die Plantagen 1975 verstaatlicht wurden, brach die Produktion auf weniger als 10 % des vorherigen Niveaus ein. Mit der Übergabe in die Unabhängigkeit hatte Portugal alles Brauchbare aus den Produktionsbetrieben abgebaut und mitgenommen. Die darauf folgenden Jahre des Missmanagements taten ihr übriges. Die meisten Roças (gesprochen Rossas), wie die Plantagen mit ihren Herrenhäusern genannt werden, waren dem Verfall preisgegeben, denn Geld für Instandhaltung fehlte. Know-how und Wille scheinbar auch.

Die Ruinen sind heute armselige Ansiedlungen, kleinen Dörfern gleich. Manche Roças namenlos

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andere haben wohlklingende Namen wie die Roça Agostinho Neto

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Waschplatz im Wald

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Was für Deutschland die Fichte, ist für Sao Tome der Kakao. Ob kultiviert oder wild lässt sich für uns schwer erkennen

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Bewässerung unnötig, Tropen sei dank ;-) Im Landesinneren der winzigen Inseln regnet es täglich, was man an der Küste kaum vermutet

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Birgitt
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São Tomé | Praia Tamarindos - Schwimmen und Schnorcheln

Beitrag von Birgitt »

Badesachen gehören immer in den Kofferraum ;-) Hat es eben noch geregnet, so strahlt die Sonne wenig später an der Küste wieder vom blauen Himmel. Ein netter Strand zum baden und schnorcheln im Norden ist der Praia dos Tamarindos in der Nähe von Morro Peixe

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Der Strand ist schön sauber, der angeschwemmte Müll auf Häufen zusammengekehrt ... und da liegt er nun. Aufgehalten von den angrenzenden Feldern. Hühner, Schweine und mehr scharren drin rum ;-) Menschen suchen nach Verwertbarem. Der Wind wird den Rest besorgen. Und dann wird er wieder als Haufen zusammengekehrt

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Wir blenden das Müllproblem dieser Welt aus und freuen uns, Taucherbrille und Schnorchel dabei zu haben!

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Ich komme nicht dagegen an, so langsam bekomme ich Hunger ;-)

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Mauritius
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São Tomé und Príncipe - African Connections ...

Beitrag von Mauritius »

Hochinteressant - sehr schöne Bilder - vielen Dank!

Was mich wundert, ist, daß man die Inseln überhaupt nicht kennt?
Carlo
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Re: São Tomé und Príncipe - African Connections ...

Beitrag von Carlo »

Hallo Birgitt (du beneidenswerte),

wieder mal ein toller Reisebericht mit schönen Bildern von dir!

Danke!!! Carlo
Birgitt
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Re: São Tomé und Príncipe - African Connections ...

Beitrag von Birgitt »

Danke fürs tolle Feedback!
Hab die letzten Tage nochmal richtig Lust auf "Bericht schreiben" bekommen ;-)

Gleich gehts weiter ...

Liebe Grüße
Birgitt
Birgitt
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São Tomé | Die Fischer und Wracks von Micolo

Beitrag von Birgitt »

Wem schnorcheln im ruhigen Gewässer zu langweilig ist, der kann sich im Norden auch gerne im Wracktauchen üben ;-) An der Praia Capitainja bei Micolo und auch weiter die Küste entlang bis Sao Tome Capital findet man einen regelrechten Schiffsfriedhof über und unter Wasser. Im 2 km entfernten Fernão Dias war einmal ein Tiefseehafen angedacht, als Teil der geplanten Freihandelszone. Wie so vieles wurde auch dieses ehrgeizige Projekt irgendwann aufgegeben. Die gelieferte Flotte verlief sich buchstäblich im Sande

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Was macht er?

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Der Fischer im Bundes-Liga-Shirt kniet vor einem Haufen gefangener Meeres-Schnecken

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zertrümmert mit einem Stein die Schneckenhäuser

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und säubert und wässert anschließend das so gewonnene Schneckenfleisch

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mangels Eimer direkt im Boot

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Einige Fischer sind mit dem sortieren und flicken ihrer Fangleinen und Netze beschäftigt

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Selbstgebastelte Segel - das Gottvertrauen auf hoher See muss grenzenlos sein

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Birgitt
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São Tomé | Die Kinder von Micolo

Beitrag von Birgitt »

Der Brunnen mit dem zentralen Waschplatz markiert die Grenze zwischen Dorf und Praia Capitainja

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Micolo wirkt recht aufgeräumt, die meisten der kleinen Gebäude sind aus Holz

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auch die Kirche

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Hausschweinchen streifen umher

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und versuchen ab und zu etwas Mais zu stibitzen, der gerade zum trocknen ausliegt

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Viel gibts nicht in Micolo - ein paar kleinere Shops, ein paar Straßengrills wo es ab nachmittags lecker duftet, ein paar Schemel zum sitzen und ein paar Kühlschränke mit kaltem Nacional

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Und eine riesige Horde Kinder! Heute ist Papierflugzeug-Basteltag

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Spielen mit alten Reifen - beliebt bei allen Kindern in Afrika

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Gruppenbild mit Puppe

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Die Kleine mit ihrer Puppe und Schmusedecke hat es uns besonders angetan

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Ihr Vater will sie aber nicht hergeben ;-)

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Holzlieferung

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Birgitt
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São Tomé | Trindade und die Geschichte von Fernão Dias

Beitrag von Birgitt »

Trindade, die zweitgrößte Stadt Sao Tomes, gilt als das "Tor in die Berge". Zu erreichen über viele kleine reizvolle Nebenstraßen, oder - für alle, die nur wenig Zeit zur Verfügung haben - nach nur knapp 10 km ab Sao Tome Capital über die gut ausgebaute und schnelle EN 3

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Der 2. und 3. Februar haben für Sao Tome eine besondere Bedeutung. Während der Unterdrückung des Aufstands von 1953 befand sich am Strandabschnitt von Fernão Dias ein Arbeitslager. Alle, die nicht willig waren, mussten ihr Leben lassen und wurden vom Pier ins Meer geworfen. Andere Gefangene wurden gedemütigt und gezwungen, sinnlose Arbeiten auszuführen, beispielsweise das Meer zu leeren. Dazu wurden sie aneinander gefesselt, mussten Meerwasser in einem Eimer auf ihren Köpfen sammeln und es am Strand wieder ausleeren. Heute wird in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar am Strand von Fernão Dias der Unabhängigkeitsbewegung gedacht, traditionelle Musik gespielt und getanzt. Geschichtenerzähler berichten von den Ereignissen jener Tage und versuchen so, das kollektive Gedächtnis aufzufrischen und die Erinnerung zu bewahren.

Am Tag des 3. Februar marschieren Prozessionen von Schülern aus der Hauptstadt, Trindade und Umgebung in den Norden nach Fernao Dias zu Kranzniederlegungen. Heute ist es wieder soweit, es ist der 3. Februar

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Zerfallener Kolonialcharme in den Bergen

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Missionários Claretianos

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Friedhof am Wegesrand

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São Tomé | Hotel Posada Bombaim

Beitrag von Birgitt »

In Trindade sind wir mit Jae und ihrer jüngeren Schwester verabredet. Sie lassen ihr Auto stehen, steigen um in unseren Jimny. Dann fahren wir hinauf in die Berge

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Die Piste ist bis auf ein paar heftige Schlaglöcher und ziemlich viel Matsch unterwegs in recht gutem Zustand

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Unser Ziel ist die Roça Bombaim, gelegen inmitten des Regenwalds

Foto: Bernhard F.
Foto: Bernhard F.

Die ehemalige Plantage ist in Teilen sehr schön restauriert und beherbergt im kolonialen Herrenhaus nun ein kleines Hotel mit einer handvoll einfachen Zimmern, die sich 2 Bäder teilen (nur kaltes Wasser, was im tropischen Sao Tome kein Problem sein sollte). Hotel Posada Bombaim ist ideal für Naturliebhaber und Wanderer. Agenturen der Insel bieten Mehrtagestrekking quer über die Insel an, ein Stop ist dann immer hier im Hotel Bombaim. Einfache saotomeische Küche, Strom nur zeitweise. Preis DZ 40 Euro/Nacht inkl. Frühstück, Lunch/ Dinner je 15 Euro p.P., Telefon 9830973

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Blick vom umlaufenden Balkon

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Hier im Garten des Hotel Bombaim wachsen einige Mangostanbäume, und wer Glück hat und die richtige Jahreszeit erwischt, kann die leckeren Früchte hier kosten. Wir sind leider etwas spät dran, jetzt im Februar ist bereits alles abgeerntet. Die paradiesisch üppige Blumenpracht hier in den Bergen kann man jedoch das ganze Jahr genießen

Helikonien, auch Hummerscheren genannt
Helikonien, auch Hummerscheren genannt

Fackel-Ingwer, auch Porzellanrose genannt
Fackel-Ingwer, auch Porzellanrose genannt
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São Tomé | Roça Bombaim

Beitrag von Birgitt »

Spaziert man durch den großen Garten und weiter durch das ehemalige Plantagengelände, so stößt man nach kurzer Zeit auf völlig zugewachsene Mauerreste

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Ein paar Meter weiter öffnet sich das dichte Grün und wir erreichen die restlichen Gebäude der alten Kakaoplantage Roça Bombaim

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Alles scheint dem Zerfall preisgegeben. Auf dem Außenputz schimmert verblasst "se vende", zu verkaufen. Ob sich hier aber so schnell ein Käufer findet?

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Ein kleines neugieriges Mädchen kommt auf uns zugelaufen

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Bald ist auch die restliche Familie bei uns

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Die Großmutter der Kleinen erzählt von den Lebensbedingungen hier. Früher waren alle Roças in Betrieb. Die Plantagen waren in der Regel ein eigenständiger kleiner Ort, mit Krankenhaus, Schule, den winzigen Unterkünften der Arbeiter sowie den Herrenhäusern der portugiesischen Plantagenbesitzer und einigen Chalet-ähnlichen Gebäuden für die Aufseher und die Verwalter. Die Arbeiter wurden zum größten Teil wie Sklaven gehalten und waren glücklich, als sie sich endlich ihre Freiheit von Portugal erkämpft hatten. Die Unabhängigkeit brachte neben der ersehnten Freiheit aber leider nicht mehr. Die Roças wurden verstaatlicht, Missmanagement hat die meisten zugrunde gerichtet, Arbeit gab es keine mehr. Heute sind nur Ruinen übrig. Und in den Ruinen leben die Menschen weiter. Sie schlagen sich durch, freuen sich, wenn sie irgendwo als Tagelöhner ein paar Dobra verdienen

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Jedes Paradies hat seine Schattenseiten. Auch das Paradies Zartbitter! Bedrückt verabschieden wir uns von der Großmutter, die uns herzlich umarmt, und werfen einen letzten Blick auf die Gebäude der verfallenen Roça Bombaim

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Mauritius
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São Tomé und Príncipe - African Connections ...

Beitrag von Mauritius »

Das sind ja schreckliche Bilder, ob es jemals besser sein wird. Da tun einem die Einheimischen wirklich leid.
Vielen Dank für den Bericht u. die Bilder.
Birgitt
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Re: São Tomé und Príncipe - African Connections ...

Beitrag von Birgitt »

Mauritius hat geschrieben:Das sind ja schreckliche Bilder
Es ist das Leben in Sao Tome. Paradies besteht selten nur aus weißem Puderzuckerstrand, Palmen und türkisem Meer. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Die Bilder aus Sao Tome sind stellvertretend für viele viele Orte auf dieser Welt. Es mag nur nicht jeder die Kehrseite der Medaille sehen ...

Gruß
Birgitt
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São Tomé | Cascata de Bombaim - Baden am Wasserfall

Beitrag von Birgitt »

Einer der vielen kleinen Zuläufe des Rio Abade

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Der hier als Cascata de Bombaim in die Tiefe stürzt

Foto: Bernhard F.
Foto: Bernhard F.

Ein wunderbarer Platz zum ungestört baden

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Hinein in die Fluten ... Regenwalddusche vom allerfeinsten :mrgreen: herrrrlich !!!

Foto: Bernhard F.
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