Auswärtiges Amt hat geschrieben:Türkei
Stand 22.05.2026
Letzte Änderungen:
- Aktuelles (Sicherheitslage)
- Sicherheit (Sicherheitshinweis: abraten entfernt, Terrorismus, Kriminalität)
Aktuelles
Sicherheitslage
Ende Februar 2026 begannen militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA/Israel und Iran. Seitdem kam es zu Angriffen von Iran und Iran-nahen Milizen auf verschiedene Ziele in der Region, u.a. auch auf zivile Einrichtungen wie Hotels, Flughäfen und Büro- und Wohngebäude. Am 8. April 2026 haben die USA, Israel und Iran eine Waffenruhe bekannt gegeben.
Die Sicherheitslage in der gesamten Region bleibt dennoch höchst volatil. Seit Bekanntgabe der Waffenruhe gab es weiterhin vereinzelte Angriffe auf Ziele in der Region. Das Risiko einer kurzfristigen Verschärfung der Sicherheitslage und erneuter Einschränkungen des Flugverkehrs bestehen unvermindert fort.
In allen Teilen der Türkei muss zudem grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden.
Am 7. April 2026 kam es zu einem bewaffneten Angriff in der Nähe des israelischen Generalkonsulats in Istanbul.
- Beachten Sie die Hinweise im Abschnitt Sicherheit/Terrorismus sowie den weltweiten Sicherheitshinweis.
- Informieren Sie sich regelmäßig zur aktuellen Lage über die Medien.
- Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Sicherheitskräfte.
- Seien Sie sich des erhöhten Risikos im Umfeld US-amerikanischer, jüdischer und israelischer Einrichtungen im Kontext des militärischen Konflikts zwischen Iran und den USA bewusst und meiden Sie diese sowie alle militärischen Einrichtungen möglichst weiträumig.
- Meiden Sie größere Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen sowie den Aufenthalt in der Nähe von Regierungs- und Militäreinrichtungen.
- Meiden Sie abgelegene Gegenden und wenig befahrene Landstraßen.
- Generell wird allen Reisenden weltweit empfohlen, sich auf die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts einzutragen und die dort hinterlegten Daten regelmäßig zu aktualisieren.
Sicherheit
Terrorismus
In allen Teilen der Türkei muss grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden, insbesondere in den großen Metropolen.
Die Sicherheitsvorkehrungen befinden sich landesweit auf hohem Niveau, vor allem in großen Städten ist eine erhöhte Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften sichtbar. Seit 2015 kam es wiederholt zu Anschlägen terroristischer Gruppierungen auch gegen nicht-militärische Ziele. Auch in den Innenstädten von Istanbul und Ankara gab es bereits Anschläge mit hohen Opferzahlen, wie 2022 bei einem Sprengstoffanschlag auf der Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal und 2023 bei einem Bombenanschlag auf das Innenministerium der Türkei in der Nähe des Parlaments in Ankara. Im Januar 2024 kam es durch zwei Täter zu einem bewaffneten Angriff auf die katholische Kirche Sankt Marien in Sariyer-Istanbul, bei dem eine Person tödlich verletzt wurde.
Die als terroristische Vereinigung gelistete „Kurdische Arbeiterpartei“ (PKK) sowie ihre Splittergruppe „Freiheitsfalken Kurdistans“ verüben seit 2015 vor allem im Südosten der Türkei, aber auch in anderen Landesteilen immer wieder Anschläge. Weitere Entwicklungen im Rahmen des Ende 2024 angestoßenen Lösungsprozesses (auch „Friedens-Prozess“ oder „Prozess für eine Terror-freie Türkei“) zur Kurdenfrage bleiben abzuwarten.
Südosten und Osten/Grenzgebiete zu Syrien und Irak
Im unmittelbaren Grenzgebiet der Türkei zu Syrien (Provinzen Şanlıurfa und Mardin) und zu Irak bestehen Gefahren durch angrenzende Auseinandersetzungen.
- Beachten Sie die Reisewarnungen für Syrien, Iran und Irak.
- Seien Sie insbesondere an belebten Orten und bei unvorhergesehenen Ereignissen aufmerksam.
- Vermeiden Sie alle nicht zwingend erforderlichen Reisen in die o.g. Grenzgebiete.
- Halten Sie sich zur Sicherheitslage laufend informiert.
- Meiden Sie größere Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen sowie den Aufenthalt in der Nähe von Regierungs- und Militäreinrichtungen.
- Meiden Sie abgelegene Gegenden und wenig befahrene Landstraßen.
- Beachten Sie den weltweiten Sicherheitshinweis.
Kriminalität
Die Türkei zeichnet sich bislang als ein Land mit vergleichsweise gering ausgeprägter Gewaltkriminalität aus.
Wie auch in anderen Großstädten ist in Istanbul Vorsicht vor Taschendieben angezeigt. Dabei werden die Opfer vielfach von bettelnden Kindern abgelenkt.
Vor allem im Stadtteil Beyoğlu wurden vermehrt Betrugsfälle bekannt, in denen Touristen unter einem Vorwand in eine Bar eingeladen und anschließend gezwungen wurden, zur Begleichung der extrem überhöhten Rechnung eine größere Summe Bargeld von einem Geldautomaten abzuheben.
Auch kommt es immer wieder zu Passdiebstählen.
Ausländer, insbesondere allein oder in kleinen Gruppen reisende Frauen, sind vereinzelt von gewaltsamen, auch sexuellen Übergriffen betroffen. Auch Minderjährige sind Ziel sexueller Übergriffe geworden, z.B. auf dem Weg zu den Toiletten in Lokalen.
Deutsche Urlauber wurden in der Vergangenheit nach ihrer Rückkehr Opfer von Betrugsfällen. So werden Urlauber unter einem erfundenen Vorwand (z.B. Lotteriegewinn, Steuernachzahlung, drohende Vermögensnachteile) telefonisch zu einer Geldüberweisung per internationalem Zahlungsdienstleister in die Türkei veranlasst. Alternativ werden Urlauber (meist per E-Mail) aufgefordert, umgehend eine Zahlung für angebliche Transitgebühren des türkischen Zolls für Paketsendungen zu leisten, da sonst angeblich kein Versand erfolgen kann. Derartige Gebühren werden in der Türkei nicht erhoben.
Vor allem im Großraum Istanbul sind vermehrt Fälschungen ausländischer Banknoten aufgetaucht. Teilweise wurden auch gefälschte 50- und 100-USD-Noten in Geldautomaten entdeckt, die eine ungewöhnlich große Nähe zum Original aufweisen.
- Seien Sie besonders bei einem Aufenthalt an einsamen Orten und gemeinsamen Unternehmungen mit wenig bekannten Personen vorsichtig.
- Lassen Sie sich stets von Vorsicht leiten und praktizieren Sie immer situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten. Dies trifft insbesondere auf alleinreisende Frauen vor dem Hintergrund der Berichte über sexuelle Übergriffe zu.
- Bewahren Sie Geld, Ausweise, Führerschein und andere wichtige Dokumente sicher auf; speichern Sie ggf. elektronische Kopien/Fotos. Dies erleichtert im Falle von Diebstahl oder Verlust die Ausstellung eines Ersatzdokuments.
- Geben Sie bargeldlosen Zahlungen den Vorzug und nehmen Sie nur das für den Tag benötigte Bargeld und keine unnötigen Wertsachen oder auffälligen Schmuck mit Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
- Seien Sie in größeren Menschenmengen wie an Flughäfen, Bahnhöfen, in öffentlichen Verkehrsmitteln besonders aufmerksam und achten Sie auf Ihre Wertsachen.
- Kaufen Sie Alkohol nur in lizenzierten Fachgeschäften. Achten Sie auf ungeöffnete Originalverpackungen und offizielle Lizenzierung (Steuerbanderole); schlechte Druckqualität (auf der Banderole) bzw. falsche Schreibweisen können auf Fälschungen hindeuten. Meiden Sie selbstgebrannten bzw. gepanschten Alkohol (Gefahr der Methanolvergiftung, siehe auch Gesundheit - Aktuelles).
- Seien Sie bei ungewohnten E-Mails, Telefonanrufen, Zahlungsaufforderungen, Gewinnmitteilungen, Einladungen und Hilfeersuchen angeblicher Bekannter oder Anrufen angeblicher Polizei – und Justizbeamten skeptisch. Teilen Sie keine Daten von sich mit, sondern vergewissern Sie sich ggf. persönlich der Glaubwürdigkeit oder wenden Sie sich an die Polizei.