Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Kultur, Natur, Unterkunft, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten, Tourismus Staaten: Marokko/Sahara, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten.

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Kuno
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Kuno »

Mal abgesehen von den Nummernschildern, die die Kriminellen vielleicht an ihren Autos hatten - ich bin der Meinung, dass es ziemlich sinnlos ist, zu diskutieren, in welchem Land die Geiselnehmer gebohren wurden. Es ist ja nicht so, dass ein Land diese Leute als eine Art militärischer Stosstrup in einem anderen Land einsetzt sondern es handelt sich doch vielmehr um international / regional agierende Gruppen von Leuten verschiedenster Herkunft (Sowohl, was die offizielle Nationalität betrifft als auch die Stammesherkunft)... wichtig ist, dass man sie an den Bärten packt und nicht entkommen lässt, egal woher sie stammen.
Heinrich
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Heinrich »

http://lci.tf1.fr/monde/afrique/in-amen ... 78819.html

Mal ein vernünftiger Ansatz: Die Vorbereitung für den Coup hat sicher Wochen, wenn nicht Monate gebraucht. Informanten waren nötig, unter Umständen auch Komplizen. Die Bärtigen hatten - so wenigstens die Infos - Insiderkenntnisse und die Anlage sofort ausgeschaltete etc. Es ist also mehr als zweifelhaft, dass der Coup eine unmittelbare Reaktion auf das französische Eingreifen in Mali war.

Jetzt kann jeder selber weiterspekulieren...

Heinrich
Wolfgang K
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Wolfgang K »

Die Herkunft oder Anreise der Täter spielt in der Tat keine Rolle. Ich habe das Thema nur aufgegriffen, weil das zu erwartende Hin und Her in der Algerischen Presse und den Verlautbarung aller möglichen mehr oder weniger offiziellen ein schönes Beispiel ist, dass jeder etwas anders erzählt und am Ende möglichst jemand anderes Schuld ist.

Da einige der Herren Bärte sicher auch im Grenzhandel tätig waren werden sie sich den einfachsten Weg gesucht haben, ob der jetzt 50 km hüben oder drüben der Grenze war ist egal. Über Bir Tegheri ist es die reinste Autobahn. Es zeigt aber dass recht weit im Norden mit Einigem zu rechnen ist. Pläne eines baldigen Besuchs des Ubari von Norden aus werden dadurch nicht realistischer.

Noch was zu der Drohne: Die wird nicht extra von irgendwo herbei geeilt sein, sondern schlicht einen 50km Abstecher von der Grenze gemacht haben. Und dass die Algerier von dieser Grenzüberwachung nichts wissen glaube ich mal ganz sicher nicht. Und sie werden wie die Libyer sogar Wert darauf legen. (Zumindest die Offiziellen :mrgreen: )
Wenn die Bärte denn eine solche Route jenseits der Grenze genommen haben, dann hat es aber nicht oder nicht schnell genug geholfen. Oder in Algerien ist keiner ans Telefon gegangen. Erfahren wird man’s nie..
TGerd
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von TGerd »

Hallo W.K.
danke, so sehe ich jetzt wenigstens etwas Verständnis eines Wüstenfahrers, nicht das von Strategen.
Bei geneigter Lektüre meines vorletzten Posts ging es mir um die Möglichkeit des Reisens in Libyen (... Wüstenfahrerforum ... nichts Gutes ...). Na ja, muß nicht jeder verstehen.

Schade Asam, es wird wohl so schnell nix werden.

Gruß
Nach Süden!
In der Wüste triffst Du Dich selbst.
Oder Du triffst nichts.
Wolfgang K
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Wolfgang K »

Hallo Gerd!

Sei versichert, dass mein Interesse ausschließlich dem Reisen gilt. Alle anderen „Überlegungen“ sind reine Übersprungshandlungen sich zumindest in irgendeiner Art mir der geliebten „Heimat“ zu beschäftigen und dabei nicht vom Schwärmen über vergangene Zeiten ins Jammern über zu geraten.

Ich habe bis zur sprichwörtlich letzten Sekunde versucht jede Gelegenheit zu nutzen und bin froh hierfür fast alles andere hinten angestellt zu haben nur um drunten zu sein. Ganz sicher werde ich nicht aufgeben - aber es wird Geduld notwendig sein. Wenn man es positiv sehen will: Ein Grund mit dem Rauchen aufzuhören, gesünder zu essen und mehr Sport zu treiben, um dann eines Tages noch ohne fremde Hilfe den Zündschlüssel drehen zu können.

[/OT]

Grüße
Wolfgang
wuestegobi
Beiträge: 9
Registriert: Di 15. Jan 2013, 17:49

Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von wuestegobi »

Sehr schlimme Geschichte und bin mal gespannt wie viele Opfer es am Ende gegeben hat, wird sicher noch weiter steigen, als was man bisher darüber weiß, hoffentlich werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen, mein Beileid an die Familien!
Alexander
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Alexander »

Ich weiss nicht, ob ich es anfangs überlesen habe, aber zwischenzeitlich spricht man von über 600? Geiseln?

Die algerischen Sicherheitskräfte haben laut einem Agenturbericht bei ihrem Einsatz gegen schwer bewaffnete Geiselnehmer im Süden des Landes mehr als 65 Ausländer befreit. Insgesamt seien 639 Geiseln freigekommen, "darunter mehr als die Hälfte der 132 ausländischen Geiseln", zitierte die Nachrichtenagentur APS aus algerischen Sicherheitskreisen. mehr...

Noch ein kurzes Video
[Video leider nicht mehr verfügbar]
https://players.brightcove.net/66500330 ... 9228412001


Grüsse
Alexander
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Ralf Kiefer
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Ralf Kiefer »

Alexander hat geschrieben:Ich weiss nicht, ob ich es anfangs überlesen habe, aber zwischenzeitlich spricht man von über 600? Geiseln?
Die schreiben das alle aus irgendwelchen Agenturmeldungen ab. Die Süddeutsche meldete das um 15:46 auch schon:
"Zuvor soll mehr als die Hälfte der 132 ausländischen Gefangenen bei der algerischen Militäraktion befreit worden sein. Dies meldete die algerische Nachrichtenagentur APS, sie beruft sich auf Angaben aus Sicherheitskreisen.

Es sei gelungen, insgesamt 650 Menschen freizubekommen, darunter 573 Algerier. Das würde bedeuten, dass 77 Ausländer befreit worden sind. Weitere Quellen für diese Angaben gab es zunächst nicht.

Das Schicksal von etwa 60 ausländischen Geiseln und einer unbekannten Zahl von Algeriern ist demnach weiter ungewiss. Bislang unbestätigten Berichten zufolge soll es bei der Aktion mehr als 30 Tote gegeben haben."

Gruß, Ralf
Kuno
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Kuno »

Hier ein Filmbeitrag aus Algerien - es werden befreite Geiseln interviewt. Das meiste ist auf Arabisch. Aber wenn ihr auf 06:37 huepft, dann bekommt ihr auch einige Aussagen in English:

Heinrich
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Heinrich »

Die Geiselnahme ist offenbar beendet.
7 Geiseln sind tot. Offenbar wurden Sie von den Geiselnehmern ermordet.
11 Terroristen sollen getötet worden sein.
http://www.elwatan.com/actualite/urgent ... 18_109.php
http://www.lefigaro.fr/international/20 ... gazier.php
ickler
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von ickler »

Glaubt doch bitte nicht alles was die medien sagen......so grün könnt ihr doch nicht sein, oder?
erst mal abwarten......
gruss
harald
Kuno
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Kuno »

Es ist traurig, dass die letzten verbliebenen Geiseln nicht gerettet werden konnten aber es ist immerhin gut, dass die Algerische Armee keinen der Moerder davonkommen liess. Die Medien bei unsin der Schweiz und wahrscheinlich auch in Deutschland werden sich wahrscheinlich nur noch kurze Zeit zurueckhalten koennen. Danach wird es losgehen mit den bekannten Experten, die erklaeren, wie man alles anders und besser haette machen koennen und sollen. Es werden sich natuerlich auch die wieder einfinden, die fordern, dass man den "Abenteuertouristen" verbieten sollte in "solche Laender" zu reisen und ich waere sehr ueberrascht, wenn es nicht auch wieder Stimmen gaebe, die verlangen, dass man den "Dialog mit den gemaessigten Extremisten" suchen muesse und dass "der Westen" ja eigentlich Schuld an allem sei. Und jemand wird bestimmt auch glaubhaft erklaeren, dass das alles nicht passiert waere, wenn man Ghaddafi...

Egal. Ich finde es gut, dass wir uns nach wie vor den Luxus leisten koennen, dass jeder praktisch alles sagen und schreiben darf (auch ich :wink: ), selbst wenn es noch so absurd ist. Und ich bin auch sehr froh, dass ich nicht ein Algerischer Offizier bin, der in solch schwierigen Situationen, welche unvorhergesehen und ploetzlich einen anderen Weg nehmen koennen ueber den Einsatz meiner Soldaten und Waffen -und somit ueber Leben und Tod - entscheiden muss.

Mein Beileid gilt den Hinterbliebenen der ermordeten Geiseln und mein Respekt denen, die ihr eigenes Leben riskiert haben um die Gesieln zu befreien und die Moerder zu liquidieren.
Wolfgang K
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Wolfgang K »

Anders bei als bei den ersten Entführungswellen wird derzeit der Verhandlungsspielraum eng sein und Geld keine Verhandlungsmasse mehr darstellen. Politische Forderungen wird man keine erfüllen. Dieser Umstand dürfte das Schicksal aller Geiseln einer gelungenen Entführung praktisch schon besiegeln. Das Aufteilen der Geiseln und Verschleppen der Geiseln in Verstecke wäre das Nächste gewesen. Ob es jemals wieder eine bessere Gelegenheit gegeben hätte zumindest einen Teil der Geiseln lebend frei zu bekommen bezweifle ich.

So schrecklich es für die Betroffenen ist, aber die Tatsache, dass der Versuch einer Verschleppung gescheitert ist und (wie es aussieht) alle Bärte dabei draufgegangen sind ist ein wichtiger Schritt um zukünftige Verzweiflungstaten weniger lohnend zu erscheinen zu lassen. Und die Anlässe für Verzweiflungstaten von Seiten der Bärtigen wird es in den kommenden Monaten vermehrt geben.

Bei aller Skepsis gegenüber der Rolle Algeriens muss man zumindest anerkennen, dass die Entscheidung keine Verschleppung zuzulassen richtig war. Eine Spekulation ob man diese Aktion militärisch hätte besser durchführen können möchte ich mir nicht anmaßen.

Mein Beileid den Hinterbliebenen der getöteten Geiseln.
Alexander
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Alexander »

Wolfgang K hat geschrieben:Bei aller Skepsis gegenüber der Rolle Algeriens muss man zumindest anerkennen, dass die Entscheidung keine Verschleppung zuzulassen richtig war. Eine Spekulation ob man diese Aktion militärisch hätte besser durchführen können möchte ich mir nicht anmaßen.
Das algerische Militär hat unter diesen Umständen, m.E. schnell und angemessen gehandelt. Eine „genauere Operation“ währe wohl nur mit einer besseren Vorbereitung möglich gewesen, was Zeit gekostet hätte, die nicht zur Verfügung stand. Bei einem späteren Eingriff des algerischen Militärs bestand die Gefahr, dass die Bärtigen mit ihren Geiseln in alle Richtungen Afrikas verschwunden wären, was eine spätere Verfolgung erheblich erschwert oder gar unmöglich gemacht hätte. Aufgrund der hohen Anzahl von Geiseln wäre das Erpressungspotential der Terroristen enorm. Den Forderungen hätte man wohl mit der Ermordung der einen oder anderen Geisel Nachdruck verliehen. Ich bin überzeugt, dass die militärische Befreiungsaktion bei Weitem weniger Opfer gekostet hat als wenn man die Geiselnehmer hätte ziehen lassen.

Grüsse
Alexander
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Re: Algerien - Geiselnahme bei In Amenas

Beitrag von Kuno »

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