Und wieder ist ein Tag vollbracht. Der Lagerplatz, den ich mir für die heutige Nacht ausgesucht habe, ist eingerahmt von Dünenketten. Ich bereite den Lagerplatz vor, sodass ich nur noch in den Schlafsack hüpfen muss. Das abendliche Farbenspiel möchte ich noch nutzen, um einige Fotos zu schießen.


Den Deckel meines Kameraobjektivs lege ich auf meine Decke. Ich drehe meine Runde und fange die Schattenspiele der untergehenden Sonne ein. Ich gehe zu meinem Platz zurück. Wo ist der Deckel meines Kameraobjektivs? Ich erinnere mich sicher daran, wo ich in abgelegt hatte. Ich drehe alles drei oder vier Mal um. Im Sand kann er nicht versunken sein. Der Boden ist hart und nur eine dünne Sandschicht bedeckt ihn. Mit meinen Händen durchpflüge ich den Sand. Nichts. Es ist zum Haare raufen. Der Deckel kann doch nicht einfach vom Erdboden verschwunden sein. Ich bekomme Zweifel, ob ich den Deckel wirklich an der Stelle auf der Decke abgelegt habe.

Taschen meines Rucksacks, meine Hosentaschen, den Schlafsack, meine Wüstenkarre. Das Ganze dann gleich noch mal um sicher zu sein. Wieder nichts. Ich beginne an meinem Verstand zu zweifeln. Ich suche unter der Decke. Nichts. Kein Deckel. Welches Spiel spielt ihr mit mir, ihr Dschinne? Kommt raus ihr Wüstengeister und zeigt euch. Die Suche blieb bis zum heutigen Tage erfolglos. So ein Objektivdeckel kostet ja nicht die Welt. Wenn aber ein Deckel auf so höchst rätselhafte Weise verschwindet, dann gibt das einem zu denken. Ich bin jetzt schon wieder vier Wochen zuhause und habe meinen Rucksack immer noch nicht ausgeräumt. Vielleicht hatte ich den Deckel doch irgendwo im Rucksack verstaut. Ich gehe gleich mal nachsehen….














