15916-57-13-26-01 und ein Motor...

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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Es nachtet ein. Ich sehe nichts mehr. Die Dunkelheit ist enorm.
Auf dem Navigationsgerät schaue ich mir die nächsten Minenfelder an. Ein soll in wenigen Kilometern östlich von mir beginnen. Zusätzlich ist nördlich der Bahnlinie Minenwarnung und am Marokkanischen Wall ist sowieso alles vermint.

Ich mache erstmal kein Licht, um nicht zu fest auf mich aufmerksam zu machen.

Jedoch erkenne ich bald einige Scheinwerfer, die sich hin und her bewegen. Aus Osten und Westen fahren sie auf mich zu.

Wenn ich nun so alleine in der Wüste bin, kommt durchaus mal ein ungutes Gefühl auf, in das man sich leicht etwas steigern kann. Zeit zum Grübeln hat man ja genug...

Ich will es genauer wissen.
Steige auf meine Hausdüne und schaue nach Norden, wo die Piste durchführt.
Ich sehe ein weiteres Fahrzeug herannahen.

Nichts passiert. Sie fahren vorbei.
Ach, was bilde ich mir eigenlich ein?

Steige von der Düne runter. Aber wo ist mein Auto? Tatsächlich habe ich die Schritte nicht mitgezählt und bin ohne Lampe unterwegs. Erst nach einem nächtlichen Gang und genauem Überlegen, finde ich den Patrol wieder. Keinen Mond, kein Licht wiederspiegelt sich in den noch einigermassen sauberen Scheiben meines Fahrzeuges. Es ist stockdunkel.

Mich lässt diese Spannung einfach nicht in Ruhe.

ein weiteres Fahrzeug naht von Osten heran. 20.00 Uhr, Windstill.
Schon von weitem erkenne ich die Scheinwerfer. Wild weichen sie den Schlaglöchern aus.
Noch einmal will ich es wissen, ob mich jemand besuchen möchte. Steige also wieder auf die Düne hoch.
Sehe dem Fahrzeug zu, wie es meine Position umfährt und genau dem Pistenverlauf folgt. Doch was was geschieht dahinter?

Ein Blitz erhellt die Nacht. Nein, es ist kein Blitz. Es kommt aus dem Boden.
Ungefähr dort wo das Fahrzeug Südlich der Bahnlinie vor 4-5min gewesen sein muss, explodiert nun eine Mine im Noden der Linie.
Der Fahrer merkt nichts davon und fährt weiter. Er war vermutlich auch nicht der Auslöser der Mine. Doch wer sonst?

Diesmal gewinnt die Vernunft, nicht an den Ort zu fahren um nachzuschauen. Zu gefährlich.

Ich bin froh, dem Hinweis gefolgt zu sein, immer südlich der Linie zu bleiben.

Wie es sich nun schläft, ist klar. Seelenruhig natürlich. Ich hab ja meine Düne...
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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Die Sonne geht auf, wie wenn nichts gewesen wäre.

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Ich beginne, die abwechslungsreiche Piste zu fahren. Grösstenteils kann ich hier 60-80km/h fahren.
Gegenverkehr gibts bis jetzt keinen.



Noch immer folge ich der Bahnlinie. Ab und zu sehe ich einen der langen Eisenerztransporte Richtung Küste.

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Mir fällt auf, dass es hier nur wenige Kamele hat. Jedoch Skelette gibt es einige davon

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auf die Frage hin, wann es zuletzt geregnet habe, sagt mir ein Einheimischer: "Ach, das war etwa vor 2 Jahren"
Hart!
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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Trotz sehr vieler Weichsandpiste (und wer sie kennt weiss, dass die wirklich (verschissen sind und) sehr viel Leistung fressen) wird der Motor nicht heiss.
Thermikproblemen vorgebeugt, durch einen volluminöseren Kühler und funktionierendem Viskolüfter, kann ich die Strecke bedenkenlos durchwühlen.

Am Mittag, Technische Kontrolle meinerseits: Radlager und alle Flüssigkeiten kontrolliert. Radnabe knallt zwischendurch. Ansonsten ist der Patrol ein harter Bursche im nehmen.

Zerlegte Eisenbahnwagen zeugen entweder von dem Polisario Anschlag auf die Bahnlinie im Krieg, oder aber von einem Minenunfall.
Ich schaue mir die Sache etwas an.

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Typisches Preifenprofil eines älteren Militärjeeps

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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Bei einem "Kieswerk" an der Linie halte ich an und schaue mir die Sache an.
Der Fahrer freut sich über ein par gebrannte Erdnüsse - seine Zähne freuen sich auch.

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Alles in allem bis jetzt freundliche Leute. Doch dies kann ich nicht abschliessend beurteilen. Ich bin gespannt, was noch auf mich wartet.

Immer wieder muss ich anhalten und den dröhnenden Zügen zuschauen.
Sie klingen ähnlich wie ein grosser Schiffsmotor, dann das übliche Quietschen der vom Sand arg strapazierten Bauteile, welches noch dazukommt

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Für die Serie III Liebhaber:

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Besonders gefallen mir auf diesen Touren immer wieder die enormen farblichen Kontraste.
Wie kann das Gewächs zwischen 2 schwarzen Steinen überleben?
Geben sie dem Büschel den nötigen Windschutz und als Ausgleich strahlen sie zusätzliche Hitze ab?
Kleine Rätzel für mich...

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Die Piste wird immer mehr von rein weichsandiger Natur. Der Motor muss enorm arbeiten. Hier muss ich ihm mehr Drehzahl gönnen, um die Kühlung aufrecht zu erhalten.
Dauervollgas für 20 Minuten kann es durchaus geben. Hier anzuhalten, bedeutet schaufeln oder mehr Luft abzulassen.

Wenn es Not tut, kann ich noch die Heizung etwas aufdrehen. Jedoch öffne ich die Scheiben nicht freiwillig. Zeitweise gesellt sich starker Sandwind zu der jetzt schon erbärmlichen Hitze.

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Nebenbei, bei einem kleinen Stop zwischendurch finde ich 2m neben der Piste eine explodierte Mine.

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ist halt schon interessant was man da alles sieht...
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Nördlich der Bahnlinie winkt mir jemand zu. Offensichtlich braucht er Hilfe.

Ich fahre quer über die Bahnlinie zu der mittlerweile erkennbaren Gruppe an Bahnarbeitern.
Sie sind mit Maschinen ausgerüstet, die für die Piste taugen sollen, nicht aber für den Weichsand.

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Der betreffende sagt mir, er hätte seit gut 2 Stunden abgeholt werden sollen. (Schichtwechsel oder so)

Ich fahre ja gegen Osten, ob ich ihn den nicht mitnehmen könne zum Dorf am Fusse des Ben Amira?
(Ben Amira ist der zweitgröste Monolit auf dieser Kugel)

Ich nehme den Mann mit. Gerne nimmt er auf den 4 Gepolsterten Dieselkanistern Platz. Hier sinken die Ansprüche an Fahrkomfort. Wenn man nur nicht alles durch den Weichsand marschieren muss. Scheinbar stellt es hier kein Problem dar, Nördlich der Bahnlinie zu fahren.

Ich erreiche das Dorf. Der Bahnarbeiter lotzt mich direkt vor einen Gendarmerieposten. Genau das wollte ich nicht. :bang: :bang: :bang:

Die Jungs da sind mit Kalaschnikov bewaffnet und zeigen sie auch demonstrativ.

Sie fragen mich, was ich hier wolle und fordern ein Fiche mit all meinen Daten drauf.

Ich picke einen raus und frage nach Minen. Denn meines Wissens ist (oder war) die Nordost- und Ostseite des Monoliten vermint.
Die Antwort lautet: Mines, partout. Ich frag noch einen anderen um konkretere Infos zu erhalten.
Mines? non, non. Il'y as pas...
Nun gut, es hat keine. Oder nur wenige, oder vielleicht sollte mann...

Ja, gerne möchte ich den Monoliten etwas näher anschauen.
Die Jungs in grün wollen es mir nicht erlauben. Da sei bald die Grenze zur Westsahara. Gefährlich, wüst und grausig und überhaupt.

Einer erlaubt mir dann, hinzufahren und ein par Fotos zu schiessen, sagt, dass ich danach aber sofort wieder zurückkommen soll und bei ihnen auf dem Posten übernachten muss. Aber auf keinen fall beim Monoliten schlafen.
Ich sage dem Gendarm, dass ich zwar hinfahre, Fotos knipse, dann aber weder dort beim Monoliten, noch bei ihnen auf dem Posten übernachten werde.

Er will mich zwingen dazu. Wortgefecht. Ich fahre los. Halte sogleich wieder an und muss als erstes mal den hübschen Landy fotografieren...

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Die Folgenden Fotos vom Monoliten sind zwar etwas unter Stress entstanden, jedoch habe ich so einen Grund, noch einmal hinzufahren, um das wunderschöne Hügelchen in Ruhe anzusehen

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Ben Amira, etwas näher

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Poserbild vor Ben Amira

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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Beim Monoliten, der ziemlich genau 5km nördlich vom Posten ist, lasse ich mir dann etwas Zeit.

Ich warte die Dämmerung ab. Somit kann ich hier noch ohne Licht, aber ungesehen verschwinden und in Ruhe irgendwo übernachten.

Das Gelände bietet sich an, einen Nord-West-Süd-Bogen um das Lager zu machen.
Ich verschwinde in den weichen Dünen und suche mir einen hübschen Nachtplatz umgeben von vielen grossen Grasbüschen.
Wenn sie mich hier finden, dann Hut ab!!!


Wenn ich so darüber nachdenke...
Heute sind mir vielleicht 3-4 Fahrzeuge begegnet. Hier handelt es sich um eine eher vielbefahrene und wichtige Piste.
Wenn was passiert, kommt sicher mal wieder wer vorbei.
Wie sieht es bei meinen zukünftigen Strecken aus?

Mit diesen Gedanken übernimmt mich der Schlaf und ich werde überführt ins Land der Träume...

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Beitrag von Chrigu »

21. Dezember 2011, 12. Tag alleine unterwegs

Nun muss ich ausbaden, was ich mir gestern Abend eingebrockt habe.
Ich muss nämlich wieder aus dem Erg raus.

Schon gestern Abend hatte ich Mühe, um die weichen Sandhügeln rumzukommen.
einen Moment ziehe ich in Erwägung, den direkten Weg nach Atar zu nehmen und Choum südlich zu umfahren.
Jedoch frisst der Weichsand stark an meinen Ressourcen.
Angesichts der schlechten Befahrbarkeit, entschliesse ich mich dagegen.

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Einerseits fliesst viel Diesel durch des TD42 Adern, andererseits liegen meine Nerven langsam blank. Oft muss ich vollgas fahren um einen kleinen Dünenzug zu erobern.
Luft ist längst nicht mehr viel in den Reifen. Der Dieselvorrat sinkt.

Schöne Augenblicke geniesse ich umso mehr.
Sind das nicht zähe Pflanzen?

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Noch bevor ich die Piste erreiche, sehe ich wieder Monoliten. Wunderschöner Anblick in Mitten von Nichts...

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Ich schaffe es irgendwann, die Piste zu erreichen und kann wieder etwas schneller fahren.
Hier stosse ich auf einen Mercedes LKW der etwas früheren aber auch zäherer Generation - das erste Fahrzeug, das ich heute zu Gesicht bekomme.

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Die Sicht ist enorm schlecht. Sandhaltige Luft wirkt wie Schmirgelpapier auf der Haut.

Der LKW hat sich im Sand eingebudelt. Ich selber habe bereits Mühe, die vorderen Stellen zu passieren. Viel Gas und Drehzahl wird gefordert. Trotzdem halte ich neben dem Riesentrümmer an. Ich stelle den Patrol so hin, dass ich von einer Minidüne rechts runterziehen kann und so wenigstens die Chance habe, anfahren zu können.

Die Jungs organisieren sich aber bestes. Sie sind ein eingespieltes Team - wie der Patrol und ich es auch sind.



Bald schaffen sie es aus der Misere heraus und können nach einigen Hundert Metern wieder einigerassen festen Grund "erfahren". Der Weichsand wechselt sich ab und zu mit Piste ab. Was für eine Wohltat für die Motoren...
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Beitrag von Chrigu »

Auch ich schaffe die Weiterfahrt.
Anfahren in der Reduktion im ersten Gang mit hinterer Diffsperre um eine maximale Antriebskraft zu erreichen.
Von solchen Manövern träumt die Kupplung in der Nacht dann eben. Der Verschleiss ist auf allen Linien gross.

Die Sicht wird noch schlechter. Normalerweise fährt man so nicht mehr weiter. Sichtweite vielleicht 7m

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Zusätzlich ist es drückend heiss. 36°C im Schatten. Ich kann die Fenster nicht öffnen, sonst bin ich gesandstrahlt.

Die Sichtweite sinkt noch weiter. Ich bin wenige Kilometer vor Choum. Auf einmal sehe ich knapp vor mir unscharfe Konturen eines Fahrzeuges.
Es ist ein holzbeladener Landrover Serie III. Wie kann es auch anders sein :lol:
Er steht mitten auf der Piste. Von hinten müsste in wenigen Minuten der von mir überholte LKW anfahren.

Nun ja, ich frage die 2 Männer mittleren Alters, ob sie eine Panne haben und ob ich helfen könne.
Die Antwort kommt schlicht und ergreiffend, wie auch promt: "Nein, nein, ist alles i.O. wir parkieren hier nur. :bang:

Achso, ihr parkiert hier nur. Ist ja auch ein schöner Platz.

Weiterfahrt im Weichsand. Der Motor und die Kühlung erweist sich als standfest. Die Temperatur bleibt im grünen Bereich.

Kurz vor Choum, Militärposten. Ich erwarte einen Zusammenschiss bezüglich gestern Abend. Aber der Mann in Grün weiss wohl nichts davon.
Man witzelt, Frage nach woher und wohin, Fiches... Weiterfahrt, während ein Einheimischer bei dem Wetter alles entladen muss.! Nochmal gut gegangen...

Einfahrt in das Dorf Choum. Ich habe es etwas grösser erwartet. Ein alter MAN lächelt mir mit seinen Pauschbacken entgegen...

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Ab Choum Richtung Atar erwartet mich nun üble Piste. Richtige Prügelei für Reifen und Stossdämpfer. Ich verfahre mich und muss nach dem Weg fragen. Hier reicht das Französisch des Einheimischen nicht mehr aus. ATAR versteht er aber schon und gestikuliert mir eine grobe Richtung vor. Das hilft mir.
Er hat das Gefühl, ich habe noch nicht verstanden welchen Weg ich fahren will. Östlich von mir ist nämlich ein Gebirge, dass den Weg direkt nach Atar versperrt. Den Durchgang habe ich mir zwar mittels Track markiert, jedoch die Einfahrt um einige Kilometer verpasst, weil ich nicht aufmerksam war.

Der Mann bietet mir an, mich hinzuführen, bei mir einzusteigen und seine Familie zurückzulassen.
einfach so, zu meiner Sicherheit. Grandios, diese Einstellung!
Die Familie kriegt einen Pfirsichsaft als Dankeschön für das Angebot. Am Ende werde ich sogar eingeladen, bei der Familie zu Übernachten. Dies lehne ich jedoch ab. Wieso eigentlich? Ich hab ja kein ungutes Gefühl...
Doch ist mir das Bisschen vertrautes Blech meines 4-Räderigen Freundes lieber. Zu viel wertvolles Material ist darin. Die Familie jedoch geniesst mein Vertrauen.

Ich fahre noch etwas weiter und bekomme das eine und andere zu Gesicht.
Dieser Stein wurde wohl vom Sand zurechtgeschliffen.

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Krasser Kontrast von leben und Tod. Die einen wissen sich zu wehren, den anderen geht das Wasser aus...

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DAS ist Afrikaaaaa, so wie ich es liebe...

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Beitrag von Chrigu »

Der Wind trägt etwas weniger Sand mit, in Ermangelung letzteren ist dies so nicht mehr möglich.
Ich komme in ein steiniges Gebiet.
Wunderbare Gesteinsformen zeigen sich

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Die intelligenten Wüstenbewohner schauen mich nur verdutzt an...
Was macht denn der hier?

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Ausgestorben?
Nur wenige Häuser stehen in der Nähe der Piste. Was ich ab und zu sehe, sind weisse Nomadenzelte. Innen sind die Zelte farbenfroh gestaltet. Wenn man ein Zelt betritt, zieht man die Schuhe ab. Wenn die Füsse schmutziger sind, als die Schuhe, kann man sie vor dem Zelt waschen. Das Schuhe ausziehen hat in diesen gebieten noch eine andere Bedeutung als in unseren Breitengraden. Auch wenn man mit einem Sprung im Zelt wäre... Mit dieser Handlung trennt man bewusst das Ausserhalb vom Wohnraum des Zeltes.
In Marokko sind die Zelte meistens Braun und es wird wohl auch dickerer Stoff verwendet.

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Ich suche mir einen Hügel aus und richte mir meinen Schlafplatz ein. Den schönsten habe ich erwischt.
Bald kriege ich Besuch vom Fennek, der um mein Fahrzeug schleicht.

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Der Monolit hat glatte Seiten und auch solche, die von Geröll übersäht sind. Man muss sich oft gut festhalten um den Hügel zu erklimmen. Natürlich lasse ich den Patrol mal alleine und schaue mir die trübe Sache an. Tatsächlich komme ich etwas ins Atmen beim Aufstieg. Sitze ich zu viel?

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Wer sieht den Patrol?

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Ein Gewächs in Mitten dieser lebensfeindlichen Landschaft... Wie kann es da überleben?

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Seit einigen Tagen kriege ich am Abend keinen Besuch mehr. Liegt das an der Schlafplatzwahl? Ist es zu kalt draussen in der Nacht? Oder hat es hier wirklich keine Leute mehr?

Jedenfalls kann ich den Tag noch einmal etwas durchleben und muss oft nochmals schmunzeln ab diesem und einem...
Früh gehe ich ins Bett, früh werde ich wieder aufstehen und mich von der Morgensonne wärmen lassen.
So habe ich doch viel mehr vom Tag!
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Beitrag von Chrigu »

Nach einer guten Nacht fahre ich nun am 13. Tag im Alleingang wieder los, um neue Dinge zu entdecken.

Als erstes werde ich mit schönen Pisten verwöhnt
Es bleibt immer meine Entscheidung, ob ich nun rechts oder links fahren will. Oftmals kommen die Pisten später wieder zusammen. Es kann aber vorkommen, dass sie die Richtung gänzlich wechseln und auf eine Querpiste einspuren. Hier ist etwas Aufmerksamkeit gefordert mit einem wachsamen Blick auf das Navigationsgerät.

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Sieht das nicht fast so aus, als hätte man schöne Felsen mit einem grossen Hammer einfach zerschlagen und wild in der Gegend verstreut?

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Eine kleine Siedlung in der Nähe einer Hauptroute

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Etwa 30km vor Atar gibts sogar etwas Teerstrasse!
Die Reifen erhalten ihren Luftdruck zurück um etwas weniger Abrollwiederstand zu verzeichnen.

Ein HJ60/61 steht auf der falschen Seite am Strassenrand - verlassen. Vermutlich ist ihm der Diesel ausgegangen.
Ist ein Modell, das ich in der Schweiz noch nie gesehen habe.

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Noch immer fahre ich mit Diesel aus der Westsahara. 600km heftige Piste sind gefahren und der Haupttank wird leer.
Geld habe ich an der Grenze keins gewechselt, in der Hoffnung, in Atar einen etwas besseren Kurs zu erhalten - dem ist aber nicht so. Einige Banken wollen nicht einmal Marrokanische Dirham annehmen.

Ich werde auf einen Geldwechsler hingewiesen, der mir die Summe von 6000DH in Ougyia wechselt.
Der Stapel des Geldes ist enorm. Die knapp 600€ in Form von Mauretanischer Währung nimmt eine Dicke eines Lexikons an.
Der Wechselmann zählt und gibt mir den Stapel. Mich beelendet es etwas, das Geld zu kontrollieren - und das merkt er. Wie auch? Soo viel...

Dennoch tue ich es. Zeit habe ich ja schliesslich genug. Er hat mir einige 1'000er Noten als 2'000er in den Stapel reingeschmuggelt.
Ich zähle ihm alles vor und erhalte den fehlenden Betrag ohne Probleme - einen Versuch wars ja wert. Der doofe Tourist merkt das nicht.
Der Kurs ist schliesslich schon genug schlecht für mich, also habe ich Glück.

Mit dem Geld fahre ich schliesslich zu einer der "vielen" Tankstellen, die Diesel überhaupt noch anbieten. Einige haben schliesslich keinen mehr.
Die Tankstelle ist nicht überdacht. Wenn es ja nur alle 2 Jahre einmal regnet, braucht es das auch nicht.

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Der Liter Diesel kriege ich hier für umgerechnet ca. 1 Euro. Ansich massiv zu teuer im Verhältnis zur Einkunft der Einheimischen.
Das Brot jedoch kostet 30-90 Eurocent. Je nach Grösse... und gut ist es allemal! Das so nebenbei...
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Beitrag von Chrigu »

Immer wieder ist man bemüht, mir in dieser Stadt irgendwelche Dinge zu verkaufen.
Die Enttäuschung ihrerseits ist gross, weil man sich Preislich nicht einigen kann.

Die Einstellung, einen der wenigen Touris auszunehmen, weil er Dir gerade ein Monatsgehalt abgeben könnte, findet bei mir wenig Anklang.

Ich kriege noch Trinkwasser. Es ist nicht sehr sauber, jedoch ohne Chlor. Das Wasser hat einen gewissen Trübungswert. Ich mische es nicht mit dem noch guten Wasser aus der Westsahara und werfe etwas "Silberionen" in den Tank.

Die Fahrt geht weiter nach Ouadane.
Ab und zu findet man originelle Sachen.

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Dass ich hier nicht überhole, ist zu akzeptieren. Wer will ich schon überholen, wenn ich alleine unterwegs bin?

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Hier jedoch anzuhalten finde ich gänzlich sinnbefreit. Ich tue es trotzdem. Warum wohl?

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Beitrag von Chrigu »

Gendarmerieposten.
Ich werde, wie üblich angehalten.
Das normale Prozedere, bis auf die Frage, was das da auf der Beifahrerseite für Flaschen seien.
Ich: Das ist Pfirsichsaft. Und nein, kein Schnaps!
Er: (fordernd) Geben sie mir eine!
Ich: Nein, die trinke ich selber!
Er: Gibts denn sowas? Sie geben mir wirklich keine Flasche?
Ich: Ja, das gibts.

Weiterfahrt.
Am Strassenrand steht ein Toyota Hilux. Offensichtlich hat er eine Panne. Der Fahrer winkt mir zu, so dass ich anhalte.
Er hat einen Reifenschaden. Ach nein, er hat zwei Reifenschäden. Einer davon gravierend.

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Den anderen können wir gängig machen und aufpumpen.

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Der Hilux ist eine Ruine und fährt nur noch aus Gewohnheit. Der Kilometerzähler hat das Mitzählen aufgegeben. Etwas über eine Million Kilometer sind drauf (1x um plus was ungerades). Ist doch beachtlich.

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Mit sowas sollte man rein demonstrativ mal zu einer Prüfstelle fahren und die Gesichter beobachten... :lach:

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Der ältere Mann hat also kein Reserverad mehr.
Er fragt mich, ob ich ihn mitnehme nach Chinguetti. Ich will aber nach Ouadane. Ich biete ihm an, ihn ein Stück weit mitzunehmen. Er sagt immer wieder, dass da vorne ein anderer Hilux fahre. Die Piste lässt Geschwindigkeiten von über 100km/h zu. Offenbar weiss der Mann, dass der andere Hilux nach Chinguetti fahren wird. So wird das ganze zu einer Hetzjagt. Ich muss den Wagen nun aufholen, um den Mann abzugeben, damit er in Chinguetti einen anderen Reifen organisieren kann. Wie die Prügelei wohl meinen Radlagern abbekommt?
Der enorme Staub verhindert, dass der nun dicht vor mir her fahrende :aetsch: Hilux meine Scheinwerfer sieht.
Auch will er nicht an den Rand fahren, er muss sonst Staub schlucken, wenn ich vorne bin.
Die Verzweigung, wo ich nach Ouadane abbiegen sollte, haben wir längst passiert.

Auf einmal gelingt mir ein Überholmanöver. Ich kann den Hilux ausbremsen. Erstaunte Blicke ernte ich dafür... Was ein Spinner. Der Mann bedankt sich und steigt um.

Es darf wieder etwas gemütlicher angegangen werden.
Ich kann wieder ein Auge für die Landschaft haben.

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Interessanterweise gehen die Esel einem oft nicht aus dem Weg und schauen wie verstarrt auf die nahende Gefahr..

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Abendprogramm: Radlager vorne rechts nachstellen. Minimal zusätzlich Spiel vorhanden.
Servoöl läuft etwas aus, da muss ich die Reparaturstelle eines Marrokaners etwas nachbessern. Dazu nehme ich einen Schlauchverbinder und Schellen vom Westsaharier Schlachtpatrol...
Das Zeug muss halten, es warten noch rund 7'000km auf den Patrol.
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Beitrag von Chrigu »

Der Tag beginnt eher kühl. 7°C zeigt das Thermometer. Mit Blick auf den Kalender stelle ich fest, dass doch schon der 23. Dezember begonnen hat. Da darf es ja schliesslich etwas kühl sein.

Direkt an der Piste ein Kamel mit seinem Jungen. Es wird immer abgedeckt und vor mir verborgen. Dem Jungen soll schliesslich nichts geschehen...

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Bald fahre ich in Ouadane ein. Auf die Frage nach Treibstoff kommen einige junge Männer zu mir. Sie haben es sich vorher gerade bequem gemacht und liessen sich gerade von der Sonne aufwärmen.
Sie fragen mich, wieviel Diesel ich denn brauchen würde. Sie machen mir einen sehr guten Preis und hinterlassen mir eine Handynummer, um anzurufen, wenn Bedarf da ist.
300Oug/Liter Diesel. Wenn er mit Wasser gestreckt ist, kann ich das ja rausfiltern. Wenn er mit Petroleum gestreckt ist, kann ich das nicht. Ich wirke der schlechten Schmierung der Einspritzpumpe mit etwas 2-takt Öl Anteil im Diesel entgegen. Kaufe noch keinen Diesel ein.

Auf Empfehlung von einem Bekannten suche ich die Herberge "Zaida" auf. Eine ziemlich emanzipierte Frau für diese Gegend. Erste Offizielle Reiseführerin der Gegend.
Ich werde von allen Anwesenden herzlichst empfangen.
Sofort erkenne ich Europäer. Ein Italiener mit einer Bekannten macht die Tour durch Mauretanien. Sie ist Zahnärztin, er ist der Fahrer und assistiert wo es möglich ist.
Tatsächlich sind die Zähne der Einheimischen zum Tel sehr übel. Schon 14 Jährige Jungs haben Zähne wie ein abgebranntes Dorf.

Links der Landyitaliener. Rechts meine Wenigkeit.

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Die Herberge kann sich sehen lassen. Da gehe ich gerne wieder hin.

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Ausserdem steht ein riesiger Patrol Y61 im Hof. Zwar gefällt er mir so nicht mehr, jedoch ist die Erscheinung durchaus imposant. Wirkt doch mein Patrol wie ein Zwerg daneben.

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Natürlich wird sofort jemand angeschickt, Tee zuzubereiten.
Immer 3x1Tee gibt es. Die Gläser werden in der ersten Runde schnell leergetrunken und zurück aufs Tablett gegeben.
Das Glas wird wieder befüllt und jemand anderes kriegt es wieder. Das hat auch was symbolisches, freundschaftliches.

Vom Italiener kriege ich Tracks um durch den Sand nach Chinguetti gelangen zu können - falls ich das tun möchte.
Geplant habe ich jedoch etwas anderes. Ich möchte von Ouadane durch das Erg Ouarane (Erg Warane) nach Tidjikdja gelangen.

Der Brigadekommandant kriegt Wind von meinen Plänen und will mich sprechen. er erzählt mir, dass an der Grenze zu Mali vor drei Tagen ein Gendarm entführt und dazu Waffen gestohlen wurden. Das Fahrzeug des Gendarmen (i.d.R HZJ75/78) wurde fahruntauglich gemacht - Al Quaida stecke dahinter.
Es sei gefährlich, diese Route zu fahren, die ich geplant habe. Auch wenn ich der Meinung bin, dass kaum innert wenigen Tagen im selben Gebiet was solches passieren wird, füge ich mich erstmal.
Er hält mich so quasi fest und sagt, ich solle mich mit dem Auto nicht wegbegeben und auf seinen Bericht warten.

So habe ich etwas Zeit, die Altstadt anzuschauen.

Ich bin ein Fan von Steingebäuden dieser Art

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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Nun habe ich sogar Zeit, etwas Bilder zu bearbeiten und GPS Daten zu sichern, sowie neue Tracks zu laden.
Auf einmal steht Zaida mit einem Topf Tajine da. ein Eintopf, der durchaus schmackhaft zubereitet werden kann.
Ich verschlinge das warme Essen, wie wenn ich tatsächlich in Gefangenschaft geraten wäre.
Die Gastfreundschaft ist enorm. Ohne eine Bezahlung zu fordern, werde ich hier einfach aufgenommen.

Noch einmal schaue ich mich in der Gegend etwas um.
Geniesse die kräftige Sonne.

Der Weg zur Altstadt

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dann die Treppe hoch...

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Erstaunlich, aber hier scheint es wirklich Haustiere zu geben

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Natürlich untersuche ich den Brunnen. Wasser führt er keins. Auch hier hat es schon länger nicht mehr geregnet.

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Dennoch ist alles grün!

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Chrigu
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Re: 15916-57-13-26-01 und ein Motor...

Beitrag von Chrigu »

Gegen Abend steht der ehrwürdige Brigadekommandant wieder auf dem Platz. Mit dem HZJ fährt er selber vor den Hof.
Mit seinem weissen, äusserst sauberen Gewand und seiner ganzen Erscheinung, erweckt er einen durchaus seriösen Eindruck.
Er will nochmals auf der Weltkarte sehen und wissen welchen Weg ich gedenke durchzufahren.

Nun rät er mir definitiv davon ab. Nicht dass es im Alleingang nicht machbar ist, aber das Risiko einer Entführung ist zu gross, so seine Aussage. Meine Meinung ist bereits fest.

Er hinterlässt mir seine Handynummer und erklärt, ich könne mit dem Satphone jederzeit anrufen, wenn es Probleme gäbe.

Nicht selbstverständlich ist, dass er mir eine gute Alternativroute angibt. Sie entspricht ziemlich genau den Tracks, die ich von dem mittlerweile abwesenden Italiener erhalten habe.

Am Abend kommen 5 Gäste ins Lager. 1 Mann, Franzose, 3 Frauen, ebenfalls Franzosen und ein Mauretanischer Guide.

Sie sind alle wirklich nett. Sie reden aber furchtbar viel, und wollen alles genauestens wissen, wieso und warum ich nun alleine reise usw.
Es stellt sich heraus, dass sie mithelfen, Dattelpalmplantagen zu errichten.

Sie laden mich zum Essen in der Herberge mit ihnen im Aufenthaltsraum ein. Auch hier werden die Schuhe ausgezogen, auch wenn bereits tiefe Temperaturen herrschen.
Als Vorspeise gibt es eine Suppe, die direkt ab der Schüssel geschlürft wird.
Wieder gibt es als Hauptgang Tajine Eintopf mit Viande de Boeuff, aber dazu noch mit Crêpes à la Ouadanaise - Spezialität aus der Gegend, verfeinert mit speziellen Gewürzen und den berühmten Tee um den Blutzuckerspiegel auf gutem Niveau zu halten.

Ich verbringe eine Nacht in der Herberge.
Auf frische 5°C hat es nun abgekühlt. Während des Tages wird es weit über 30°C warm. Gerade willkommen ist die Abkühlung in der Nacht.

Morgen habe ich noch was ganz spezielles vor, also lege ich mich mal hin und geniesse die sichere Atmosphäre im Dorf.
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