Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

@ Regula:
Wenn ich die Antwort von Nick auf Alexanders Frage anschaue, ist dieses Prinzip eben gerade hier nicht vollständig zum Tragen gekommen...

Grins... wunderschön formuliert!
Deutliches Fehlen des Y- Chromosoms schon in der Schreibweise erkennbar, lach.

Man sehen, was andere noch dazu sagen-
ich selbst würde auch meinen, dass eine Betrachtung dieser Expedition vom rein wissenschaftlichen Standpunkt her...

keinerlei Grundlage hat!
(Da war jetzt auch verdammt wenig XY drin, aber das beweise ich in anderen Threads!)

Es ist ein Abenteuertrip-
mit einem Hauch von wilder Romantik, Gefahren, Anstrengungen...
eine gute Basis sicherlich auch zur Selbstdarstellung-
und somit trotz alledem eine Leistung, denn die Fähigkeiten der Phoenicia in schwierigen Verhältnissen durfte nun doch noch weit entfernt von einer modernen Yacht sein, denke ich.


Am Ende der Umrundung Afrikas soll die Phoenicia ja der alten Zinnroute folgend (war es Zinn, Kuno?) nach England segeln.
Dort soll sie dann die Eingangshalle des neu umgebauten, British Museums in London zieren.
Hier wird man sicherlich den " historischen Aspekt" so verstärken, dass ein Museumsbesucher ohne entsprechenden Background staunend und bewundernd davor steht-
und die Wissenschaftler werden sagen:
" Disneyland!"-
grins...

Und irgendwie steckt ja auch Geld drinn- irgendwie soll das bestimmt auch wieder zurückfließen....
und irgendwie ist ja auch dies verständlich.

Gerade unter diesem Aspekt bin ich recht dankbar, dass wir bis hierhin gekommen sind-
zumal es gleich spannend weiter geht!

Wir haben uns etwas an der offiziellen Seite vorbei gemogelt- ich habe die Beteiligten direkt angeschrieben. Trotzdem habe ich die Expeditionsleitung informiert- und bisher scheint es so zu sein, dass unsere PR geduldet wird.
Vielleicht freuen sie sich ja über den Idioten, der ihnen im deutschsprachigen Raum die Arbeit abnimmt!

Aus Paris habe ich dies hier in Erinnerung:

Fluctuat nec mergitur

Bild


Und gleich geht es weiter- Kuno wird ein paar Antworten auf seine Frage über den Alltag an Bord der Phoenicia bekommen.


Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Position Report 61
Date: 6th November 2009
Location:

09.32.5N, 58.37.9 E

Message: Blog 7 Suspicious contact at 50° on the starboard side.

It was 18:30 hrs local time yesterday evening and dusk was just descending. At first there was a report of a contact on the starboard side with the spotting of a light. The narrative ran something like this: “What is it?” “It is a large ship”. “How can you tell that?”

“The mast is a at least 10 meters tall”
“How can you tell that?” Ermm....
“How long do you think the ship is?
“About 20 meters”
“The same as Phoenicia then?” “Yes”
“so most likely either a pirate mother ship or a fishing boat?”
“Wow their deck lights are bright”.

“Yes they are obviously doing something on deck, either launching a skiff or two or hauling nets”
.
“Looks like it is getting closer”.

“Yuri can you get the generator started and the LRAD plugged in. Nicolas can you check the satellite phone is ready and switch on our navigation lights.”

“You are 20° off course- for goodness sake’s concentrate or we will be in real trouble. You should be steering 150°, not 130°”.

“That is interesting they have turned off their deck lights but they have their navigation lights still on”.

“Darken ship and get our navigation lights off. They will know we have seen them but if they are coming for us it will be more difficult for them to find us as it is pitch black right now and the full moon won’t rise for an hour or so”.

“There is another contact on the port side, several lights”

“What is it?” “It is a very large ship, a container ship” comes the reply. “Okay it is going to clear us easily- so lets concentrate on the starboard contact”.

“Oh xxxx. It is turning and coming right for us”.

About 10 minutes later. “Actually I think it is a fishing boat and its bearing is moving down our starboard side”.

An hour later- “stand down everybody. But be extremely vigilant on the lookout unless you want an enforced vocation inside a Somali cave. It must have been a lonely fishing boat. We don’t want to see any more of them as they are not good for the nerves”.

“What is for supper and are there any more of those pancakes left?”

Message from Phoenicia UK office: Blog readers please note the latest position report has come in from the ship and all the crew are well with no sign of any problems since the incident last night. Please keep following the blog and satellite tracker for the latest news. You can also leave a personal message for the crew on the Phoenicia message board - click here.
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Regula St.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Regula St. »

@ Micha:
Grins... wunderschön formuliert!
Deutliches Fehlen des Y- Chromosoms schon in der Schreibweise erkennbar, lach.
Ich hab' mir ja auch speziell Mühe gegeben, nicht allzu plakativ zu schreiben... :)
Am Ende der Umrundung Afrikas soll die Phoenicia ja der alten Zinnroute folgend (war es Zinn, Kuno?) nach England segeln.
Ja, es ist Zinn; die Minen befanden sich in Cornwall.
Dort soll sie dann die Eingangshalle des neu umgebauten, British Museums in London zieren.
Hier wird man sicherlich den " historischen Aspekt" so verstärken, dass ein Museumsbesucher ohne entsprechenden Background staunend und bewundernd davor steht-
und die Wissenschaftler werden sagen:
" Disneyland!"-
grins...
Wie recht Du doch hast! :lol:

LG Regula
Kuno
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Kuno »

Zinn.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Hatte ich schon erwähnt, dass Richard Kellie gerne in der Welt unterwegs ist?

Im Moment ist er zumindest unterwegs und dadurch etwas busy.
Wenn er wieder etwas mehr Zeit findet, will er uns direkt schreiben.

Bis dahin hat er uns sein Reisetagebuch zur Veröffentlichung hier im Wüschi überlassen-
da wühle ich mich gerade durch und suche den richtigen Einstieg zur Phoenicia.

Das sieht bei ihm etwa so aus:

Januar: London, Kairo und Teile von Ägypten, Äthopien


Februar: Jemen ( und der Kerl war auf Socrota!!! Eine Trauminsel, unbeschreiblich, googelt mal danach!)

März:
Indien
Nepal, wieder Indien, zurück in den Yemen. Dann wieder Äthiopien

April: Sudan

Im Mai dann wieder nach Sanaa im Jemen-

und hier trifft er die Crew der Phoenicia und irgendwo hier werden wir einsteigen in sein Reisetagebuch.

Eine Bitte an Euch:

Zunächst werde ich wieder den Originaltext mit einer Übersetzung hier reinstellen- das Thema kam ja anderweitig schon zur Sprache mit den Übersetzungen.

Das macht ein wenig Arbeit- nicht ZUVIEL Arbeit aber eben doch ein wenig- und wenn es keinen Bedarf dafür gibt unter den Lesern hier, dann wäre es ja unnötig.

Gäste und Leser, die eine Übersetzung begrüßen, bitte ich um eine kurze Nachricht an mikepiller@boudrac.de oder einfach per PM hier.

Wenn da ein paar zusammen kommen, bleibt es dabei- Kein Problem!
Ansonsten im englischen Originaltext.

Gruß-

gleich geht es weiter-
Micha
Zuletzt geändert von mikepiller am Fr 6. Nov 2009, 21:19, insgesamt 2-mal geändert.
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Regula schrieb:
Ich hab' mir ja auch speziell Mühe gegeben, nicht allzu plakativ zu schreiben...

Ähhhhhhhmmmm.... wie jetzt!?
Findest Du etwa, ich schreibe hier plakativ??




Lach- ich weiß, Du hast vollkommen recht!

Aber es ist eine bunte Geschichte und so macht es einfach mehr Spaß!!

Da musst Du durch, Regula!

Gruß
Micha
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Regula St.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Regula St. »

Dass ich da durch muss, scheint mir auch so :roll:
Aber es ist eine bunte Geschichte und so macht es einfach mehr Spaß!!
Ja sicher, und es wär' doch schade, wenn's den Spass nicht mehr gäbe!

LG Regula
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Zusammengefasste Einleitung aus dem Tagebuch von Richard Kellie:

02/03. Mai 2009 Yemen- Sanaa/ Hodeidah


Hotel in Sanaa-

Bin gegen 7 Uhr aufgestanden und habe eine kalte Dusche genommen.
Als Nigel (Crewmitglied Nigel Fransham) duschte, war sie noch heiß!
Ich musste schon zweimal kalt Duschen, und DIES war meine letzte Chance auf eine heiße Dusche!

John (Crewmitglied John Bainbridge) sollte schon seit letzter Nacht in Sanaa sein, aber sein Flug ist anscheinen gestrichen worden. Um 19.00 Uhr kreuzte John dann mit zwei seiner Reisegefährten auf. Die Maschine hatte in Djibuti eine etwas zu rasante Landung hingelegt und war dabei beschädigt worden. Aber dafür durfte er in einem Schickimicki- 6 Sterne Hotel übernachten.

John ist ein sehr „originelles“ Crew Mitglied, sehr sympathisch! Ich erinnere mich nicht mehr, weshalb Phillip und Nigel nicht dabei waren als John auftauchte- aber wir hatten eine tolle Unterhaltung, während ein Musiker auf seiner Laute spielte und sang. Die Musik war so schön, ich kaufte mir seine CD.



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Am nächsten Tag kamen wir erst spät zur Phoenicia und ich konnte ihr, bevor die Sonne unterging, noch einen flüchtigen, liebevollen Blick zuwerfen. Ich schlief an Deck. John und Phillip ebenfalls. Nigel schlief in den Kojen unter Deck.



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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Diary of Richard Kellie-

4th May, 2009


Alone on the boat! I volunteered to stay behind to keep an eye on the boat as Nigel, John and Phillip have gone into town shopping. You need a special pass to lelave the docks, and our passports are kept by the Harbour Authority while we are here. I spent a good part of the day swabbing the decks. They are a bit grungy after sitting for 3 months. In the morning we all sat in the engine room dicussing the cooling system for the diesel engine (Yes, the ancient Phoenicians not only invented the alphabet, but the diesel engine as well. Little known fact!)

The diesel engine was installed in Port Sudan and is from and old truck. The transmission is also from the scrapyard in Port Sudan.

Spent the better part of the day working on the diesel engine, getting the heat exchanger and water pump installed. This continued until the 5th. Anyway. John and I tied the small storm sail to the yardarm and tightened up the rear mainstay. We have to tighten all the mast stays before we leave and rig up the sail lines and stuff (I’m not sure of the right names for everything. We take turns cooking and so far, the food has been quite good.

5th May, 2009

One of the unique things about our ship was that we have a real crow’s nest! While the boat had been sitting a couple of crows had built a nest up between the aft mainstay (The rope that keeps the mast from snapping). I decided to climb up and remove it as I was sure I had heard baby birds chirping up there and Nigel was in favour of pulling it down. It was a bit weird climbing the ratlines up the mast, and I decided that the higher up you go, the stronger the wind, which had been the topic of conversation (two theories: One, the wind is the same all the way up. Two, the wind gets stronger as you rise). I had thought to take a picture when I got up there, but with the wind and the fact that the lines of the ladder (ratlines) coverge at the top. This means standing on the ratlines gets really precarious at the top, and I couldn’t get my camera out of my pocket. The nest was really difficult to remove as the crows had wired it to the rigging. The crows actually twisted the wires around the ropes to anchor the nest. Undoing it without spilling the babies onto the deck below was a bit of a challenge. The babies were jet black and featherless and had huge bright red mouths. The crows all over the dock then converged on the boat, flapping about. There was a rope missing on the ratlines, so John cam halfway up and we got the nest to the deck. After some discussion, I carried the nest to a metal structure. The entire crow population of the dock followed me and flew about as I relocated the nest.

Unfortunately, the parents kept coming back to the boat instead of the new location, even though all the other crows hung about the new home, and I think the babies probably perished. I can’t bring myself to go and check. The main consequence of this act was that the crows coverge on me whenever I walk out on the dock (to fetch water) on my own. As soon as I am separated from the group, they tend to fly about my head (though out of reach).


(Übersetzung folgt gleich)
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Tagebuch von Richard Kellie-

4 Mai 2009,


Allein auf dem Schiff!

Ich habe mich angeboten hierzubleiben- um das Schiff im Auge zu behalten- als Nigel, John und Phillip in die Stadt gingen um einzukaufen.

Du brauchst einen speziellen Pass, um die Docks zu verlassen und unsere Reisepässe werden von der Hafenbehörde aufbewahrt, während wir hier sind.

Ich verbrachte einen großen Teil des Tages beim Deckschrubben.
Die sind ein wenig dreckig nach drei Monaten Pause.
Morgens saßen wir alle im Maschinenraum und diskutierten über das Kühlsystem des Dieselmotors (ja, die alten Phönizier erfanden nicht nur das Alphabet, sondern auch den Dieselmotor. Eine wenig bekannte Tatsache!).

Der Dieselmotor ist in Port Sudan installiert worden und stammt aus einem alten Truck. Das Getriebe ist ebenfalls von einem Schrottplatz in Port Sudan.


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So habe ich den besseren Teil des Tages mit der Arbeit am Dieselmotor verbracht- beim Installieren des Wärmetauschers und der Wasserpumpe.
Das ging auch am nächsten Tag weiter.

Wie auch immer- John und ich befestigten das kleine Sturmsegel am Rah und strafften das hintere Seil, welches den Mast stabilisiert.


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Wir mussten alle „Mastseile“ straffen, bevor wir die ganzen Segeltaue und Zeugs (Ich bin mir mit den ganzen korrekten Namen nicht sicher) aufriggen konnten.

(Kommentar Micha: Also wenn Richard sich schon nicht sicher ist, dann dürfte meine Übersetzung nun vollends in die Hose gehen- schließlich habe ich NOCH WENIGER Ahnung als er… wenn also jemand dieses segeltechnische Zeugs in etwas logischere Zusammenhänge bringen möchte: Nur Zu!!)

Wir wechselten uns mit dem Kochen ab und bisher war das Essen sehr gut.


5 Mai 2009,

Eine Besonderheit auf unserem Schiff ist, dass wir ein echtes Krähennest an Bord haben!
Während das Boot im Dock lag, hat ein Krähenpaar ein Nest zwischen den hinteren (Mast)Seilen gebaut. Ich entschied mich, hochzuklettern und es dort herauszunehmen da ich mir sicher war, "Babyvogelgezirpe" zu hören und Nigel meinte, wir sollten es runter nehmen.

Es war ein wenig unheimlich, an den Leinen den Mast herauf zu klettern und ich befand, dass: Je höher Du gehst, desto stärker der Wind-
was zuvor der Inhalt einer Diskussion war (zwei Theorien: Erstens, der Wind ist überall gleich. Zweitens, der Wind wird stärker wenn man aufsteigt).

Ich wollte ein Foto machen wenn ich oben wäre, aber durch den Wind und der Tatsache, dass die Leinen an der Spitze zusammen kommen…

Das bedeutet, dass das Stehen auf den Seilen da oben sehr gefährlich sein kann und ich konnte meine Kamera nicht aus der Tasche nehmen.

Das Nest war wirklich schwer zu entfernen, da die Krähen es in der Takelage verwoben hatten. Die Krähen hatten sogar die Halme um die Seile gebogen, um das Nest zu befestigen. Es abzutrennen, ohne die Babys auf das Deck zu kippen war eine kleine Herausforderung.

Die Kleinen waren pechkohlenschwarz, federlos und hatten riesige grellrote Schnäbel. Die Krähen überflogen das Dock und näherten sich langsam flatternd dem Schiff. Da eines der Seile fehlte, kam John mir auf halbem Wege entgegen und wir schafften das Nest an Deck. Nach einigen Diskussionen trug ich es zu einem Metallgerüst. Die gesamte Krähenpopulation folgt mir und ließ sich darauf nieder sobald ich das Nest neu platzierte.

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Unglücklicherweise kamen die Eltern immer wieder zum Boot zurück anstatt zur neuen „Wohnung“- obwohl alle anderen Krähen schon im neuen Zuhause rum saßen.
Ich denke, dass die Babys wahrscheinlich gestorben sind. Ich kann selber nicht nachsehen gehen. Die Hauptauswirkung meiner Aktion war, dass die Krähen auf mich zuflogen sobald ich alleine nach draußen auf das Dock ging (um Wasser zu holen).
Sobald ich mich von der Gruppe trennte, neigten sie dazu, über meinen Kopf zu fliegen (jedoch außer Reichweite).


-
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Regula St.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Regula St. »

Die Hauptauswirkung meiner Aktion war, dass die Krähen auf mich zuflogen sobald ich alleine nach draußen auf das Dock ging (um Wasser zu holen).
Sobald ich mich von der Gruppe trennte, neigten sie dazu, über meinen Kopf zu fliegen (jedoch außer Reichweite).
Schon ein klein wenig "hitchcockisch" (The Birds) :roll: Rabenvögel sind eben intelligent :!:

LG Regula

@ Micha: Danke für die Übersetzung (ist für mich sehr viel einfacher zu lesen als die englische Version :roll: ) Und vor allem: Danke für die inside-Infos, die Du organisiert hast :!: :!: So nah kommt man sonst nicht ran...
Zuletzt geändert von Regula St. am So 8. Nov 2009, 15:01, insgesamt 1-mal geändert.
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Liebe Regula,

dieses nette Lob für die Übersetzungen- ALLE Übersetzungen!- möchte ich mir keinesfalls entgehen lassen :D :D :D

Micha ist verdammt geschickt im motivieren und anschließendem delegieren...

Gruß aus Castelnau/ Gascogne

Bon vent dans les voiles...

Katja
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi,


nachdem die Besatzung der Phoenicia wegen der nicht so perfekten Windverhältnisse ihren Plan,

etwa 700 Meilen von der somalischen Küste entfernt Richtung Süden zu segeln,

zunächst nicht einhalten konnte, gewinnt sie inzwischen deutlich Abstand.

Die Seychellen rücken näher,


Bild


unten links in der Ecke Daressalam in Tansania-
das nächste Etappenziel.

Gruß
Micha


Bild
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi,

Birgitt hat in den Pressenews soeben dies hier gepostet:


Nairobi. Somalische Piraten haben einen Öltanker auf hoher See mit Sturmgewehren und Panzerfäusten angegriffen. Mit rund 1600 Kilometern war es der bislang am weitesten von der somalischen Küste entfernte Angriff, wie die Europäische Anti-Piraten-Mission Atalanta mitteilte ...
http://www.abendblatt.de/politik/auslan ... ee-an.html


Das bedeutet, die von der Phoenicia angestrebte "Sicherheitszone" von etwa 700 Meilen ist inzwischen auch nicht mehr sicher.

Hier noch mal der Tracker- die kritzelige Linie ist von mir und zeigt ganz grob die Entfernung des aktuellen Angriffs- Versuches.



Bild



Nachher geht es wieder weiter mit dem Tagebuch von Richard Kellie.

Gruß
Micha
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

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Diary of Richard Kellie

May 8th, 2009- Hodeidah



Time flies when you’re rigging a sailing ship! I thinnk I’ve lost track of the actual days. I think it was the 6th when we found out our agent was in jail. So, apparently was the tug boat captain who had given Nigel, Philip and John a ride out to go shopping.

I personally think it’s because Mohammed, the agent, had received a lucrative contract from a ship that had docked to take on diesel, of which there was none in the port, and as a result of the deal, he bought himself a beautiful, fairly new Tiburon sports car. The flaunting of this newly gotten wealth probably rubbed everyone in security the wrong way. I am sure there is some profit sharing scheme at work here, and if he has been rather frugal in his sharing, a sports car would be rubbing salt in someone’s wounds. He is now banned from the port until Saturday.

We have to tighten up the pumps and we can start the engine today. I guess that will be my first task after breakfast. We are also installing the rudders (two Phoenician side oars, and a conventional rudder to use when the engine is running).

Philip and Nigel worked on the generator which won’t start. A Sumerian artifact, I think. John and I tightened the mast stays, and began work on the halyard (which lifts the yard arm up on the mast.We have to drill out the Knight which is a post behind the mast so we can pass the halyard through it.

Good sign as we bedded down on the deck last night, though it wasn’t strong, the wind had shifted 180 from a Norwester to a Southeasterly. The terms confuse me as a South Easterly wind is blowing towards the north west. I guess I prefer to look forward than look back. Or my brain is scrambled. Mum always mixed up left and right and as a consequence, I have always had to think about which way is which and often have to hols up my hands in front of me to figure out which is which (this is a distinct disadvantage for a taxi or truck driver…

So we spent the day rigging the ship, and stowing the main spar. It is quite huge, and they only use a smaller storm sail to sail with. We started the rudders but the rigging was not quite right, and Philip had to leave a couple of times to see if we could get a pass to leave the port. It’s Friday, so everything was closed. Even the cafeteria.

I was in the hold most of the day tightening up the water pumps. There are two: One for sea water that gets pumped into Nigel’s heat exchanger and the other for the engine coolant. I had trouble with refitting the altenator and broke the oil line into the compressor. Nigel came down and finished the work, getting the bolt for the altenator fitted. It really is a poor piece of engineering. The Altenator is butted up against the compressor and the engine block, and to slack off the fan belt, we had to actually remove it from its bracket to get the belt on. The pump is slightly out of line, and though I thought we should cut away part of the angle iron supporting the pump we didn’t do that.
Left to my own, and with more time, I think it would be a good idea. Still, it’s ALMOST RIGHT!

It was quite hot in Hodeidah, and I used the time to improve my tan. Only because the sun is so strong, you need a lot of sinscreen to keep from lobsterfying. John and I went inside the cabin to rub on some more sunscreen and as we were lathering ourselves in cream, one of the dock guards (armed with machine guns) came aboard and caught us in our shorts rubbing in the cream. “What the hell’s going on, here?” were the first words out of his mouth. They have a weird attitude to skin in Yemen. One guard accused Nigel of being naked. This was in the middle of the night when Nigel stood up to rearrange his mosquito net. There was NOBODY around! (except Nigel and the guard).

I cut a piece of copper tubing over the broken oil line and epoxied it in place. I am keeping my fingers crossed as we start the engine tomorrow morning! Hopefully we can get our passes tomorrow nd be ready to sail on Sunday. The wind has shifted two nights in a row in our favour and the local opinion is that it will change on Sunday, and sail on the full moon!

We were trapped all that time on the dock, unable to go into town for supplies. Not only that, the crows had me marked out as a home wrecker and baby killer. Whenever I walked out onto the dock by myself, a murder of crows flapped about over my head (at a distance, as they obviously knew I could turn nasty at any moment).

We finally got our shore passes and John and I went into town to get supplies. Just after we finished at the supermarket, they close the store for lunch, and they invited us to eat with then which we did. We had a fantastic meal of turkey (or a really large chicken. I haven’t seen any turkeys in Yemen (of course that doesn’t mean they don’t exist). The food was great and they even gave us bottled water from the fridge. It was excellent. Completely nourished, we left our shopping at the supermarket, and bought loads of fresh fruit (mangoes, apples, oranges and bananas) and veggies (potatoes, tomatoes, cucumbers an squash). Some hadware stuff.

The boat itself is covered in a brown pine tar that gets everywhere. The tar is used to help prezseerve the wood, and the ship turns black from it. It actually is a dark brown. If this was the state of most sailing ships in the old days I can see why old salty sea dogs were called old tars. I was filthy, and showering just doesn’t seem to get rid of the dirt.

Also, the smell of the tar is fairly strong, and was the main reason that I slept on deck (We all did), which would have been great except for the mosquitos. I ran out of repellent and found some stuff that the Indonesian sailors (from the previous leg of the trip) had left in my bunk. As my mosquito net didn’t stay put, they were able to bite me through the net wherever the net sat on my skin. So, I was looking forward to getting out to sea so I could sleep without the net and free of mosquitos.

We had intended to sail on Sunday, but the ship wasn’t ready. The Yemeni crew arrived (Fadil, Ali and Abdul, and promptly demanded double their wages for the week. Or actually Abdul insisted on $200 USD for the week. We spent most of Sunday finishing off the rigging and making sure everything was stowed. Our agent brought our passports back, and the stoopid Customs guys in Hodeidah had stamped us out of Yemen! This was really frosting as the Visas are $60 USD each, and as we weren’t leaving Yemeni coastal waters, there was no need to stamp our passports. So, that meant to get from Aden back to Sanaa we would have to spend another $60 each!

Richard Kellie

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