Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Unterwegs zu Fuß, mit Kamel oder Muli, mit dem Drahtesel

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Birgitt
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Birgitt »

Das Baby hat ja einen fürsorglichen Adoptivvater gefunden :)


Ich habe mal etwas gegoogelt:

Tropische Wirbelstürme bewegen sich unterschiedlich schnell fort: in niederen Breiten mit 8 bis 32 Kilometern pro Stunde, in höheren Breiten mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Sie können bis zu 3,6 Millionen Tonnen Luft bewegen. Auf beiden Erdhalbkugeln ziehen die Zyklone zuerst meist in westliche Richtung und kehren dann parabelförmig nach Osten um. Auf der Nordhalbkugel in der Regel folgendermaßen: W NW N NO. Dabei verlassen sie dann irgendwann den Bereich günstiger Bedingungen und schwächen sich ab, entweder durch Landkontakt (Landfall), zu kaltes Wasser, trockene Luftmassen oder wegen zu hoher Scherung. Den Rekord an Langlebigkeit hält der tropische Wirbelsturm John, der 1994 31 Tage lang über den Pazifik fegte. Wenn tropische Wirbelstürme die Frontalzone der mittleren Breiten erreichen, können sie sich in ein außertropisches Tiefdrucksystem umwandeln (Extratropical Transition).

Wie lange hält ein solcher Tropensturm?
Jedenfalls nicht länger als 31 Tage :lol:

Aber was bedeutet für unsere Phoenizia der fettgedruckte Satz?

Eigentlich ist dies doch positiv - sie segeln nicht in den Sturm hinein,
sondern dem Sturm hinterher. Oder verstehe ich das falsch?
Der Sturm wird ja sicherlich schneller sein als die Phoenizia -
nur nach einem kurzen Landgang wird er ihnen evtl. später entgegen wehen,
aber dann ja - hoffentlich - bereits abgeschwächt.

Wir werden es sehen,
es bleibt spannend ...


Und irgendwann bauen wir uns unser Wüstenschiff,
da können wir die ganze hier erlernte Theorie einmal praktisch anwenden ;-)

Gute Nacht
Birgitt
schu achbar ?

Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von schu achbar ? »

Die Parabeln, die solche Stürme abwandern, erstrecken sich auf einen grossen geographischen Raum.
Die P. wird dem Sturm vorraussichtlich nicht begegnen.
Einmal weil sie in dessen Rücken auch Westkurs fährt u. der Sturm sehr warscheinlich nordnord östlich abdrehen wird.
Kann man ja mal beobachten die nächsten Tage, ob sich das auf diesen Sturm übertragen lässt.

Bei den Hurricans in der Karibik ist es so das sie später als Tiefdruckgebiete zuletzt bei uns in Europa landen.
Da sieht man mal wie gross der Bogen ist den sie schlagen.
Alexander
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Alexander »

Birgitt hat geschrieben:Ob Alex das überhaupt richtig gelesen hatte ?
Man(n) neigt dazu, das zu lesen, was man lesen will ... :lol:
Das glaube ich weniger, da wir Seemänner unsere Schlußfolgerungen aufgrund der gegebenen Fakten ziehen, während Frauen mehr gefühlsmäßig handeln.

Aber der Logbucheintrag vom 23.11.2009 bestätigt nochmals meine Vermutung:
Our plan was to head south quickly to get the southeast (damit ist der von mir bereits erwähnte Südost Passat gemeint :-) ) trade winds which occur somewhere around latitude 6-8 degrees south. And two days ago that day finally came when we got them. We trimmed the mainsail and are now heading west towards Africa.



Grüsse
Alexander
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Birgitt
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Birgitt »

Dann wird die Wetterfee den Seemännern hier noch ein paar Fakten liefern ;-)

Bongani - das ist unser Tropensturm,
er hat mittlerweile einen Namen bekommen ...


Bild

Bild


Bongani hat Kurs auf Nord-Mosambik genommen,
knapp an der Nordspitze Madagaskars vorbei.

Unsere Phoenizia kann zunächst in Ruhe weiter Richtung Küste kreuzen.

Gruß
Birgitt
trapperjoe
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von trapperjoe »

Es geht richtig pfeilschnell dahin, immer Richtung Westen. Da bleibt zum Kreuzen gar keine Zeit. Ich glaub auch nicht, dass man mit der Besegelung Kreuzen kann. Birgitt, ich glaub mit der Besegelung kann man nur, mehr oder weniger, vor dem Wind segeln.

Da werden sich aber bald richtige Experten melden und mich korregieren.
mit freundlichen Grüßen
trapperjoe
Alexander
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Alexander »

trapperjoe hat geschrieben:Da bleibt zum Kreuzen gar keine Zeit.
Bild

Die Phoenizia hat nicht nur keine Zeit. Sie muß gar nicht kreuzen. Der Segler hat steife südöstliche Passatwinde die "achterlich querab" also in diesem Fall von hinten links kommend einfallen. Die Segel sind dabei geöffnet und nicht gestrafft, sind mehr "bauchig".

Kreuzen ist nur erforderlich, wenn der Wind vom Bug bläst. Dann müssen Wendmanover im 70 - 100 Gradwinkel vollzogen werden, also wechselseitig von Backbord Bug und Steuerbord Bug, um dem Ziel näher zu kommen. Nach jeder Wendung muß hart am Wind gesegelt werden.

Bläst der Wind nicht direkt von vorne, sind die Gradwinkel der Wendemanöver unterschiedlich. Bei einer Wende mit kleiner Gradzahl "hohlt man Höhe", während die Wende mit größerer Gradzahl das Schiff dem Ziel näher bringt.

Beim Kreuzen gibt es zwei typische Segelhaltungen. Einmal im großen Winkel zum Schiff. Mit dieser Segelstellung kann man stark beschleunigen. Mit einer Segelstellung eng am Schiff erreicht man die Maximalgeschwindigkeit.

Grüsse
Alexander
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mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Wow,

eine wüste Schiffsamazone, welche stürmisch wacht-
zu Seewölfen mutierende Landratten...

dieser Fred bekommt Format!

Ich mache dann einfach mal in dem Gebiet weiter, worin ich spezialisiert bin:
Andere reden und Inhalt machen zu lassen!

Gleich kommt der letzte Teil von Richards Tagebuch aus seiner kurzen Etappe auf der Phoenicia...

Gruß
Micha
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

(@ Alex: Habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und war soeben erstmalig in meinem Bilderverzeichnis!)


Bild

Diary of Ricard Kellie

11th May to 17th May 2009


For the most part, I think ships were avoiding us, as you might be able to tell from the pictures, the Phoenicia actually looks like a pirate ship.

We passed the yacht “Tiger” from South Africa and chatted with them on the VHF radio. They had sailed from Aden to Bab El Mandeb in a single day. Somewhat faster than our ship.

We had just set up the very expensive LRAD 1000 which is a sonic thingie that is supposed to hurt the pirate's ears.
We tried it out on the Tiger and the woman asked if it was
"that twittering".
So much for debilitating pirates.

They would have recived a twitter pulse, and we assume that being twitterpated would have the same effect as being twitterpated had on Bambi when he fell in love.
So we have a Twitterpator on board. Probably more dangerous to our crew than the pirates (of which I have no pictures).

We had to wake up the opposite shift in the middle of the night as the wind shifted against us and we had to drop the yard and go to diesel power.
A whale surfaced at night when Phillip and I were on the helm, but everyone else thinks it was just a dolphin.
The other watch saw a shark swimming near the lure we were trawling behind us.
We caught no fish.

We had to use the diesel engine going into Aden as the wind was against us there. What else?
First night out while I was at the helm we had to rendevous with a tug at sea to get diesel fuel. That was pretty exciting. The tug came alongside and matched our speed and all I had to do was turn into her a little. I got to steer the boat between the buiys in the channel.

The Port of Aden is a large round crater and the part where we anchored is called Crater.
There is also an amazing little harbour on the west side that is definitely a crater.

Unfortunately we had no time to visit there. I don’t know if it’s because I’ve seen pcitures of Aden before, but it seemed awfully familiar.

As it was Friday, Fadil, Abdula and Ali went ashore to go to the mosque on Friday, and didn’t get back until we(the Europeans) were ready to go for supper. On the jetty promenade we talked with a French guy who was on his yacht with his girlfriend and didn’t want to travel through the Arabian Sea because of the pirates.
If I didn’t have to get back to work, I would have offered to go with him. There are people who travel all over the world crewing other people’s yachts ( http://www.findacrew.com ).

We went for supper, Internet (bad connection) and a beer at the Sailor’s Club and Motel, a local bar and brothel. They played music the first night but it was so kinda mediocre lounge we left, and wouldn’t ya know it after we left, they started playing “One Love” by Bob Marley and then got Arabic funky. Still it was quite something listening to the music coming across the harbour as I slept on the deck.


18th May 2009
Flight to Kairo


They served breakfast on the plane: poached egg with a tuna topping, a frankfurter, really bad foul (beans), processed cheese triangle, stale buns.

Everything I couldn’t eat on the boat!


Richard Kellie
Wenn der Wind des Wandels weht,
bauen die einen Windmühlen,
die anderen bauen Mauern.
(chin. Sprichwort)
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Bild


Tagebuch von Richard Kellie

11. bis 16. Mai 2009



Ich denke, dass die Schiffe uns die meiste Zeit mieden!
Wie ihr vielleicht auch anhand der Bilder sehen könnt, sieht die Phoenicia wie ein Piratenschiff aus.

Wir trafen die Yacht „Tiger“ aus Südafrika und unterhielten uns mit derBesatzung über das VHF Radio. Sie waren von Aden nach Bab El Mandeb in einen einzigen Tag gesegelt.
Etwas schneller als unser Schiff.

Wir hatten gerade das sehr teure LRAD 1000 aufgebaut:
Ein Schall-Teil, welches den Piraten in den Ohren schmerzen soll.
Wir probierten es an der Tiger aus und die Frau fragte uns, ob es
„dieses Zwitschern“ gewesen sei.

So viel zum Thema Piraten schwächen.
Sie würden einen Zwitscherimpuls abbekommen, und wir vermuten, dass Zwitscherattackiert zu werden den selben Effekt haben wird wie die Zwitscher- Einlagen in Bambi, als es sich verliebte.
Somit haben wir ein Zwitschernator an Bord.
Wahrscheinlich gefährlicher für die Crew als für die Piraten (von welchen ich kein Bild habe).

Wir mussten die andere Schicht mitten in der Nach wecken, da der Wind über uns drehte.
Und wir mussten die Rah abnehmen und mit Dieselpower weitermachen.

Ein Wal tauchte in der Nacht auf, als Phillip und ich am Ruder waren-
aber alle anderen denken, dass es nur ein Delphin war.
Die andere Wache sah einen Hai nahe am Köder schwimmen, den wir mitschleppten.
Wir fingen keinen Fisch.

Wir mussten den Dieselmotor benutzen, um nach Aden rein zu kommen, da der Wind gegen uns war.

Was noch?
In der ersten Nacht draußen, als ich am Ruder war, hatten wir ein Rendez-vous mit einem Schleppboot- um Diesel zu bekommen.
Das war sehr aufregend. Das Boot kam neben uns und passte sich unserer Geschwindigkeit an und alles, was ich tun musste, war ein wenig zu ihm zu lenken. Ich hielt das Boot während der Einkäufe in der "Spur".

Der Hafen von Aden ist ein großer, runder Krater-
und der Teil, in dem wir anlegten, heißt Krater.
Es gibt auch einen erstaunlich kleinen Hafen an der Westseite, der definitiv ein Krater ist.

Leider hatten wir keine Zeit zur Besichtigung.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich schon vorher Bilder von Aden sah, aber es erschien mir unglaublich familiär.
Da es Freitag war, gingen Fadil, Abdul und Ali an Land, um zur Moschee zu gehen- und sie kamen erst zurück, als wir (die Europäer) zum Abendessen bereit waren.

Auf der Stegpromenade sprachen wir mit einem Franzosen, der mit seiner Freundin auf seiner Yacht war und nicht durch das arabische Meer segeln wollte- wegen der Piraten.
Wenn ich nicht zurück zur Arbeit müsste, hätte ich mich angeboten, ihn zu begleiten.
Es gibt Leute, die durch die ganze Welt reisen, in dem sie anderen Leuten mit deren Yachten helfen.

Wir gingen zum Abendessen, Internet und Bier in den Sailor’s Club and Motel- eine lokale Bar mit Bordell.
Sie spielten Musik in der letzten Nacht- aber es war eine so mittelmäßige Lounge, dass wir wieder gingen.

Und wollt ihr´s wissen?
Nachdem wir gingen, spielten sie „One Love“ von Bob Marley und arabischen Funk.
Es war schon etwas: Diese Musik zu hören, die über den Hafen schallte- während ich an Deck schlief.

18. Mai 2009
Auf dem Rückflug nach Kairo

Es gab Frühstück im Flugzeug:
Pochierte Eier mit Thunfisch, Frankfurter, wirklich miese Bohnen, abgepackte Käseecken, alte, pappige Brötchen.

Exakt DAS, was ich an Bord nicht vertragen konnte!

Richard Kellie



Bild
Zuletzt geändert von mikepiller am Mi 25. Nov 2009, 23:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Hi Richard,

thanks for spending your diary, your pictures, your time for us.

Mike
Wenn der Wind des Wandels weht,
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schu achbar ?

Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von schu achbar ? »

We tried it out on the Tiger and the woman asked if it was
"that twittering".
So much for debilitating pirates. ........we assume that being twitterpated would have the same effect as being twitterpated had on Bambi when he fell in love.
:D :D


Always a pleasure to read your unique kind of description.
We `ll keep on standing at the helm with you..virtually..
Big Thanxx to you all !!
mikepiller
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Ich muss jetzt einen Schlenker machen für die Fortsetzung dieses netten Threads... ich versuche es mal so:

Es waren die Briten, die sich bis zuletzt an eine höfliche "Zeremonie" geklammert haben:

Nach dem Dinner durften die Damen bei Tisch bleiben und sich über weibliche Wichtigkeiten austauschen, während die Herren in den Salon gingen-
Zigarre oder Pfeife rauchend, einen Malt sanft erwärmend schwenkend- um über jene Geschäfte zu sprechen, welche die hübschen Hüte der Damen finanzierten.
Man(n) wollte die Damen mit so etwas Profanem nicht belästigen!

Auch zu den ehrwürdigen Salons der englischen Clubs gab es für die Damen keinen Zutritt-
ein unsichtbares Schild sagte definitiv:
Wir müssen leider draußen bleiben!

Dies gibt es SO heute nicht mehr.
Aber offensichtlich gibt es auch heute noch Männer, die ihre Prioritäten nicht ausschließlich um das weibliche Geschlecht und deren Wünsche anordnen.

Männer, die zum Beispiel bereit sind, einen großen Teil ihres Lebens auf Schiffen zu verbringen und DAS zu tun, was sie tun müssen, um DAS zu sein, was sie eben sind:
Kerle eben!
Abenteurer.

Nick hat schon erzählt, dass die Geschichte der Phoenicia mit einem anderen Schiff begann- der Borobudur.

Jetzt gehen wir noch weiter zurück-
zu einer wahren Schönheit!
Ein Traum von einem Schiff!
Ein Alptraum für jene Frauen, deren Männer dieses Schiff erblicken und dann mit den Worten verschwinden- lange Zeit verschwinden:
"Ich bin dann mal weg!"

Philip Beale war dann mal weg.
Alan Campbell war dann mal weg.
Beide würden später gemeinsam die Borobudur führen.

Und noch ein Mann war dann mal weg- und DEN lernen wir als nächstes kennen.

Aber zunächst mal jene Schönheit, welche all diese Männer um den Verstand brachte:

Die "Eye of the Wind".



Bild


-
Zuletzt geändert von mikepiller am Do 26. Nov 2009, 02:42, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

Wiki:

Die Eye of the Wind ist ein zweimastiges Segelschiff vom Typ einer Brigantine (Dreiviertelbrigg), die 1911 vom Stapel lief. In ihrer beinahe 100-jährigen Geschichte umsegelte sie zweimal die Welt. Zudem hatte sie mehrere Auftritte in diversen Kinofilmen.

Die Eye of the Wind lief im Jahr 1911 als echtes Segelschiff bei der renommierten Lühring Werft in Brake vom Stapel. Diese Werft war bekannt für ihre hervorragenden und seetüchtigen Schiffe. Die Eye of the Wind, die damals noch Friedrich hieß, segelte zunächst als Frachter in der Nord- und Ostsee.

1923 wurde sie nach Schweden verkauft und fuhr 50 Jahre lang unter schwedischer Flagge teils unter Segeln, teils unter Motor als Küstenfrachter und als Fischereischiff. 1973 ging sie an eine britisch-australische Gesellschaft und wurde wieder zum Segelschiff mit einer Brigg-Takelung umgebaut. Als Eye of the Wind umsegelte sie zweimal die ganze Welt und spielte Rollen in mehreren Kinofilmen, z.B. in Die blaue Lagune, Savage Island, Taipan und 1996 als das Segelschulschiff Albatross in White Squall. Diese Einsätze machten sie auf der ganzen Welt bekannt und als einen der schönsten, noch fahrenden Großsegler berühmt. In dieser Zeit hatte sie auch ihren Einsatz als Trainingsschiff für Jugendliche.

Im Jahr 2000 wurde sie an einen dänischen Eigner verkauft, der sie komplett restaurierte und mit modernster Ausrüstung sowie einer starken Maschine versah. Damit erfüllt sie heute alle modernen Sicherheitsstandards sowie Anforderungen an Komfort und Bequemlichkeit. Die Restauration erfolgte so gefühlvoll, dass sie dabei ihren Charakter als Original-Großsegler behielt. Gesegelt wird nach wie vor komplett im Handbetrieb. [1]

Heute steht das Schiff für individuelle Führungskräfte-Trainings, aber auch für die Vercharterung an private Gruppen zur Verfügung.

Link zur deutschen Website der aktuellen Betreiber:
http://www.eyeofthewind.net/index.php/d ... trait.html



Im Hafen von Sidney:
Bild





Gruß
Micha
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Alexander
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von Alexander »

Hello Richard,

Since the beginning of your journey, when the Phoenicia set the sails, we are following your adventures
path. To be honest, it was a boyhood fantasy to plough the waves and sail across the sea, just some wooden
planks between me and the waves. Unfortunately this dream never became true, so I am following the
Phoenician story even more interested.

We were quite worried, when we read the last blog entries prior to 21. November, when we knew you will
approach the inter tropical convergence zone, where the weather and the wind is highly unpredictable and
we recognized your ship is far away from the African coast. We expected you are heading straight to the south
to catch up with the southeast winds, giving you the direction and the velocity you need to set course to Dar es Salaam.
Finally we got the updated and desperately expected ship’s blog for 21. November and we knew everything was fine.

For us it was and still is a great opportunity to follow your unique voyage with the ancient ship.

Thanks for sharing your thoughts and your personal diary, giving us at least a feeling on what you experience.

We are looking forward to read more soon.

Smooth sailing and best regards

Alexander
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Re: Rund um Afrika in einem phönizischen Boot

Beitrag von mikepiller »

@ schu
@ Alex

Ich habe Eurer letztes Posting hier an Richard weitergeleitet- aber soweit ich es mitbekomme, lesen auch die Crewmitglieder ab und zu hier mit.
Und über ein so nettes "Dankeschön" für ihren Einsatz hier freuen sie sich ganz sicher!

@ All

Die Phoenicia pflügt aktuell einen sauberen Kurs Richtung afrikanischer Küste.


Bild


In der Vergrößerung sieht man, dass sie einen Hauch zu weit Richtung Süden unterwegs ist-
offensichtlich hat sie versucht, dies kurz zu korrigieren und etwas direkter nach Westen zu segeln, aber an der sofort einbrechenden Geschwindigkeit wird ersichtlich, dass der momentane Wind dies nicht zuläßt.
Sie haben wieder auf den alten Kurs korrigiert und warten sicherlich bessere Verhältniss ab-
die grobe Richtung stimmt ja absolut.


Bild



Im Vergleich zur Entfernungsangabe unten links erkennt man, dass die Geschwindigkeit bei etwa 35 km PRO TRACK liegt-
also in 4 Stunden bewältigt werden.

Auf ihrer gesamten Fahrt bisher lag die Geschwindigkeit nur selten höher-
sie dürfte also bei etwa 40 km in 4 Stunden-
10 km pro Stunde liegen.

Hier bitte ich die mitlesenden Naviprofis um Überprüfung und ggf. Korrektur meiner Angaben.

10 km pro Stunde ist nicht viel- etwa das, was ein stramm laufender Fußgänger in zwei Stunden schafft.
Die Phoenicia wird also noch einige Tage unterwegs sein bis nach Daressalam.

Meines Erachtens sollte man dieses nach heutigen Verhältnissen "geringe" Tempo nicht zu abwertend betrachten-
wer jemals mit einem wirklich alten Auto oder Motorrad unterwegs war, der weiß sehr gut, wie unterschiedlich sich Geschwindigkeit anfühlen kann.
Da können 60 bis 80km/h bei der geringsten Unachtsamkeit schon locker lebensgefährliche Züge annehmen.

Auch eine Manatee dürfte bei Erreichen ihrer Höchstgeschwindigkeit verzückt ängstlich die Kontrolle suchend und klammernd haltend unterwegs sein...


Relativ gut vorstellbar durfte die Freude der Crew sein, wenn sie endlich wieder mal festen Boden unter den Füßen, leckeres Essen im Bauch und das Antlitz anderer Menschen im Gesichtsfeld hat-
man braucht nicht viel Phantasie dafür...

@ Birgitt:
Behälst Du den stürmischen Teil im Auge des Zyklons?

Gruß
Micha
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