Tagebuch von Richard Kellie
11. bis 16. Mai 2009
Ich denke, dass die Schiffe uns die meiste Zeit mieden!
Wie ihr vielleicht auch anhand der Bilder sehen könnt, sieht die Phoenicia wie ein Piratenschiff aus.
Wir trafen die Yacht „Tiger“ aus Südafrika und unterhielten uns mit derBesatzung über das VHF Radio. Sie waren von Aden nach Bab El Mandeb in einen einzigen Tag gesegelt.
Etwas schneller als unser Schiff.
Wir hatten gerade das sehr teure LRAD 1000 aufgebaut:
Ein Schall-Teil, welches den Piraten in den Ohren schmerzen soll.
Wir probierten es an der Tiger aus und die Frau fragte uns, ob es
„dieses Zwitschern“ gewesen sei.
So viel zum Thema Piraten schwächen.
Sie würden einen Zwitscherimpuls abbekommen, und wir vermuten, dass
Zwitscherattackiert zu werden den selben Effekt haben wird wie die Zwitscher- Einlagen in Bambi, als es sich verliebte.
Somit haben wir ein
Zwitschernator an Bord.
Wahrscheinlich gefährlicher für die Crew als für die Piraten (von welchen ich kein Bild habe).
Wir mussten die andere Schicht mitten in der Nach wecken, da der Wind über uns drehte.
Und wir mussten die Rah abnehmen und mit Dieselpower weitermachen.
Ein Wal tauchte in der Nacht auf, als Phillip und ich am Ruder waren-
aber alle anderen denken, dass es nur ein Delphin war.
Die andere Wache sah einen Hai nahe am Köder schwimmen, den wir mitschleppten.
Wir fingen keinen Fisch.
Wir mussten den Dieselmotor benutzen, um nach Aden rein zu kommen, da der Wind gegen uns war.
Was noch?
In der ersten Nacht draußen, als ich am Ruder war, hatten wir ein Rendez-vous mit einem Schleppboot- um Diesel zu bekommen.
Das war sehr aufregend. Das Boot kam neben uns und passte sich unserer Geschwindigkeit an und alles, was ich tun musste, war ein wenig zu ihm zu lenken. Ich hielt das Boot während der Einkäufe in der "Spur".
Der Hafen von Aden ist ein großer, runder Krater-
und der Teil, in dem wir anlegten, heißt Krater.
Es gibt auch einen erstaunlich kleinen Hafen an der Westseite, der definitiv ein Krater ist.
Leider hatten wir keine Zeit zur Besichtigung.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich schon vorher Bilder von Aden sah, aber es erschien mir unglaublich familiär.
Da es Freitag war, gingen Fadil, Abdul und Ali an Land, um zur Moschee zu gehen- und sie kamen erst zurück, als wir (die Europäer) zum Abendessen bereit waren.
Auf der Stegpromenade sprachen wir mit einem Franzosen, der mit seiner Freundin auf seiner Yacht war und nicht durch das arabische Meer segeln wollte- wegen der Piraten.
Wenn ich nicht zurück zur Arbeit müsste, hätte ich mich angeboten, ihn zu begleiten.
Es gibt Leute, die durch die ganze Welt reisen, in dem sie anderen Leuten mit deren Yachten helfen.
Wir gingen zum Abendessen, Internet und Bier in den Sailor’s Club and Motel- eine lokale Bar mit Bordell.
Sie spielten Musik in der letzten Nacht- aber es war eine so mittelmäßige Lounge, dass wir wieder gingen.
Und wollt ihr´s wissen?
Nachdem wir gingen, spielten sie „One Love“ von Bob Marley und arabischen Funk.
Es war schon etwas: Diese Musik zu hören, die über den Hafen schallte- während ich an Deck schlief.
18. Mai 2009
Auf dem Rückflug nach Kairo
Es gab Frühstück im Flugzeug:
Pochierte Eier mit Thunfisch, Frankfurter, wirklich miese Bohnen, abgepackte Käseecken, alte, pappige Brötchen.
Exakt DAS, was ich an Bord nicht vertragen konnte!
Richard Kellie
